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  • Der TJGP-Jahresrückblick 2013.

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    Meine Damen und Herren, hier kommt der Jahresrückblick für 2013. Ich liebe das. Einmal im Jahr die letzten 12 Monate durchackern, alles Revue passieren lassen, und am Ende meist mit einem guten Gefühl abschließen können. Also probieren wir’s mal. Vielleicht geht’s ja gut!

    Vorneweg muss ich (wie jedes Jahr) sagen, dass 2013 das wohl krasseste Jahr meines Lebens war. Diesmal aber echt ;)!
    Spaß beiseite. Es war wirklich krass. In allen Belangen. Aber jetzt reisen wir mal in den Januar zurück.

    Januar

    – Los ging das Jahr gleich mal mit dem großen Spachteln bei TJ (ehemals Stau). Wir fanden uns in kleiner Runde in Landshut ein und überfraßen uns zum Beispiel an dieser Perversität:


    –> Genau diese steht jetzt schon für heute Abend kalt 🙂

    – Reise 1: So prima gestärkt ging’s mit den (Ex-)Kollegen ab in den Schnee. Pistengaudi und Schnitzelspaß im Stubaital. Leider das einzige Ski-Wochenende 2013.

    – Reise 2: So prima vermuskelkatert düsten wir dann nach Berlin, um wieder eine Woche Mode-Gaganess zu erleben. Besonders gelungen ist dabei dieses Bild von zwei Unbekannten mit mittig postiertem Stargast:

    Oooook, Scherz beiseite. Das schönste Bild ist natürlich das hier von TJ und mir:


    –> Merkt euch dies: Augenringe verschwinden, wenn man das Bild verwackelt.

    – Reise 3: Schon wieder TJ. Und gleich nochmal Stubaital. Diesmal aber zur Entspannung.

    Ebenfalls am Start und schwer verstörend: Die Muller. Wer nicht mehr weiß, was das ist, liest hier nach.

    – Ah und noch was, das hier:

    Februar

    – Endlich mal wieder Regensburg mit meiner liebsten Pera. „Män, ich bin viel zu selten da“, dachte ich damals. Da wusste ich noch nicht, dass ich im Mai verdammt oft da sein würde – leider aus einem weniger feierlichen Grund.

    März

    – Der März bestand für mich nur aus der Nase. Bzw. aus der mentalen Vorbereitung auf die OP und der Heilung danach. Ausgangspunkt: Atmung vor allem nachts schwierig. Endpunkt: Atmung läuft wieder und weitere Spuren meines schweren Sturzes mit sechs Jahren sind nun auch beseitigt. Schon komisch, wenn man sich seine Visage in der Mitte einmal zerdeppern lässt, um sie dann wieder zusammenheilen zu lassen. Aber es war ein verdammt intensives Erlebnis und sowas macht einen ja immer stärker. Vielleicht war es sogar die größte Mutprobe meines Lebens.

    Wer eine Filmliste sucht, suche übrigens hier.

    April

    – Im April entwickelten Löwenherz und ich die „So geht Mittagspause“-Reihe. Wir schafften ganze sechs Fotos (aus Platzgründen nur ein Teil davon jetzt), also Respekt bitte 😉

    Mai

    – Der Mai. Ja. Der Mai hat unsere Familienwelt aus den Angeln gehoben, kräftig geschüttelt und dann zum Glück wieder eingehängt. Meine kleine Schwester hatte einen schweren Fahrradunfall – hat dem Fährmann aber sauber den Mittelfinger gezeigt. Tragt Fahrradhelme, kann ich euch nur raten! Schauen kacke aus, aber mit gebrochenem Schädel schaut man garantiert noch kacker (schöner Komparativ, nech?) aus.

    Juni

    – Reise 4: Kos. Eine der schönsten Wochen im ganzen Jahr und nach all dem Seelenschmerz sehr nötig. Vino auf dem Balkon, Beachvolleyball am Beach, viel Wasser und Sand auf der Haut, Ausflüge nach Bodrum und zum Paradise Beach und der Penis-Mann machten diesen zu einem meiner schönsten Urlaube ever. Natürlich vor allem wegen meiner Reisebegleitung Muse <3 (< — nein, ich schreibe nicht „Muße“ falsch, der Spitzname leitet sich aus ihrem Nachnamen ab). Barca, wir kommen!

    – Reise 5: „Yahoo! On the Road“ in Berlin und München. Was ein Event! Auch wenn wir in fünf Nächten nur ungefähr fünf Stunden Schlaf gesammelt haben: It was a blast!

    Hier nochmal ein paar Impressionen. Das war James Hersey nach unserem Interview, hört den gefälligst öfter!

    Das waren Capital Cities, die mir einen Song namens „Safe and Sound“ beschert haben, den ich wohl nie mehr hören kann, ohne dabei kurz zusammenzuzucken und dann den Raum zu verlassen.

    Das war die Stimmung im Circus Krone bei Seeed!

    Das war des Nachts, als wir schon ein bisschen durchgedreht sind.

    – Reise 6: Southside. Also da brauch‘ ich jetzt wohl wirklich nichts mehr sagen. Pure happiness. Und wieder einmal haben „Gaslight Anthem“ sich auf den vordersten Plätzen im Ranking meiner Lieblingsbands behauptet.

    Juli

    – Reise 7: Schon wieder ein halbes Jahr vorbei, schon wieder Fäschn Wiek in Berlinski. Mittlerweile waren wir aber so perfekt eingespielt, dass solch hochprofessionelle Aufnahmen entstehen konnten und dass wir auch Politiker vors Mikro debattiert haben.

    – Reise 8: „Yahoo! Wireless Festival“ in London. Weniger als 24 Stunden in der alten Hometown. Worth every second.

    Mein Baby feiert seinen zweiten Geburtstag im Jahr 2013.

    – Ausgelassene Tage an Seen und Flüssen:

    August

    – Welli-Schatz heiratet. Es ist die schönste Hochzeit, auf der ich je war und ich glaube, auf dem Bild sieht man, wie glücklich wir beide waren:

    – Reise 9: Kiel. Ab zu Anna, meiner alten Freundin aus dem Internet. Ich verbringe eines der schönsten Wochenenden des Jahres. Rückblickend war es ein kleiner Traum, in den ich mich immer wieder gerne flüchte.

    September

    – Reise 10: Meran. Pämson und ich machen zusammen Wellness, schwelgen in tausend alten Kalauern und erleben die erheiterndste Rückfahrt aller Zeiten. Man muss nur einen Stift und einen Zettel bei der Hand haben, dann lernt man lustige Lukase aus Weilheim kennen.

    – Löwenherz und ich machen die erste Kürbissubbenäktschn, hören die Shambles und läuten den Herbst ein.

    – Mein alter Herr feiert seinen 60. und gemeinsam begießen wir diverse Geburtstage in diesem Jahr.

    Oktober

    – Reise 11: NEW YORK CITY, finally. Änn und ich verbringen eine Woche im Big Apple – und zwar eine verdammt befreiende. Die ersten Tage waren schmerzhaft, weil ich Änn gebeten hatte, mich zu hauen, wenn ich den Namen einer Person sage. Dann wurde es besser, die Prügel weniger und das Herz leichter.

    – Ich verliebe mich in Yvonne Catterfeld. Ihr neues Album ist einfach so gut! Ich verliebe mich nicht in Elyas M’Barek, seine neue Platte ist mir zu arrogant.

    November

    – Na gut, ich verliebe mich ein bisschen in Matthias Schweighöfer, weil er gar so nett ist beim Interview.

    – Reise 12: Bambi in Berlin. Ohne Worte, saugut war’s!

    Dezember

    – Ich bin jetzt bei Soundcloud. Easy listening quasi.

    – Reise 13: London. Grund: Jude Law. Langsam höre ich auf mitzuzählen. Aber ich glaube, ich war innerhalb von 12 Monaten dreimal in London. 2014 setze ich aus, da machen wir lieber Barca, Rom und L.A.

    – Es passiert etwas, was ich nicht erwartet habe. Etwas, was sehr an meinen Innereien zerrt. Etwas, was mich bis gerade eben davon abgehalten hat, dieses Jahr Revue passieren zu lassen. Doch jetzt geht es. Aufwachen ist manchmal besser als Träumen.
    Ich lerne daraus: Der erste Instinkt ist bei Menschen meist richtig, Märchen gibt es nicht und zwischen dem, was jemand sein will und dem, was jemand tatsächlich sein kann, liegen Welten.

    – Ganz zum Schluss breche ich noch einen Rekord: Ich bin seit meinem Auszug 2005 mal wieder ganze acht Tage bei meinen Eltern. Hometown Glory in Reinform. I love it.

    Das Jahr geht für mich also mit Wundenlecken zu Ende. Aber mit der Gewissheit, dass die Wundheilung noch 2013 begonnen hat und ich nicht blutend in 2014 ankommen werde.

    „I want to feel warm again. Not cold and like pushing myself off.
    I want to be warm-hearted, light-hearted. Be faithful and able to forgive and to let go.
    I want to be peaceful and radiant and positive and wise.
    I have a heart of gold and I want it to shine.
    It beats in my chest.
    It is mine.
    I have a mighty heart.“

     

    So, und zum Schluss hätten wir da noch die traditionellen Fragen. Prost!

    Zugenommen oder abgenommen?
    Beides, aber am Ende wieder gleich ;).

    Mehr ausgegeben oder weniger?
    Mehr.

    Der hirnrissigste Plan?
    Für einen Tag nach London fliegen. War’s aber wert.

    Die gefährlichste Unternehmung?
    Ziemlich viel gesetzt. Und am Ende verloren. So ist das beim Spielen.

    Die teuerste Anschaffung?
    Mein Rimowa-Trolley.

    Das leckerste Essen?
    Einfach aber Kürbissuppe.

    Das beeindruckendste Buch?
    „Die Chemie des Todes“ – alt und megagut.
    Und „Das große Los“ von Meike Winnemuth. Damit hat sie sich unsterblich gemacht.

    Der beste Film?
    Holla, ob der Nasen-OP hab ich dieses Jahr drei Wochen Zeit gehabt, um nur Filme zu gucken.
    Sehr gut: „Eine ganz heiße Nummer“.

    Das beste Album?
    “Lieber so” von Yvonne Catterfeld. Ganz im Ernst. Und „Vol. 3“ von She & Him.

    Das schönste Konzert?
    Dieses Jahr war recht konzertarm. Aber BOY in New York waren wunderbar.
    Und Gaslight beim Southside. Naja, und Sarah Connor (sie hat mich persönlich eingeladen, konnte also nicht aus der Nummer raus) kann auch was.

    Das tollste/schlimmste Ereignis?
    Sehr toll war New York, sehr schlimm war Shortys Unfall.

    Die meiste Zeit verbracht mit…?
    Arbeit und Schlaf. Dicht gefolgt von Freunden.

    Die schönste Zeit verbracht…?
    Am Wasser, eindeutig. Und auf meinem Balkon.

    Vorherrschendes Gefühl 2013?
    Langt’s dann? Der Unfall meiner Schwester und der Unfall meines Herzens haben mich ziemlich ausgeknockt. Aber am Ende machen ein paar Narben die Haut robust.

    2013 zum ersten Mal getan?
    New York!

    2013 nach langer Zeit wieder getan?
    Mit Änn verreist. So richtig.

    Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
    Dass man seinen eigenen Gedanken einfach manchmal nicht glauben darf.

    Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
    Das zweite Leben für Shortman und die Gitarre, die ich von meinen Eltern zu Weihnachten bekommen habe.

    2013 war mit einem Wort…?
    Noch krasser als 2012 und 2011. Obwohl ich jedes Mal dachte, es geht nicht mehr mehr. Sollte das einem jezt Angst oder Mut machen? Ach, mit Angst ist man nie gut beraten. Ich bleibe mutig. Anders macht mein wildes Herz das eh nicht mit ;).

    So, und nun ist Schluss mit Stuss. Wir feiern jetzt Silvester und ich gebe euch noch ein paar Ratschläge mit auf den Weg:
    Lasst das Böllern sein, kauft lieber Kaschmirpullis von dem Geld.
    Schlagt euch die Bäuche voll und lasst die Gläser in dieser Nacht nie leer werden.
    Legt die Kopfschmerztabletten raus und stellt das Wasser bereit.
    Packt euch aufs Sofa, schaut Quatsch im Fernsehen und zelebriert das Sandeln am Tag danach.

    Und dann haltet ein.
    Schaut auf die weiße Wand und wiegt euch in Sicherheit. Denn ihr habt die Farben in der Hand und könnt 2014 so anmalen, wie ihr wollt. Vermutlich kackt euch hier und da ein Vogel ins Bild, aber nennen wir diese Punkte einfach Schönheitsflecken, die das Ganze interessant machen.

    Ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass ihr 2014 so gestalten könnt, wie ihr es euch am ersten Tag des Jahres ausmalt.

    Dass es wenige Hindernisse gibt und dass sie euch nicht abschrecken, sondern herausfordern, wenn sie sich zeigen.
    Dass ihr versteht, wo die Zeit am besten aufgehoben ist und dass ihr nichts davon versteht, wie man sie verschwendet.
    Dass ihr euren Kopf benutzt, euch aber nicht zu oft einen Kopf macht.
    Dass euch ein kaltes Herz fernliegt und dass ihr eures warm und kraftvoll anderen Menschen nahelegt.
    Dass ihr über die Stränge schlagt und die Strenge schlagt.
    Dass ihr auf euch achtet und versucht, die beste Version von euch zu sein.
    Dass ihr dabei niemanden verachtet, sondern ihm feinfühlig und gewissenhaft zur Seite steht, wenn er gerade nicht die beste Version von sich sein kann.
    Dass ihr mutig seid und tollkühn fortschreitet, nicht ängstlich und zaghaft auf der Stelle tretet.
    Dass ihr euch nie eine Grenze setzt, nur weil das Alter eine zu ziehen scheint.
    Dass ihr neugierig bleibt und angriffslustig, begeisterungsfähig und gewitzt, um in kindlicher Manier Dinge zu finden, die es wert sind, entdeckt zu werden.
    Dass ihr das Risiko eingeht, verschlossene Türen aufzubrechen und nach dem zu suchen, was das Leben lebhaft macht.
    Dass ihr liebt und zwar ohne Vernunft, dass ihr fühlt und zwar pur.
    Dass ihr wisst, wann ihr schwimmen solltet und wann ihr euch treiben lassen müsst, um an euer Ziel zu kommen.

    Ich glaube, so kann man ganz gut leben.

  • 10 Dinge, die ich „während der Nase“ gelernt habe.

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    Weil ich gerade dieses Buch verschlinge, obwohl ich es eigentlich schon kenne, mache ich jetzt auch mal ein „10 Dinge, die ich … gelernt habe“. Bin zwar nicht verreist, aber die Sache mit der Nase war trotzdem eine der größten Reisen meines Lebens bzw. – wenn ich es extrem übertrieben pathetisch ausdrücke – eine Reise in ein neues Leben.

    1. Menschen, die bestimmte Bücher in den Himmel loben, haben diese wahrscheinlich nicht zu Ende gelesen. „Der Hunterjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ ist so ein Buch. Anfangs grandios und originell, gegen Ende macht der Autor seine geniale Idee systematisch kaputt und walzt sie 200 Seiten zu lang aus.

    2. Meike Winnemuth ist die Königin der Welt. Seit ich sie damals bei Günther Jauch dabei beobachtete, wie sie charmant eine halbe Mille einsackte, anschließend ihren Weltreiseblog verfolgte und jetzt ihr Buch las, habe ich überhaupt keine Angst mehr davor, mit 50 alleinstehend zu sein. Passiert nicht, hoffe ich. Aber wenn doch, dann weiß ich, dass ich es wie Meike mache.

    3. Es ist möglich, in drei Wochen 21 Filme + zwei Staffeln Gossip Girl + eine Staffel The O.C. + Verbotene Liebe + TV-Sendungen zu konsumieren, wenn man sich nicht groß bewegen darf und daher berechtigt ist, auf dem Sofa zu leben. Der Vollständigkeit halber listen wir diese Filme lieber mal auf. Es gibt ein ausgeklügeltes Bewertungssystem mit Sternen: ***** ist saugut, * gibt es nicht, denn sowas gucke ich mir nicht an (auf mein Urteil ist Verlass, ich praktiziere das Cineastentum seit einigen Jahren, Pera ist Zeugin).

    • Like Crazy **** // Sehr einfühlsam. Wer das erlebt hat, wird’s verstehn. Wenn die Liebe einfach weggeht…
    • Grease *** // Ein buntes, leckeres Bonbon, das toll klingt, wenn man draufbeißt – that’s all.
    • Heiter bis Wolkig *** // Bescheuerte Story, aber ich liebe Max Riemelt und hasse Jessica Schwarz.
    • Elizabethtown ** // Beim dritten Mal einfach nur noch konstruiert bescheuert. Da kann sie noch so ein süßes, rotes Mützchen zum Band-Shirt tragen.
    • Das Leben ist eine Baustelle *** // Hat mich nicht gepackt. Jürgen Vogel dürfte mich hingegen gerne mal packen
    • Hugo Cabret **** // Der Junge ist großartig, die Geschichte schön und wer ebenfalls Medienwissenschaft studiert hat, kann damit sein Wissen in Sachen Mediengeschichte auffrischen.
    • Biutiful **** // Unglaublich krass und packend. Mr. Bardem hätte dafür 2011 den Oscar kriegen sollen. Mir fällt keiner ein, der diese Rolle ähnlich gut hätte spielen können.
    • Center Stage *** // Tanzfilm halt, nech? Aber absolut unterhaltsam.
    • Gegen die Wand ***** // Wollte ich sehen, seit es ihn gibt, habe es nie getan. Eines Nachts dann doch und ich bin bis heute komplett geflasht. Einer der besten Filme, die ich kenne. Hier kaufen, wenn ihr meinem Tipp folgen wollt, weil ihr Stümper wie ich seid, und ihn noch nicht gesehen habt./li>
    • Plötzlich Star ** // Ich bin „Gossip Girl“-Fan, deshalb musste ich mir diesen Unsinn mit Leighton Meester ansehen.
    • Kindsköpfe *** // Ich hatte nichts erwartet, lief an Ostern nebenbei. Aber ich musste sehr oft sehr lachen, komischerweise.
    • Mavericks *** // Meer-Filme kriegen mich immer. Ansonsten komplett vorhersehbar. Typische „Amateur wird zum Profi“-Heldenentwicklungsgeschichte.
    • Vatertage **** // Ich liebe Sebastian Bezzel, den könnt ihr mir gleich mal vorbeischicken. Sehr lustig, sehr schöne München-Bilder. Was will man mehr von einer guten Komödie? Eben.
    • Der Junge im gestreiften Pyjama ***** // Einfach nur sehr gut. Grausam, subtil, sehr gut.
    • Eine ganz heiße Nummer **** // Urlustig, musste sehr viel lachen. Was will man mehr von einer guten Komödie? Eben.
    • Reine Geschmackssache ** // Ich hatte gehofft, dass Ingo Rasper (der Regisseur von Vatertage) vielleicht noch andere Totlach-Filme gemacht hat, dieser ist aber sicher keiner. Nicht sehenswert.
    • Kleine wahre Lügen *** // Gut. Irgendwie. Irgendwie auch langatmig. Aber trotzdem gut. Hm.
    • Smashed ** // Unnötiger Schmarrn über eine junge Alkoholikerin, dazu noch blöd synchronisiert.
    • Schwere Jungs *** // Ich liebe Sebastian Bezzel, hatte ich das schon erwähnt? Runde Sache, der Film, im wahrsten Sinne…
    • The Master *** // Komisch. Hatte ihn mir spannender, fesselnder und verstörender vorgestellt. Weichgespülter Sektenfilm.
    • Les Misérables **** // Wat soll man sagen? Die haben echt alles gegeben und dadurch alles rausgeholt. Und ja, Anne Hathaway hat ihren Oscar verdient.
    • Ich liebe übrigens immer noch Seth Cohen (rechts). Adam Brody (der Darsteller) ist jetzt mit „Gossip Girl“-Leighton liiert, aber das ist ok, weil die mag ich auch und außerdem ist Adam mit 1,80 Körpermaß zu klein für mich. Macht mir keine Schande, Leighton und Adam!

    4. Wochentags für sich kochen ist komisch, wenn man sonst sein Essen über die Theke gereicht bekommt.

    5. Es gibt tatsächlich Leute, die einen auslachen, weil man anders aussieht, als „normal“. Eine Omma im Nerz lachte, als sie mich mit blauen Augen und Schiene erblickte, als ich auf dem Weg zum Arzt war. Ich hatte leider keine reife Tomate bei der Hand.

    6. Es gibt tatsächlich Leute, die richtig harte Hunde sind. Eine Krankenhausbekanntschaft hat sich tatsächlich gleichzeitig die Nasenscheidewand begradigen und die Mandeln rauspulen lassen. Ich frage mich ernsthaft, wie er die Nächte überstanden hat, wenn er durch die Nase nicht atmen konnte und im Hals ebenfalls behindert war. Er hat sie aber überstanden, denn vorgestern traf ich ihn im Wartezimmer (Absaugen, you know? Langsam lösen sich die Krusten hinten, lecker!) und er lebt.

    7. Ingrid Michaelson hat einen Song, der an „Sort Of“ herankommt. Der heißt „I’m Through“ und wird bald gecovert.

    8. Immer Atmen. Egal, wie viel Blut aus der Nase läuft, atmen ist das Patentrezept. Und das hier, das ich seit etwa zehn Jahren immer mit mir herumtrage:

    9. Das Internet ist eine Schatzgrube, wenn man genug Langeweile hat.

    … Und mal wieder 10. Es gibt nichts Wichtigeres im Leben als das Wohl meiner Lieben, auch Punkt 9 ist nicht wichtiger. Wenn es jemandem aus meiner Familie oder meinem engen Freundeskreis nicht gut geht, geht es meinem Herzen nicht gut und ich kämpfe wie eine Löwin für deren Wohl.

    Zum Abschluss ein Bild von etwas ganz Tollem. Dieser Bauwagen steht auf einem Feld in der Nähe meines Elternhauses und meine Schwester und ich haben ihn bei einem kleinen, gemütlichen Osterspaziergang entdeckt. Drin befinden sich ein Ofen, eine riesige Kuschelecke, in der auch gepennt werden kann, eine Sitzecke und ganz viel Gemütlichkeit. Draußen gibt’s ein Trampolin, eine Hängematte, eine Feuerstelle, eine Riesenschaukel. Hach. Wenn ich groß bin, brauch ich kein Haus am Meer. Nur so einen Wagen. Und liebe Besucher.

  • The nighttime stopped bleeding…

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    …Corners repeating,
    With nowhere to go.

    (Adam Green & Binki Shapiro: „The Nighttime Stopped Bleeding“ auf „Adam Green & Binki Shapiro“ –> sehr, sehr gutes Album, könnte es 80.000 Mal nacheinander hören. Schlafend, wachend, träumend.)

    Das Bluten hat aufgehört! Saubere Sache, würde ich sagen!

    Leute, langsam geht’s aufwärts. Ich finde mich ca. alle zwei Tage zum „Absaugen“ beim Doc ein, da werden Verkrustungen mit einem Ministaubsauger herausgesaugt, oder mit einer extralangen Pinzette rausgepult. Unangenehm, aber danach atme ich „wie ein Rennpferd“ (Zitat Dr. Tobias). Die „Folien“ (Zitat Dr. Tobias, vermutlich hatte er keinen Bock darauf, dass ich zimperlich werde), die sich als 5 x 3 cm große Plastkstücke in Nierenform herausstellten, sind auch raus (erstaunlich, was neben der Tamponade noch so alles bequem Platz in meinem Kopf hatte). Jetzt muss nur noch die Schiene weg (es juckt bestialisch da drunter und ich will nicht wissen, was wir vorfinden, wenn sie denn abgenommen wird) und es dürfte bei Gelegenheit auch aufhören, blau zu sein und wehzutun. Man muss sich das wie eine Baustelle mitten im Gesicht vorstellen, auf der sich nichts tut, wenn man selber nichts tut. Wenn man sich zu sehr anstrengt, gar den Kopf nach unten neigt (Kämmen? Föhnen? Schuhe anziehen? Zeug aufheben?) oder hinlangt, rührt sich was im Karton und es schmerzt. Aber wir wollen nicht jammern, gebt mir noch zwei Wochen, dann bin ich wieder auf dem Damm und der Riechkolben saniert.

    So, jetzt noch ein paar Bilder, die sich über die Woche angesammelt haben. Fotos machen geht nämlich noch.

    Ich war am WE bei meinen Eltern (alle reißen sich ums Pflegen, entzückend!). Da gibt es diverse Winkel im Haus, in denen man die Sonne genießen kann:

    Mein Schwager in spe und ich teilen offenbar eine Vorliebe für knallige Nikes:

    Zum Schluss noch ein paar gesunde Snacks für zwischendurch, die ich teils selbst gefertigt habe (Kaiserschmarrn kann ich einfach zu gut!), teils als Genesungsschmankerl erhielt:

    So, nach diesem kurzen Update verkriech ich mich mal wieder…

    …und warte sehnsüchtig auf den Postboten, der mir dieses Vintage-Prachtstück bringt (natürlich mal wieder ein unschlagbares Internet-Schnäppchen ;)):

    Den Frühling kann er auch gleich mitbringen, damit dieses Tierchen nicht umsonst hereingeschneit ist:

    PSI: Holt euch alle diese App, die ist so ziemlich die praktischste, die ich kenne.

    PSII: Guckt euch „Vatertage“ an. Ein saulustiger Film, wirklich (keine Angst, ist nicht von Til)!

  • „Haben Sie wenigstens gewonnen?“

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    „Klaro, Titel verteidigt! Diese Visage musste sich rentieren!“

    –> Gespräch am Wasserautomaten. Da muss man als Patient nämlich zweimal am Tag hinlaufen und seine Kanne auffüllen, damit man sich bewegt und genuch trinkt. Das haben sich die Schwestern hier großatig ausgedacht. Wenn die wüssten, dass ich Hobbyläuferin bin und sie mich damit nicht ärgern können, ha!

    Fangen wa mal vorne an, wa? Ihr seid ja sicher scharf auf die ganze Geschichte. Am Freitag begab ich mich in fremde Hände, die aus weißen Kitteln hängen. Die steckten mich in diese (mir wohlbekannten) sexy Söckchen und ein hübsches Krankenhausleiberl (hey, sie haben die Teile weiterentwickelt! Man kann sie jetzt hinten übereinanderschlagen und zuknoten. Für die Docs hieß das leider, dass sie keine freie Sicht auf meinen Prachtarsch hatten).

    Ohne viel Getue ließ ich mich also in den OP schieben, mir vom Anästhesisten versprechen, dass ich während der Narkose sicher „wunderschöne Träume haben werde, weil jetzt haben Sie ja mich gesehen“ und ab ging die Luzie. Nachher erwachte ich quasi neugeboren, mit Armband. Rührend, irgendwie.

    Wahrscheinlich hatten Sie nur Schiss, dass sie mich nach der OP nicht mehr ganz zuordnen können. Ha, völlig zu Recht:

    Aber ich hab’s überlebt.

    Top Anblick, wa? Ich finde diese Bilder großartig, weil sie mich immer daran erinnern werden, was ich überstanden habe. Und ich geniere mich auch nicht, denn das gehört nun mal dazu, dass man auch mal so richtig fertig aussieht im Leben.

    An dieser Stelle erst mal ein ganz großes DANKE an euch alle. Als ich aus der Narkose aufwachte, hatte ich ca. 20 Nachrichten, in denen man sich nach meinem Befinden erkundigte. War also nix mit „noch ein bisschen auf der Betäubungswelle surfen und pennen“ 😉

    Kaum war ich fertig mit Antworten, brachte mir eine Schwester diesen wunderbaren Blumenstrauß. DANKE, liebe Kollegen, ich vermiss euch 🙁

    Leider tat ich mich etwas schwer, was zu riechen, weil natürlich alles dicht ist:

    Das unter der Nase ist übrigens kein „Nasenspitzenhalter“, wie McWella annahm, sondern eine Gerätschaft zum Auffangen des Bluts, das aus dem lädierten Riechkolben rinnt. Ich liebe diese Teile, es macht so Spaß, die zu wechseln! Man spürt immer an der Oberlippe, wenn es feucht wird, wenn es also „durchgeblutet“ ist, dann kann man es von den Ohren nehmen (jetzt haben Ohrmuscheln auch einen Sinn!) und ein neues einhängen.

    Ziemlich flott entdeckte ich dann meinen neuen Dauerfreund (ja, Kerle, der hält knallhart ganze Nächte durch!):

    Mit dem verbringe ich jetzt den Großteil meiner Zeit, wenn nicht gerade Besuch hereinschneit und zauberhafte Speisen abliefert:

    Das KH-Essen ist aber auch ok. Damals bei den Mandeln hab ich ja nur die Lulli-Version mit labberigem Weißbrot bekommen, jetzt kann ich mittags sogar Schweinebraten haben, wenn ich will (da ich aber keinen Schweinebraten mag, will ich diesen nicht und nehme jetzt immer die Hähnchenfilets).

    So, und dann kommen wir jetzt noch zum Event des Tages, ach, was rede ich, des ganzen KH-Aufenthalts: der Entfernung der Tamponade. Ich hatte vor nichts Angst. Nicht vor der Nadel, nicht vor der Narkose, nicht vor dem Aufwachen, nicht vor den zugeschwollenen Augen, nicht vor dem Gefühl, nicht mehr durch die Nase atmen zu können, nicht vor dem Druck und vor den Schmerzen, nicht mal vor meinem Spiegelbild. Ich hatte nur Angst vor dem Ziehen der Tamponade, weil ich so viele Horrorgeschichten gehört hatte („Mach dich auf was gefasst, das sind Schmerzen wie bei einer Geburt.“ „Ich hatte noch keine!“ „Dann wirst du bei deiner ersten wieder an die Tamponade denken!“).

    So, damit konnte ich mich natürlich keinesfalls zufriedengeben. Nachdem ich also eine gründliche Befragung bei sämtlichen, greifbaren Schwestern, Ärzten und Patienten durchgeführt hatte, war ich bis zum Abend davor einigermaßen beruhigt, weil sie alle sagten, dass es nicht so schlimm sei. Als der Doc dann mit der Pinzette vor mir stand, hielt ich mir die Hände vors Gesicht und stellte mich an wie ein kleines Kind. Er beruhigte mich ebenfalls und – zog das Ding einfach raus. Diese Tamponaden sind nämlich mittlerweile so prima gemacht, dass sie nicht „festkleben“ oder „verkrusten“. Lassen sich einfach rausziehen, ganz geschmeidig.

    MIR HÄTTE ABER MAL WER SAGEN KÖNNEN, DASS „SIE WERDEN NACHHER KURZ BLUTEN“ HEISST, DASS MAN „WIE EIN SCHWEIN AUF DER SCHLACHTBANK AUSBLUTET“. Nächstes Mal möchte ich solche Informationen gerne erhalten, bevor sie in meinem Gesicht stattfinden.

    Man muss sich das ungefähr so vorstellen: Du sitzt auf den Bett, auf dir liegt eine saugstarke Auflage, darauf ein Nierenschälchen, darüber deine Nase. Wenn die Tamponade raus ist (der Arzt lässt sie geschickt verschwinden) und du feststellst, dass es gar nicht schlimm war und sich nur saukomisch anfühlt, geht’s los, volle Lotte. Du atmest, ein Schwall warmes Blut fließt über Lippen, Kinn, Hals, bis du schnallst, dass du es evtl. mit ein paar Tüchern auffangen solltest. Das passiert dann in sehr kurzen Abständen wieder und wieder und du kommst nicht hinterher mit dem Wischen.

    Irgendwann wachst du aus deinen Gedanken auf: „Oh Gott, überall Blut, nicht bewegen, scheiße, schon wieder ein Schwall. Ich sau alles ein, schnell wischen. Scheiße, noch mehr, ich hab nicht genug Hände und Tücher, toll, noch mehr. Ich sau alles ein, egal, Hauptsache, es hört auf!“…

    …und hörst verschwommen den Arzt, der neben dir steht und zum wiederholten Male sagt: „Atmen Sie durch die Nase!“ Blutend und über dein Schälchen voll Blut gebeugt willst du bockig antworten: „Wie denn, Sie Arschloch, da blutet’s raus wie Sau!“

    Doch du schnallst, dass du es tun musst, denn es ist das einzige, was noch helfen könnte, auch wenn es abwegig klingt. Du tust es einfach, es blubbert und röchelt und schmeckt ekelhaft total geil und dann spürst du irgendwann, dass es das jetzt war, dass der Stau abgeflossen ist.

    Der Arzt sagt: „Jetzt haben Sie es geschafft. Das war nur das alte Blut, das ist jetzt raus.“ Altes Blut, aha. Er erklärt dir noch kurz, wie du die Creme anwendest, wenn die Kühlungszeit verstrichen ist, die Schwester säubert dich ein bisschen – und dann bist du alleine.

    Alleine mit dir, deiner nur noch ganz leicht sabbernden Nase und dem Gefühl, dass du gerade etwas ganz, ganz Großes geschafft hast. Alleine. Ohne große Hilfe. Und du hast nicht geheult und bist nicht ohnmächtig geworden. Du hast eine Extremsituation einfach so über dich ergehen und ergießen lassen und jetzt ist es geschafft. Jetzt muss es nur noch heilen und du musst cremen und stillhalten und den Druck geduldig aushalten. Und in ein paar Wochen nehmen sie dir die Schiene ab und du kannst das Ergebnis deines Boxkampfs sehen.

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    Hier übrigens der Gerät, mit dem der Doc die Tamponade gezogen hat, den heb ich auf. Als Erinnerung an das große Bluten und vor allem daran, dass ich es überstanden habe.

    Und so sieht’s jetzt aus. Ganz annehmbar, finde ich 🙂

    Mit diesem kleinen Ausblick verabschiede ich mich, ich melde mich dann von daheim. Bis dahin, immer schön durch die Nase atmen!

  • KH, die Zweite.

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    Morgen geht’s los! Ich reise wieder mal für ein paar Tage ins Krankenhaus und tu was für meine Gesundheit. Da ich keine Mandeln mehr habe, die meiner Gesundheit zusetzen, ist jetzt der Riechkolben dran. Damals kündigte Dr. Tobias ja schon an, dass ich „um die Nasenscheidewand“ nicht herumkommen werde, wenn er schon nicht beim Reinschauen drumherumkommt. Ich hatte es bisher aufgeschoben, weil ich einfach Angst hatte, jetzt ist es aber nötig, da ich es beim Schlafen merke. Ich wache auf, weil ich nicht mehr richtig Luft kriege.

    Also fiel die Entscheidung nun doch zugunsten einer OP. Ob es wehtun wird oder nicht, ob ich euch hier ein Bild mit Nasengips zeige oder nicht, ob es wieder erheiternde Berichte aus dem Lazarett (including Pfleger Adam und Dr. Tobias natürlich) geben wird oder nicht – das sehen wir dann nach der Vollnarkose.

    Für Vorrat nachher ist gesorgt (jaaaa, ich liebe China-Suppen mit Geschmacksverstärker!):

    Bis dahin: Haltet die Ohren steif und denkt an mich. Wenn ihr das lest, liege ich entweder gerade in schicken Stützstrümfen und Hintenoffenleibchen auf dem OP-Tisch oder völlig weggetreten in meinem Krankenbett. Ich nehme mir aber fest vor, bis „Verbotene Liebe“ (18 Uhr, you know) die Augen wieder zu öffnen.