Southside Tag Archive

  • “But I’ve reason to believe we all will be received in Graceland.“

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    (Paul Simon: „Graceland“)

    Selten hat mich ein Song so so so sehr gekriegt wie der hier.

    Ist das nicht famos? Ich kann nicht aufhören, das zu hören. Ganz groß, Kina (, die ich übrigens seit 2010 mehr oder weniger genau verfolge und schätze)!

    So, weg vom Gedudel, hin zum Gesudel :).
    Was war los bei Gloom?
    Zuallererst musste Ersatz für das ins Wasser gefallene Southside her. So ganz ohne Festival läuft das nicht. Ich BRAUCHE das. Ohne fehlt was. Hier erreichte mich übrigens noch ein Foto aus der Nacht im Camp FM-Bunker. Eventuell sieht man mit geübtem Auge, dass wir alle bereits etwas gaga waren.

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    Also Plan: In wenigen Wochen düsen vier junge Damen nach Konstanz und verbringen ein WE am See, unter anderem bei „Rock am See“. Wer hier schon länger dabei ist, weiß ja, dass ich das schon mal gemacht hab – vor sage und schreibe sieben Jahren. Damals wollten Muse und ich unbedingt Oasis sehen, die sich dann in der Nacht vor dem Auftritt so in die Haare gekriegt haben, dass sie sich trennten. Nun ja. Hier und hier könnt ihr das Debakel nochmal nachlesen. Eieiei, damals hat man sich auch für nix geschämt …
    Wenn sich die Libertines in naher Zukunft bitte zusammenreißen und ganz normal auftreten könnten, wäre ich ihnen sehr verbunden, danke.

    So, wir brauchen wieder ein Foto. Machen wir’s chronologisch, nehmen wir das hier. Das entstand beim diesjährigen „Movie Meets Media“-Event und zeigt, dass Char und ich einen wunderbaren Abend hatten.

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    Ich kriege bis heute den Tabakgeruch nicht aus der Nase, der sich an mich heftete, als ich kurz neben dieser Person posierte:

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    Right, das ist er, der Diego. Fragt nicht, wo seine Hand Gottes im Moment des Fotos war.

    Wat haben wa noch? Ach ja, den elterlichen Garten. Da war ich kürzlich und werde ich bäldig wieder weilen. Er ist ziemlich gut gelungen. Vor allem, seit so Altlasten wie Kindergartenhütte und Schaukelbalken und Sandkasten grünem Rasen gewichen sind. Nur den Grill will mein Papa partout nicht von diesem unerklärlichen Platz rücken.

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    Zwischenrein kloppe ich mal einen Schnappschuss von der EM. Das war vor der Elfmeterballerei gegen Italien.

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    Nicht ganz Italien und nicht ganz Ballerei war das hier:

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    Das sind Juliver auf dem Balkon eines Bauernhofs am AdW. Ich muss schon sagen, Oli, dein Geburtstagsgeschenk war das entspannendste von allen. Wir sind einfach aufs Land gefahren und haben von 220 auf gemächliche 8 km/h abgebremst. Tat das gut! Ohne Scheiß, macht das mal. Packt einen guten Gesprächspartner ein und eine Zahnbürste und eine Unterhose und dann raus und einfach runterkommen.

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    Damit die Anordnung hier auch wirklich gar keinen Sinn macht, schiebe ich jetzt noch dieses Gruppenfoto rein. Leider hat uns eine sehr liebe Kollegin verlassen 🙁

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    (Merke für Gruppenfotos, wenn man am Rand steht: Einfach den halben Körper hinter die Person neben einem stellen. Dann wirkt man gleich halb so viel.)

    Und zum Schluss noch eine kleine Überraschung:

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    June Gloom-Fans wissen ja, dass ich mit Kleingetier nichts anfangen kann. Mit Charlie schon. Charlie und ich sind jetzt Freunde. Also pst.

    So, nun wünsche ich euch einen ballonreichen August mit viel Fetzngaudi und wenig Angst (meine Worte von vor nicht mal einem Jahr klingen mir glühendheiß im Ohr). Passt auf euch auf, meine Lieben.

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  • 36 Stunden Southside 2016 …

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    … statt planmäßigen 96. Das hättet ihr jetzt nicht gedacht, dass wir uns so schnell wieder lesen, wa :)?
    Eigentlich sollte ich gerade bei lauen Temperaturen Camping-Equipment zusammenpacken und zum Auto tragen. Müde und glücklich, vollgedröhnt mit den guten Momenten aus vier Tagen Festival.

    Tatsächlich sitze ich mit einer Decke und einem heißen Kaffee auf dem Sofa, habe statt Zeltzeug mein Laptop auf dem Schoß und checke nicht so ganz, was passiert ist (abgesehen vom zerschossenen und jetzt spontan neu aufgesetzten Blog-Layout dank eines Updates).

    Ob das eine Art Vorahnung sein sollte, dass ich in den letzten Tagen vor dem Southside ständig Bruce Springsteens „Atlantic City“ im Ohr hatte?

    Aber fangen wir mal vorne an, dass hier keiner durcheinander kommt. Manche von euch wissen wahrscheinlich gar nicht, warum mein Jubiläums-Festival so knackig kurz ausgefallen ist.

    So ging’s los – beste Laune auf der Hinfahrt:

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    So ging’s weiter – beste Laune am sonnigen ersten Tag:

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    … Must Eat: Handbrot:

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    Manch einer mag sich noch an unsere Schwärmerei für Carsten und Hirsch erinnern (hier nachlesen). Mittlerweile kennt man sich und tut tolle Dinge füreinander. Zum Beispiel Zeltplätze besetzen oder bei Camp FM ein- und ausgehen. Somit war die erste Nacht eine durchtanzte, durchlachte und durchmachte.

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    Der Freitag startete mit einer Bullenhitze, ob der etwaige Schmelzwaren noch schnell verspeist werden mussten.

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    Und nur wenige Stunden später wendete sich das Blatt!
    Erste Gewitterwarnungen für die Abendstunden. „Aber es hat doch schon oft gewittert?!“, fragten viele. Sie sollten gewaltig überrascht werden.
    Wurden wir auch, während eine erste Ladung Wasser als warmer Sommerregen vom Himmel krachte. Alle tanzten, erfrischten sich, dankten dem noch güldenen Firmament …

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    Obwohl die Wolken auch da schon ein bisschen komisch aussahen. Anders als sonst.

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    Irgendwann wurde das Wasser zu viel, und wir retteten uns zu einem der Stände. „Viva con Agua“, wie passend.
    Passend auch das kleine Schild am Ende meines Videos:

    Dann ging alles sehr schnell. „Alle Stände werden geschlossen, verlasst sofort das Festivalgelände. Wir kriegen einen heftigen Sturm!“

    Gesagt, getan. Himmelsfarbe immer noch unschuldig bis rosig.

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    Auf dem Weg zum Zeltplatz die nächste schrille Anweisung: „Alle in die Autos, keiner bleibt im Zelt!“
    Ok, verstanden, irgendwas lief hier gewaltig schief. Zum Glück konnten wir bei den Camp FM-Jungs im Container bleiben und mussten nicht im Sturm zum Auto laufen. Kaum saßen wir da drin, schob sich eine schwarze Wand zwischen Himmel und Erde. Rabenschwarz, wo eigentlich noch helles Abendrot kleben sollte. Amtliche Unwetterwarnung in lila (schlimmste Stufe), die heftigste in 25 Jahren Southside.

    Plötzlich war es stockdunkel. Nur die ersten dicken Blitze erhellten den Himmel. Wir saßen zu zwanzigst auf Bierbänken im Container und waren einfach nur dankbar, dass wir darin Unterschlupf gefunden hatten.

    Und dann ging’s richtig los (nicht mein Video, hat ein anderer Festivalgänger gemacht):

    Jetzt seht ihr, warum das kein normales Gewitter war. Im Container krachte es gewaltig, weil ständig irgendwelche Zeltteile draufgeschleudert wurden. Zum Glück konnte Camp FM noch senden und so die Meute in den Autos unterhalten und informieren.

    … für wenige Minuten, denn dann war der Strom weg und es wurde richtig romantisch. Die Landebahn war mittlerweile ein reißender Fluss. Alles, was man draußen sah, war ein ungeheuerlicher Orkan, der das komplette Festivalgelände durchpflügte und alles auseinanderriss, was er finden konnte. Ein paar Verrückte badeten in den Wassermengen oder surften auf irgendwelchen zerstörten Gegenständen darauf. Es war wahrlich endzeitlich.

    Wir hatten wenigstens genug kühles Bier und die Gewissheit, dass wir diese Southside-Nacht garantiert niemals vergessen würden. Die Sturmwarnung wurde Stunde um Stunde verlängert. Erst um 3 Uhr Morgens legte sich das Unwetter zur Ruhe (wohlwissend, dass es am nächsten Tag zur zweiten Runde ansetzen und das Festival endgültig plattmachen würde) und wir konnten die Überbleibsel unseres Camps begutachten.

    Inventurergebnis: Equipment zerstört, Inhalt nass, aber heil (da war meine Strokes-Jacke drin!).

    Hier ein zusammenfassendes Video:

    Wir entschieden uns, unsere Zelte an dieser Stelle abzubrechen. Ach nee, waren ja schon abgebrochen. Alle sieben Sachen nass, das Gelände unbegehbar, das machte keinen Spaß mehr. Die Veranstalter fassten den folgenschweren Entschluss dann am nächsten Morgen.

    Sowas ist ein Desaster für alle. Für Festivalgänger, Bands und Veranstalter. Zum Glück wurden die knapp 100 Versehrten nur leicht verletzt. Hoffen wir, dass nichts mehr nachkommt und alle gut versichert sind. Ich bin so froh, dass wir alle heil rausgekommen sind.

    So sieht es übrigens jetzt dort aus:

    Ich hab sowas wirklich noch nie erlebt – und ich will sowas auch nie wieder erleben. In zehn Jahren Southside war’s noch nie so hart wie in diesem Jubiläumsjahr. Einziger Wermutstropfen: Diesmal war keine einzige Band da, die ich unbedingt sehen musste, weil ich alle schon gesehen hatte. Stellt euch nur vor, die Strokes hätten gespielt und wären ausgefallen … man mag es sich gar nicht ausdenken. Selbstverständlich hätte ich Julian aber auch mit in den Container geholt. Der Gute hätte ja sonst hier der Dinge harren müssen :).

    So, ich pflege jetzt meinen Schock. Jawohl, ich fühle mich wirklich noch etwas traumatisiert, habe ständig diese Bilder im Kopf, höre das Gepeitsche und Gepolter. Die neuen Folgen „Keeping up with the Kardashians“ und „Fest und Flauschig“ (Olli Schulz, don’t mess with me! Wer es aufmerksam angehört hat, weiß, was ich meine) werden helfen.

    Berieselung statt Beschüttung.

    PS: Wer kommt mit zu Rock am See am 20. August? Adäquater und risikofreier Ersatz muss her!