Illness of Heart Tag Archive

  • What a difference a day made, twenty-four little hours …

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    … brought the sun and the flowers
    Where there used to be rain.

    (Dinah Washington : „What a Diff’Rence a Day Makes“)

    „Wieso kommt denn auf dem Blog nix mehr?“, fragte meine Tante mich kürzlich.
    „Weil ich mein Berufsleben da nicht ausbreiten will“, antwortete ich.

    Als ich später nochmal darüber nachdachte, erinnerte ich mich an früher.
    Früher postete ich ständig hier. Kleinigkeiten aus dem Alltag, wichtige und unwichtige Geschichten, einfach Fotos von spektakulären oder belanglosen Erlebnissen mit Texten dazu.
    Das ist alles weniger geworden. Weil June Gloom in zehn Jahren, die es junegloom.de schon gibt, erwachsener geworden ist, vielleicht ein bisschen weniger mitteilungsbedürftig, und weil das hier immer ein Ort für eher nicht so arbeitslastige Themen war. Job war Job, junegloom.de war Spielwiese.

    Mittlerweile verschwimmt das oft. Der Job ist zeitintensiv und ausfüllend und dabei sehr er-füllend und somit gibt es immer weniger alltägliche Lebensgeschichten, die ich hier erzähle. Zeitweise habe ich sogar daran gedacht, junegloom.de dicht zu machen, weil ich nur noch höchstens einmal im Monat etwas schreibe. Doch diese Seite gehört zu mir, ist ein Platz in meinem Leben und für mein Leben, den ich nicht hergeben will. Wenn ich zum Beispiel an mein Madeira-Tagebuch vom letzten Jahr denke, dann wird mir warm ums Herz. Ich bin dankbar dafür, dass ich solche Reisen hier festhalten und bei Bedarf nochmal nachfühlen kann.

    Trotzdem soll junegloom.de nicht nur noch als Reisetagebuch dienen, denn zwischen Reisen und Arbeit muss ja auch noch was sein, das es wert ist, aufgeschrieben zu werden. Deshalb teile ich heute mal ein paar Gedanken zu diesem wunderbaren Tag mit euch.

    Heute war nämlich einer der allerschönsten Tage der letzten Wochen. Ich kam gestern Abend sehr spät von einer vollgepackten Dienstreisewoche heim und fiel völlig erschöpft ins Bett. Erst eine zweitägige Konferenz, dann direkt das GNTM-Finale und danach nochmal eine zweitägige Dienstreise hatten mich die Woche über sehr in Beschlag genommen. All diese Trips quer durch Deutschland waren ereignisreich, spannend, erfolgreich – und anstrengend. Denn man beamt sich ja nicht aus dem eigenen Bett auf einen Stuhl irgendwo, und dann geht’s los, sondern man reist, checkt Tickets, (Internet-)Zugänge, packt Koffer ein und wieder aus, richtet sich jeweils für eine Nacht in fremden Hotelzimmern ein, trifft tausend Leute … es mag sich anhören wie Jammern auf hohem Niveau, aber es zapft auf Dauer doch an der Kraftreserve.

    Genug davon, ich fiel also gestern wie eine spreißelige Holzplanke ins Bett und ich weiß nicht, was über Nacht passiert ist, aber ich wachte heute so erholt und lebenslustig auf, als hätte jemand das Holz abgeschliffen und eingeölt.

    Erster Gedanke nach dem Aufwachen: Wann geht nochmal der Zug?
    Zweiter Gedanke nach dem ersten: Die Reisewoche ist vorbei!
    Ich fühlte mich plötzlich wie gereinigt und völlig frei.
    Endlich nicht aufstehen, um zu packen und in einen Flieger oder Zug zu steigen, sondern um zum ersten Mal in diesem Jahr nur im Top (und natürlich mit Hose, haha) eine Runde im Park laufen zu gehen.
    Endlich ohne Zeitdruck oder Calltime ausgiebig frühstücken, und zwar schön zerrupft im ollen Oasis-Schlaf-Shirt auf dem Sofa mit YouTube-Videos, nicht neben fremden Menschen alleine im Frühstückssaal eines Hotels. Es gab Toast mit Erdnussbutter, Marmelade und Bananen, lecker!
    Endlich ein bisschen gemütlich im Internet surfen, und zwar nicht auf bahn.de, sondern auf meinen Lieblingsblogs, die ich ewig nicht gelesen habe.
    Endlich meine liebste zerfetzte Jeansshorts anziehen, und zwar aus meinem eigenen Schrank, nicht aus dem Koffer.
    Endlich die Stones (12. September Olympiastadion, hell yes!) so richtig nervig laut machen und blöd dazu durch die Bude wackeln, und zwar ungestresst.

    … es tat so gut. Es fühlte sich so richtig und verdient an.

    Dann radelte ich auf Beate III. mit meiner Lieblingsdecke, die mich seit mindestens fünf Sommern treu begleitet, reichlich Wasser und Sonnencreme (und Sekt, der sich dann als alkoholfrei herausstellte, was die Ladys zu „Waaas? Ohne Alkohol? Na zum Glück haben wir noch einen dabei“ verleitete), der Sonnenbrille auf der Nase und ungemachten Haaren in den Englischen Garten zu unserem Stammplatz am Schwabinger Bach.
    Dort traf ich die Girls und wir kaperten ein schönes Plätzchen am Wasser im Schatten und machten uns breit. Für fünf Stunden. Wir und Wiesen und Bäume und der blaue Himmel und die Sonne und dusselige Gespräche über Manuel Neuer und ein paar Schlucke Sekt und Butterkekse und ehrliche Lacher und Speckröllchen und Pieselpausen und blöde Hunde und süße Babys und Nudisten und Eisverkäufer und Pfandsammler und tausend andere Leute, die in Frieden diesen wonnigen Tag genossen und das Leben.

    Das war der schönste, entspannteste, sorgenfreiste Tag seit Langem. Und er ging so einfach.
    Es fühlt sich gerade so an, als ob meine Seele in einer Hängematte liegt und immer wieder kommt jemand und steckt ihr eine süße Erdbeere in den Mund.
    Vermutlich wird sie da nicht ewig liegen, oder es kommt bald wer mit einem Löffel Essig.
    Aber dann nehme ich mir ganz fest vor, ihn auszuspucken und nicht lang im Abgang zu schmecken.

    Auf einen herrlichen Sommer, Herrschaften.

  • I didn’t take no shortcuts …

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    I spent the money that I saved up
    Oh, Momma running out of luck
    Like my sister, don’t give a f***.

    (The Strokes: „Barely Legal“ auf „Is This It“)

    War hier irgendwer schon mal so richtig krass verknallt? Ich meine nicht echte Liebe oder so ein Zeug. Sondern so ein richtig dusseliges, hingebungsvolles, bescheuertes Verknalltsein mit „egal was er macht, er ist der König der Welt“-Gefühl. Treue Leser dieses Blogs dürften bereits ahnen, um wen es in den nächsten Absätzen geht. Schließlich war ich ihm über die Jahre auch auf dieser Seite stets treu (Beweis 1, Beweis 2, Beweis 3). Jackpot, ihr Hirnis, es geht um Julian Casablancas. Seines Zeichens der Mann, der die Strokes groß gemacht, eine phänomenale Soloplatte rausgebracht (DU: Mund halten!) und jetzt nochmal den Hahn aufgedreht hat. Aber damit ich nicht komplett dusselig, hingebungsvoll und bescheuert wirke, machen wir das wieder artig der Reihe nach.

    Team Juliver war am Wochenende in Barcelona und verbrachte dort die bislang schönsten Tage des Jahres 2015. Wie ihr wisst, ging mein erstes Date mit dieser Stadt letztes Jahr wettertechnisch ziemlich in die Binsen (hier nachlesen). Versuch Nummer 2 entschädigte mich gewaltig dafür. Wir hatten vier Tage lang nur Sonne. Als airbnb-Profis mieteten wir uns wieder in so einer Bude ein, diesmal im Viertel La Barceloneta, das direkt am Strand liegt.

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    Tolle Fahrradgaragen haben sie da übrigens auch in dem Haus:

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    „Direkt am Strand“ war wirklich sehr direkt. Aus der Tür, links, 30 Sekunden gehen, schon standen wir im Mittelmeer. Wenn jemand also mal die perfekte Unterkunft für Barca braucht, melden. Ich spiele gerade mit dem Gedanken, sie einfach ganz zu kaufen, meinen Lebensmittelpunkt zu verlegen und der Rest wird sich dann schon von selber erledigen. Will wer mit?

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    Apropos „mit“ … Carsten war natürlich dabei. Da ich Carsten nämlich noch mindestens drei Wochen tragen muss, haben wir zwei uns arrangiert. Er ist jetzt fester Bestandteil meines Lebens, quasi mein Lebensgefährte. Auch meine Freunde haben ihn liebevoll aufgenommen, grüßen mittlerweile zuerst ihn, dann mich und sorgen sich rührend (Anekdote: Oliver steht auf, zieht die Jalousien hoch, sagt „Guten Morgen, Carsten“. Ich sage: „Guten Morgen, Oliver“. Oliver sagt: „Ach ja, guten Morgen, Juli“).

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    Dieser Ausblick war uns allerdings lieber. Es geht nichts über eine schöne, spanische Dosen-Cerveza zur Vorbereitung auf das diesjährige Southside.

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    So, kommen wir zum Anlass dieser Reise: Das Primavera Sound Festival. Es war doch tatsächlich meine erstes Festival im Ausland und das hatte einen triftigen Grund (hier schließt sich der Kreis): Die Strokes gaben sich die Ehre. Diese Band hat meine späten Teenager- und kompletten Twen-Jahre beschallt. Es gibt keinen Song, den ich nicht kenne, und wenn einer irgendwo läuft, macht mein Körper den Namen der Band („Stroke“ heißt übersetzt unter anderem „Schlaganfall“).
    Kurz: Ich bin ein ziemlicher Hardcore-Fan. Eventuell sogar Groupie. Naja, vertiefen wir jetzt nicht. Auf jeden Fall hatten sich nicht nur die Strokes, sondern auch gleich noch Julian mit seinem neuen Band-Projekt „The Voidz“ angekündigt. Dazu Damien Rice und ein paar Konsorten – also mussten wir da hin. Vor Ort trafen wir Angie und Michi, das Cuarteto contento war completo.

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    Wenn dann im warmen Abendlicht so ein Push auf dem Handy erscheint … hach!

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    Das Zeug, das er mit den Voidz macht, kann man sich nicht anhören, ganz grässlicher Rotz. Aber ihn, ihn kann man sich anschauen. Denn der gute Jules hat echt was aus sich gemacht. Die Wuschelfrise ist einem schicken Vokuhila mit roten Highlights gewichen, der einst schlanke Body hat jetzt richtig Wumms und statt Lederjacke trägt er nun vorteilhafte Westen. Böse Zungen mögen behaupten, dass er ein bisschen die Kontrolle verloren hat. Ich glaube, das ist alles so gewollt und Kunst. Ähem. Seine Bühnenpräsenz ist auf jeden Fall so, dass ich mit offenem Mund dastehe und dumm glotze, bis er die Bühne wieder verlässt.

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    Ebenfalls sprachlos machte uns Damien Rice. Wenn ein großer Sack Reis (jaja, der war mies) umfällt, ist das nicht annähernd so gut, wie wenn dieser kleine Mann sich nur mit seiner Gitarre hinstellt und mit voller Inbrunst seine Herzschmerz-Hits schmettert. Wundervoll!

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    Auch sehr wundervoll zu beobachten: Herr Rice gesellte sich danach zu einem Stand auf der Fressmeile, aß Trauben, war „not into that selfie thing“ und – ja – war einfach da und einer von uns.

    Bis es mit den Strokes dann richtig ernst wurde (nämlich am nächsten Tag gegen Mitternacht), ließen wir uns vom Trubel und Getröte in den Straßen aus den Betten katapultieren. Stellt es euch in etwa so vor: Eine bayerische Blaskapelle reißt um 8 Uhr morgens eure Schlafzimmertür auf, quetscht sich hinein und spielt mit sehr viel Nachdruck ihre Liedln. Ununterbrochen, stundenlang, hochmotiviert und weit über Zimmerlautstärke. (Der Grund: Fußball, Copa del Rey = der spanische DFB-Pokal, Barca hat gegen Bilbao gewonnen – wusste ich natürlich alles nicht, musste ich nicht nachschlagen.)

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    Wir machten also ein bisschen Sightseeing und erstanden Dinge, mit denen wir die letzten Lücken im Handgepäckstück füllen konnten (jaja, wir denken mit!).

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    (Nein, er hat das Teil nicht gekauft, ich habe es verboten!)

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    Erwähnte ich, dass ich diese gesüßte Kondensmilch vergöttere? Diverse Vergleiche zu Körperflüssigkeiten verbitte ich mir.

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    So, und dann war der Abend der Abende gekommen. Juliver ließen sich vorsorglich noch piercen. Eigentlich wollte ich auch Julians Frisur nachmachen, aber dazu waren meine Haare noch zu kurz. Good things can wait 🙂

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    Die Nicht-Behindis betätigten sich sportlich:

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    Und dann nahmen wir (drei Stunden vor Anpfiff) unsere Plätze in den vorderen Reihen vor der Bühne ein. Diese Spannung, dieses Gruppen-Freuen auf das Konzert, magisch.

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    Und dann war alles außer Kontrolle und ich 90 Minuten lang in einem anderen Universum. Das kann man eventuell mit einem Fußballspiel vergleichen oder mit „Star Wars“ oder so. Nein, eigentlich kann man es mit nichts vergleichen, ehrlich.

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    Hier noch ein kleines Video von einem meiner liebsten Hits „Taken For A Fool“:

    Was für ein komisches Gefühl das danach war. Einerseits, als hätte man einem Ballon die Luft abgelassen, andererseits, als sei etwas vollgepumpt mit Glück. Vermutlich ich. Sicher sogar! Strokes, danke! Ich verehre euch wirklich dafür, dass ihr so bescheuerte Trennungsspäße sein lasst und stattdessen alle Paar Jahre ein bisschen Kohle in die Kassen spült. Meines wird immer wieder dabei sein. Versprochen.

    Euphorisch und tiefenentspannt nahmen Juliver am Sonntag dann noch ihren Monate im Voraus vereinbarten Termin mit Gaudí wahr. Endlich eine Besichtigung der Sagrada Família, die wollte ich schon so lange sehen.

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    Wer was à la Notre-Dame de Paris oder so erwartet, vergesst es. Die Sagrada ist vom andern Stern, sehr modern. Am tollsten sind die Fenster. Ein klassischer Fall von „kannste im Foto nicht festhalten“, musste hingucken und es dir merken, wenn du dich daran erinnern willst. Es ist, als ob das Licht einen umarmt und ein paar Zentimeter vom Boden hebt.

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    Lustig, dass Julian auch da vertreten ist.

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    So, und jetzt Schluss, hasta luego!
    DANKE an Oli, du unglaubliche Reisebegleitung. DANKE an Angi und Michi, ihr Tollen! DANKE an Carsten, auf dich ist Verlass (sorry, dass du jetzt so dreckig bist).

    Wer kommt nächstes Jahr mit? Also wir fahren wieder, wurscht wer spielt.

  • But this is all I ever was …

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    … And this is all you came across those years ago
    Now you go too far
    Don’t tell me that I’ve changed because that’s not the truth
    And now I’m losing you.

    (Mumford & Sons: „Ditmas“ auf „Wilder Mind“)

    Wer mich und meinen sehr klaren Musikgeschmack kennt, hat mit Sicherheit sofort die beiden Songs auf dem neuen „Mumford & Sons“-Album identifiziert, die meine liebsten sind (anbei: ein großartiges Album). Es sind immer zwei. Beim letzten waren es „I Will Wait“ und „Lover of the Light“, jetzt sind es „Ditmas“ und „The Wolf“. Ich glaube, wenn ich die höre, radel ich nochmal 10 km/h schneller.

    Apropos radeln. Letztes Mal hatte ich es schon davon. Jetzt glorifiziere ich es. Denn:

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    Jawohl, ich habe mich diesen Sommer für den bequemen Laufschuh aus der Kategorie „Sie können auch einen Gips haben, wenn Sie wollen. Jetzt nehmen Sie den hier, Sie können doch alles tragen“ entschieden. Wie kam’s zu dieser filigranen Gehhilfe? Ermüdungsbruch. Ziemlich beschissen. Ich hätte die verrutschte Schuhsohle beim “Wings for Life World Run” doch noch zurechtrücken sollen für die letzten fünf Kilometer. Hab ich nicht, weil ich die Zeit nicht ruinieren wollte – zack, Knochen malträtiert und nun habe ich Carsten. So nenne ich das Ding, denn der Name ist so hässlich und das passt (sorry an alle Carstens, ihr seht dafür sicher blendend gut aus). Meine Mama fragte, ob Carsten vielleicht jetzt der Mann sein könnte, den ich mir freiwillig ein Leben lang ans Bein binde. Ich denke nicht. Ich HOFFE nicht. Aber ich will mit ihm gehen. Ein bisschen.

    Zum Glück kann ich mit Carsten radfahren, sonst wäre ich vermutlich schon depressiv. Aber da das Gewicht da größtenteils auf dem Sattel lastet, haut das ganz gut hin.

    So, was haben wir noch? Und wieso schreibe ich überhaupt schon wieder? Mir ist grad danach. Immer wieder sonntags. Ich war am Wochenende daheim im grünen Paradies. Gibt es was Schöneres, als einen prima gepflegten Garten? Ich konnte leider nicht an der Pflege teilnehmen, bin ja behindert jetzt, aber mein Papa hat das auch allein super gemacht, während ich mein lädiertes Bein jammernd in die Sonne reckte und mir Köstlichkeiten bringen ließ.

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    In diesem Garten kann man wunderbar sein neues Strokes-Shirt probetragen. Meine Schwester denkt nämlich mit und weiß, dass ich Ende Mai hier verweilen werde (Carsten darf nicht mit, der Arzt sagte, das müsste gehen, solange ich nicht springe). Und dafür hat sie mir schon mal das Outfit beschafft. Selbstverständlich werde ich es mir sofort vom Leib reißen, wenn Julian die Bühne betritt werde ich mich damit in die erste Reihe stellen und heulen vor Glück.

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    Dort kann man auch wunderbar grillen. Taten wir am Samstag. War gut. Könnte ständig grillen bzw. Gegrilltes verspeisen. Möchte jemand mein persönlicher Grillmeister werden? Den Henssler wollt ich jetzt nicht fragen. Als Belohnung kann die Person dann Carsten haben, wenn ich mit ihm fertig bin.

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    So, kurz und knackig heute. Besser als nix. Jetzt überlege ich, was ich euch noch erzählen könnte. Kinder, passt einfach auf. Übernehmt euch nicht. Esst viel Eis und raucht nicht. Dann kommt ihr sicher schon mal ziemlich weit. Auf einen wilden Sommer. Wilder Mind.

  • All of my dreams, they fall and form a bridge …

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    … Of memories where I can’t get back
    All of my dreams, they fall and form a bridge
    Of memories where I can’t get back
    To you.

    (First Aid Kit: „Stay Gold“ auf „Stay Gold“)

    Mein Gott, hat das wieder gedauert, bis ich nun endlich die Muße finde, um diesen letzten Beitrag zu meinem Roadtrip-Diary zu schreiben. Jetzt kommt ihr aber nicht drum rum. Ab nach San Francisco – oder Sun Funcisco, wie wir es auch gleich nennen können.

    Angefangen hat alles mit dem Anfang. Was für ein sinnvoller Satz :). Er ist aber so gemeint: Erin, unser erster airbnb-Host in San Diego gab uns den Tipp mit dem Cliff House mit auf den Weg und während der ganzen Reise freuten wir uns darauf, dieses Restaurant als allererstes in SF anzusteuern. Gesagt, getan. Und wie so oft wurden wir von der Natur bombastisch überrascht. Wir genossen unser Frühstück nämlich in Gesellschaft einer wilden Delfinschule.

    Wer auch immer wann auch immer nach SF reist: Macht es uns nach! Das Cliff House ist ein magischer Ort!

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    Merke: Am Meer ist der Himmel verhangen, in der Stadt scheint die Sonne. Ein zauberliches Phänomen. Gut gestärkt bezogen wir nach dem Brunch im Cliff House unser letztes Heim auf dieser Reise (wir wohnten übrigens in Noe Valley, in der Nähe der Kirche, in/bei/mit der „Sister Act“ gedreht wurde).

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    Und daaann? Ab in die City! Erst mal das Pflicht-Touriprogramm absolvieren, um einzutauchen. Hier hätten wir den berühmten Pier 39 mit seinen stinkenden Robben. Oliver fand die ja wahnsinnig toll. Ich konnte mich irgendwie nicht dafür erwärmen.

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    Aber: Ich habe was gelernt! Seelöwen und Seehunde sind unterschiedliche Tiere, aber beide Robben. Jetzt tut nicht so, als hättet ihr Schlaumeier das wieder gewusst.

    Mich hat dafür Alcatraz aus der Ferne fasziniert. Leider haben wir es nicht mehr geschafft, und den Kasten anzugucken. Vielleicht ist das aber auch das Geheimnis, damit es für immer ein Geheimnis bleiben kann.

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    Machen wir weiter im Touri-Mode und schauen uns SF mal von oben an. Das geht wunderbar vom Coit Tower aus, der auf dem Telegraph Hill wacht. Achtung, es windet da oben. Aber man kommt schnell rein und schnell wieder raus.

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    Wer die Stadt nochmal aus einer anderen Perspektive von oben sehen will, düst noch zu den Twin Peaks Hügeln und schaut von da aus runter. Auch sehenswert! Übrigens sind die da recht lässig, die San Franziscosen. Nirgends wird gehupt, nirgend’s gibt’s Stress. Jegliche Sehenswürdigkeiten kann man easy ansteuern und besichtigen, ohne lange warten zu müssen.

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    San Franciscos Wahrzeichen und die Erklärung für das Eingangs-Songzitat ist aber natürlich die Golden Gate Bridge. Das Gefühl, mit Termie II drüberzubrettern, ist schon erhebend. Auf der anderen Seite gibt es dann diverse Aussichtspunkte, wo man umsonst parken und glotzen und posen kann. Haben wir natürlich gemacht und hatten sauviel Spaß dran nur für euch und wegen der Vollständigkeit erledigt :).

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    (Auf diesem Bild sehe ich aus, als hätte ich während der Reise jeden Tag mehrere Stunden mit extremem Boxsport zugebracht. Habe ich nicht, keine Angst, alles beim Alten.)

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    Nachdem das Pflichtprogramm geschafft war, atmeten Oli und ich durch. Wir hatten an den ersten Tagen in SanFran festgestellt, dass wir irgendwie nicht mehr aufnahmefähig sind. Man steht vor der Brücke – vor DER Brücke – und müsste eigentlich laut schreien und wie ein wilder Affe herumhüpfen vor Überwältigung – aber der Speicher ist voll. Es geht nix mehr rein. Deshalb nutzten wir die letzten Tag, um einfach zu treiben.

    Zum Beispiel im Hippie-Viertel Haight-Ashbury. Beim Schlendern auf der Haight Street kann man wirklich alles haben: diverse Drogen aus einem alten Hut, original Flapperdresses aus den 20ern, circa jedes Gericht der Welt und ein sofortiges Date mit einem großen, schönen Mann. Selbstverständlich widerstand ich allem und gönnte mir lieber etwas zeitloses Materielles.

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    So, was haben wir noch? Ein kleines Sammelsurium an Restbilder. Es geht dem Ende zu!

    Ein bisschen Strand …

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    Ein bisschen Nachbarschaft – das ist der Mission Dolores Park, da hängt man gegen Nachmittag ab.

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    Ein schön benanntes Hotel in der Innenstadt …

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    Der Union Square mit dem Dewey Monument, der Siegesgöttin …

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    Die Lombard Street …

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    Natürlich auch im Video 🙂 (nicht wundern, das ist von unserer florierenden Facebook-Seite) …

    Und dann kam plötzlich der letzte Abend. Das letzte Dinner, das letzte Menü, das letzte Bier, der letzte Sonnenuntergang und ganz schön viel Stille. Als wir im The Vestry saßen (wir bekamen einen gemütlichen Tisch im Fenster, mehr Romantik am letzten Abend geht nicht) wussten wir beide nicht so recht, was wir sagen sollten. Wie zur Hölle soll man die richtigen Worte finden, um sein Lager in California abzubrechen?

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    Zum Glück entdeckte ich erst nach diesem letzten Abendmahl Folgendes: Portioniertes B&J am Stiel! Das wäre mein tägliches Verderben gewesen, ich schwöre.

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    Wenn ich diese beiden Fotos jetzt poste, sind das die letzten von Juliver CA. Die letzten Bilder unserer großen Reise.

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    Ich würde gerade am liebsten wieder so ein Gesicht ziehen. Es war einfach so unglaublich unglaublich. Ein Traum, der seit meiner Jugend präsent war, ist jetzt plötzlich gelebt und Teil meiner Realität geworden. Ich kann einen Haken hinter diesen Punkt meiner Liste machen und mich mit dem guten Gefühl zurücklehnen, dass ich zurückkehren werde, um die schönsten Sachen nochmal anzuschauen. Irgendwann. Wenn ich wieder träume.

    Wir haben diese drei Wochen mit so vielen Erlebnissen gefüllt, wie man sie sonst nur in 12 Monaten unterbringt.

    Oli, ich danke dir! Wir haben das großartig gemacht und ich sage ganz ohne zu übertreiben, dass das mit Abstand der aufregendste Urlaub meines Lebens war.

    PS: Weil man ja immer brav in die Zukunft blicken soll, haben Jutter und ich uns erlaubt, schon mal unseren „Sommer im Winter“-Urlaub für Februar/März zu buchen. Indischer Ozean, mach dich wieder bereit, die zwei Surfprofis kommen wieder zum Sporteln BH-losen kommen wieder zum dekorativ in der Sonne liegen.

    PS II: Ab jetzt geht es hier wieder mit der Alltagsberichterstattung weiter. Die musste ja jetzt zwei Monate warten und da hat sich einiges angesammelt. Ich werfe mal BAMBI, Backen, Bauerfeind, Blackroll, Brille, Bayern vs. Rom, Bänderriss, Bücher, (verdammt, jetzt gehen wir die Wörter mit „B“ aus) Frank Juice Detox, Gaslight und Usedom in den Raum. Das wird spannend, nech?

  • Los Angeles: Hooray for Hollywood!

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    …That screwy ballyhooey Hollywood
    Where any office boy or young mechanic can be a panic
    With just a good looking pan
    And any barmaid can be a star maid
    If she dances with or without a fan.

    („Hooray for Hollywood!“ von John Mercer –> Kennt man von den Oscars und so.)

    Mehr braucht diese Headline nicht, um alles auszusagen, was L.A. in mir hervorgerufen hat. Ein lupenreines Hooray nämlich! Seit ich denken kann (na gut, Lüge, als ich anfing zu denken, wollte ich vor allem in den Sandkasten), wollte ich in diese Stadt. Auch wenn immer alle sagten: „Das ist nicht so geil, wie man denkt“ und „Erwarte nicht zu viel von L.A.“, wollte ich hin und das Ganze mal selber begutachten, eventuell entzaubern. Und wisst ihr was? Ich wurde umsonst gewarnt, denn diese Stadt ist grandios! Sie hat mich von der ersten Minute an in ihren Bann gezogen, mir liebevoll ihr Lebensgefühl übergestülpt – und sich nicht ent-zaubert, sondern mich ver-zaubert.

    Komplett übertroffen haben wir uns auch selbst in Laguna Beach, als wir 100 Meter vor der Autobahnauffahrt mit fancy blinkendem Warnsignal („Suchen Sie SOFORT eine Werkstatt auf!“) noch schnell das Schild einer Autowerkstatt registrierten und in deren Einfahrt bretterten. Dort teilte man uns mit: „Ja, ganz gut, dass ihr rausgefahren seid. Sonst hätten wir womöglich morgen in der Zeitung von euch gelesen.“ Klar, Scherz, trotzdem ein Hoch auf unsere blitzschnelle Reaktionsfähigkeit und ein dickes Danke an die lieben Leute in Laguna. Wir konnten mit dem Autoverleih telefonieren und sie haben uns zackig das Ersatzrad aufgezogen, mit dem wir es zur nächsten Dollar-Station schafften. Wir starten diesen Eintrag also mit einem besonders hässlichen Bild und einem kleinen Quiz. Was ist das für ein Metallteil, das unseren Reifen geplättet hat? Der Gerät wurde bislang nicht identifiziert. Wer es weiß, kann es als Dekogegenstand haben.

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    So kam es also, dass wir in diesem schwerfälligen Omma-Chrysler die Küste bis Los Angeles erkunden durften. Kam in den ganzen Kurorten gar nicht so schlecht 😉 Auf jeden Fall war klar: Vor der Wüstentour musste das Teil wieder umgetauscht werden. Jetzt aber erst mal ein paar Fotos. Sind ja nicht zum Spaß hier, wa?

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    Wer kauft mir das rechte Strandhaus in Newport? Als Gegenleistung helfe ich euch bei der nächsten Reifenpanne!

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    In L.A. angekommen bot sich erst mal dieser Anblick. Das ist Marina del Rey, unsere Hood für die nächsten Tage (kann ich übrigens sehr empfehlen. Liegt direkt am Venice Beach und bei den Kanälen, ist sicher und schön). Wer jetzt befürchtet, dass es da furchtbar nach Fisch stinkt: Nee. Das Wasser könnte man trinken, so penibel sauber wird es gehalten (vermutlich kippen sie allerhand Chemie hinein, weshalb man es eventuell doch nicht trinken sollte). Wir zogen also bei Jewels (auch eine interessante Schreibweise meines Spitznamens) ein und ihre erste Ansage schenkte uns einen vagen Vorgeschmack auf die Stimmung in L.A.: „Wundert euch nicht, wenn es nach Gras riecht. Das haben sie hier legalisiert.“ Sauber.

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    Am nächsten Tag musste erst mal eine Ladung Traumwelt in der Traumwelt her. Wir düsten nach Anaheim Richtung Disneyland. Da wir auf Action stehen, machten wir dort zuerst den Adventure Park unsicher, bevor wir schnallten, dass das Disneyland noch kommt. Folgendes sei euch angeraten: Macht auf jeden Fall den Terror Tower, die Wildwasserbahn (wenn die Sonne scheint, danach seid ihr nämlich klatschnass) und dieses Arielle-Teil. Lasst die Cars-Geschichte weg (da standen wir zwei Stunden lang an), fahrt drei mal Achterbahn, falls ihr keine Lust habt, an dem Tag noch was zu essen und nehmt im Mickey Mouse-Riesenrad NICHT die schaukelnden Gondeln.

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    Wenn ihr besonders cool erscheinen wollt, tragt die weißen Nike Air Force 1.

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    Und diese Coke.

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    Etwas blümerant (wie gesagt, fahrt sie nicht drei Mal …) schlichen wir dann rüber ins Disneyland. Eigentlich steh ich ja nicht auf Kitsch. Aber ja, zugegeben, als ich dann vor dem Dornröschenschloss stand, entfleuchte mir ein „Ooooh, Oli! Ist das schööön! Los, wir gehen sofort rein“. Der arme Kerl musste sich dann durch die Dornröschen-Geschichte quälen. Sorry nochmal!

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    Im Grunde hat man das Zeug im Disneyland dann schnell gesehen, wenn man nicht grade fünf Jahre alt ist und wirklich alles ausprobieren und anfassen muss. Den Erwachsenen empfehle ich unbedingt die Bootsfahrt durch die unterirdische „Fluch der Karibik“-Welt. Wir saßen mit offenen Mündern in unserem Bötchen. Zu krass. Dieses Jack Sparrow-Bild bringt nicht im Geringsten das rüber, was einen da unten erwartet.

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    Dieser Dekoartikel (Lumière aus „Die Schöne und das Biest“) leuchtet jetzt übrigens in meiner Wohnung als Erinnerung an meinen ersten Disneyland-Besuch. Sollte ihn jemand doof finden, kriegt er ihn übergezogen. Ist ganz schön wertig das Teil. Also Contenance.

    lumi

    Nehmt euch für den Abend am besten nix mehr vor. Disney macht einen platt. Wir hatten doppelt so dicke Beine und mussten auf den Händen ins Haus laufen, wo wir halbtot in die Betten krachten.

    Am Morgen hatten die Haxen aber wieder Normalformat und wir düsten mit Chrysi ab nach Hollywood und betrieben ein wenig Sightseeing. Es ist schon erstaunlich, wie mitten in dieser Stadt dieses gesegnete und verfluchte Hollywood liegt, und es einfach niemanden kratzt. Das meine ich mit dem L.A.-Lebensgefühl. Die Menschen da wissen, dass sie es gut haben und dass ihre Stadt wahnsinnig schön ist. Das genießen sie einfach, ohne groß rumzustressen. I like. Sollten wir auch mal versuchen. Schließlich haben wir es auch schön in München und wirklich keinen Grund, allerweil zu lamentieren.
    Nichts zu lamentieren gab es auch bei diesem Kauf. Der ein oder andere mag mitbekommen haben, dass ich kürzlich Unsummen an Geld gewonnen habe und davon wurde ein wunderschönes Souvenir auf dem Rodeo Drive erstanden.

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    Weiter ging’s zum sagenumwobenen Chateau Marmont (sämtliche Sagen lest ihr bitte hier nach). Oli hat den Hype nicht ganz verstanden, den ich darum gemacht habe. Alle Klatschgirls werden es aber checken. Wenn ihr da seid, geht mal rein und schnuppert ein bisschen Skandalluft. War irgendwie aufregend!

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    Jetzt aber rein in die Touri-Gasse: der Walk of Fame! Sonst sieht man diese Sternchen immer nur, wenn Star X oder Star Y einen kriegt und einweiht. Plötzlich steht man dann da und denkt „Aha, das ist es also.“ Ich habe immer wieder festgestellt, wie die Magie plötzlich verpufft, wenn man das Traumbild durch das ersetzt, das man mit eigenen Augen sieht. Ein interessanter Effekt. Vielleicht entstehen so die echtesten Bilder.

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    Sehr gerührt war ich dann aber an diesem Stern. Ruhe sanft, Robin. Ich mochte dich sehr gern.

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    Und dann war da noch das hier. Das bin ich beim Bewerben bei Hugh Hefner. Bisher hab ich nichts von dem alten Knacker gehört, aber ich rechne fest mit einer Zusage ;).

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    Neuer Tag, neue Schnapsidee: Wir brauchen Caps! Da Juliver dank Facebook innerhalb kürzester Zeit zu einer florierenden Marke wurde, sollte dies gebührend bestickt werden. Ich präsentiere also: Die Original Juliver Cap.

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    Und wo präsentiere ich sie? Weit oben. Auf dem beliebten Touri-Aussichtspunkt Griffith Observatory. Von da sieht man ganz gut …

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    Nun zu einem weiteren Touri-Programmpunkt. Ich wollte unbedingt in die Warner-Studios. Warum? Zum Beispiel deswegen:

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    Jules: „Ich will Slytherin sein. Die sind geil.“
    Oli: „Oh nein, oh nein, ich will Gryffindor sein!“
    Jules: „Laaangweilig.“

    Hut über Jules: „Sabbelsusabbelsi, ewiges Gesabbel. GRYFFINDOOOOR!“
    Hut über Oli: „Slytherin.“

    Nun ja.

    Bei Warner gibt’s auch die Horkruxe aus den letzten Potter-Bänden.

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    Mich beschleicht gerade ein Verdacht. Eventuell bin ich ein größerer „Harry Potter“-Fan, als mir selbst lieb ist. Ich hätte sogar die Fernbedienung in Form von Harrys Zauberstab gekauft, wenn mein Gepäckstück nicht in meinem Kopf gebrüllt hätte: „Spinnst du? Jetzt langt’s. Erst der depperte Kerzenständer und jetzt auch noch das? Vergiss es!“

    So, damit ihr trägen Tüten auch mal was tut, habe ich euch zwei Bilderrätsel aus den Warner-Studios mitgebracht. Welche Szene fand an der Regenrinne des ersten Bilds statt? Wer saß auf den Treppen des zweiten?
    Die Auflösung kommt pronto danach.

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    Lösung zu Bild eins: Hier klicken.
    Lösung zu Bild zwei: Ich finde leider kein Bild, aber in einer Satc-Folge außerhalb NYs ließ sich Carrie hier nieder.

    Jetzt muss ich überlegen, was wir noch gemacht haben. Ach ja! Jewels hatte zwei sonderbar klapprige Räder parat und so erkundeten wir an einem Tag auch mal unsere Hood. Ich glaube, ich habe mich zu keinem Zeitpunkt mehr in Kalifornien daheim gefühlt, als zu diesem. Touris fahren nicht mit klapprigen Rädern. Touris besuchen aber den Muscle Beach 😉

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    Und die Canals (kennt ihr ja sicher aus „Valentines Day“). Die sind der Hammer. Unbeschreiblich schön.

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    Am Abend fetzten wir zum Sonnenuntergang wieder an den Strand. Man kennt solche Fotos ja. Die tauchen immer wieder in Zeitschriften auf und scheinen so weit weg und so utopisch. Und dann saßen wir zwei da auf einmal mittendrin und konnten diese Bilder selber machen. Jetzt – ein paar Wochen später – kommen sie mir beim Anschauen schon wieder utopisch weit weg vor. Ich sollte langsam mal kapieren, dass diese Reise wirklich passiert ist!

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    Das war’s „auch schon“ aus L.A. So oberflächlich, so künstlich, so unwirklich, so scheinheilig diese Stadt auch scheint – sie hat seit Jahrzehnten Platz für jede Idee. Für jeden Einfall. Beherbergt jeden Traum und schenkt jedem eine Chance. Jedem, der das Träumen nicht verlernt hat.