Summer Tag Archive

  • Good times never seemed so good …

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    … I’ve been inclined
    To believe they never would
    But now I …

    (Neil Diamond: „Sweet Caroline“)

    Ich warne gleich vor diesem Posting, denn es ist das allsommerliche Sammelsurium-Posting. Die geneigte Leserschaft möge sich also nicht über einen Zusammenschmiss von Fotos wundern, die einfach nur schöne Tage der letzten Wochen dokumentieren.
    Ich hätte das Ding auch „Der doppelte Robbie“ nennen können, denn wie durch ein Wunder kam ich im Juli zwei Mal in den Genuss, den einzig wahren Entertainer live zu sehen. Einmal in Reihe zwei inmitten einer beschaulichen Menschentraube von 1.500 Menschen beim Geburtstagsfest von Marc O’Polo (er ist da Testimonial). Und dann nochmal bei seiner Stadiontournee im Olympiastadion.

    Happy Girls vor der Bühne:

    Happy Robbie auf der Bühne:

    Ich finde ja, hier guckt er uns an :):

    Und hier noch mit seinem Daddy. Den nimmt er bei der aktuellen Tour nämlich immer mit und dann trällern sie gemeinsam „Sweet Caroline“ und freuen sich, dass sie Vater und Sohn sind.
    Hintergrund: Robbie wurde angeblich von der Muse Musik geküsst, als er als Kind seinen Papa auftreten sah. Da wusste er, dass er das auch machen will.

    Hier noch im Video:

    ❤️❤️❤️

    Ein Beitrag geteilt von JULIA BAUER (@thejunegloomproject) am

    Ich muss zugeben, dass es wirklich toll war. Ich gehöre nicht zu den Groupies der ersten Stunde, ich war nur von „Sing When You’re Winning“ bis „Escapology“ hart am Start. Trotzdem konnte ich irgendwie alles mitträllern und war von seiner Show very very begeistert. Wann kommt man Robbie schon so nah, dass man ihn fast anfassen kann und seine Tiger-Bux aus nächster Nähe bewundern darf? Eben.

    Im Stadion war das alles dann ne Nummer größer und Robbie nur ein schlumpfgroßes Männlein in weiter Ferne. Trotzdem hat er es geschafft, uns voll mitzureißen. Bei 25 Grad barfuß im Olympiastadion zu „Come Undone“ das Feuerzeug schwenken – ein wahr gewordener Traum.

    So, wat hamwa noch abseits von Robbie?

    Toni hat für amazed ein sehr inspirierendes Interview mit mir geführt. Wie einen die richtigen Fragen doch zum Nachdenken anregen …

    Ebenfalls sehr inspirierend finde ich die Yoga-Stunden am Mittwoch. Maren macht das wirklich auf ihre eigene Art und Weise sehr toll und ich düse immer gerne hin, um die müden Glieder zu strecken, bewusst zu atmen und einfach ein bisschen runterzukommen.

    Wenn man runterkommt, muss man aber auch wieder raufkommen, so wie Brezi und ich. Wir düsten nämlich nach Lenggries und tobten uns ein bisschen auf dem Brauneck aus. Bisher bin ich kein Wander-Fan. Ich könnte aber Gefallen daran finden. Eigentlich hatten wir nämlich gar nicht vor zu wandern, aber dann war das Wetter so schön und die Zeit so reichlich vorhanden und schwupps wanderten wir da oben ein bisschen herum und dann den ganzen Weg nach unten. Könnte ich öfter machen, taugt irgendwie.

    So, jetzt wisst ihr Bescheid über die tagefüllenden Freizeitaktivitäten von June Gloom.
    Was sportlich so abgeht, machen wir demnächst in einem weiteren Beitrag.
    Bleibt sauber, ihr Banausen. Bis balduin!

  • „Samuuu!“

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    Ich habe nachgesehen. Der Entschluss nach Helsinki zu reisen fiel exakt am 7. Dezember 2016 um 10:19 Uhr. Kurz nach London (leset hier nach) machten Char und ich das Ding dingfest, der Trip an meinem Geburtstag wurde sofort gebucht.
    „Wie kamt ihr denn auf Helsinki?“, fragten viele.
    „Ach, wegen Samu“, antwortete ich grinsend.

    Es gibt ja wohl schließlich keinen besseren Grund, um nach Helsinki zu reisen, als Samu Haber.
    Helsinki stand schon lange auf meiner Liste, Finnland soll im Sommer ja sehr schön sein. Warum also nicht mal was anderes besichtigen als Barcelona, Paris oder Rom? Mit Finnair kann man ständig günstig hochfliegen, der Transfer vom Flughafen in die Stadt ist supereasy und airbnb hat auch einiges zu bieten. Wir wohnten in einer hübschen Wohnung (natürlich wieder airbnb) im Trendviertel Kallio (war gar nicht so trendy) und konnten von dort alles erlaufen. Wer nicht gern per pedes unterwegs ist, kann in Helsinki aber auch Ubahn, Bus oder Tram fahren. Alles an jeder Ecke verfügbar.

    Nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten (danke Timo für das ganze Zeug im Kühlschrank, ich vermisse den undefinierbaren Sauerkirschbatz, den ich immer als Salatdressing benutzte), machten wir uns also auf Erkundungstour. Praktisch: Im Sommer ist es in Helsinki auch um Mitternacht noch taghell. „Ey, warum bin ich so fertig?“ – „Weil wir schon 23 Uhr haben!“. Man merkt einfach gar nicht, dass man voll über seiner gewohnten Zeit ist.

    Erster Stopp: das Restaurant Juuri, eine Empfehlung meiner guten Freundin Muse (you remember, Kos und Barcelona …). Schließlich mussten wir meinen 31. gebührend feiern. Sowas von lecker und jeden Cent wert!

    Am nächsten Tag erkundeten wir alles, was man in der finnischen Kapitale so erkunden kann. Da die Stadt sehr jung ist, gibt es keine altertümlichen Gebäude oder Gässchen.

    Trotzdem hat mich Helsi (wir kürzen alles ab, live with it) irgendwie gekriegt.
    Seht selbst. Das ist der durchaus beeindruckende Senatsplatz mit dem Dom und dem Alexander-II.-Denkmal. In der Innenstadt gibt’s ungefähr jeden Laden, von dem man nur träumen kann und im Kaufhaus Stockmann haben sie eine riesige Abteilung nur mit skandinavischen Labels (zum Glück waren wir nur mit Handgepäck unterwegs).

    Hier haben wir die Uspenski-Kathedrale (ihr seht schon, alles leicht russisch angehaucht):

    Hier eine Gasse, die aus „Harry Potter“ stammen könnte:

    Am Hafen muss man sich einfach einen großen Teller frischen, gegrillten Lachs gönnen. So lecker! Aber Achtung, wenn sie fragen, ob ihr ein bisschen Knoblauchsoße drauf wollt. Dann heißt das im Grunde, dass ihr 24 Stunden nur Knoblauch schmeckt, riecht und Menschen in einem Radius von fünf Metern auch damit beglückt.
    Hier die nackte Lady Havis Amanda mit Möwe:

    Und hier ich im Toilettenspiegel des Rathauses:

    Wenn’s ein bisschen ruhiger sein darf, spaziert man einfach zu einer der Halbinseln. Dort geht man dann über baufällige Stege und genießt die Sonne.

    Wenn man einen Tag übrig hat, sollte man unbedingt mit der Fähre nach Tallinn/Estland rüberschippern. Da kommt man sonst ja auch eher selten hin. In 1,5 Stunden ist man da und kriegt die alten Gässchen und Kirchlein, die man in Helsinki vermisst. Leider hatten wir Sauwetter vom Feinsten, weshalb wir unsere Nerven erst mal in einem süßen Café stählten.

    Ansonsten habe ich in Tallinn exakt ein Foto gemacht. Das ist Schloss Katherinental, ungünstigerweise geschlossen. Ausgerechnet, wenn wir ob Regens gerne etwas von innen besichtigen würden.

    Aaaber sie haben prima Schönheitssalons da und die lassen einen rein.

    C: „Was machen wir jetzt mit den restlichen zwei Stunden?
    J: „Wir könnten Beauty machen, mir ist eh ein Nagel abgebrochen.“

    –> C und J liefen in ihren fliederfarbenen, ausladenden und klatschnassen Regenponchos in einem Beauty-Salon ein und das Personal war nicht gerade entzückt, als es uns da triefend stehen sah. Nur auf Nachfrage wurden wir behandelt. Aber gut, die sollen ja generell nicht besonders aufgeschlossen sein, die Esten.

    Auf jeden Fall haben sie uns schön gemacht für den letzten Tag, an dem wir noch ein wenig am Hafen herumspazierten.

    Das war’s auch schon mit dem Reisebericht Helsinki. Auch hier spreche ich eine klare Empfehlung aus. Für einen dreitägigen Trip gen Norden (2 Tage Helsi, 1 Tag Tallinn) und für airbnb.

    PSI: Kleiner Lacher am Ende:

    PSII: Bei unserem Glück haben wir natürlich auch Samu gesehen. Im Fernseher. Nicht weniger schön, vor allem mit diesem Sombrero!

  • You can’t always get what you want …

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    … But if you try sometimes
    You might find
    You get what you need.

    (The Rolling Stones: „You Can’t Always Get What You Want“ auf „Let It Bleed“)

    Die Rolling Stones haben meinen Korfu-Urlaub untermalt. Durch Zufall stieß ich auf meine alte Lieblingsplaylist, streckte sie mit ein paar neuerdings lieb gewonnenen Songs („Tumbling Dice“!) noch ein wenig und hörte dann sieben Tage lang nix anderes.

    Moment, Gloom war in Korfu? Ja, warse, und dieser Urlaub ist auch schon wieder ewig weit weg, obwohl er erst ein paar Wochen her ist. Diverse Arbeits-Events, Hochzeiten und ein zweiter Kurzurlaub haben bewirkt, dass meine tolle Woche auf Korfu fast schon wieder aus meinem Hirn verschwunden ist. Aaaaber wozu gibt es diesen Blog – jetzt wird nachgeholt!

    Madeira war letztes Jahr so erholsam, dass ich unbedingt wieder eine Insel erkunden wollte. Ich verbrachte also eine Woche im Südwesten dieses grünsten griechischen Fleckchens Erde und ließ mich einfach treiben. Im Pool, im Meer, in meinen Gedanken. Kommense mit, auf nach Korfu!

    Der Song, mit dem wir diesen Blogbeitrag einleiten, passte schon am Anfang perfekt zu dieser Reise. Führerschein vergessen, Leihwagen nicht abholen können, prima. Aaaber „You get what you need“ traf zu, denn in diesem Fall war es wohl besser, kein Auto zu haben. Die Story hatte ich euch ja erzählt …

    Wenn man da landet, denkt man, man stürzt 1A ins Meer ab. Der Flughafen ist direkt am bzw. im Meer und die Landebahn von Wasser umgeben. Kurzzeitig zuckte die coole Alleinreisende (ich) also am Fensterplatz im Flieger zusammen und erschreckte damit ihren Nebensitzer, aber das war’s auch an Adrenalin.

    Im Hotel angekommen erkundete ich gleich mal die Gegend. Schöne Gegend! Still, mit kleinem eigenen Strand, mit perfekten Laufstrecken direkt am Meer, mit Tavernen samt Aussicht und mit einer kleinen Kirche.

    Hier verbrachte ich die meisten Nachmittag mit den Stones und einem Buch:

    Mit dieser Aussicht speiste ich zu Abend:



    Hinter dieser Kirche machte ich morgens Yoga mit Meeresrauschen:

    Da man aber nicht sieben Tage am Stück nur Yoga machen, rumliegen, lesen und spachteln kann, machte ich mich eines Tages auf in den Norden, bzw. in die Hauptstadt von Korfu/Korfu Stadt/Kerkyra. Da kann man bequem mit dem Bus hinfahren, die Fahrt geht am Meer entlang und kostet drei Euro. Geschichtliches lest ihr hier.

    June Glooms Sicht gibt’s hier:
    In Kerkyra kann man jede Menge machen. Rumlatschen, antike Sachen anschauen, alte Gassen entdecken, schlemmen, shoppen, schwimmen … Ich hab alles gemacht außer schwimmen. Zuerst ging’s in/auf die alte Festung, was im Sommer zwar mehr als schweißtreibend ist, der Ausblick entschädigt aber auf jeden Fall für die Strapazen des Aufstiegs. Ich bin ja kein großer Fan davon, penibel genau alle Stationen des Reiseführers abzuschreiten. Ich mag viel lieber den Effekt „Ah, stimmt, da bin ich auch dran vorbeigekommen“, wenn man den Reiseführer erst nach der Erkundung auf eigene Faust anguckt und sich vorher selbst ein Bild macht. Meines sah so aus:

    Und so sah ich dabei aus:

    Kleiner Tipp: Zieht halbwegs vernünftiges Schuhwerk an, wenn ihr die alte Festung besteigt. Die Steine sind von den vielen Sohlen, die da schon drüberliefen, so abgeschmirgelt, dass der Weg nach oben nicht nur steinig, sondern auch glatt ist.

    Die Gässlein der Altstadt sehen dann circa so aus:


    Highstreet-Ketten gibt es nicht, dafür unzählige kleine Läden wie zum Beispiel diesen hier, der mir ein handgenähtes Leinenleiberl bescherte:

    Außerdem gibt es an jeder Ecke und auch an jeder Nicht-Ecke leckeres Essen wie zum Beispiel diese herrlichen Loukoumades. Das sind megagesunde frittierte Teigbällchen mit leichten Füllungen wie Käse und Schicken oder Schoko und Kokosmasse. Mir war nach dem Verzehr von acht Stück etwas blümerant in der Hitze, aber ich konnte nicht anders. Ich musste die süße und die herzhafte Variante probieren.

    Weil Gloom immer ein bisschen Abenteuer braucht, wenn sie auf Tour ist (wir erinnern uns daran), gönnte ich mir am letzten Tag ein Fahrrad, um den Inselsüden zu erkunden. Um 10 stieg ich auf den Sattel, um 17 Uhr kam ich nach fast 40 Kilometern zurück. Was für ein Trip! Google Maps zeigt einem ja nun nicht gaaanz so genau an, WIE steil die Landschaft ist. Also musste ich bereits um 10 nach 10 absteigen und schieben, weil die Steigung einfach zu krass war. Ich erkundete kleine Bergdörfer, Olivenhaine, verlassene Strände an der Ostküste. Ich pausierte in unerwartet hippen Cafés, kaufte meinen neuen Lieblingssnack Feigenkuchen in den kleinsten „Supermärkten“ der Insel und hörte das komplette Hörbuch zu Susanne Fröhlichs „Feuerprobe“ durch (ich liebe diese Frau!).

    Am schönsten waren die Abfahren, wenn es von einem Bergdorf wieder ins nächste ging. Ich brauste kilometerlange Hänge hinunter und fühlte mich wie Maggie in „Stadt der Engel“ (nur ohne Tod am Ende). Ich sage euch, dieser Tag war die komplette Freiheit. Zwischenzeitlich fiel mir zwar ein, dass es schon ganz schön leichtsinnig ist, das alleine zu machen (vor allem, als ich mich mal verfuhr und auf einem steilen, verwilderten Kiesweg landete, den meine Google Maps-Offline-Karte nicht kannte und auf dem ich keinen Empfang hatte), aber genau das macht es dann ja auch irgendwie aus.

    Wer sich immer noch fragt, warum zur Hölle man alleine verreisen sollte, dem nenne ich jetzt 6 gute Gründe.

    1. Man muss keine Kompromisse machen und kann tun und lassen, was man will. Aufstehen, wenn man wach wird, Essen gehen, wenn man selbst Hunger hat, schlafen gehen, wenn man müde ist, Laufen gehen, wenn einem danach ist.

    2. Man kann den ganzen Tag die Stones (oder Gaslight natürlich) rauf und runter hören, ohne dass jemand sagt „Alte, kannst du mal bitte was anderes machen? Das nervt jetzt!“

    3. Man hat Zeit, sich selbst wieder auszupegeln. Ich habe in dieser Woche kaum gesprochen, kaum gelacht und wenig gesungen. Was sich traurig anhört, war aber sehr reinigend. Als ich heim kam, hatte ich wieder richtig Lust, meinen Mund aufzumachen.

    4. Man kommt auf Gedanken. Wenn der Austausch mit anderen wegfällt, tauscht man sich nämlich mit sich selbst aus und bringt sich auf neue Ideen.

    5. Man nimmt alles viel intensiver wahr. Wenn man von niemandem abgelenkt wird und sich auf niemand anderen verlassen kann.

    6. Man überwindet permanent kleine Ängste. Ohne Begleitung essen gehen, alleine ein Sonnenbett für zwei beziehen, ohne Hilfe Touren machen … geht alles und stärkt das Selbstbewusstsein mehr als jedes Kompliment von einem anderen Menschen.

    Als ich plötzlich feststellte, dass ich schon wieder fast daheim war, war ich beinahe wehmütig. Das Abenteuer Radtour ging nahtlos in das Ende des Abenteuers Korfu über.
    Ein letztes Dinner am Strand bot die passende Abschiedsszenerie.

    Wow, es tat sehr gut, dieses Posting zusammenzubauen. In meinen Ohren rauscht das Meer und ich fühle mich plötzlich ganz leicht und ein bisschen in die Urlaubsstimmung zurück versetzt.

    Als Abschluss kommt jetzt natürlich noch mein Resümee: Korfu ist toll! Ich war schon auf Rhodos und Kos und finde Korfu von allen dreien am besten. Die Landschaft ist so einzigartig schön (erinnert hier und da an die kalifornische Küste, dann wieder an die Ostsee), man kann einiges unternehmen, oder einfach nur entspannt rumhängen. Die Leute da sind extrem entspannt und freundlich, Hektik gibt es nicht.
    Wer also mal rauskommen, eine Schönwettergarantie, traumhafte Strände und die Möglichkeit für Action will, ist auf Korfu genau richtig.

    Ich wünsche euch ein sonniges WE mit viel Eis und Eiswürfeln im Getränk.
    Wir lesen uns schon sehr bald wieder, denn jetzt schreibe ich Helsinki :).

  • What a difference a day made, twenty-four little hours …

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    … brought the sun and the flowers
    Where there used to be rain.

    (Dinah Washington : „What a Diff’Rence a Day Makes“)

    „Wieso kommt denn auf dem Blog nix mehr?“, fragte meine Tante mich kürzlich.
    „Weil ich mein Berufsleben da nicht ausbreiten will“, antwortete ich.

    Als ich später nochmal darüber nachdachte, erinnerte ich mich an früher.
    Früher postete ich ständig hier. Kleinigkeiten aus dem Alltag, wichtige und unwichtige Geschichten, einfach Fotos von spektakulären oder belanglosen Erlebnissen mit Texten dazu.
    Das ist alles weniger geworden. Weil June Gloom in zehn Jahren, die es junegloom.de schon gibt, erwachsener geworden ist, vielleicht ein bisschen weniger mitteilungsbedürftig, und weil das hier immer ein Ort für eher nicht so arbeitslastige Themen war. Job war Job, junegloom.de war Spielwiese.

    Mittlerweile verschwimmt das oft. Der Job ist zeitintensiv und ausfüllend und dabei sehr er-füllend und somit gibt es immer weniger alltägliche Lebensgeschichten, die ich hier erzähle. Zeitweise habe ich sogar daran gedacht, junegloom.de dicht zu machen, weil ich nur noch höchstens einmal im Monat etwas schreibe. Doch diese Seite gehört zu mir, ist ein Platz in meinem Leben und für mein Leben, den ich nicht hergeben will. Wenn ich zum Beispiel an mein Madeira-Tagebuch vom letzten Jahr denke, dann wird mir warm ums Herz. Ich bin dankbar dafür, dass ich solche Reisen hier festhalten und bei Bedarf nochmal nachfühlen kann.

    Trotzdem soll junegloom.de nicht nur noch als Reisetagebuch dienen, denn zwischen Reisen und Arbeit muss ja auch noch was sein, das es wert ist, aufgeschrieben zu werden. Deshalb teile ich heute mal ein paar Gedanken zu diesem wunderbaren Tag mit euch.

    Heute war nämlich einer der allerschönsten Tage der letzten Wochen. Ich kam gestern Abend sehr spät von einer vollgepackten Dienstreisewoche heim und fiel völlig erschöpft ins Bett. Erst eine zweitägige Konferenz, dann direkt das GNTM-Finale und danach nochmal eine zweitägige Dienstreise hatten mich die Woche über sehr in Beschlag genommen. All diese Trips quer durch Deutschland waren ereignisreich, spannend, erfolgreich – und anstrengend. Denn man beamt sich ja nicht aus dem eigenen Bett auf einen Stuhl irgendwo, und dann geht’s los, sondern man reist, checkt Tickets, (Internet-)Zugänge, packt Koffer ein und wieder aus, richtet sich jeweils für eine Nacht in fremden Hotelzimmern ein, trifft tausend Leute … es mag sich anhören wie Jammern auf hohem Niveau, aber es zapft auf Dauer doch an der Kraftreserve.

    Genug davon, ich fiel also gestern wie eine spreißelige Holzplanke ins Bett und ich weiß nicht, was über Nacht passiert ist, aber ich wachte heute so erholt und lebenslustig auf, als hätte jemand das Holz abgeschliffen und eingeölt.

    Erster Gedanke nach dem Aufwachen: Wann geht nochmal der Zug?
    Zweiter Gedanke nach dem ersten: Die Reisewoche ist vorbei!
    Ich fühlte mich plötzlich wie gereinigt und völlig frei.
    Endlich nicht aufstehen, um zu packen und in einen Flieger oder Zug zu steigen, sondern um zum ersten Mal in diesem Jahr nur im Top (und natürlich mit Hose, haha) eine Runde im Park laufen zu gehen.
    Endlich ohne Zeitdruck oder Calltime ausgiebig frühstücken, und zwar schön zerrupft im ollen Oasis-Schlaf-Shirt auf dem Sofa mit YouTube-Videos, nicht neben fremden Menschen alleine im Frühstückssaal eines Hotels. Es gab Toast mit Erdnussbutter, Marmelade und Bananen, lecker!
    Endlich ein bisschen gemütlich im Internet surfen, und zwar nicht auf bahn.de, sondern auf meinen Lieblingsblogs, die ich ewig nicht gelesen habe.
    Endlich meine liebste zerfetzte Jeansshorts anziehen, und zwar aus meinem eigenen Schrank, nicht aus dem Koffer.
    Endlich die Stones (12. September Olympiastadion, hell yes!) so richtig nervig laut machen und blöd dazu durch die Bude wackeln, und zwar ungestresst.

    … es tat so gut. Es fühlte sich so richtig und verdient an.

    Dann radelte ich auf Beate III. mit meiner Lieblingsdecke, die mich seit mindestens fünf Sommern treu begleitet, reichlich Wasser und Sonnencreme (und Sekt, der sich dann als alkoholfrei herausstellte, was die Ladys zu „Waaas? Ohne Alkohol? Na zum Glück haben wir noch einen dabei“ verleitete), der Sonnenbrille auf der Nase und ungemachten Haaren in den Englischen Garten zu unserem Stammplatz am Schwabinger Bach.
    Dort traf ich die Girls und wir kaperten ein schönes Plätzchen am Wasser im Schatten und machten uns breit. Für fünf Stunden. Wir und Wiesen und Bäume und der blaue Himmel und die Sonne und dusselige Gespräche über Manuel Neuer und ein paar Schlucke Sekt und Butterkekse und ehrliche Lacher und Speckröllchen und Pieselpausen und blöde Hunde und süße Babys und Nudisten und Eisverkäufer und Pfandsammler und tausend andere Leute, die in Frieden diesen wonnigen Tag genossen und das Leben.

    Das war der schönste, entspannteste, sorgenfreiste Tag seit Langem. Und er ging so einfach.
    Es fühlt sich gerade so an, als ob meine Seele in einer Hängematte liegt und immer wieder kommt jemand und steckt ihr eine süße Erdbeere in den Mund.
    Vermutlich wird sie da nicht ewig liegen, oder es kommt bald wer mit einem Löffel Essig.
    Aber dann nehme ich mir ganz fest vor, ihn auszuspucken und nicht lang im Abgang zu schmecken.

    Auf einen herrlichen Sommer, Herrschaften.

  • Der TJGP-Jahresrückblick 2016

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    Tataa, als hättet ihr ihn bestellt, kommt hier der große TJGP-Jahresrückblick 2016.
    Zum Lesen empfehle ich diese Playlist:

    Vorneweg: 2016 war ein gutes Jahr.

    JANUAR 2016
    … Ein Jahr, das in New York startete. Schön klischeehaft mit Blick auf die Freiheitsstatue (von der es kein Foto gibt, weil wir mit Champagne und „Can you believe it?“s beschäftigt waren).

    Danach ging’s für mich in den Umzugsendspurt. Ich hatte seit Dezember schon täglich einige Fiesta-Fuhren von A nach B gekarrt, so dass ich am 15. Januar, dem geplanten Umzugstag, meinen lieben Freunden absagen musste: „Es gibt nix mehr zum umziehen, sorry.“

    FEBRUAR 2016
    Äh, ich habe versucht, 40 Tage keine Süßigkeiten zu essen. Hat nicht sooo gut geklappt. Lass ich ab jetzt lieber.

    MÄRZ 2016
    Dieses Posting hier kam ganz gut an. Wer die verkommene Abnehmindustrie auch nicht mehr leiden kann, sollte das noch nachlesen.

    Außerdem habe ich mal wieder meinen Job gekündigt und hatte deshalb etwas Zeit, um zu verreisen.
    Madeira sollte es sein. Hier könnt ihr nochmal alles erleben: Tagebuch 1, 2, 3, 4, 5.
    Diese Woche war so wundervoll. Alleine verreisen ist prima.

    APRIL 2016
    Ähem. Neuer Job und so. Keine Zeit für Bildchen ;).

    MAI 2016
    New Faces Award Film – mal wieder der Beweis, dass wir einfach das BESTE TEAM sind.

    JUNI 2016
    Der Juni hat gekracht, heißa!

    Ich wurde 30 und irgendwie fühlt es sich so richtig an. Also ich kann jedem nur empfehlen, 30 zu werden und es zu genießen.

    Southside, alter Schwede! Lest und guckt hier nochmal nach. Dieses zehnjährige Jubiläum war nun wirklich kein normales …

    Vorher:

    Nachher:

    JULI 2016
    Stellt euch einfach einen wunderbaren Sommer vor und zieht den Amoklauf in München ab. Ich war unzählige Male am Eisbach, an der Isar, am See, am Gärtnerplatz, beim Grillen (danke Juli :)!) einfach draußen.

    Oh Gott, und ich traf Diego Maradona. Noch heute nimmt man in meiner Anwesenheit ein leichtes Odeur von Zigarrenrauch wahr ;).

    AUGUST 2016
    Pete Doherty <3.
    Das Schwestern-Team verbrachte ein langes WE am Bodensee bei „Rock am See“ und lauschte den Libertines & Co. Nächstes Jahr wieder!

    SEPTEMBER 2016
    Ich wurde genötigt, meine Wiesn-Abneigung abzuschalten und hatte tatsächlich vier verdammt gute Abende in Bierzelten. Halleluja, reicht dann aber auch :).

    OKTOBER 2016
    Änn und ich wagten uns ins Beachvolleyballcamp auf Sardinien. Seit gestern ist der Muskelkater weg und ich erinnere mich nur noch an eine vollkommene Woche. Hier nachlesen!

    NOVEMBER 2016
    Miss BAMBI Wahl, New Faces Award Style und BAMBI! So toll war’s!

    Uuuund noch eins mit Rehkitz ⭐️ #bambi2016 #vorfreude

    Ein von Julia Bauer (@thejunegloomproject) gepostetes Foto am

    New Faces Award Style – let’s go! #newfacesawardstyle

    Ein von Julia Bauer (@thejunegloomproject) gepostetes Foto am

    The Crew @bambi_awards ⭐️⭐️⭐️ #bambiawards #bambi2016 #1million1team

    Ein von Julia Bauer (@thejunegloomproject) gepostetes Foto am

    DEZEMBER 2016
    London – und damit der letzte Reisebericht für 2016.

    Es war unvergesslich entspannt und zauberhaft – im wahrsten Sinne.

    Jetzt kommt noch Silvester (wir machen mal wieder so ne Home-Version mit adäquaten Mengen an Essen und Alkohol und Menschen) und dann war’s das mit 2016. Ich bleibe dabei: Es war ein gutes Jahr (wer jetzt die Stirn runzelt, lese das PS ganz unten)! Cheers!

    ____________________________________________________________

    So, und zum Schluss hätten wir da noch die traditionellen Fragen. Seit über fünf Jahren beantworte ich stets dieselben und bin immer wieder überrascht, wie schwer das ist.

    Zugenommen oder abgenommen?
    Beides – und am Ende wieder alles beim wunderbar Alten.

    Mehr ausgegeben oder weniger?
    Mehr, Umzug und so.

    Der hirnrissigste Plan?
    10 Jahre Phantasie in die Realität zu heben. Da hebt man sich am Ende nur einen Bruch und es gibt Verletzte.

    Die gefährlichste Unternehmung?
    Das Southside. Zum Glück ging alles gut.

    Die teuerste Anschaffung?
    Die neue Wohnung bzw. die ganzen Anschaffungen dafür.

    Das leckerste Essen?
    Kürbissuppe.

    Das beeindruckendste Buch?
    Puh, das ist in diesem Jahr schwer, da ich kaum was gelesen habe.
    Aber J.K. Rowlings „Harry Potter und das verwunschene Kind“ habe ich sehr geliebt.

    Der beste Film?
    „Das Dschungelbuch“ in 3D. Shiiirrr Khan!

    Das beste Album?
    Das ist einfach. „Signs Of Light“ von The Head and the Heart.

    Das schönste Konzert?
    Brian Fallon in der Muffathalle.

    Das tollste/schlimmste Ereignis?
    Toll: Jobwechsel, Madeira, mein 30., der Sommer, die BAMBI-Moderation, die Winterlichter, das kleine Weihnachtskonzert.
    … kontrastiert leider stark mit …
    Schlimm: Was mit der Welt passiert. Keine weiteren Ausführungen nötig.
    Manchmal glaube ich, wir leben in einem Paralleluniversum.

    Die meiste Zeit verbracht mit …?
    Arbeit und Schlaf. Dicht gefolgt von Musik und Freunden. (Das kann ich vermutlich einfach für immer so stehen lassen.)

    Die schönste Zeit verbracht …?
    … mit Freunden und Arbeit. Ich bin so dankbar, dass mein Job meine Leidenschaft ist.

    Vorherrschendes Gefühl 2016?
    It’s a fucking good life you’re living.

    2016 zum ersten Mal getan?
    Ganz alleine in den Urlaub geflogen – war sooo schön!

    2016 nach langer Zeit wieder getan?
    In einer anderen Stadt reingefeiert (NYC) und umgezogen.

    Die wichtigste Sache, von der dich jemanden überzeugen wollte?
    Du machst das eh.

    Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
    Alle Lieben sind gesund. Reicher kann man nicht sein.
    Ansonsten haben mir meine Schwestern zum 30. eine Jahresration Briefe und für jeden Monat ein Päckchen geschenkt. Ich liebe es.

    2016 war mit einem Wort?
    Happy.

    So, und jetzt stellen wir den Schampus kalt und krachen mit Vollgas ins neue Jahr!

    PS: Wem in diesem Posting jetzt zu viel heile Welt und zu wenig Terror war, der überlege bitte, ob es andersrum sinnvoller gewesen wäre. Bezweifle ich. Danijela Pilic hat das Ganze hier schon treffend formuliert.