Hometown Glory Tag Archive

  • But I can see you – Your brown skin shinin‘ in the sun …

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    … You got your hair combed back and your sunglasses on, baby.

    (The Ataris: „The Boys of Summer“ auf „So Long, Astoria“)

    Unglaublich, dass dieser Song ganze 13 Jahre gebraucht hat, um bei mir auf Heavy Rotation zu laufen.
    Ich weiß gar nicht, woher er jetzt plötzlich kommt, aber vermutlich aus dem „Netzer & Overath“.

    Gott hab sie selig, diese gute alte Baracke, in der man immer (wirklich immer) Unterschlupf und gute Musik fand.
    Die man sorglos in Klamotten betreten konnte, in denen einen Mama auf keinen Fall aus dem Haus gelassen hätte („Hast für diesen Fetzen etwa was bezahlt?“, „Mit sowas gehst aber nicht zur Arbeit!“).
    Weil es keinen interessierte, was wer anhatte, sondern nur, ob er was mit Musik am Hut hatte … und weil es eh zu dunkel war, um Löcher in Hosen zu erkennen.
    In der man unzählige Male mit den unmöglichsten Kerlen knutschte, in der man reihenweise Herzen eroberte, aber nie welche brach. (Auch sonst hab ich da nicht(s) gebrochen, dass das mal klar ist.)

    Kurz: Das Netzer war ein Ort, an dem man einfach garantiert einen sinnvollen Abend verbringen konnte.
    Es schließt im September und damit fehlt ab dann ein wundervoller Ort der Freiheit. Ersatzlos.
    Falls wer doch was kennt, was mithalten kann, außer jetzt mein Wohnzimmer, der sage das bitte pronto.
    Und jeder, der das liest, muss am 17. September da sein, wenn das Netzer ein letztes Mal Geschichte schreibt.
    Betrachtet das als Anweisung.

    Ungewohnt emotional startet sie hier in den neuesten Post, die Gloom. Verzeiht die Gefühlsduselei, aber das geht mir echt ein bisschen an die Nieren.
    Deswegen gleich mal ein Foto, das meine sonstige Stimmung transportiert:

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    Jawoll, nachdem der Sommer ja jetzt kurz da war, konnte ich endlich meinen liebsten Hobbys an heißen, freien Tagen nachgehen: tagsüber draußen rumliegen, abends draußen rumsitzen und essen. Isar, See, Park – keine Grünfläche am Wasser war vor mir, weiteren guten Menschen, meinen Flamingolatschen und guter Lektüre (wirklich gut!) sicher.

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    Eine Bitte hätte ich aber, damit das Prozedere beim nächsten Mal (lasst uns optimistisch sein) perfekt wird: Es möge sich bitte ein/e Freiweillige/r finden, der mir dieses Ding hier aufbläst. An den künftigen Helden: Du kannst einfach herkommen, dir das Teil schnappen und loslegen. Musst gar nix sagen. Als Belohnung winkt eine Wasserfahrt mit mir im Ring.

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    Was war sonst noch los? Ha, ihr wisst es! Richtig, Burgfest. Auch davon gibt es natürlich ein paar idiotische Schnappschüsse, die ich euch extra nicht vorenthalte.
    Das Motto:

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    Shorty und ich beim Trödelmarkt-Spiegelselfie-Machen:

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    Lektüre mit fragwürdigem Titel:

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    Nächtliches:

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    Die sinnloseste Anordnung der Welt:

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    Und schließlich mein Lieblingsfoto mit Lieblings-Pam. Falls jemand das Bedürfnis verspürt, einen verstörenden aber bei nötiger Entspanntheit durchaus extrem witzigen Abend zu verbringen, so nehme er im nächsten Jahr am Freitag an unserer Runde teil.

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    So, nun düse ich zu Rock am See und vergnüge mit mich im Schwestern-Quartett mit Peter Doherty und solchen Leuten.
    Passt derweil auf euch auf, liebe Gemeinde.

  • And you’re a long time coming …

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    A long time coming home.
    Do you see me reeling off the lines?
    I’ve seen your, I’ve seen your eyes.

    (Delays: „Long Time Coming“ auf „Faded Seaside Glamour“)

    So hänge ich gerade auf meinem neuen Sofa rum, genieße allerlei Playlisten und die Sonne, trinke die dritte Tasse Kaffee und achte tunlichst darauf, sonst nichts zu tun zu haben. Das Einzige, was auf meiner „Mach mal“-Liste steht, ist Kuchenbacken für morgen, wenn die Girls zum nachmittäglichen Antiregenkuchenessenundkaffeetrinken kommen. Das ist aber gar kein richtiges To Do, weil in der neuen Küche alles sehr viel Spaß macht. Ich muss mich noch an dieses Angekommen-Gefühl gewöhnen …

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    … denn die letzten acht Wochenenden vorher habe ich komplett durchgetaktet mit Sachen wie diesen zugebracht:

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    Holde Leserschaft, es ist vollbracht. June Gloom ist umgezogen. Fünf Jahre in meiner ersten eigenen Wohnung sind nun Geschichte, die Bude ist frisch gestrichen und übergeben. Mit dem Schließen der Wohnungstür (sämtliche Schlüssel drin bei der Nachmieterin) ist das Kapitel Schwabing jetzt beendet (keine Angst, bin in zehn Minuten mit Beate III. bei euch, falls akute Vermissung auftritt). Ein bisschen komisch war das Gefühl schon, auch wenn ich nicht von heute auf morgen umgezogen bin und dadurch Zeit hatte, Stück für Stück Tschüss zu sagen.

    Himmel, was haben wir in diesen vier Wänden alles erlebt! Einige von euch müssen gerade sicher auch schmunzeln, weil sie bei der ein oder anderen Aktion live dabei waren. Ich danke euch für eure Gesellschaft und muss hoffentlich nicht besonders nachdrücklich darum bitten, dass wir auch die neue Wohnung legendär machen.

    So, jetzt aber Tacheles. Ohne Scheiß, so kaputt waren meine Hände noch nie (mein iPhone erkennt meinen Fingerabdruck nicht mehr). Nicht mal nach fünftägigen Festivals. Aber wisst ihr was? So stolz war ich auch noch nie (fast, ich war in der Grundschule mal die Beste im Weitsprung, vier Meter!). Ich habe jedes einzelne Teil, das sich jetzt in meiner neuen Wohnung befindet, selbst hinauf- und hineingetragen (außer die Waschmaschine, das Sofa und das Bett, die wurden ja geliefert).
    Am Ende war plötzlich nur noch so wenig übrig, dass ich den Umzug abblasen und den Sprinter stornieren konnte. Jetzt ist alles an seinem Platz und ich bin überglücklich. Ich könnte mich hier nicht wohler fühlen.

    Aus Gründen von „Tschulli, da zeigst aber schon ganz schön viel im Internet. Meinst, des is gut? Bist ganz schön transparent“ – „Mom, ich stell doch da keine Nacktfotos rein!“ – „Himmel, des wär ja auch noch schöner!“ – „Eher nicht …“
    … also auf jeden Fall wird es hier jetzt keine große, virtuelle Wohnungstour geben. Wer’s sehen will, kommt vorbei. Ich backe Kuchen.

    Aber ich bin euch noch ein original June Gloom-Tutorial zum Einbau einer neuen Arbeitsplatte schuldig. Ob ihr wollt oder nicht, das kommt jetzt.

    1. Messt eure alte Arbeitsplatte ordentlich ab.
    Am besten reißt ihr sie dazu schon mal raus (wer sich wundert, warum sie sich nicht anheben lässt, obwohl man wie ein Stier daran zerrt: Vermutlich ist sie unten festgeschraubt. Schrauben lösen – Eisensäge zwecklos – dazu evtl. den Herd oder anderes ausbauen, schon geht es). Wenn die alte Arbeitsplatte perfekt gepasst hat, könnt ihr die neue genau nach dieser „Schablone“ anfertigen (lassen).
    Merke: Küchenwände sind oft nicht ganz gerade = Arbeitsplatte muss leicht konisch gesägt werden (was ich alles für Wörter gelernt habe :)).
    Schreibt euch die Maße der Platte(n) und der Aussparungen für Herd und Spüle unbedingt exakt auf.
    Man könnte Spüle und Herd eventuell durch die Löcher heben, ohne sie komplett abzustöpseln. Weil man dann aber feststellt, dass es doch irgendwie praktischer ist, das Kochfeld auszubauen, fotografiert man bitte die Anschlüsse, bevor man die Stecker zieht. Dann geht das nachher recht einfach mit dem Wiedereinbau.

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    Ach ja, und kauft vorher gleich mal ne Ladung Silikonlösemittel. Damit geht der alte Rotz viel schneller ab, als wenn ihr ihn mit einem Schaber abkratzen müsst. Ein Hoch auf die Chemie!

    2. Jetzt wird’s schon tricky, denn ihr habt die Wahl. Entweder kauft ihr eure Wunsch-Arbeitsplatte am Stück und sägt sie selbst zu, oder ihr lasst sie euch im Baumarkt/sonstwo schon fertig zurechtschneiden. Wenn man Variante b) wählt, hat man danach im Idealfall sowas rumstehen:

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    3. Zum Einbau der guten Stücke holt ihr euch am besten Verstärkung. Die Teile wiegen nämlich ganz gut. Und man hat die Gelegenheit, seinen Papa mal wieder darin zu bestätigen, dass er einfach ALLES kann. Ich glaube, das Einzige, was meiner nicht kann, ist Posaune spielen. Wobei, haben wir nie probiert. Vermutlich beherrscht er auch das.
    Außerdem …

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    4. … könnte es passieren, dass ihr zwischenzeitlich versehentlich das Spülbecken rausbrecht, und bei der kleinen Gaswasserscheiße-Explosion kann einem so eine Putzkraft prima zur Hand gehen.

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    In meinem Fall lag das vermutlich an Altersschwäche (des Geräts, nicht an meiner, versteht sich). Deshalb bin ich im Nachhinein sehr froh, dass ich das Ikea-Ding entsorgt und gegen ein funkelnigelnagelneues ausgetauscht habe.
    Tipp: Nehmt keins von Ikea. Die haben spezielle Siphons und dafür kriegt ihr im normalen Baumarkt keine(n) Ersatz(teile).
    Noch ein Tipp: Habt eine Stichsäge und eine Bohrmaschine (für die Ecken, ihr könnt nämlich nicht ums Eck sägen) parat. Damit ihr die Aussparung für die alte Spüle nun an die neue anpassen könnt. Papa, danke für deine stoische Geduld :).

    5. So, wo waren wir? Ach ja. Wenn die Arbeitsplatten dann eingepasst sind, schraubt ihr sie fest. Dann hebt ihr Kochfeld und Spülbecken rein (ordentlich von unten abgedichtet natürlich) und schließt beides sauber an. Wer jetzt nicht sofort weiß, wie das geht, der betrachte sein Foto von Punkt 1 und puzzle nach, oder bediene geschickt die Suchleiste in YouTube. Da kann man sich wirklich alles erklären lassen.
    Zum Schluss verfugt ihr das Ganze noch hübsch (), beseitigt den Dreck, den ihr mit Sicherheit verursacht habt et voilà.

    So sieht meine komplett renovierte Küche aus. Das war ein ganzes Stück Arbeit, aber es hat sich gelohnt, denn jetzt ist sie genau so, wie ich sie mir gewünscht hatte.
    Zum Vergleich mal ein Vorher/Nachher-Foto:

    7evtl

    Den Verbrecher, der sich irgendwann in geistiger Totalumnachtung für eine rote Arbeitsplatte entschieden hat, krieg ich noch. Und prost an meine Freunde bei Edeka :).

    Ganz wichtig: Punkt 6!
    Jetzt und auch die ganze Zeit zwischendrin – wenn ihr den Backofen mangels Kraft nicht selbst ausbauen könnt, wenn euch der Dreck aus dem alten Siphon um die Ohren spritzt, wenn ihr nicht checkt, wie man das neue Siphon gescheit verschraubt, wenn ihr heulen könntet, weil schon wieder irgendwo irgendwas nicht passen will – dann dankt ihr gefälligst eurem Papa! Und eurer Mama, die zwischenzeitlich die restliche Wohnung aufhübscht. Ich habe zwar schon, aber auch an dieser Stelle nochmal: DANKE LIEBE FAMILIE! Ihr seid die Besten!