I’m a silly lovesong Tag Archive

  • Mein Madeira-Tagebuch IV: In steep cliffs with rocks all piled up …

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    … mysteries of your passing luck.
    Ages past shells and bits of bone forming new limestone
    To give things their turn.

    (Rilo Kiley: „Spectacular Views“ auf „Take Offs And Landings“)

    Vor einem Jahr wäre ich niemals auf die Idee gekommen, mir ganz allein ein Auto zu mieten und damit an einem Tag eine komplette Insel zu umrunden. Ich wäre viel zu schissrig gewesen und hätte nicht so recht gewusst, was ich mit mir allein anfangen soll.

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    Jetzt hab ich’s einfach gemacht. Ohne lange zu überlegen. Ich hatte mein Auto, als Beifahrer dienten Landkarte, Handy, Sonnencreme, Kaugummis und die Abenteuerlust und schon waren wir on the road.

    Mein Ziel war, einmal um die komplette Insel zu fahren, um Madeira von allen Seiten zu sehen – und zwar mit meinen Augen und nicht mit denen, die in Reiseführer glotzen, oder diese geschrieben haben.

    Dazu hab ich mir Etappenziele auf der Strecke gesetzt. Orte, die ich sehen wollte, Naturspektakel, die ich erleben wollte, Plätze, die sich interessant anhörten.

    Kleine Bastelanleitung für ein Navi, wenn ihr wie ich keins im Auto habt:
    – Offline-Karte bei Google Maps runterladen (sonst explodiert euer Datenvolumen)
    – iPhone im Auto über USB anschließen, damit der Akku hält
    – rechten Oberschenkel eincremen, damit das iPhone schön dran pappen bleibt
    – Ziel eingeben, iPhone positionieren, los geht’s

    1. Stopp: Das Museu da Baleia in Caniçal
    Musste natürlich sein. Ist leider nicht sooo spektakulär, aber gut, war klar, dass sie da keine lebenden Wale vorführen.
    Wer noch nix über den Walfang vor Madeira weiß (da bin ich halt leider echt fit drin), sollte es aber besuchen.

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    2. Stopp: Cabo Sao Lorenço, die Landzunge ganz im Osten
    Dort kann man alles abwandern – oder wie ich (bekennender Nicht-Wanderfan, „Madeira? Cool, da kannst voll gut wandern“ – „Äh ja“) mit dem Auto hinfahren und an den besten Fleckchen aussteigen. So zum Beispiel hier:

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    (Mein total begeisterter Gesichtsausdruck gebührt den Wahnsinnigen, die meinten, sie müssten unbedingt im Hintergrund auf den Klippen rumklettern.)

    An dieser schmalen Stelle kann man auch Nord- und Südküste von Madeira gleichzeitig sehen:

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    3. Stopp: Porto da Cruz, eine kleine Küstenstadt mit faszinierendem Strand
    Ich glaube, ich stand zehn Minuten regungslos da und habe nur auf die Wellen gestarrt. Ein magischer Ort! Hätte nur noch Nicolas Cage gefehlt 🙂

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    4. Stopp: Santana, hat mir einfach so gefallen

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    5. Stopp: São Jorge, tolle Aussicht
    Dort aß ich in einem kleinen Dorf Kuchen, als Brüssel passierte. Ich hätte kotzen können.

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    Prompt passte sich das Wetter an, Regen.

    6. Stopp: São Vicente, Wasserfall Véu da Noiva (Brautschleier)

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    7. Stopp: Seixal, top Tunnel habense da … Feststellung: Wenn niemand neben einem sitzt, dem man seine Angst mitteilen kann, dann gibt es einfach gar keine Angst. Das ist mit vielen komischen Befürchtungen so, auch im echten Leben außerhalb von maroden Tunnels. Wenn man sie nicht thematisieren kann, fallen sie gar nicht mehr ins Gewicht.

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    8. Stopp: Porto Moniz, essen, trinken, Beine vertreten, langsam merkte ich den Bleifuß.

    Die Fahrt an der Westküste entlang nach Süden war die spannendste. Nadelöhrenge Serpentinen mit 30 Grad Steigung war ich ja schon gewohnt. Nächstes Level: das Ganze im dicken Nebel, so dass ich keine zehn Meter mehr sehen konnte. Im Radio nur noch Rauschen als geschmackvolle Untermalung der düsteren Szenerie, Gegenverkehr von unabschätzbarer Breite (keine Angst, die Vollkasko blieb unangetastet) …

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    Zwischen diesen langen, anstrengenden Wegen lagen winzige Dörfer, bestehend aus halb zerfallenen Häuschen – darunter ein schmuddeliger Laden von acht Quadratmetern Fläche, vollgestopft bis an die schimmlige Decke, der schwarze Bananen und alte Chips mit Ronaldo-Konterfei feilbot. Ein gespenstisches Stück Wegstrecke. Aber ein genauso eindrucksvolles wie die vielen davor, die mich mit Sonne, Wasser, Wind und Klippen aus den Latschen hauten.

    9. Stopp: Ponta do Pargo, zurück in der Zivilisation. Kurzer Stopp: Durchatmen. Crazy. Alles.

    10. Stopp: Funchal, kennt ihr ja schon.

    11. Stopp: Dahoam, Hotelbar, Rotwein!

    Nach dem Essen fiel ich bleischwer ins Bett. Der Bleifuß hatte sich auf meinen ganzen Körper ausgeweitet und mich schließlich erschlagen. Als wollte er sagen: „Gloom, du musst es auch immer übertreiben! Jetzt pennst erst mal, gebloggt wird morgen.“

    … jetzt, wo ich diesen Eintrag schreibe, realisiere ich erst, was ich da in acht Stunden alles erlebt habe.
    Diese Erfahrung war so toll, tollkühn und auch ein bisschen wahnsinnig. Da tanzen die Synapsen Samba, die diese Bilder ins Fotoalbum meines Lebensalbums namens „Unvergesslich“ kleben dürfen.

  • San Diego: I’m like a bird, I’ll only fly away …

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    … I don’t know where my soul is, I don’t know where my home is
    (and baby all I need for you to know is)
    I’m like a bird, I’ll only fly away
    I don’t know where my soul is , I don’t know where my home is
    All I need for you to know is.

    (Nelly Furtado: „I’m Like A Bird“ auf „Whoa! Nelly“ –> anbei: immer noch eines der schönsten Albumcover aller Zeiten!)

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    Heute vor einer Woche war der letzte Tag unseres Kalifornien-Roadtrips und jetzt sitze ich mit dem Laptop auf dem Schoß im zaghaft beleuchteten Wohnzimmer und überlege, wie ich diese Sache nun angehen soll. Die Reise steht wie ein unausgepackter Koffer (meiner ist natürlich längst gewaschen und fein säuberlich einsortiert ;)) in einer Ecke der Wohnung und flüstert seit der Rückkunft immer wieder leise: „Komm schon, fang endlich an mit Auspacken!“ Wir haben so viel erlebt, so viel gesehen, so viel Sonne getankt – all das scheint wirklich in diesem imaginären Koffer zu liegen. Als wäre dieser Trip ein großer, heller Traum in meiner Vergangenheit. Aber jetzt langt’s! Da ihr mich ja quasi schon stündlich mit der Frage nervt, wann denn nun endlich Kalifornien auf den Blog kommt, legen wir jetzt los. Ich mache das städteweise. Aufmerksame Instagram– und Facebook-Verfolger wissen also: Wir starten in San Diego!

    Erst mal zur Frage, warum wir denn von unten nach oben gefahren sind. Grund: Ich wollte San Francisco am Ende als Highlight haben. Ob es das Highlight war, klären wir später, auf jeden Fall war die Route perfekt. San Diego ist zwar die zweitgrößte Stadt Kaliforniens, aber extrem relaxt. Ich werde nie den Moment vergessen, in dem wir aus dem Flughafengebäude traten. Die Luft war warm, überall standen golden beleuchtete Palmen, aus den Lautsprechern tönte Nelly Furtado und uns war klar: Das wird gut! Kleinere Anlaufschwierigkeiten mit Problemlos machten wir uns mit dem Automatikgetriebe unseres Mietwagens für die nächsten drei Wochen vertraut: Welcome to the team, Termie! Und dann düsten wir zu unserer ersten Unterkunft „The Shire“. So hat Erin ihre airbnb-Wohnung genannt. Eine „Grafschaft“ war’s nun nicht, aber perfekt, um diesen Trip entspannt zu starten. Die San Diegonesen sind offenbar sehr vertrauenswürdig, denn die Tür war unverschlossen und wir konnten spät am Abend einfach so einziehen. Platt von der Reise, stolz, dass alles so gut funktionierte.

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    Am nächsten Morgen dann dieser Ausblick:

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    Und dann ging’s los! San Diego entdecken! Das bedeutet vor allem: circa 100 verschiedene Strände auskundschaften (ich empfehle diese: La Jolla und Umgebung und Coronado Island). Ach, wenn ich jetzt nur dran denke, wird mir ganz anders. Es war SO TOLL, einfach an der Küste entlangzudüsen und anzuhalten, wo uns der Strand gerade genehm war. Klamotten vom Leib reißen und reinrennen ins Wasser. Herumplanschen wie die kleinen Kinder und kein Ende in Sicht. Weder am Horizont, noch auf der Timeline. Dieses Freiheitsgefühl müsste man immer haben. Eventuell hat man es eigentlich immer, ruft es nur nicht ab. Habe ich mir so überlegt. Denn wenn mich dieser Trip eins gelehrt hat, dann, dass man eigentlich alles machen kann. Man müsste halt nur seinen Allerwertesten hochkriegen. Um euch nun restlos neidisch zu machen …

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    Anbei: Weiß jemand, was das ist? Hab es natürlich angefasst und es fühlt sich an wie ein fester Wackelpudding. (Wenn es jemand weiß, darf er es meinetwegen haben.)

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    Da man nicht nur rumliegen und im Wasser Späße treiben kann, haben wir uns natürlich auch ein bisschen umgeguckt. In San Diego gibt’s nämlich doch einiges zu sehen. Zum Beispiel kann man sich ein bisschen im Seaport Village die Beine vertreten, Souvenirs kaufen und 7 Dollar B&J Eis reinspachteln. Haben wir natürlich vorsichtshalber auch gekauft.

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    Oder man besucht SeaWorld, wozu ich mich aber nicht durchringen konnte. Ihr wisst ja, dass ich circa Pipi in die Augen kriege, wenn ich nur an Wale denke. Kriege ich auch, wenn ich an eingesperrte Orcas denke. Deshalb wollte ich das nicht sehen. In so einem Ding verlieren diese mächtigen Tiere eh jeglichen Zauber.

    Ähnlich ist es mit dem San Diego Zoo, einem der größten Zoos der Welt. Ja, Schande über mein Haupt, aber den haben wir uns angeguckt. Da kann man mit einer Gondel wie beim Skifahren drüberdüsen und das hat Spaß gemacht 🙂

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    Nicht so spaßig haben es die Eisbären dort, auch wenn unser Guide natürlich betont hat, wie viel „fun“ dieser Eisbär da in seinem Minibassin hat …

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    Der letzte Tag in San Diego war für mich gleichzeitig der schönste. Nicht weil wir endlich weiterfahren konnten ;), sondern weil wir uns noch das Cabrillo National Monument und Point Loma reingezogen haben. Beziehungsweise zog es uns rein. Denn wenn man da oben steht und aufs Meer schaut, haut einen das fast um. Oli und ich saßen einfach nur da und schauten blöd. Man kann die Schönheit der Welt nicht erfassen. Man kann nur versuchen, den Moment möglichst genau in sich abszuspeichern.

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    So, und dann packten wir ein (anbei: wir haben gezählt: Wir packten insgesamt SIEBEN MAL ein und aus!) und folgten diesen Schildern:

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    An dieser Stelle geht ein großes Kompliment an Termie raus, unsere Karre. Du warst Tapfer, Alter! Hast jegliche Automatik-Anfänger-Fehler verziehen, jeden Spaß mitgemacht, dich nicht über die zunehmende Menge an Sandkörnern in deinem Fußraum beschwert und uns eine äußerst coole Blechhülle verpasst. Zu deiner kleinen Panne kommen wir im nächsten Posting.

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    Das Nummernschild war für uns Münchner natürlich unschlagbar 🙂

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    So, das war San Diego in gekürzter Form. Der Knoten ist geplatzt. Ich freu mich schon auf den nächsten Eintrag, wenn ich von HOT HOT HOT LOS ANGELES erzähle (mein Lieblingsstopp auf der Reise).

  • Ich hab gelernt, dass es das Wichtigste ist…

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    …dass man sein Abbild irgendwann im Spiegel noch erkennen kann.
    Die Augen schließt und dann sich selbst genauso noch zeichnen kann.

    (Sebastian Hackel: „Gegenwind und Mond“ auf „Kreideblumen“)

    Kennt ihr das Gefühl, wenn man plötzlich weiß, dass einen etwas ein Leben lang begleiten wird?
    Nein, wir reden weder von Prada-Taschen, noch von Tattoos.
    Ich meine Erlebnisse, die für einen selbst so große Bedeutung haben, dass man – schon während sie passieren – versteht, dass sie für immer in der Timeline bleiben werden.
    Ich hatte das in den letzten Wochen immer wieder. Besondere Augenblicke mit besonderen Menschen, die sich eingeritzt haben.
    Eine Auswahl davon heute in Bildern. Weil diverse Leser sich über die unregelmäßige Bepostung dieser Seite beschwert haben. Ich habe aber die perfekte Ausrede parat, da werdet ihr mit den Ohren schlackern: Mein Laptop war so langsam, dass ich nicht in Echtzeit tippen konnte. Das treibt einen ungeduldigen und zielstrebigen Menschen wie mich zur Weißglut. Deshalb musste ich erst Zeit finden, um das Ding wieder flottzukriegen (ihr wisst schon, defragmentieren, Registry reinigen usw. – klingt mega intellent, wa?). Jetzt geht es wieder und tata: June Gloom is pronto back!

    Sebastian Hackel im Vereinsheim in München: Der spontanste Konzertbesuch überhaupt („Shorty, wir stehen auf der Gästeliste, wir gehen jetzt sofort rüber ins Vereinsheim“ – „Ah cool, okay!“) wurde zu einem sehr, sehr schönen Schwesternabend. Wir saßen beseelt da, dachten dasselbe und wussten, dass wir dieses Konzert nie vergessen werden. Erlebt man nämlich selten, dass man einen Künstler, der das Potenzial hat, richtig groß zu werden, noch dann sieht, wenn er vor 50 Leuten spielt und einen persönlich begrüßt, wenn man zu spät kommt. Ähem.

    seb
    (Das links ist Willi. Wir lieben Willi. Er ist der Coolste!)

    Am nächsten Tag schnellten wir wie die Schraubenfedern aus den Betten und düsten zur Theresienwiese. Alter Verwalter, ich hatte komplett vergessen, wie anstrengend es ist, vier Stunden schlendernden Schrittes und wachen Auges circa acht Kilometer zu gehen. Belohnung: ein Buch und ein Poncho für zusammen vier Euro, vier lahme Beine…

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    …und das erste FroYo 2014.

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    An dieser Stelle muss ich kurz innehalten. Heute vor exakt einem Jahr hatte Shorty ihren schweren Unfall und zugleich ihren zweiten Geburtstag. Heute ist sie komplett geheilt und das strahlendste Wesen, das ich kenne. Eigentlich hatte ich so meine Probleme mit Gott. Aber wenn etwas wie durch ein Wunder fortschreitend gut wird, bis es vollkommen genesen ist, kommt man schon ins Grübeln – ob da nicht doch noch mehr ist als unser Fleisch und Blut und der Staub der Welt.
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    Dann gab es da einen Abend mit Kolleginnen, die mittlerweile Freundinnen sind. Und den Tag danach, an dem ich keinen Kater, sondern Muskelkater hatte. Hatte ich schon lang nicht mehr. Muskelkater vom Lachen. Einfach nur Danke an alle Beteiligten.

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    (Ich werde mich bei solchen Gruppenfotos jetzt immer mittig postieren. Da hat man die größte Chance auf angemessene Proportionen. Die von Giovanni sind übrigens naturgetreu abgebildet.)

    Kommen wir zur Lektüre. Ich habe es hiermit, hiermit und hiermit versucht. Wurde irgendwie nix. Werde ich schon noch irgendwann fertig lesen, aber für den Moment ist es einfach das hier:

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    In vielen Rezensionen wird es als komplett anders als alle Safier-Vorgänger beschrieben. Ist es aber nicht, wenn man Safier kennt und für seinen ganz bestimmten Schreibstil liebt. Selbst in diesem ernsten Roman über das Warschauer Ghetto schafft er es, ganz pointiert hier und da die typischen Safiers einzustreuen. Ich empfehle es von Herzen weiter. Ein großartiges Buch!

    Nun aber zu einem schöneren Thema als dem Warschauer Ghetto: Wotan Wilke Möhring. Er ist derzeit der tollste deutsche Schauspieler, wenn ihr mich fragt. Okay, wenn er nicht gerade „Tatort“ macht. Aber ansonsten finde ich diesen Kerl wirklich sehr begabt und intensiv und mitreißend. Selbstverständlich hat sein gutes Aussehen rein gar nichts mit meinen Sympathien zu tun. Sympathien erwarb allerdings mein Kollege kürzlich, als er extra eine Überstunde machte, während ich schon weg war, um diesen herrlichen Scherenschnitt für mich herzustellen:

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    So, zum Schluss nochmal ein Konzert: Marcus Wiebusch a.k.a. „von Kettcar“ (ein befreundeter SEO-König beschwerte sich kürzlich über das vorzügliche Google-Ranking dieser Band. Man habe keine Chance, gleichlautende Fahrgeräte auf die vorderen Plätze zu bringen). Das mit Kettcar mussten sie wohl aufs Tourplakat drucken, sonst wär vielleicht keine Sau erschienen.

    plakat

    Team Änn/Jules ist der Band Kettcar schon seit seiner Jugend äußerst zugetan. Deshalb sahen wir uns diesen Marcus solo mal an. Meine Meinung: Gut gemeint ist nicht gut gemacht. Er hat sich echt angestrengt, war nervös, war sich seiner Sache gleichzeitig sicher. Aber irgendwie ist seine Stimme so sehr mit Kettcar verknüpft, dass diese gewollt andersartigen Solo-Sachen nicht in mein Konzept passen. Da kann er noch so viele übertalentierte Bläser mit je 13 Instrumenten und iPads statt den guten, alten Notenständern auf die Bühne stellen.
    Mein Fehler, ich weiß. Ich sollte das Konzept vielleicht ändern oder weiten.

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    Was dieses Konzert aber jetzt trotzdem qualifiziert, in dieser Liste der für immer erinnerungswürdigen Ereignisse aufzutauchen, ist das: Marcus spielte mein absolutes Lieblingslied von Kettcar – „Balkon gegenüber“. Jeder, der schon mal in den Genuss einer Mix-CD aus meinem Brenner kam, wird es mit Sicherheit kennen.
    Marcus hat aber nicht nur das dargeboten, sondern auch die Fortsetzung, die sich wohl jeder schon immer beim Hören in seinem Kopf ausgemalt hat. Als er sie spielte, war das, wie wenn man endlich das letzte, fehlende Teil in ein Puzzle drückt.
    Weil ich sehr daran interessiert bin, auch euren Wissensdurst zu stillen, bitte sehr:

    So, sind die Kritiker unter euch jetzt zufrieden? Haltet euch fest, der nächste Eintrag folgt in Kürze. Denn es ist schon wieder was Berichtenswertes passiert. Cliffhanger, und tschüss :)!

    PS: Die diesjährige Hasenarmada ist vernichtet.

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    PS II: Das müsstest du mir bitte erklären.

  • Der TJGP-Jahresrückblick 2013.

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    Meine Damen und Herren, hier kommt der Jahresrückblick für 2013. Ich liebe das. Einmal im Jahr die letzten 12 Monate durchackern, alles Revue passieren lassen, und am Ende meist mit einem guten Gefühl abschließen können. Also probieren wir’s mal. Vielleicht geht’s ja gut!

    Vorneweg muss ich (wie jedes Jahr) sagen, dass 2013 das wohl krasseste Jahr meines Lebens war. Diesmal aber echt ;)!
    Spaß beiseite. Es war wirklich krass. In allen Belangen. Aber jetzt reisen wir mal in den Januar zurück.

    Januar

    – Los ging das Jahr gleich mal mit dem großen Spachteln bei TJ (ehemals Stau). Wir fanden uns in kleiner Runde in Landshut ein und überfraßen uns zum Beispiel an dieser Perversität:


    –> Genau diese steht jetzt schon für heute Abend kalt 🙂

    – Reise 1: So prima gestärkt ging’s mit den (Ex-)Kollegen ab in den Schnee. Pistengaudi und Schnitzelspaß im Stubaital. Leider das einzige Ski-Wochenende 2013.

    – Reise 2: So prima vermuskelkatert düsten wir dann nach Berlin, um wieder eine Woche Mode-Gaganess zu erleben. Besonders gelungen ist dabei dieses Bild von zwei Unbekannten mit mittig postiertem Stargast:

    Oooook, Scherz beiseite. Das schönste Bild ist natürlich das hier von TJ und mir:


    –> Merkt euch dies: Augenringe verschwinden, wenn man das Bild verwackelt.

    – Reise 3: Schon wieder TJ. Und gleich nochmal Stubaital. Diesmal aber zur Entspannung.

    Ebenfalls am Start und schwer verstörend: Die Muller. Wer nicht mehr weiß, was das ist, liest hier nach.

    – Ah und noch was, das hier:

    Februar

    – Endlich mal wieder Regensburg mit meiner liebsten Pera. „Män, ich bin viel zu selten da“, dachte ich damals. Da wusste ich noch nicht, dass ich im Mai verdammt oft da sein würde – leider aus einem weniger feierlichen Grund.

    März

    – Der März bestand für mich nur aus der Nase. Bzw. aus der mentalen Vorbereitung auf die OP und der Heilung danach. Ausgangspunkt: Atmung vor allem nachts schwierig. Endpunkt: Atmung läuft wieder und weitere Spuren meines schweren Sturzes mit sechs Jahren sind nun auch beseitigt. Schon komisch, wenn man sich seine Visage in der Mitte einmal zerdeppern lässt, um sie dann wieder zusammenheilen zu lassen. Aber es war ein verdammt intensives Erlebnis und sowas macht einen ja immer stärker. Vielleicht war es sogar die größte Mutprobe meines Lebens.

    Wer eine Filmliste sucht, suche übrigens hier.

    April

    – Im April entwickelten Löwenherz und ich die „So geht Mittagspause“-Reihe. Wir schafften ganze sechs Fotos (aus Platzgründen nur ein Teil davon jetzt), also Respekt bitte 😉

    Mai

    – Der Mai. Ja. Der Mai hat unsere Familienwelt aus den Angeln gehoben, kräftig geschüttelt und dann zum Glück wieder eingehängt. Meine kleine Schwester hatte einen schweren Fahrradunfall – hat dem Fährmann aber sauber den Mittelfinger gezeigt. Tragt Fahrradhelme, kann ich euch nur raten! Schauen kacke aus, aber mit gebrochenem Schädel schaut man garantiert noch kacker (schöner Komparativ, nech?) aus.

    Juni

    – Reise 4: Kos. Eine der schönsten Wochen im ganzen Jahr und nach all dem Seelenschmerz sehr nötig. Vino auf dem Balkon, Beachvolleyball am Beach, viel Wasser und Sand auf der Haut, Ausflüge nach Bodrum und zum Paradise Beach und der Penis-Mann machten diesen zu einem meiner schönsten Urlaube ever. Natürlich vor allem wegen meiner Reisebegleitung Muse <3 (< — nein, ich schreibe nicht „Muße“ falsch, der Spitzname leitet sich aus ihrem Nachnamen ab). Barca, wir kommen!

    – Reise 5: „Yahoo! On the Road“ in Berlin und München. Was ein Event! Auch wenn wir in fünf Nächten nur ungefähr fünf Stunden Schlaf gesammelt haben: It was a blast!

    Hier nochmal ein paar Impressionen. Das war James Hersey nach unserem Interview, hört den gefälligst öfter!

    Das waren Capital Cities, die mir einen Song namens „Safe and Sound“ beschert haben, den ich wohl nie mehr hören kann, ohne dabei kurz zusammenzuzucken und dann den Raum zu verlassen.

    Das war die Stimmung im Circus Krone bei Seeed!

    Das war des Nachts, als wir schon ein bisschen durchgedreht sind.

    – Reise 6: Southside. Also da brauch‘ ich jetzt wohl wirklich nichts mehr sagen. Pure happiness. Und wieder einmal haben „Gaslight Anthem“ sich auf den vordersten Plätzen im Ranking meiner Lieblingsbands behauptet.

    Juli

    – Reise 7: Schon wieder ein halbes Jahr vorbei, schon wieder Fäschn Wiek in Berlinski. Mittlerweile waren wir aber so perfekt eingespielt, dass solch hochprofessionelle Aufnahmen entstehen konnten und dass wir auch Politiker vors Mikro debattiert haben.

    – Reise 8: „Yahoo! Wireless Festival“ in London. Weniger als 24 Stunden in der alten Hometown. Worth every second.

    Mein Baby feiert seinen zweiten Geburtstag im Jahr 2013.

    – Ausgelassene Tage an Seen und Flüssen:

    August

    – Welli-Schatz heiratet. Es ist die schönste Hochzeit, auf der ich je war und ich glaube, auf dem Bild sieht man, wie glücklich wir beide waren:

    – Reise 9: Kiel. Ab zu Anna, meiner alten Freundin aus dem Internet. Ich verbringe eines der schönsten Wochenenden des Jahres. Rückblickend war es ein kleiner Traum, in den ich mich immer wieder gerne flüchte.

    September

    – Reise 10: Meran. Pämson und ich machen zusammen Wellness, schwelgen in tausend alten Kalauern und erleben die erheiterndste Rückfahrt aller Zeiten. Man muss nur einen Stift und einen Zettel bei der Hand haben, dann lernt man lustige Lukase aus Weilheim kennen.

    – Löwenherz und ich machen die erste Kürbissubbenäktschn, hören die Shambles und läuten den Herbst ein.

    – Mein alter Herr feiert seinen 60. und gemeinsam begießen wir diverse Geburtstage in diesem Jahr.

    Oktober

    – Reise 11: NEW YORK CITY, finally. Änn und ich verbringen eine Woche im Big Apple – und zwar eine verdammt befreiende. Die ersten Tage waren schmerzhaft, weil ich Änn gebeten hatte, mich zu hauen, wenn ich den Namen einer Person sage. Dann wurde es besser, die Prügel weniger und das Herz leichter.

    – Ich verliebe mich in Yvonne Catterfeld. Ihr neues Album ist einfach so gut! Ich verliebe mich nicht in Elyas M’Barek, seine neue Platte ist mir zu arrogant.

    November

    – Na gut, ich verliebe mich ein bisschen in Matthias Schweighöfer, weil er gar so nett ist beim Interview.

    – Reise 12: Bambi in Berlin. Ohne Worte, saugut war’s!

    Dezember

    – Ich bin jetzt bei Soundcloud. Easy listening quasi.

    – Reise 13: London. Grund: Jude Law. Langsam höre ich auf mitzuzählen. Aber ich glaube, ich war innerhalb von 12 Monaten dreimal in London. 2014 setze ich aus, da machen wir lieber Barca, Rom und L.A.

    – Es passiert etwas, was ich nicht erwartet habe. Etwas, was sehr an meinen Innereien zerrt. Etwas, was mich bis gerade eben davon abgehalten hat, dieses Jahr Revue passieren zu lassen. Doch jetzt geht es. Aufwachen ist manchmal besser als Träumen.
    Ich lerne daraus: Der erste Instinkt ist bei Menschen meist richtig, Märchen gibt es nicht und zwischen dem, was jemand sein will und dem, was jemand tatsächlich sein kann, liegen Welten.

    – Ganz zum Schluss breche ich noch einen Rekord: Ich bin seit meinem Auszug 2005 mal wieder ganze acht Tage bei meinen Eltern. Hometown Glory in Reinform. I love it.

    Das Jahr geht für mich also mit Wundenlecken zu Ende. Aber mit der Gewissheit, dass die Wundheilung noch 2013 begonnen hat und ich nicht blutend in 2014 ankommen werde.

    „I want to feel warm again. Not cold and like pushing myself off.
    I want to be warm-hearted, light-hearted. Be faithful and able to forgive and to let go.
    I want to be peaceful and radiant and positive and wise.
    I have a heart of gold and I want it to shine.
    It beats in my chest.
    It is mine.
    I have a mighty heart.“

     

    So, und zum Schluss hätten wir da noch die traditionellen Fragen. Prost!

    Zugenommen oder abgenommen?
    Beides, aber am Ende wieder gleich ;).

    Mehr ausgegeben oder weniger?
    Mehr.

    Der hirnrissigste Plan?
    Für einen Tag nach London fliegen. War’s aber wert.

    Die gefährlichste Unternehmung?
    Ziemlich viel gesetzt. Und am Ende verloren. So ist das beim Spielen.

    Die teuerste Anschaffung?
    Mein Rimowa-Trolley.

    Das leckerste Essen?
    Einfach aber Kürbissuppe.

    Das beeindruckendste Buch?
    „Die Chemie des Todes“ – alt und megagut.
    Und „Das große Los“ von Meike Winnemuth. Damit hat sie sich unsterblich gemacht.

    Der beste Film?
    Holla, ob der Nasen-OP hab ich dieses Jahr drei Wochen Zeit gehabt, um nur Filme zu gucken.
    Sehr gut: „Eine ganz heiße Nummer“.

    Das beste Album?
    “Lieber so” von Yvonne Catterfeld. Ganz im Ernst. Und „Vol. 3“ von She & Him.

    Das schönste Konzert?
    Dieses Jahr war recht konzertarm. Aber BOY in New York waren wunderbar.
    Und Gaslight beim Southside. Naja, und Sarah Connor (sie hat mich persönlich eingeladen, konnte also nicht aus der Nummer raus) kann auch was.

    Das tollste/schlimmste Ereignis?
    Sehr toll war New York, sehr schlimm war Shortys Unfall.

    Die meiste Zeit verbracht mit…?
    Arbeit und Schlaf. Dicht gefolgt von Freunden.

    Die schönste Zeit verbracht…?
    Am Wasser, eindeutig. Und auf meinem Balkon.

    Vorherrschendes Gefühl 2013?
    Langt’s dann? Der Unfall meiner Schwester und der Unfall meines Herzens haben mich ziemlich ausgeknockt. Aber am Ende machen ein paar Narben die Haut robust.

    2013 zum ersten Mal getan?
    New York!

    2013 nach langer Zeit wieder getan?
    Mit Änn verreist. So richtig.

    Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
    Dass man seinen eigenen Gedanken einfach manchmal nicht glauben darf.

    Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
    Das zweite Leben für Shortman und die Gitarre, die ich von meinen Eltern zu Weihnachten bekommen habe.

    2013 war mit einem Wort…?
    Noch krasser als 2012 und 2011. Obwohl ich jedes Mal dachte, es geht nicht mehr mehr. Sollte das einem jezt Angst oder Mut machen? Ach, mit Angst ist man nie gut beraten. Ich bleibe mutig. Anders macht mein wildes Herz das eh nicht mit ;).

    So, und nun ist Schluss mit Stuss. Wir feiern jetzt Silvester und ich gebe euch noch ein paar Ratschläge mit auf den Weg:
    Lasst das Böllern sein, kauft lieber Kaschmirpullis von dem Geld.
    Schlagt euch die Bäuche voll und lasst die Gläser in dieser Nacht nie leer werden.
    Legt die Kopfschmerztabletten raus und stellt das Wasser bereit.
    Packt euch aufs Sofa, schaut Quatsch im Fernsehen und zelebriert das Sandeln am Tag danach.

    Und dann haltet ein.
    Schaut auf die weiße Wand und wiegt euch in Sicherheit. Denn ihr habt die Farben in der Hand und könnt 2014 so anmalen, wie ihr wollt. Vermutlich kackt euch hier und da ein Vogel ins Bild, aber nennen wir diese Punkte einfach Schönheitsflecken, die das Ganze interessant machen.

    Ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass ihr 2014 so gestalten könnt, wie ihr es euch am ersten Tag des Jahres ausmalt.

    Dass es wenige Hindernisse gibt und dass sie euch nicht abschrecken, sondern herausfordern, wenn sie sich zeigen.
    Dass ihr versteht, wo die Zeit am besten aufgehoben ist und dass ihr nichts davon versteht, wie man sie verschwendet.
    Dass ihr euren Kopf benutzt, euch aber nicht zu oft einen Kopf macht.
    Dass euch ein kaltes Herz fernliegt und dass ihr eures warm und kraftvoll anderen Menschen nahelegt.
    Dass ihr über die Stränge schlagt und die Strenge schlagt.
    Dass ihr auf euch achtet und versucht, die beste Version von euch zu sein.
    Dass ihr dabei niemanden verachtet, sondern ihm feinfühlig und gewissenhaft zur Seite steht, wenn er gerade nicht die beste Version von sich sein kann.
    Dass ihr mutig seid und tollkühn fortschreitet, nicht ängstlich und zaghaft auf der Stelle tretet.
    Dass ihr euch nie eine Grenze setzt, nur weil das Alter eine zu ziehen scheint.
    Dass ihr neugierig bleibt und angriffslustig, begeisterungsfähig und gewitzt, um in kindlicher Manier Dinge zu finden, die es wert sind, entdeckt zu werden.
    Dass ihr das Risiko eingeht, verschlossene Türen aufzubrechen und nach dem zu suchen, was das Leben lebhaft macht.
    Dass ihr liebt und zwar ohne Vernunft, dass ihr fühlt und zwar pur.
    Dass ihr wisst, wann ihr schwimmen solltet und wann ihr euch treiben lassen müsst, um an euer Ziel zu kommen.

    Ich glaube, so kann man ganz gut leben.

  • Nothing comes to nothing without my baby, nothing ever comes to nothing with my baby, all I ever do…

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    …Where’s the happy prince? Where? There’s his smiling bride.
    He’s right beside you Flo…

    Nothing ever comes to nothing without my baby,
    Nothing’s ever good for nothing with that lady.

    (Babyshambles: „Nothing Comes To Nothing“ auf „Sequel to the Prequel“)

    –> Das neue Babyshambles-Album ist toll. Eigentlich klingt es so, als wäre es gar nicht von ihnen. Weil es zu gut ist. Aber Peters Organ stellt die Sache klar. Es gibt wohl nur wenige Musiker, die so einen Wiedererkennungswert in ihrer Stimme haben. Respekt.
    So, was wollte ich eigentlich sagen? Das WE ist vorbei und das ist passiert:

    So schaut es aus, wenn Löwenherz und meine Wenigkeit zwei Hokkaidos, sechs Möhren, Sellerie, Lauch, Salz, Pfeffer, Muskat, Curry, Crème Fraîche und Kernöl zusammenschmeißen und uns dann in kürzester Zeit völlig daran überfressen. Es ist unglaublich, wie einen ein (!) Teller püriertes Gemüse so fertigmachen kann. Leider wird das jetzt ca. sieben Tage so weitergehen, denn der Topf ist noch mehr als halb voll. Wer möchte, kann gegen eine kleine Gebühr (in Form einer Rückenmassage ausgeführt an MEINEM Rücken) gerne einen Teller bei mir verspeisen. Inkl. Babyshambles-Beschallung versteht sich.

    Außerdem entdeckten wir bei einem Spaziergang das hier:

    Ich wusste bislang nicht, dass es Geschäfte für Glasaugen gibt. Ihr etwa? Hätte mich ruhig mal wer informieren/vorwarnen können! So, mit diesem Augenschmaus starten wir jetzt in die neue Woche, die scheinbar aus den beiden Flüssigkeiten Kürbissubbe und Regen besteht. Prost, Mahlzeit!