Regensburger Geschichten Tag Archive

  • There’s a funeral in your eyes and a drunk priest at your side…

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    …Staggering sermons never wash
    There’s no reproach, from the lit touch paper booth
    Got stubborn and marrow and bastard bones
    Should we just get home, sleep this off
    Throw some sorry’s and then, do it all again, well…

    (Frightened Rabbit: „Late March, Death March“ auf „Pedestrian Verse“)

    Da mir nun vermehrt zu Ohren kam, dass man hier angeblich scharrend auf Neuigkeiten wartet, gibt es jetzt Neuigkeiten.
    Also, was könnte das sein?

    Richtig, das ist eine längst überfällig gewesene Reunion von Pera & Jules am Spiegel beim Restaurieren für den Abend. Ab und an muss das sein. Denn Pera und ich haben festgestellt, dass wir Gegensätze sind, die sich anziehen. Wir haben so viele unterschiedliche Interessen und Ansichten, dass das vor dem Spiegel quasi ein vollkommenes Gesamtkonzept ergibt. Nicht ganz gemeinschaftlich konzipiert war der folgende Kinobesuch.

    P: „Ach, Lincoln lassma sein, das wären jetzt drei Stunden, die komplett die Party-Stimmung versauen würden.“
    J: „Sehr gut, gehn wir in ‚Schlussmacher‘, auch wenn er eh schlecht ist. Aber dann können wir’s wenigstens beweisen.“
    P: „Ok. Ich reservier mal. Oh. Fast ausgebucht.“
    J: „Ach, da kriegma schon noch was. Wenn nicht, weichen wir halt auf ‚Kokowääh 2‘ aus. Der erste war echt nett.“
    P schaut zwider.
    Ticketschalter: „Schlussmacher? Da haben wir nur noch die ersten zwei Reihen.“
    P: „Ok, dann ‚Kokowääh 2‘ biddä.“
    J schaut beglückt.

    Im Kino warfen wir uns bereits nach zehn Minuten beschämte Blicke zu. Dieser Film ist mit Abstand der schlechteste, den wir seit langer, langer Zeit gesehen hatten. Den ersten fand ich ja noch ganz gut. Til Schweiger halt. Aber wenigstens stringent, schön erzählt und mit halbwegs neuen Witzen versehen. Bei der Fortsetzung hapert’s an allen Ecken und Enden. Scheiß Geschichte, scheiß Witze („Ich brauche eine Du-sch-lampe“ – gesagt zu einer Türkin, haha, Schenkelklopfer), scheiß Charaktere (einzige Ausnahme: Jasmin Gerat, die kriegt’s noch halbwegs hin, die blöde Rolle wenigstens annehmbar zu spielen). Ich verstehe wirklich nicht, wie die hier gesammelten Kritiken noch so ruhig bleiben können. Herr im Himmel, er war so schlecht. Ich geh nie aus dem Kino, weil ich immer bis zum Schluss ans Gute Glaube, aber bei diesem Film hab ich mir das echt überlegt.
    Umso peinlich wurde es dann gegen Ende des Films, als Til seine Allzweckwaffe (die mit tausend Sepia-Effekten weichgespülten Bilder am See unterlegt mit Emo-Mucke) einsetzte. Da guckte ich zu Pera und sagte: „Äi, heulst du???“ Und eine Minute später heulte ich selber. Tsä. Toll gemacht, Til. Schleich dich.

    Der erfreuliche Teil des Tages folge dann inklusive lustiger Ballons und Currywurst um 5 Uhr. Ich liebe es so sehr an Regensburg, dass man dort jede Lokalität bequem per pedes erreichen kann. Kasper, ein letztes Mal alte Filmbühne in dieser Form, No7 Bar, Hab und Gut, neue Filmbühne – es war mir ein Vergnügen und es tat so gut, heimzukommen. Diese Stadt nimmt mich immer noch in den Arm, auch wenn ich sie vor drei Jahren auf schmähliche Art und Weise verlassen habe, um mein Glück in München zu finden. Danke, Pera, dass du mitmachst 🙂

    Ansonsten fühle ich mich wie ein Traktor. Weil ich mich jeden Morgen durch die Schneemassen graben muss, die im Englischen Garten herumliegen und mir einen angenehmen Start in den Tag unmöglich machen. Es ist wahrlich kein Spaß! Aber wie immer hat alles Schlechte auch etwas Gutes: Diese Maloche verbraucht sicher mehr Kalorien, als wenn man leichtfüßig über Schotter springt. Und Kalorienverbrauchen ist eines der erklärten Ziele dieser ersten Jahreshälfte. Also, prost!

    Zum Schluss noch das neue Album einer meiner Lieblingsbands:

    Soooo schlecht, wie der Inder sagt, ist es gar nicht.
    So, das waren die Neuigkeiten, auf die ihr sicher gespannt gewartet habt. Herzlichen Glückwunsch. In Bälde stelle ich euch das Paar Schuhe vor, für das ich zehn andere Paare vertickt habe.
    Und: Sie waren es wert!

    Achso ja, PS: Ich gucke auch gute Filme. „Der Geschmack von Rost und Knochen“ war sehr gut. Nicht nur wegen der Oscars äh Orcas. Den empfehle ich wärmstens in diesen kalten Tagen.

  • I know I’ll never be lonely…

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    …I’ve got songs in my blood
    I’m carrying all the love of an orchestra,
    gimme the love of an orchestra.

    (Noah And The Whale: „Love Of An Orchestra“ auf „The First Days Of Spring“)

    –> Diese Platte habe ich gehört, als ich gestern morgen von München nach Regensburg gefahren bin. (Nebenbei ein Hoch auf das Bayernticket.) Ein wunderwunderwunderbares Album! Wäre jetzt nicht Herbst sondern Frühling, würde ich sagen, es passt wie angegossen. Aber es passt trotzdem zu Zugfahrten durch Feld und Flur, auf denen man einfach nur seinen Gedanken nachhängt. Mein Favorit: „Love Of An Orchestra“ plus „Instrumental I“ vorher und „Instrumental II“ nachher. Orchestral, mächtig, schön.

    Quasi wie Regensburg, das mir zum Abschied vor zwei Stunden wieder mal eine phänomenale Skyline bot:

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