Girls Are Like Diamonds Tag Archive

  • There were moments of gold …

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    … And there were flashes of light.
    There were things I’d never do again
    But then they’d always seemed right
    There were nights of endless pleasure
    It was more than any laws allow, Baby Baby …

    (Céline Dion: „It’s All Coming Back To Me Now“)

    Früher war das Erste, was ich gemacht habe, das Posting für den Blog zu schreiben, nachdem ich meinen Reisekoffer ausgepackt hatte. Selbst wenn ich mit 18 Stunden Rückreise auf dem Buckel und viereckigen Augen bis 4 Uhr morgens auf dem Sofa hockte – ich wollte das Erlebte sofort festhalten, um ja nichts zu vergessen.

    Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass ich diese vorbildlichen Verhaltensweisen heute nicht mehr an den Tag lege. Schaffe ich einfach nicht mehr. Werde alt. Aber das hat auch Vorteile.

    Deshalb gibt es jetzt – drei Wochen nach unserer Rückkehr aus Kenia – endlich den Reisebericht. Ich hoffe, er erfreut euch auch mit Verzögerung und ich freue mich jetzt sehr darauf, die Erinnerungen noch mal wachzurütteln und mich an ihnen zu wärmen.

    Erklären wir erst mal, warum keine Geringere als Céline Dion diesen Beitrag einleiten durfte. Nun ja, die hören da gerne Céline Dion in Kenia. Auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel kamen wir in den Genuss eines ihrer zahlreichen Best Of-Alben und auch sonst verging kein Tag, an dem nicht irgendwo die Stimme dieser zugegeben unschlagbar guten Kanadierin ertönte. Außerdem übrigens viel Mariah, Whitney und Shania … aber Brezi und ich finden, dass Céline eindeutig die Königin ist. Und wir kamen ins Grübeln, ob die heutige Zeit überhaupt noch solche Diven hervorbringt. Größen sicher, aber Diven? Man darf gespannt sein, wie sich die Karrieren von Lady Gaga (die ich seit Genuss der Doku auf Netflix übrigens noch mehr verehre), Katy Perry, Taylor Swift, Rihanna entwickeln … wir brauchen auf jeden Fall mehr Bijonzis und Ädäls!

    Grandios abgeschweift, verzeiht :).
    „Warum Kenia?“, fragten viele. Im Grunde sind wir nach dem Ausschlussprinzip vorgegangen. In den USA waren wir erst, Karibik wegen Sturm lieber nicht, Asien keine Lust, naheliegende Inseln sind nicht mehr warm genug, wir brauchen was mit Strand und was zum Angucken – also ab nach Kenia. So einfach geht das. Zudem ist eine Reise dahin erschwinglich und erträglich.

    Bei mir kam noch ein Grund dazu, den es seit 16 Jahren gibt. Ich habe als Teenie „Die weiße Massai“ verschlungen. So richtig verschlungen. Das Buch hat mich damals schlaflose Nächte gekostet und in mir ein massives Verlangen wachsen lassen, dieses Land, das Corinne Hofmann so unglaublich schön beschreibt (die etwas naive Liebesgeschichte lassen wir mal weg) irgendwann zu besuchen.

    Ich wurde nicht enttäuscht. Kenia, bzw. das, was wir in 12 Tagen davon gesehen haben, ist atemberaubend schön, und die Menschen sind nicht nur sehr herzlich sondern auch sehr offen und lustig. Sie bringen einem zum Beispiel sofort bei, dass man immer „Jambo“ sagt, wenn man sich über den Weg läuft. Wenn man besonders gut gelaunt ist, sagt man „Jambo Jambo“.

    Machen wir mal ein paar Bilder …

    Gleich am ersten Morgen kamen diese beiden Kollegen am Strand vorbei. Tourifallen, ich weiß schon. Bin ja selber schon mal in eine reingeraten. Trotzdem majestätisch und irgendwie entzückend anzusehen.

    Tägliches Ritual war natürlich der Genuss einer Kokosnuss. Der erste Schluck aus einer frisch geköpften Kokosnuss schmeckt einfach so sehr nach Urlaub …

    Ich sag’s euch, wir haben einfach die pure Freiheit genossen. Alle gewohnten Zwänge niedergelegt, genau nur das getan, worauf wir Lust hatten.

    Wer „Der König der Löwen“ kennt, der kennt auch HAKUNA MATATA, Timon, Pumbas und später auch Simbas Lebensphilosophie. Irgendwer sagte immer Hakuna Matata. Irgendwann fühlten wir es auch und überlegten, ob wir mal nach einem Tätowierer gucken sollten (nein Mama, haben wir nicht gemacht, alles beim Alten).
    Ein bisschen Hakuna Matata verinnerlichen schadet aber nicht, lasst’s euch gesagt sein.

    Dazu passt ganz gut diese Stelle aus einer meiner Strandlektüren:
    „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky.

    Das Meer polterte am Morgen an den Strand, zog sich für den Tag etwas zurück, um Kräfte zu sammeln und stürmte am Abend unter tosendem Beifall wieder an Land. Wir waren dabei, haben zig Bücher verschlungen, die Wellen genossen, die Spielereien des Lichts (egal, wann man vom Balkon schaute, es sah immer toll aus) beobachtet und so oft vor Begeisterung geseufzt. Und dann dieser tiefe, alles wegfegende Schlaf nach einem Tag des Nichtstuns – erholsam, sehr erholsam.

    Nach Woche eins waren wir soweit aufgetankt, dass wir auf Entdeckungstour gehen wollten. Mombasa, die zweitgrößte Stadt Kenias, stand auf dem Plan. Um nach Mombasa zu kommen, muss man mit der Likoni-Fähre fahren. Das ist die Fähre, auf der die weiße Massai ihren Massai Lketinga kennengelernt hat. Man wartet lange, es ist beschwerlich und hier fängt man an, das echte Kenia kennenzulernen. Nicht das „bewachtes Hotel am Strand“-Kenia, wo es die Touris sehr schön und sicher haben, sondern das Kenia, über das man sich Gedanken machen sollte.

    Das sind die Tusks, die Wahrzeichen Mombasas auf der Moi Avenue. Sie wurden übrigens 1956 zu Ehren eines Besuchs von Prinzessin Margaret errichtet, der verstorbenen Schwester der Queen.

    Das sind Fisch-Gebisse, die in einer Fischhalle hängen. Einfach so mal.

    Alleine diese Stadt erkunden, ist mit Sicherheit nicht ohne. Deshalb buchten wir einen Guide, der uns alles zeigte. Ein sehr netter und lustiger Kenianer um die 50, der auf der Fahrt schon mit den Scherzen anfing.

    Wir: „Wie heißt du?“
    Er: „Bacari. Aber ihr könnt einfach Bacardi sagen.“
    Wir: „Ah, ok, wir heißen Rum und Gin.“
    Der Fahrer: „Und ich?“
    Wir: „Du heißt Baileys.“
    Hach, war das ein Vergnügen. Baileys kämpfte sich übrigens mit einem Navi herum, das auf Chinesisch eingestellt war. Leider schafften Bacardi, Rum und Gin es auch gemeinsam nicht, das Ding auf Englisch umzustellen. Aber Hakuna Matata, nech? Alles Gewöhnung.

    Zusammenfassung: Mombasa ist das totale Kontrastprogramm zum Friede-Freude-Eierkuchen-Strandurlaub, bei dem das Hotelpersonal alles tut, um die Sorgen des Landes von den Gästen fernzuhalten.
    Mombasa ist schmutzig, laut und arm. Und es war wichtig, dass wir unsere Traumurlaubsblase verlassen haben, um es uns anzuschauen.

    Das hier ist übrigens auch wichtig (gefunden in einem Hindutempel in der Stadt):

    Und dann kam die Safari. Auf die hatten wir uns so unbandig gefreut. Um 6 Uhr ging’s los Richtung Tsavo-East-Nationalpark. In einem alten Jeep, der mindestens so unbequem wie cool war :).

    Das sind Brezi, Sarai (unser Fahrer) und ich:

    Nicht im Bild sind leider Helga und Henry, der Rest unserer illustren Safari-Truppe. Nach ein paar Stunden Fahrt kamen wir auch schon an und begaben uns auf unsere erste Pirsch, wie man das nennt.
    Ziel: die Big 5 sehen. Also Nashörner, Büffel, Leoparden, Elefanten und natürlich Löwen.

    Das Glück war uns hold, wir entdeckten alles außer Nashörner.
    Ich glaube, ich hab diese Safari noch immer nicht ganz begriffen. Man guckt die ganze Zeit aus dem Fenster, während man versucht, halbwegs unbeschadet zu sitzen (es holpert wirklich sehr). Man sieht, nimmt permanent auf und plötzlich ruft einer „Elefanten!“. Dann springen alle auf, krallen sich ihre Handys oder Kameras und machen aus dem Dach raus Fotos. Irgendwann checkt man, dass man diese ganzen tollen Tiere nur wirklich erleben kann, wenn man das Fotografieren sein lässt. Luft zwischen Netzhaut und Tier ist wichtig. Kein Display rein schieben. Das verändert die Wahrnehmung.

    Irgendwann kamen wir ziemlich erschlagen und äußerst dreckig („Alter, bin ich braun geworden!“ – „Oh, ok, es ist nur Dreck“) in unserer Lodge an, gönnten uns noch ein Glas Wein und ein bisschen Austausch über das Erlebte und dann eine Runde komatösen Schlafs.

    Der Ausblick war unglaublich:

    Das Highlight folgte aber am nächsten Morgen. Wer mich und meinen Bezug zu Tieren kennt, weiß, dass mich „nix unter Löwengröße“ begeistert.
    Wir waren früh dran und beobachteten gerade eine Elefantenfamilie beim Wassertrinken, als Sarai unerwartet aufs Gas drückte. Zuerst protestierten wir, doch als er uns den Grund für den plötzlichen Aufbruch verriet, waren wir schnell wieder brav. Ein paar Meter weiter sonnte sich eine Löwenfamilie.

    Da kapierte auch ich, dass so ein Moment nicht fotografisch einzufangen ist. Weil zu einem erinnerungswürdigen Moment mehr gehört als das Visuelle: die Wärme der Morgensonne, die sanften Geräusche, die neugierigen Blicke der Löwenbabys, die Gänsehaut, das Glücksgefühl in meinem Bauch. Das alles werde ich nie vergessen und ich will unbedingt noch eine Safari machen!

    Genug schwadroniert, auf der Heimfahrt zum Hotel erlebten wir noch eine kleine Nahtoderfahrung in Shimba Hills, die ich euch natürlich auch noch erzähle.

    Folgendes Szenario:
    Ich befinde mich bereits in der Toilettenkabine (ich musste am dringendsten, viel Trinken ist wichtig), Brezi und Helga warten davor.
    Plötzlich entdeckt Helga eine Schlange, die oben über dem Türrahmen baumelt.
    Wir finden: „Die is ja voll klein, die ist sicher nicht gefährlich.“
    Leider kann ich aber die Toilettentür nicht schließen, sonst hätte ich sie zerquetscht.
    Also holen Helga und Brezi Sarai und teilen ihm den Fund mit. Die versierten Schlangenexpertinnen sagen aber gleich dazu, dass das eine sehr kleine Schlange ist und sie deswegen bestimmt nichts tut.
    Sarai kommt.
    Sarai sieht die Schlange.
    Sarai sagt: „Das ist nicht gut.“

    Wir sollen alle ruhig bleiben (total easy, wenn man wie ich in der Falle sitzt). Schließlich kommt ein Parkranger und befördert das Ding mit einem Stock auf den Boden, wo es sich verzieht.
    Er sagt, dass es sich um eine Viper handelt, dass ihr Gift tödlich sein kann und dass sie kein Gegenmittel haben. Ich habe das nicht nachrecherchiert, aber Hakuna Matata, sage ich mal.

    So, damit wären wir am Ende unserer Kenia-Reise angekommen. Fest steht: Ich muss da nochmal hin. Ich will – trotz aller Warnungen – Nairobi besuchen. Ich will Safari in der Masai Mara machen. Ich will noch so viel sehen.

    Fest steht auch: Wenn man eine Freundin wie Brezi hat, braucht man im Urlaub sonst nichts. Gott, was haben wir gelacht. Brezi, ich danke dir so sehr, dass du dich auf Kenia eingelassen hast. Das war der endgültige Beweis dafür, dass wir gleich ticken, dass wir „Sisters from another Mister“ sind.

    Jetzt noch ein herzliches Asante Sana an dieses wunderbare Land, in dem ich den Sommer um beinahe zwei Wochen verlängern und grandiose Erinnerungen sammeln durfte.

    PS: Wer ähnlich gut Swahili sprechen möchte wie ich, kann hiermit üben (ich bin ja im letzten Jahr der Sammelei von Kühlschrankmagneten verfallen):

  • Good times never seemed so good …

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    … I’ve been inclined
    To believe they never would
    But now I …

    (Neil Diamond: „Sweet Caroline“)

    Ich warne gleich vor diesem Posting, denn es ist das allsommerliche Sammelsurium-Posting. Die geneigte Leserschaft möge sich also nicht über einen Zusammenschmiss von Fotos wundern, die einfach nur schöne Tage der letzten Wochen dokumentieren.
    Ich hätte das Ding auch „Der doppelte Robbie“ nennen können, denn wie durch ein Wunder kam ich im Juli zwei Mal in den Genuss, den einzig wahren Entertainer live zu sehen. Einmal in Reihe zwei inmitten einer beschaulichen Menschentraube von 1.500 Menschen beim Geburtstagsfest von Marc O’Polo (er ist da Testimonial). Und dann nochmal bei seiner Stadiontournee im Olympiastadion.

    Happy Girls vor der Bühne:

    Happy Robbie auf der Bühne:

    Ich finde ja, hier guckt er uns an :):

    Und hier noch mit seinem Daddy. Den nimmt er bei der aktuellen Tour nämlich immer mit und dann trällern sie gemeinsam „Sweet Caroline“ und freuen sich, dass sie Vater und Sohn sind.
    Hintergrund: Robbie wurde angeblich von der Muse Musik geküsst, als er als Kind seinen Papa auftreten sah. Da wusste er, dass er das auch machen will.

    Hier noch im Video:

    ❤️❤️❤️

    Ein Beitrag geteilt von JULIA BAUER (@thejunegloomproject) am

    Ich muss zugeben, dass es wirklich toll war. Ich gehöre nicht zu den Groupies der ersten Stunde, ich war nur von „Sing When You’re Winning“ bis „Escapology“ hart am Start. Trotzdem konnte ich irgendwie alles mitträllern und war von seiner Show very very begeistert. Wann kommt man Robbie schon so nah, dass man ihn fast anfassen kann und seine Tiger-Bux aus nächster Nähe bewundern darf? Eben.

    Im Stadion war das alles dann ne Nummer größer und Robbie nur ein schlumpfgroßes Männlein in weiter Ferne. Trotzdem hat er es geschafft, uns voll mitzureißen. Bei 25 Grad barfuß im Olympiastadion zu „Come Undone“ das Feuerzeug schwenken – ein wahr gewordener Traum.

    So, wat hamwa noch abseits von Robbie?

    Toni hat für amazed ein sehr inspirierendes Interview mit mir geführt. Wie einen die richtigen Fragen doch zum Nachdenken anregen …

    Ebenfalls sehr inspirierend finde ich die Yoga-Stunden am Mittwoch. Maren macht das wirklich auf ihre eigene Art und Weise sehr toll und ich düse immer gerne hin, um die müden Glieder zu strecken, bewusst zu atmen und einfach ein bisschen runterzukommen.

    Wenn man runterkommt, muss man aber auch wieder raufkommen, so wie Brezi und ich. Wir düsten nämlich nach Lenggries und tobten uns ein bisschen auf dem Brauneck aus. Bisher bin ich kein Wander-Fan. Ich könnte aber Gefallen daran finden. Eigentlich hatten wir nämlich gar nicht vor zu wandern, aber dann war das Wetter so schön und die Zeit so reichlich vorhanden und schwupps wanderten wir da oben ein bisschen herum und dann den ganzen Weg nach unten. Könnte ich öfter machen, taugt irgendwie.

    So, jetzt wisst ihr Bescheid über die tagefüllenden Freizeitaktivitäten von June Gloom.
    Was sportlich so abgeht, machen wir demnächst in einem weiteren Beitrag.
    Bleibt sauber, ihr Banausen. Bis balduin!

  • „Samuuu!“

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    Ich habe nachgesehen. Der Entschluss nach Helsinki zu reisen fiel exakt am 7. Dezember 2016 um 10:19 Uhr. Kurz nach London (leset hier nach) machten Char und ich das Ding dingfest, der Trip an meinem Geburtstag wurde sofort gebucht.
    „Wie kamt ihr denn auf Helsinki?“, fragten viele.
    „Ach, wegen Samu“, antwortete ich grinsend.

    Es gibt ja wohl schließlich keinen besseren Grund, um nach Helsinki zu reisen, als Samu Haber.
    Helsinki stand schon lange auf meiner Liste, Finnland soll im Sommer ja sehr schön sein. Warum also nicht mal was anderes besichtigen als Barcelona, Paris oder Rom? Mit Finnair kann man ständig günstig hochfliegen, der Transfer vom Flughafen in die Stadt ist supereasy und airbnb hat auch einiges zu bieten. Wir wohnten in einer hübschen Wohnung (natürlich wieder airbnb) im Trendviertel Kallio (war gar nicht so trendy) und konnten von dort alles erlaufen. Wer nicht gern per pedes unterwegs ist, kann in Helsinki aber auch Ubahn, Bus oder Tram fahren. Alles an jeder Ecke verfügbar.

    Nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten (danke Timo für das ganze Zeug im Kühlschrank, ich vermisse den undefinierbaren Sauerkirschbatz, den ich immer als Salatdressing benutzte), machten wir uns also auf Erkundungstour. Praktisch: Im Sommer ist es in Helsinki auch um Mitternacht noch taghell. „Ey, warum bin ich so fertig?“ – „Weil wir schon 23 Uhr haben!“. Man merkt einfach gar nicht, dass man voll über seiner gewohnten Zeit ist.

    Erster Stopp: das Restaurant Juuri, eine Empfehlung meiner guten Freundin Muse (you remember, Kos und Barcelona …). Schließlich mussten wir meinen 31. gebührend feiern. Sowas von lecker und jeden Cent wert!

    Am nächsten Tag erkundeten wir alles, was man in der finnischen Kapitale so erkunden kann. Da die Stadt sehr jung ist, gibt es keine altertümlichen Gebäude oder Gässchen.

    Trotzdem hat mich Helsi (wir kürzen alles ab, live with it) irgendwie gekriegt.
    Seht selbst. Das ist der durchaus beeindruckende Senatsplatz mit dem Dom und dem Alexander-II.-Denkmal. In der Innenstadt gibt’s ungefähr jeden Laden, von dem man nur träumen kann und im Kaufhaus Stockmann haben sie eine riesige Abteilung nur mit skandinavischen Labels (zum Glück waren wir nur mit Handgepäck unterwegs).

    Hier haben wir die Uspenski-Kathedrale (ihr seht schon, alles leicht russisch angehaucht):

    Hier eine Gasse, die aus „Harry Potter“ stammen könnte:

    Am Hafen muss man sich einfach einen großen Teller frischen, gegrillten Lachs gönnen. So lecker! Aber Achtung, wenn sie fragen, ob ihr ein bisschen Knoblauchsoße drauf wollt. Dann heißt das im Grunde, dass ihr 24 Stunden nur Knoblauch schmeckt, riecht und Menschen in einem Radius von fünf Metern auch damit beglückt.
    Hier die nackte Lady Havis Amanda mit Möwe:

    Und hier ich im Toilettenspiegel des Rathauses:

    Wenn’s ein bisschen ruhiger sein darf, spaziert man einfach zu einer der Halbinseln. Dort geht man dann über baufällige Stege und genießt die Sonne.

    Wenn man einen Tag übrig hat, sollte man unbedingt mit der Fähre nach Tallinn/Estland rüberschippern. Da kommt man sonst ja auch eher selten hin. In 1,5 Stunden ist man da und kriegt die alten Gässchen und Kirchlein, die man in Helsinki vermisst. Leider hatten wir Sauwetter vom Feinsten, weshalb wir unsere Nerven erst mal in einem süßen Café stählten.

    Ansonsten habe ich in Tallinn exakt ein Foto gemacht. Das ist Schloss Katherinental, ungünstigerweise geschlossen. Ausgerechnet, wenn wir ob Regens gerne etwas von innen besichtigen würden.

    Aaaber sie haben prima Schönheitssalons da und die lassen einen rein.

    C: „Was machen wir jetzt mit den restlichen zwei Stunden?
    J: „Wir könnten Beauty machen, mir ist eh ein Nagel abgebrochen.“

    –> C und J liefen in ihren fliederfarbenen, ausladenden und klatschnassen Regenponchos in einem Beauty-Salon ein und das Personal war nicht gerade entzückt, als es uns da triefend stehen sah. Nur auf Nachfrage wurden wir behandelt. Aber gut, die sollen ja generell nicht besonders aufgeschlossen sein, die Esten.

    Auf jeden Fall haben sie uns schön gemacht für den letzten Tag, an dem wir noch ein wenig am Hafen herumspazierten.

    Das war’s auch schon mit dem Reisebericht Helsinki. Auch hier spreche ich eine klare Empfehlung aus. Für einen dreitägigen Trip gen Norden (2 Tage Helsi, 1 Tag Tallinn) und für airbnb.

    PSI: Kleiner Lacher am Ende:

    PSII: Bei unserem Glück haben wir natürlich auch Samu gesehen. Im Fernseher. Nicht weniger schön, vor allem mit diesem Sombrero!

  • „Kennt doch jeder, Elton Johns bekannteste Wassergymnastik-Hits“

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    … Sätze mit ungefähr diesem Quatschgehalt bestimmten unsere Konversationen, während wir stundenlang am Strand lagen und uns die Bäuche braun braten ließen (während ein paar Meter weiter emsig im Pool geturnt wurde).
    Manchmal musste ich beim Dinner so sehr lachen, dass ich erst mal nicht weiteressen konnte. Und dann diese Busfahrten durch die Walachei …

    … aber da jetzt schon keiner mehr checkt, wovon ich rede, fangen wir lieber vorne an!

    Wer bisher nicht brav dem Hashtag #alexundjuliainderkaribik gefolgt ist, darf sich nun auf einen kurzweiligen Lesespaß mit vielen Fotos hier auf dem Blog einstellen. Das hier ist der „Club Tropicana“. Oli (Alex‘ best buddy), meine Wenigkeit und meine gute Freundin Alex (und der Quak Quak-Fahrer).

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    Wie kam es zum „Club Tropicana“?
    Im Januar schrieb mir Alex, ob ich nicht Lust auf einen gemeinsamen Urlaub hätte.
    „Klar, zwei Wochen in die Sonne, also dahin, wo’s richtig warm ist, und zwar am besten jetzt sofort“, antwortete ich ironisch, weil mir gerade erst eine Freundin für den lange geplanten Urlaub abgesprungen war und ich nicht damit gerechnet hatte, so kurzfristig noch Ersatz zu finden.
    „Cool, was hältste von Dom Rep? Oli wär auch dabei“, antwortete sie.

    Den Rest könnt ihr euch denken. Nach un-entspannten sieben Stunden Aufenthalt am Düsseldorfer Airport (vier davon waren der Verspätung des Fliegers geschuldet) düsten wir gen Westen, der Sonne entgegen.
    Im Gepäck: zwei Flaschen Sonnencreme, vier Bücher, ein Paar Flipflops, ein bisschen Sportzeug, kaum Make-up und äußerst leichte Klamotten.
    Jetzt ratet mal, wovon ich zu wenig dabei hatte. Genau, von den Büchern. Es ist nämlich erstaunlich, welche Mengen ich plötzlich weglese, wenn ich kein Internet habe!
    Jawoll, ich hatte mich gegen das schweineteure überall-WLan entschieden und das war der beste Einfall überhaupt.
    Effekt: Man gewöhnt sich sehr schnell ab, ständig aufs Handy zu gucken, wenn eh nichts auf dem Display stehen kann, und lernt wieder konzentriert bei einer Sache zu bleiben. In meinem Fall also Lesen und Beachvolleyball.

    Ach ja, Bilder wollte ich zeigen. Na denn, legen wa los. Hier hätten wir den besagten Strand.

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    An dem verbrachten wir tatsächlich fast die komplette erste Woche, weil wir eine große Portion „Rumliegen und bitte einfach nur nichts tun“ dringend nötig hatten. Anders kann man leere Batterien nicht aufladen. Wenn man selbst im Urlaub immer nur nach Input dürstet, bleibt der Kanal für genialen Output verstopft.
    Inspirierende Tätigkeiten wie im Meer planschen, Rücken eincremen, kühle Getränke trinken und Lesen waren natürlich ok.

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    Wenn die Akkus dann voll sind, fliegen die Wepsen im Hintern auch wieder und treiben einen aus der Liege … in ein unbequemes Sammeltaxi, das in der Dom. Rep. „Quak Quak“ heißt. Perfekt für den ersten Ausflug in einem unbekannten Land.

    Die Fahrt geht so vonstatten:
    Man postiert sich da, wo man auf die Frage nach der Haltestelle ungefähr hingeschickt wird.
    Man wartet.
    Man winkt, wenn das Quak Quak um die Ecke gescheppert kommt. Die Tür geht auf und man sieht, dass alle sieben Fahrgast-Plätze im Fahrzeug bereits besetzt sind.
    Man wird vom „Fahrtorganisator“ (ein Mensch, der zusätzlich zum Fahrer im Quak Quak befindet, um die Leute zu verladen) freundlich hereingewunken und auf „Plätze“ verwiesen, die im Handumdrehen von neben/unter/über/vor/hinter den bereits besetzten Sitzen herausgeklappt werden.
    Man quetscht sich neben die bereits Sitzenden, schnallt sich natürlich nicht an, alle finden es voll normal, los geht die Fahrt.
    Es geht noch weiter, denn nein, das Quak Quak ist nicht voll. Denn so läuft das an jeder Station, bis wirklich jeder an Bord ist, der mitfahren möchte.
    Schließlich hupt das Gefährt mit 22 Fahrgästen beladen durch die Gegend, der Fahrer ist bester Dinge und am Ende kommt man an.

    Wo wollten wir hin? Zu einem geheimen Strand namens „Bahia Esmeralda“. Den Grund für die Wahl dieses Ausflugsziels dürfte allen klar sein. Wenn ein Strand nach Ryan Goslings Tochter benannt ist (es war garantiert so), muss man da halt hin.

    Unser verlässlicher Quak Quak-Fahrer ließ uns hier raus:

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    Todesmutig bahnten wir uns den 20-minütigen Weg vorbei an …

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    … und kamen schließlich hier an. Leider war der Himmel etwas verhangen, das tat der „Wir haben einen geheimen Strand gefunden und spielen jetzt die guten Szenen von The Beach nach“-Stimmung keinen Abbruch.

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    Hinter Wiesen und Wäldern liegt eine kleine, unbekannte Bucht. An ihrem Strand lernte ich eine der beeindruckendsten Frauen überhaupt kennen: Gisela. Gisela ist vor Jahrzehnten aus München in die Dom. Rep. ausgewandert und führt seitdem ein kleines bayerisches Lokal direkt am Strand. Kaum jemand kennt „La Taverna Bavaria“, doch sie spricht sich als Geheimtipp oft genug herum, dass Gisela davon leben kann. Für uns gab es als Belohnung für den aufregenden Fußmarsch also Schnitzel mit Kartoffelsalat an Meerblick und eine packende Lebensgeschichte.

    Am Abend versuchte unser Hotel mit Giselas kulinarischen Künsten mitzuhalten, hatte aber auch mit diesen Schmeicheleien keinerlei Chance :).

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    Der nächste Abenteuertrip im Quak Quak führte uns zur „Laguna Gri Gri“. Man fährt da durch die Mangrovenwälder ins Meer rein. Auch toll!

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    Noch toller war aber der Mond, der uns den letzten Abend erhellte.

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    Denn plötzlich waren die 13 Tage aufgebraucht, die am Anfang unser Urlaubskonto gefüllt hatten. Kennt man ja, zu Beginn hat man massig Zeit und plötzlich kommt die Wehmut, weil’s vorbei ist.
    Hach, tat dieser Urlaub gut. Ganz viele hatten mich schon gefragt, ob ich die Dom. Rep. denn nun weiterempfehlen würde, weil man höre ja dies und das …
    Ja, würde ich. Wir haben ein schönes, freundliches Land kennen gelernt und keine einzige vergraulende Erfahrung gemacht. Ich glaube, der Ruf dieses Landes ist längst überholt.

    Ich muss das wieder einführen, im Winter in die Wärme zu fliegen.
    Jetzt planen wir aber lieber erst mal die kürzeren Trips, die dieses Jahr noch anstehen. Mir dünket, es ginge nach Hamburg, Portugal, Helsinki und Griechenland :).

    Auf einen wunderbaren Frühling!

  • Der TJGP-Jahresrückblick 2016

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    Tataa, als hättet ihr ihn bestellt, kommt hier der große TJGP-Jahresrückblick 2016.
    Zum Lesen empfehle ich diese Playlist:

    Vorneweg: 2016 war ein gutes Jahr.

    JANUAR 2016
    … Ein Jahr, das in New York startete. Schön klischeehaft mit Blick auf die Freiheitsstatue (von der es kein Foto gibt, weil wir mit Champagne und „Can you believe it?“s beschäftigt waren).

    Danach ging’s für mich in den Umzugsendspurt. Ich hatte seit Dezember schon täglich einige Fiesta-Fuhren von A nach B gekarrt, so dass ich am 15. Januar, dem geplanten Umzugstag, meinen lieben Freunden absagen musste: „Es gibt nix mehr zum umziehen, sorry.“

    FEBRUAR 2016
    Äh, ich habe versucht, 40 Tage keine Süßigkeiten zu essen. Hat nicht sooo gut geklappt. Lass ich ab jetzt lieber.

    MÄRZ 2016
    Dieses Posting hier kam ganz gut an. Wer die verkommene Abnehmindustrie auch nicht mehr leiden kann, sollte das noch nachlesen.

    Außerdem habe ich mal wieder meinen Job gekündigt und hatte deshalb etwas Zeit, um zu verreisen.
    Madeira sollte es sein. Hier könnt ihr nochmal alles erleben: Tagebuch 1, 2, 3, 4, 5.
    Diese Woche war so wundervoll. Alleine verreisen ist prima.

    APRIL 2016
    Ähem. Neuer Job und so. Keine Zeit für Bildchen ;).

    MAI 2016
    New Faces Award Film – mal wieder der Beweis, dass wir einfach das BESTE TEAM sind.

    JUNI 2016
    Der Juni hat gekracht, heißa!

    Ich wurde 30 und irgendwie fühlt es sich so richtig an. Also ich kann jedem nur empfehlen, 30 zu werden und es zu genießen.

    Southside, alter Schwede! Lest und guckt hier nochmal nach. Dieses zehnjährige Jubiläum war nun wirklich kein normales …

    Vorher:

    Nachher:

    JULI 2016
    Stellt euch einfach einen wunderbaren Sommer vor und zieht den Amoklauf in München ab. Ich war unzählige Male am Eisbach, an der Isar, am See, am Gärtnerplatz, beim Grillen (danke Juli :)!) einfach draußen.

    Oh Gott, und ich traf Diego Maradona. Noch heute nimmt man in meiner Anwesenheit ein leichtes Odeur von Zigarrenrauch wahr ;).

    AUGUST 2016
    Pete Doherty <3.
    Das Schwestern-Team verbrachte ein langes WE am Bodensee bei „Rock am See“ und lauschte den Libertines & Co. Nächstes Jahr wieder!

    SEPTEMBER 2016
    Ich wurde genötigt, meine Wiesn-Abneigung abzuschalten und hatte tatsächlich vier verdammt gute Abende in Bierzelten. Halleluja, reicht dann aber auch :).

    OKTOBER 2016
    Änn und ich wagten uns ins Beachvolleyballcamp auf Sardinien. Seit gestern ist der Muskelkater weg und ich erinnere mich nur noch an eine vollkommene Woche. Hier nachlesen!

    NOVEMBER 2016
    Miss BAMBI Wahl, New Faces Award Style und BAMBI! So toll war’s!

    Uuuund noch eins mit Rehkitz ⭐️ #bambi2016 #vorfreude

    Ein von Julia Bauer (@thejunegloomproject) gepostetes Foto am

    New Faces Award Style – let’s go! #newfacesawardstyle

    Ein von Julia Bauer (@thejunegloomproject) gepostetes Foto am

    The Crew @bambi_awards ⭐️⭐️⭐️ #bambiawards #bambi2016 #1million1team

    Ein von Julia Bauer (@thejunegloomproject) gepostetes Foto am

    DEZEMBER 2016
    London – und damit der letzte Reisebericht für 2016.

    Es war unvergesslich entspannt und zauberhaft – im wahrsten Sinne.

    Jetzt kommt noch Silvester (wir machen mal wieder so ne Home-Version mit adäquaten Mengen an Essen und Alkohol und Menschen) und dann war’s das mit 2016. Ich bleibe dabei: Es war ein gutes Jahr (wer jetzt die Stirn runzelt, lese das PS ganz unten)! Cheers!

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    So, und zum Schluss hätten wir da noch die traditionellen Fragen. Seit über fünf Jahren beantworte ich stets dieselben und bin immer wieder überrascht, wie schwer das ist.

    Zugenommen oder abgenommen?
    Beides – und am Ende wieder alles beim wunderbar Alten.

    Mehr ausgegeben oder weniger?
    Mehr, Umzug und so.

    Der hirnrissigste Plan?
    10 Jahre Phantasie in die Realität zu heben. Da hebt man sich am Ende nur einen Bruch und es gibt Verletzte.

    Die gefährlichste Unternehmung?
    Das Southside. Zum Glück ging alles gut.

    Die teuerste Anschaffung?
    Die neue Wohnung bzw. die ganzen Anschaffungen dafür.

    Das leckerste Essen?
    Kürbissuppe.

    Das beeindruckendste Buch?
    Puh, das ist in diesem Jahr schwer, da ich kaum was gelesen habe.
    Aber J.K. Rowlings „Harry Potter und das verwunschene Kind“ habe ich sehr geliebt.

    Der beste Film?
    „Das Dschungelbuch“ in 3D. Shiiirrr Khan!

    Das beste Album?
    Das ist einfach. „Signs Of Light“ von The Head and the Heart.

    Das schönste Konzert?
    Brian Fallon in der Muffathalle.

    Das tollste/schlimmste Ereignis?
    Toll: Jobwechsel, Madeira, mein 30., der Sommer, die BAMBI-Moderation, die Winterlichter, das kleine Weihnachtskonzert.
    … kontrastiert leider stark mit …
    Schlimm: Was mit der Welt passiert. Keine weiteren Ausführungen nötig.
    Manchmal glaube ich, wir leben in einem Paralleluniversum.

    Die meiste Zeit verbracht mit …?
    Arbeit und Schlaf. Dicht gefolgt von Musik und Freunden. (Das kann ich vermutlich einfach für immer so stehen lassen.)

    Die schönste Zeit verbracht …?
    … mit Freunden und Arbeit. Ich bin so dankbar, dass mein Job meine Leidenschaft ist.

    Vorherrschendes Gefühl 2016?
    It’s a fucking good life you’re living.

    2016 zum ersten Mal getan?
    Ganz alleine in den Urlaub geflogen – war sooo schön!

    2016 nach langer Zeit wieder getan?
    In einer anderen Stadt reingefeiert (NYC) und umgezogen.

    Die wichtigste Sache, von der dich jemanden überzeugen wollte?
    Du machst das eh.

    Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
    Alle Lieben sind gesund. Reicher kann man nicht sein.
    Ansonsten haben mir meine Schwestern zum 30. eine Jahresration Briefe und für jeden Monat ein Päckchen geschenkt. Ich liebe es.

    2016 war mit einem Wort?
    Happy.

    So, und jetzt stellen wir den Schampus kalt und krachen mit Vollgas ins neue Jahr!

    PS: Wem in diesem Posting jetzt zu viel heile Welt und zu wenig Terror war, der überlege bitte, ob es andersrum sinnvoller gewesen wäre. Bezweifle ich. Danijela Pilic hat das Ganze hier schon treffend formuliert.