Roadtrip Tag Archive

  • I Like The Way This Is Going …

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    … I like the color of your hair,
    I think we make a handsome pair.
    I can only see my love growing
    I like the way this is going

    (Eels: „I Like The Way This Is Going“ auf „Tomorrow Morning“)

    Ach du lieber Himmel, bin ich eine schlechte Bloggerin! Am 25. Dezember 2017 ging das letzte Posting live. Das ist nicht tragbar. Aber June Gloom wäre nicht June Gloom, wenn da nicht noch was käme.
    Also machen wir jetzt, im zweiten Quartal des Jahres, einen schönen Mashup der letzten Monate.
    Ich sag’s euch, 2018 ist wild gestartet und hat mir so viele schöne Momente beschert.
    Kommense mit, geneigte Leserschaft, Update, jetzt!

    Wir beginnen mit einem kleinen, lange ersehnten Wellness-Urlaub, den Brezi und ich in Kitzbühel verbracht haben. In diesem Jahr sollte es mal nicht im Februar in die Ferne gehen, sondern in die Nähe. Natürlich missbrauche ich auch im nahen Süden andere Lebewesen für bildstarke Erinnerungen.

    Im nächsten Jahr möchte ich aber wieder gen Sonne aufbrechen. Sri Lanka, Thailand und die Karibik bringen einen dann doch mehr raus aus dem Alltag.

    Als nächstes hätten wir das hier, eine andere kurze und kurzweilige Alltagsflucht. „Fack ju Göhte – das Musical“ feierte in München Premiere und haute mich um. So um, dass ich vor Kurzem nochmal drin war. Ich hatte Klamauk und schlechte Witze erwartet, stattdessen haben die Damen und Herren ein wirklich unterhaltsames, herziges und sehenswertes Stück auf die Beine gestellt. Heult leise und geht rein!

    Machen wir gleich musikalisch weiter. Ich besuchte zwei Konzerte von zwei Herren, die ich beide schon unzählige (!) Male gesehen habe und deren Repertoires ich auswendig mitsingen kann. Ich beehre beide jedes Mal wieder gerne, wenn sie in München gastieren, weil an diesen Abenden sicher gestellt ist, dass sie gut werden.

    Die Rede ist zum einen von Brian Fallon, auf den ich vor gefühlt zehn Jahren mal im Musikexpress stieß. Zu Studienzeiten kaufte ich allmonatlich dieses Magazin und hörte in alles rein, was ich nicht kannte, was aber interessant klang. So entdeckte ich nicht nur meine Lieblingsband Rilo Kiley, sondern auch Ingrid Michaelson, Tegan and Sara – und The Gaslight Anthem. Die pausieren zwar gerade, aber Brian macht solo weiter und die neue Platte „Sleepwalkers“ ist wieder verlässlich.
    Nichts Bahnbrechendes, aber ihr wisst ja, dass ich es bei Musik mit „more of the same good“ halte und mich nicht auf Experimente einlasse.
    Das Konzert in der neuen Theaterfabrik (natürlich suchten wir erst am Ostbahnhof nach der alten Theaterfabrik und schafften es dann gerade noch pünktlich nach Johanneskirchen zur neuen) war solide, mitreißend und herzwärmend. Ich liebe einfach jeden einzelnen Song und habe großen Respekt vor der Leidenschaft, mit der Brian seinen Job macht. In meinem zweiten Leben ziehe ich das mit der Musik auch durch. Ich glaube, wenn es halbwegs läuft, kann es sehr erfüllend sein.

    Gentleman Nummer 2 war natürlich Olli Schulz:

    Ich mag seine pathetische Ader und seine kleinen Späße. Bester Witz während dieses Konzerts:
    Zwei Freunde, einer hat grad tapeziert, der andere holt sich Tipps.
    Freund 1:“Wie viele Rollen hast du gekauft? Du hast doch auch so 30 qm, gell?“
    Freund 2: „Ja, 12 Rollen“
    Freund 1 kauft 12 Rollen, tapeziert, aber ihm bleiben komischerweise 4 Rollen übrig.
    Freund 1: „So, habe tapeziert, aber bei mir sind 4 Rollen übrig geblieben“
    Freund 2: „Ja, war bei mir auch so“

    Machen wir mal mit Ostern weiter. Ich verbrachte das lange WE bei meiner Familie und einem Häschen.

    Ähnlich putzig finde ich dieses alte Foto von meiner Schwester und mir. Böse Zungen machen sich über die Haube lustig und bezeichnen den Spitzenkragen als „Tischdecke“. Sie sahen als Kinder sicher grässlich aus.

    Natürlich wurde auch noch ein bisschen gereist. Einmal beruflich nach Los Angeles (das clevere Leserlein kombiniert und schaltet am 19. April um 20:15 Uhr einen bekannten Privatsender ein) …

    Und einmal nach London:

    Jetzt folgt noch ein Kessel Buntes, weil’s gar so schön ist, hier wieder zu schreiben. Zudem gibt es zu jedem Foto eine Feststellung.

    Das „Erwachsenen-Tabu“, das ich für einen Abend mit Freunden angeschafft habe, ist gar nicht so erwachsen.

    Ich hatte immer beteuert, kein Blumenmädchen zu sein.
    SCHENKT MIR MEHR BLUMEN, ICH STEH JETZT DOCH DRAUF!

    ENDLICH kann ich wieder morgens laufen gehen, weil es mir ob der angenehmen Temperaturen nicht mehr die Lungen zerfetzt. Mittlerweile laufe ich sogar extra zum Englischen Garten, um dieselbe Runde zu laufen, die ich immer lief, als ich noch in Schwabing wohnte. Nach wie vor einer meiner Lieblings-Spots: Die Brücke unten, von der man auf die Surferbrücke gucken kann. Morgens um 7 sind da wenig Touristen und sie hat eine besondere Magie.

    Manche Firmen machen wirklich gewitzte PR.
    Die Story hinter diesem eigens für mich personalisierten Kissen:

    Ich (1,78 groß) zu Kostja Ullmann (1,70 groß) in einer lauten Menschenmenge: „Lass mal noch ein Foto machen, meine beste Freundin ist ein Riesenfan“
    Kostja: „Foto? Klar, gern.“
    Ich: „Ich geh ein bisschen in die Knie, dann sehen wir gleich groß aus.“
    Kostja: „Wir gehen auf die Knie? Ok.“
    Die Folge: Wir knieten beide für ein Foto zwischen 1.000 Menschen und ich war wieder größer.

    Die hier ist tatsächlich sehr talentiert. Ich durfte einem unplugged-Konzert während der Berlinale lauschen und muss zugeben, dass ich sie mittlerweile sehr schätze. Zu „Satellite“-Zeiten sah ich sie als unangenehme Göre, mittlerweile als stilsichere Frau, die wirklich was kann (sie lässt auch mittlerweile diesen britischen Akzent weg ;)).

    So, und nachdem ihr jetzt Bescheid wisst, was bei der Gerät so abgeht (wer es immer noch nicht checkt, klickt hier), entschwinde ich Richtung Portugal. Änn und ich tun uns nochmal ein Beachvolleyball-Camp an. Ihr wisst schon, viele Bälle, viel Sand, viel Sonne, viel Meer, viel Spaß, wenig Handy, wenig Klamotten, wenig Make-up. Ich kann’s kaum erwarten. Wer nachlesen will, wie es vor 1,5 Jahren auf Sardinien zuging, klicke hier.

    Ihr nehmt euch bitte währenddessen das hier zu Herzen. Das ist immens wichtig, finde ich.
    Und meine Verhaltensratgeber habt ihr ja wohl ob guten Gelingens noch immer befolgt.

  • Good times never seemed so good …

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    … I’ve been inclined
    To believe they never would
    But now I …

    (Neil Diamond: „Sweet Caroline“)

    Ich warne gleich vor diesem Posting, denn es ist das allsommerliche Sammelsurium-Posting. Die geneigte Leserschaft möge sich also nicht über einen Zusammenschmiss von Fotos wundern, die einfach nur schöne Tage der letzten Wochen dokumentieren.
    Ich hätte das Ding auch „Der doppelte Robbie“ nennen können, denn wie durch ein Wunder kam ich im Juli zwei Mal in den Genuss, den einzig wahren Entertainer live zu sehen. Einmal in Reihe zwei inmitten einer beschaulichen Menschentraube von 1.500 Menschen beim Geburtstagsfest von Marc O’Polo (er ist da Testimonial). Und dann nochmal bei seiner Stadiontournee im Olympiastadion.

    Happy Girls vor der Bühne:

    Happy Robbie auf der Bühne:

    Ich finde ja, hier guckt er uns an :):

    Und hier noch mit seinem Daddy. Den nimmt er bei der aktuellen Tour nämlich immer mit und dann trällern sie gemeinsam „Sweet Caroline“ und freuen sich, dass sie Vater und Sohn sind.
    Hintergrund: Robbie wurde angeblich von der Muse Musik geküsst, als er als Kind seinen Papa auftreten sah. Da wusste er, dass er das auch machen will.

    Hier noch im Video:

    ❤️❤️❤️

    Ein Beitrag geteilt von JULIA BAUER (@thejunegloomproject) am

    Ich muss zugeben, dass es wirklich toll war. Ich gehöre nicht zu den Groupies der ersten Stunde, ich war nur von „Sing When You’re Winning“ bis „Escapology“ hart am Start. Trotzdem konnte ich irgendwie alles mitträllern und war von seiner Show very very begeistert. Wann kommt man Robbie schon so nah, dass man ihn fast anfassen kann und seine Tiger-Bux aus nächster Nähe bewundern darf? Eben.

    Im Stadion war das alles dann ne Nummer größer und Robbie nur ein schlumpfgroßes Männlein in weiter Ferne. Trotzdem hat er es geschafft, uns voll mitzureißen. Bei 25 Grad barfuß im Olympiastadion zu „Come Undone“ das Feuerzeug schwenken – ein wahr gewordener Traum.

    So, wat hamwa noch abseits von Robbie?

    Toni hat für amazed ein sehr inspirierendes Interview mit mir geführt. Wie einen die richtigen Fragen doch zum Nachdenken anregen …

    Ebenfalls sehr inspirierend finde ich die Yoga-Stunden am Mittwoch. Maren macht das wirklich auf ihre eigene Art und Weise sehr toll und ich düse immer gerne hin, um die müden Glieder zu strecken, bewusst zu atmen und einfach ein bisschen runterzukommen.

    Wenn man runterkommt, muss man aber auch wieder raufkommen, so wie Brezi und ich. Wir düsten nämlich nach Lenggries und tobten uns ein bisschen auf dem Brauneck aus. Bisher bin ich kein Wander-Fan. Ich könnte aber Gefallen daran finden. Eigentlich hatten wir nämlich gar nicht vor zu wandern, aber dann war das Wetter so schön und die Zeit so reichlich vorhanden und schwupps wanderten wir da oben ein bisschen herum und dann den ganzen Weg nach unten. Könnte ich öfter machen, taugt irgendwie.

    So, jetzt wisst ihr Bescheid über die tagefüllenden Freizeitaktivitäten von June Gloom.
    Was sportlich so abgeht, machen wir demnächst in einem weiteren Beitrag.
    Bleibt sauber, ihr Banausen. Bis balduin!

  • Mein Madeira-Tagebuch IV: In steep cliffs with rocks all piled up …

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    … mysteries of your passing luck.
    Ages past shells and bits of bone forming new limestone
    To give things their turn.

    (Rilo Kiley: „Spectacular Views“ auf „Take Offs And Landings“)

    Vor einem Jahr wäre ich niemals auf die Idee gekommen, mir ganz allein ein Auto zu mieten und damit an einem Tag eine komplette Insel zu umrunden. Ich wäre viel zu schissrig gewesen und hätte nicht so recht gewusst, was ich mit mir allein anfangen soll.

    Bildschirmfoto 2016-03-23 um 23.24.40

    Jetzt hab ich’s einfach gemacht. Ohne lange zu überlegen. Ich hatte mein Auto, als Beifahrer dienten Landkarte, Handy, Sonnencreme, Kaugummis und die Abenteuerlust und schon waren wir on the road.

    Mein Ziel war, einmal um die komplette Insel zu fahren, um Madeira von allen Seiten zu sehen – und zwar mit meinen Augen und nicht mit denen, die in Reiseführer glotzen, oder diese geschrieben haben.

    Dazu hab ich mir Etappenziele auf der Strecke gesetzt. Orte, die ich sehen wollte, Naturspektakel, die ich erleben wollte, Plätze, die sich interessant anhörten.

    Kleine Bastelanleitung für ein Navi, wenn ihr wie ich keins im Auto habt:
    – Offline-Karte bei Google Maps runterladen (sonst explodiert euer Datenvolumen)
    – iPhone im Auto über USB anschließen, damit der Akku hält
    – rechten Oberschenkel eincremen, damit das iPhone schön dran pappen bleibt
    – Ziel eingeben, iPhone positionieren, los geht’s

    1. Stopp: Das Museu da Baleia in Caniçal
    Musste natürlich sein. Ist leider nicht sooo spektakulär, aber gut, war klar, dass sie da keine lebenden Wale vorführen.
    Wer noch nix über den Walfang vor Madeira weiß (da bin ich halt leider echt fit drin), sollte es aber besuchen.

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    2. Stopp: Cabo Sao Lorenço, die Landzunge ganz im Osten
    Dort kann man alles abwandern – oder wie ich (bekennender Nicht-Wanderfan, „Madeira? Cool, da kannst voll gut wandern“ – „Äh ja“) mit dem Auto hinfahren und an den besten Fleckchen aussteigen. So zum Beispiel hier:

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    (Mein total begeisterter Gesichtsausdruck gebührt den Wahnsinnigen, die meinten, sie müssten unbedingt im Hintergrund auf den Klippen rumklettern.)

    An dieser schmalen Stelle kann man auch Nord- und Südküste von Madeira gleichzeitig sehen:

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    3. Stopp: Porto da Cruz, eine kleine Küstenstadt mit faszinierendem Strand
    Ich glaube, ich stand zehn Minuten regungslos da und habe nur auf die Wellen gestarrt. Ein magischer Ort! Hätte nur noch Nicolas Cage gefehlt 🙂

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    4. Stopp: Santana, hat mir einfach so gefallen

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    5. Stopp: São Jorge, tolle Aussicht
    Dort aß ich in einem kleinen Dorf Kuchen, als Brüssel passierte. Ich hätte kotzen können.

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    Prompt passte sich das Wetter an, Regen.

    6. Stopp: São Vicente, Wasserfall Véu da Noiva (Brautschleier)

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    7. Stopp: Seixal, top Tunnel habense da … Feststellung: Wenn niemand neben einem sitzt, dem man seine Angst mitteilen kann, dann gibt es einfach gar keine Angst. Das ist mit vielen komischen Befürchtungen so, auch im echten Leben außerhalb von maroden Tunnels. Wenn man sie nicht thematisieren kann, fallen sie gar nicht mehr ins Gewicht.

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    8. Stopp: Porto Moniz, essen, trinken, Beine vertreten, langsam merkte ich den Bleifuß.

    Die Fahrt an der Westküste entlang nach Süden war die spannendste. Nadelöhrenge Serpentinen mit 30 Grad Steigung war ich ja schon gewohnt. Nächstes Level: das Ganze im dicken Nebel, so dass ich keine zehn Meter mehr sehen konnte. Im Radio nur noch Rauschen als geschmackvolle Untermalung der düsteren Szenerie, Gegenverkehr von unabschätzbarer Breite (keine Angst, die Vollkasko blieb unangetastet) …

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    Zwischen diesen langen, anstrengenden Wegen lagen winzige Dörfer, bestehend aus halb zerfallenen Häuschen – darunter ein schmuddeliger Laden von acht Quadratmetern Fläche, vollgestopft bis an die schimmlige Decke, der schwarze Bananen und alte Chips mit Ronaldo-Konterfei feilbot. Ein gespenstisches Stück Wegstrecke. Aber ein genauso eindrucksvolles wie die vielen davor, die mich mit Sonne, Wasser, Wind und Klippen aus den Latschen hauten.

    9. Stopp: Ponta do Pargo, zurück in der Zivilisation. Kurzer Stopp: Durchatmen. Crazy. Alles.

    10. Stopp: Funchal, kennt ihr ja schon.

    11. Stopp: Dahoam, Hotelbar, Rotwein!

    Nach dem Essen fiel ich bleischwer ins Bett. Der Bleifuß hatte sich auf meinen ganzen Körper ausgeweitet und mich schließlich erschlagen. Als wollte er sagen: „Gloom, du musst es auch immer übertreiben! Jetzt pennst erst mal, gebloggt wird morgen.“

    … jetzt, wo ich diesen Eintrag schreibe, realisiere ich erst, was ich da in acht Stunden alles erlebt habe.
    Diese Erfahrung war so toll, tollkühn und auch ein bisschen wahnsinnig. Da tanzen die Synapsen Samba, die diese Bilder ins Fotoalbum meines Lebensalbums namens „Unvergesslich“ kleben dürfen.

  • All of my dreams, they fall and form a bridge …

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    … Of memories where I can’t get back
    All of my dreams, they fall and form a bridge
    Of memories where I can’t get back
    To you.

    (First Aid Kit: „Stay Gold“ auf „Stay Gold“)

    Mein Gott, hat das wieder gedauert, bis ich nun endlich die Muße finde, um diesen letzten Beitrag zu meinem Roadtrip-Diary zu schreiben. Jetzt kommt ihr aber nicht drum rum. Ab nach San Francisco – oder Sun Funcisco, wie wir es auch gleich nennen können.

    Angefangen hat alles mit dem Anfang. Was für ein sinnvoller Satz :). Er ist aber so gemeint: Erin, unser erster airbnb-Host in San Diego gab uns den Tipp mit dem Cliff House mit auf den Weg und während der ganzen Reise freuten wir uns darauf, dieses Restaurant als allererstes in SF anzusteuern. Gesagt, getan. Und wie so oft wurden wir von der Natur bombastisch überrascht. Wir genossen unser Frühstück nämlich in Gesellschaft einer wilden Delfinschule.

    Wer auch immer wann auch immer nach SF reist: Macht es uns nach! Das Cliff House ist ein magischer Ort!

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    Merke: Am Meer ist der Himmel verhangen, in der Stadt scheint die Sonne. Ein zauberliches Phänomen. Gut gestärkt bezogen wir nach dem Brunch im Cliff House unser letztes Heim auf dieser Reise (wir wohnten übrigens in Noe Valley, in der Nähe der Kirche, in/bei/mit der „Sister Act“ gedreht wurde).

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    Und daaann? Ab in die City! Erst mal das Pflicht-Touriprogramm absolvieren, um einzutauchen. Hier hätten wir den berühmten Pier 39 mit seinen stinkenden Robben. Oliver fand die ja wahnsinnig toll. Ich konnte mich irgendwie nicht dafür erwärmen.

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    Aber: Ich habe was gelernt! Seelöwen und Seehunde sind unterschiedliche Tiere, aber beide Robben. Jetzt tut nicht so, als hättet ihr Schlaumeier das wieder gewusst.

    Mich hat dafür Alcatraz aus der Ferne fasziniert. Leider haben wir es nicht mehr geschafft, und den Kasten anzugucken. Vielleicht ist das aber auch das Geheimnis, damit es für immer ein Geheimnis bleiben kann.

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    Machen wir weiter im Touri-Mode und schauen uns SF mal von oben an. Das geht wunderbar vom Coit Tower aus, der auf dem Telegraph Hill wacht. Achtung, es windet da oben. Aber man kommt schnell rein und schnell wieder raus.

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    Wer die Stadt nochmal aus einer anderen Perspektive von oben sehen will, düst noch zu den Twin Peaks Hügeln und schaut von da aus runter. Auch sehenswert! Übrigens sind die da recht lässig, die San Franziscosen. Nirgends wird gehupt, nirgend’s gibt’s Stress. Jegliche Sehenswürdigkeiten kann man easy ansteuern und besichtigen, ohne lange warten zu müssen.

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    San Franciscos Wahrzeichen und die Erklärung für das Eingangs-Songzitat ist aber natürlich die Golden Gate Bridge. Das Gefühl, mit Termie II drüberzubrettern, ist schon erhebend. Auf der anderen Seite gibt es dann diverse Aussichtspunkte, wo man umsonst parken und glotzen und posen kann. Haben wir natürlich gemacht und hatten sauviel Spaß dran nur für euch und wegen der Vollständigkeit erledigt :).

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    (Auf diesem Bild sehe ich aus, als hätte ich während der Reise jeden Tag mehrere Stunden mit extremem Boxsport zugebracht. Habe ich nicht, keine Angst, alles beim Alten.)

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    Nachdem das Pflichtprogramm geschafft war, atmeten Oli und ich durch. Wir hatten an den ersten Tagen in SanFran festgestellt, dass wir irgendwie nicht mehr aufnahmefähig sind. Man steht vor der Brücke – vor DER Brücke – und müsste eigentlich laut schreien und wie ein wilder Affe herumhüpfen vor Überwältigung – aber der Speicher ist voll. Es geht nix mehr rein. Deshalb nutzten wir die letzten Tag, um einfach zu treiben.

    Zum Beispiel im Hippie-Viertel Haight-Ashbury. Beim Schlendern auf der Haight Street kann man wirklich alles haben: diverse Drogen aus einem alten Hut, original Flapperdresses aus den 20ern, circa jedes Gericht der Welt und ein sofortiges Date mit einem großen, schönen Mann. Selbstverständlich widerstand ich allem und gönnte mir lieber etwas zeitloses Materielles.

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    So, was haben wir noch? Ein kleines Sammelsurium an Restbilder. Es geht dem Ende zu!

    Ein bisschen Strand …

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    Ein bisschen Nachbarschaft – das ist der Mission Dolores Park, da hängt man gegen Nachmittag ab.

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    Ein schön benanntes Hotel in der Innenstadt …

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    Der Union Square mit dem Dewey Monument, der Siegesgöttin …

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    Die Lombard Street …

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    Natürlich auch im Video 🙂 (nicht wundern, das ist von unserer florierenden Facebook-Seite) …

    Und dann kam plötzlich der letzte Abend. Das letzte Dinner, das letzte Menü, das letzte Bier, der letzte Sonnenuntergang und ganz schön viel Stille. Als wir im The Vestry saßen (wir bekamen einen gemütlichen Tisch im Fenster, mehr Romantik am letzten Abend geht nicht) wussten wir beide nicht so recht, was wir sagen sollten. Wie zur Hölle soll man die richtigen Worte finden, um sein Lager in California abzubrechen?

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    Zum Glück entdeckte ich erst nach diesem letzten Abendmahl Folgendes: Portioniertes B&J am Stiel! Das wäre mein tägliches Verderben gewesen, ich schwöre.

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    Wenn ich diese beiden Fotos jetzt poste, sind das die letzten von Juliver CA. Die letzten Bilder unserer großen Reise.

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    Ich würde gerade am liebsten wieder so ein Gesicht ziehen. Es war einfach so unglaublich unglaublich. Ein Traum, der seit meiner Jugend präsent war, ist jetzt plötzlich gelebt und Teil meiner Realität geworden. Ich kann einen Haken hinter diesen Punkt meiner Liste machen und mich mit dem guten Gefühl zurücklehnen, dass ich zurückkehren werde, um die schönsten Sachen nochmal anzuschauen. Irgendwann. Wenn ich wieder träume.

    Wir haben diese drei Wochen mit so vielen Erlebnissen gefüllt, wie man sie sonst nur in 12 Monaten unterbringt.

    Oli, ich danke dir! Wir haben das großartig gemacht und ich sage ganz ohne zu übertreiben, dass das mit Abstand der aufregendste Urlaub meines Lebens war.

    PS: Weil man ja immer brav in die Zukunft blicken soll, haben Jutter und ich uns erlaubt, schon mal unseren „Sommer im Winter“-Urlaub für Februar/März zu buchen. Indischer Ozean, mach dich wieder bereit, die zwei Surfprofis kommen wieder zum Sporteln BH-losen kommen wieder zum dekorativ in der Sonne liegen.

    PS II: Ab jetzt geht es hier wieder mit der Alltagsberichterstattung weiter. Die musste ja jetzt zwei Monate warten und da hat sich einiges angesammelt. Ich werfe mal BAMBI, Backen, Bauerfeind, Blackroll, Brille, Bayern vs. Rom, Bänderriss, Bücher, (verdammt, jetzt gehen wir die Wörter mit „B“ aus) Frank Juice Detox, Gaslight und Usedom in den Raum. Das wird spannend, nech?

  • Me and Julia, Helmut and Brautigan …

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    … All roads lead to Big Sur
    All roads home to Big Sur.

    (Alanis Morissette: „Big Sur“ auf „Havoc and Bright Lights“)

    Ich hätte auch die Thrills für das Eingangszitat nehmen können, weil Alanis Morissette ja in den letzten Jahren unerträglich geworden ist etwas nachgelassen hat. Aber ihr „Big Sur“ unterlegt jetzt schon die ganze Zeit das Bilderschneiden für diesen Eintrag. Sogar das Video kann man sich anschauen. Also geben wir ihr die Ehre.

    Während unserer Zeit in Santa Cruz mussten wir natürlich auch ein Abstecherchen nach Big Sur machen. Das bedeutet „großer Süden“, liegt etwas südlich von Monterey und ist wundervoll. Ich kann verstehen, dass sich hier diverse Künstler niedergelassen haben. Da muss man nicht lang auf den Knutscher von der Muße warten – ich denke, man wird wundgeküsst, so viel Muße gibt es dort. Gucken wir wieder ein paar Bildchen an, damit ihr wisst, wovon ich schreibe.

    Man fährt ja hübsch den Highway 1 runter, was heißt, dass man sich sehr konzentrieren muss. Aufs Fahren nämlich. Weil es absolut atemberaubend ist, wenn man aus dem Fenster schaut.

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    Hier haben wir angehalten und in die Tiefe gestarrt. Denn wie so oft auf dieser Reise durften wir ein kleines Wunder erleben. Grauwale. Mein Gott Kalifornien, du hast mich so oft umgehauen! Du hast dieses kleine, deutsche Tourimädchen einfach immer wieder unerwartet mit der Nase auf etwas gestoßen, was ihm so viel bedeutet.

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    Was kann man in Big Sur sonst so machen außer Glotzen? Essen natürlich. Mitten im Wald steht dieses kleine Hexenhaus, die Big Sur Bakery. Lecker!

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    Außerdem gibt’s zahlreiche State Parks. Wir haben uns den Julia Pfeiffer Burns State Park ausgesucht, weil der so einen schönen Namen hat und weil es da am Strand einen Wasserfall gibt. Bitte sehr, Julia & Julia & Julian:

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    Auf dem Heimweg fanden wir diesen hübschen Strand. Schon lustig, dass einem das nicht zu viel wird mit den Stränden. Sie sind überall, fast alle sind frei zugänglich, und die Kalifornier kriegen dieses Extra einfach so bei der Geburt dazu. „Servus neuer Erdenbürger, hier kriegst du außer deiner Geburtsurkunde gleich noch dein Strand-Paket.“ Ich will das auch. Ich finde das fies! Ja ja, der Englische Garten ist auch schön und der Eisbach sicherlich bemerkenswert, aber so ein ordentlicher Sandstrand ist nicht zu schlagen. Vielleicht sollte ich meiner künftigen Kinder zuliebe selbige in Kalifornien gebären.

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    Jetzt wird mir gerade übrigens Himmelangst. Nur noch ein Beitrag, dann ist der Kalifornien-Koffer ausgepackt. Die Klamotten sind ja schon seit einer gefühlten Ewigkeit in die Garderobe integriert und ich habe allen alles erzählt. Für mich selbst war der Roadtrip aber noch absolut unverarbeitet. Verarbeitet, klingt wie Fleischwolf. Mit jedem Beitrag hab ich ein bisschen mehr gecheckt. Und jetzt ist es fast vorbei. Freuen wir uns gemeinsam auf San Francisco. Das wird nochmal grande, versprochen!