Girls Are Like Diamonds Tag Archive

  • „Samuuu!“

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    Ich habe nachgesehen. Der Entschluss nach Helsinki zu reisen fiel exakt am 7. Dezember 2016 um 10:19 Uhr. Kurz nach London (leset hier nach) machten Char und ich das Ding dingfest, der Trip an meinem Geburtstag wurde sofort gebucht.
    „Wie kamt ihr denn auf Helsinki?“, fragten viele.
    „Ach, wegen Samu“, antwortete ich grinsend.

    Es gibt ja wohl schließlich keinen besseren Grund, um nach Helsinki zu reisen, als Samu Haber.
    Helsinki stand schon lange auf meiner Liste, Finnland soll im Sommer ja sehr schön sein. Warum also nicht mal was anderes besichtigen als Barcelona, Paris oder Rom? Mit Finnair kann man ständig günstig hochfliegen, der Transfer vom Flughafen in die Stadt ist supereasy und airbnb hat auch einiges zu bieten. Wir wohnten in einer hübschen Zweizimmerwohnung (natürlich wieder airbnb) im Trendviertel Kallio (war gar nicht so trendy) und konnt von dort alles erlaufen. Wer nicht gern per pedes unterwegs ist, kann in Helsinki aber auch Ubahn, Bus oder Tram fahren. Alles an jeder Ecke verfügbar.

    Nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten (danke Timo für das ganze Zeug im Kühlschrank, ich vermisse den undefinierbaren Sauerkirschbatz, den ich immer als Salatdressing benutzte), machten wir uns also auf Erkundungstour. Praktisch: Im Sommer ist es in Helsinki auch um Mitternacht noch taghell. „Ey, warum bin ich so fertig?“ – „Weil wir schon 23 Uhr haben!“. Man merkt einfach gar nicht, dass man voll über seiner gewohnten Zeit ist.

    Erster Stopp: das Restaurant Juuri, eine Empfehlung meiner guten Freundin Muse (you remember, Kos und Barcelona …). Schließlich mussten wir meinen 31. gebührend feiern. Sowas von lecker und jeden Cent wert!

    Am nächsten Tag erkundeten wir alles, was man in der finnischen Kapitale so erkunden kann. Da die Stadt sehr jung ist, gibt es keine altertümlichen Gebäude oder Gässchen.

    Trotzdem hat mich Helsi (wir kürzen alles ab, live with it) irgendwie gekriegt.
    Seht selbst. Das ist der durchaus beeindruckende Senatsplatz mit dem Dom und dem Alexander-II.-Denkmal. In der Innenstadt gibt’s ungefähr jeden Laden, von dem man nur träumen kann und im Kaufhaus Stockmann haben sie eine riesige Abteilung nur mit skandinavischen Labels (zum Glück waren wir nur mit Handgepäck unterwegs).

    Hier haben wir die Uspenski-Kathedrale (ihr seht schon, alles leicht russisch angehaucht):

    Hier eine Gasse, die aus „Harry Potter“ stammen könnte:

    Am Hafen muss man sich einfach einen großen Teller frischen, gegrillten Lachs gönnen. So lecker! Aber Achtung, wenn sie fragen, ob ihr ein bisschen Knoblauchsoße drauf wollt. Dann heißt das im Grunde, dass ihr 24 Stunden nur Knoblauch schmeckt, riecht und Menschen in einem Radius von fünf Metern auch damit beglückt.
    Hier die nackte Lady Havis Amanda mit Möwe:

    Und hier ich im Toilettenspiegel des Rathauses:

    Wenn’s ein bisschen ruhiger sein darf, spaziert man einfach zu einer der Halbinseln. Dort geht man dann über baufällige Stege und genießt die Sonne.

    Wenn man einen Tag übrig hat, sollte man unbedingt mit der Fähre nach Tallinn/Estland rüberschippern. Da kommt man sonst ja auch eher selten hin. In 1,5 Stunden ist man da und kriegt die alten Gässchen und Kirchlein, die man in Helsinki vermisst. Leider hatten wir Sauwetter vom Feinsten, weshalb wir unsere Nerven erst mal in einem süßen Café stählten.

    Ansonsten habe ich in Tallinn exakt ein Foto gemacht. Das ist Schloss Katherinental, ungünstigerweise geschlossen. Ausgerechnet, wenn wir ob Regens gerne etwas von innen besichtigen würden.

    Aaaber sie haben prima Schönheitssalons da und die lassen einen rein.

    C: „Was machen wir jetzt mit den restlichen zwei Stunden?
    J: „Wir könnten Beauty machen, mir ist eh ein Nagel abgebrochen.“

    –> C und J liefen in ihren fliederfarbenen, ausladenden und klatschnassen Regenponchos in einem Beauty-Salon ein und das Personal war nicht gerade entzückt, als es uns da triefend stehen sah. Nur auf Nachfrage wurden wir behandelt. Aber gut, die sollen ja generell nicht besonders aufgeschlossen sein, die Esten.

    Auf jeden Fall haben sie uns schön gemacht für den letzten Tag, an dem wir noch ein wenig am Hafen herumspazierten.

    Das war’s auch schon mit dem Reisebericht Helsinki. Auch hier spreche ich eine klare Empfehlung aus. Für einen dreitägigen Trip gen Norden (2 Tage Helsi, 1 Tag Tallinn) und für airbnb.

    PSI: Kleiner Lacher am Ende:

    PSII: Bei unserem Glück haben wir natürlich auch Samu gesehen. Im Fernseher. Nicht weniger schön, vor allem mit diesem Sombrero!

  • „Kennt doch jeder, Elton Johns bekannteste Wassergymnastik-Hits“

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    … Sätze mit ungefähr diesem Quatschgehalt bestimmten unsere Konversationen, während wir stundenlang am Strand lagen und uns die Bäuche braun braten ließen (während ein paar Meter weiter emsig im Pool geturnt wurde).
    Manchmal musste ich beim Dinner so sehr lachen, dass ich erst mal nicht weiteressen konnte. Und dann diese Busfahrten durch die Walachei …

    … aber da jetzt schon keiner mehr checkt, wovon ich rede, fangen wir lieber vorne an!

    Wer bisher nicht brav dem Hashtag #alexundjuliainderkaribik gefolgt ist, darf sich nun auf einen kurzweiligen Lesespaß mit vielen Fotos hier auf dem Blog einstellen. Das hier ist der „Club Tropicana“. Oli (Alex‘ best buddy), meine Wenigkeit und meine gute Freundin Alex (und der Quak Quak-Fahrer).

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    Wie kam es zum „Club Tropicana“?
    Im Januar schrieb mir Alex, ob ich nicht Lust auf einen gemeinsamen Urlaub hätte.
    „Klar, zwei Wochen in die Sonne, also dahin, wo’s richtig warm ist, und zwar am besten jetzt sofort“, antwortete ich ironisch, weil mir gerade erst eine Freundin für den lange geplanten Urlaub abgesprungen war und ich nicht damit gerechnet hatte, so kurzfristig noch Ersatz zu finden.
    „Cool, was hältste von Dom Rep? Oli wär auch dabei“, antwortete sie.

    Den Rest könnt ihr euch denken. Nach un-entspannten sieben Stunden Aufenthalt am Düsseldorfer Airport (vier davon waren der Verspätung des Fliegers geschuldet) düsten wir gen Westen, der Sonne entgegen.
    Im Gepäck: zwei Flaschen Sonnencreme, vier Bücher, ein Paar Flipflops, ein bisschen Sportzeug, kaum Make-up und äußerst leichte Klamotten.
    Jetzt ratet mal, wovon ich zu wenig dabei hatte. Genau, von den Büchern. Es ist nämlich erstaunlich, welche Mengen ich plötzlich weglese, wenn ich kein Internet habe!
    Jawoll, ich hatte mich gegen das schweineteure überall-WLan entschieden und das war der beste Einfall überhaupt.
    Effekt: Man gewöhnt sich sehr schnell ab, ständig aufs Handy zu gucken, wenn eh nichts auf dem Display stehen kann, und lernt wieder konzentriert bei einer Sache zu bleiben. In meinem Fall also Lesen und Beachvolleyball.

    Ach ja, Bilder wollte ich zeigen. Na denn, legen wa los. Hier hätten wir den besagten Strand.

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    An dem verbrachten wir tatsächlich fast die komplette erste Woche, weil wir eine große Portion „Rumliegen und bitte einfach nur nichts tun“ dringend nötig hatten. Anders kann man leere Batterien nicht aufladen. Wenn man selbst im Urlaub immer nur nach Input dürstet, bleibt der Kanal für genialen Output verstopft.
    Inspirierende Tätigkeiten wie im Meer planschen, Rücken eincremen, kühle Getränke trinken und Lesen waren natürlich ok.

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    Wenn die Akkus dann voll sind, fliegen die Wepsen im Hintern auch wieder und treiben einen aus der Liege … in ein unbequemes Sammeltaxi, das in der Dom. Rep. „Quak Quak“ heißt. Perfekt für den ersten Ausflug in einem unbekannten Land.

    Die Fahrt geht so vonstatten:
    Man postiert sich da, wo man auf die Frage nach der Haltestelle ungefähr hingeschickt wird.
    Man wartet.
    Man winkt, wenn das Quak Quak um die Ecke gescheppert kommt. Die Tür geht auf und man sieht, dass alle sieben Fahrgast-Plätze im Fahrzeug bereits besetzt sind.
    Man wird vom „Fahrtorganisator“ (ein Mensch, der zusätzlich zum Fahrer im Quak Quak befindet, um die Leute zu verladen) freundlich hereingewunken und auf „Plätze“ verwiesen.
    Man quetscht sich neben die bereits Sitzenden, schnallt sich natürlich nicht an, alle finden es voll normal, los geht die Fahrt.
    Es geht noch weiter, denn nein, das Quak Quak ist nicht voll. Denn so läuft das an jeder Station, bis wirklich jeder an Bord ist, der mitfahren möchte.
    Schließlich hupt das Gefährt mit 22 Fahrgästen beladen durch die Gegend, der Fahrer ist bester Dinge und am Ende kommt man an.

    Wo wollten wir hin? Zu einem geheimen Strand namens „Bahia Esmeralda“. Den Grund für die Wahl dieses Ausflugsziels dürfte allen klar sein. Wenn ein Strand nach Ryan Goslings Tochter benannt ist (es war garantiert so), muss man da halt hin.

    Unser verlässlicher Quak Quak-Fahrer ließ uns hier raus:

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    Todesmutig bahnten wir uns den 20-minütigen Weg vorbei an …

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    … und kamen schließlich hier an. Leider war der Himmel etwas verhangen, das tat der „Wir haben einen geheimen Strand gefunden und spielen jetzt die guten Szenen von The Beach“-Stimmung keinen Abbruch.

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    Hinter Wiesen und Wäldern liegt eine kleine, unbekannte Bucht. An ihrem Strand lernte ich eine der beeindruckendsten Frauen überhaupt kennen: Gisela. Gisela ist vor Jahrzehnten aus München in die Dom. Rep. ausgewandert und führt seitdem ein kleines bayerisches Lokal direkt am Strand. Kaum jemand kennt „La Taverna Bavaria“, doch sie spricht sich als Geheimtipp oft genug herum, dass Gisela davon leben kann. Für uns gab es als Belohnung für den aufregenden Fußmarsch also Schnitzel mit Kartoffelsalat an Meerblick und eine packende Lebensgeschichte.

    Am Abend versuchte unser Hotel mit Giselas kulinarischen Künsten mitzuhalten, hatte aber auch mit diesen Schmeicheleien keinerlei Chance :).

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    Der nächste Abenteuertrip im Quak Quak führte uns zur „Laguna Gri Gri“. Man fährt da durch die Mangrovenwälder ins Meer rein. Auch toll!

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    Noch toller war aber der Mond, der uns den letzten Abend erhellte.

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    Denn plötzlich waren die 13 Tage aufgebraucht, die am Anfang unser Urlaubskonto füllten. Kenn man ja, zu Beginn hat man massig Zeit und plötzlich kommt die Wehmut, weil’s vorbei ist.
    Hach, tat dieser Urlaub gut. Ganz viele hatten mich schon gefragt, ob ich die Dom. Rep. denn nun weiterempfehlen würde, weil man höre ja dies und das …
    Ja, würde ich. Wir haben ein schönes, freundliches Land kennengelernt und keine einzige vergraulende Erfahrung gemacht. Ich glaube, der Ruf dieses Landes ist längst überholt.

    Ich muss das wieder einführen, im Winter in die Wärme zu fliegen.
    Jetzt planen wir aber lieber erst mal die kürzeren Trips, die dieses Jahr noch anstehen. Mir dünket, es ginge nach Hamburg, Portugal, Helsinki und Griechenland :).

    Auf einen wunderbaren Frühling!