Festivallove Tag Archive

  • Der TJGP-Jahresrückblick 2016

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    Tataa, als hättet ihr ihn bestellt, kommt hier der große TJGP-Jahresrückblick 2016.
    Zum Lesen empfehle ich diese Playlist:

    Vorneweg: 2016 war ein gutes Jahr.

    JANUAR 2016
    … Ein Jahr, das in New York startete. Schön klischeehaft mit Blick auf die Freiheitsstatue (von der es kein Foto gibt, weil wir mit Champagne und „Can you believe it?“s beschäftigt waren).

    Danach ging’s für mich in den Umzugsendspurt. Ich hatte seit Dezember schon täglich einige Fiesta-Fuhren von A nach B gekarrt, so dass ich am 15. Januar, dem geplanten Umzugstag, meinen lieben Freunden absagen musste: „Es gibt nix mehr zum umziehen, sorry.“

    FEBRUAR 2016
    Äh, ich habe versucht, 40 Tage keine Süßigkeiten zu essen. Hat nicht sooo gut geklappt. Lass ich ab jetzt lieber.

    MÄRZ 2016
    Dieses Posting hier kam ganz gut an. Wer die verkommene Abnehmindustrie auch nicht mehr leiden kann, sollte das noch nachlesen.

    Außerdem habe ich mal wieder meinen Job gekündigt und hatte deshalb etwas Zeit, um zu verreisen.
    Madeira sollte es sein. Hier könnt ihr nochmal alles erleben: Tagebuch 1, 2, 3, 4, 5.
    Diese Woche war so wundervoll. Alleine verreisen ist prima.

    APRIL 2016
    Ähem. Neuer Job und so. Keine Zeit für Bildchen ;).

    MAI 2016
    New Faces Award Film – mal wieder der Beweis, dass wir einfach das BESTE TEAM sind.

    JUNI 2016
    Der Juni hat gekracht, heißa!

    Ich wurde 30 und irgendwie fühlt es sich so richtig an. Also ich kann jedem nur empfehlen, 30 zu werden und es zu genießen.

    Southside, alter Schwede! Lest und guckt hier nochmal nach. Dieses zehnjährige Jubiläum war nun wirklich kein normales …

    Vorher:

    Nachher:

    JULI 2016
    Stellt euch einfach einen wunderbaren Sommer vor und zieht den Amoklauf in München ab. Ich war unzählige Male am Eisbach, an der Isar, am See, am Gärtnerplatz, beim Grillen (danke Juli :)!) einfach draußen.

    Oh Gott, und ich traf Diego Maradona. Noch heute nimmt man in meiner Anwesenheit ein leichtes Odeur von Zigarrenrauch wahr ;).

    AUGUST 2016
    Pete Doherty <3.
    Das Schwestern-Team verbrachte ein langes WE am Bodensee bei „Rock am See“ und lauschte den Libertines & Co. Nächstes Jahr wieder!

    SEPTEMBER 2016
    Ich wurde genötigt, meine Wiesn-Abneigung abzuschalten und hatte tatsächlich vier verdammt gute Abende in Bierzelten. Halleluja, reicht dann aber auch :).

    OKTOBER 2016
    Änn und ich wagten uns ins Beachvolleyballcamp auf Sardinien. Seit gestern ist der Muskelkater weg und ich erinnere mich nur noch an eine vollkommene Woche. Hier nachlesen!

    NOVEMBER 2016
    Miss BAMBI Wahl, New Faces Award Style und BAMBI! So toll war’s!

    Uuuund noch eins mit Rehkitz ⭐️ #bambi2016 #vorfreude

    Ein von Julia Bauer (@thejunegloomproject) gepostetes Foto am

    New Faces Award Style – let’s go! #newfacesawardstyle

    Ein von Julia Bauer (@thejunegloomproject) gepostetes Foto am

    The Crew @bambi_awards ⭐️⭐️⭐️ #bambiawards #bambi2016 #1million1team

    Ein von Julia Bauer (@thejunegloomproject) gepostetes Foto am

    DEZEMBER 2016
    London – und damit der letzte Reisebericht für 2016.

    Es war unvergesslich entspannt und zauberhaft – im wahrsten Sinne.

    Jetzt kommt noch Silvester (wir machen mal wieder so ne Home-Version mit adäquaten Mengen an Essen und Alkohol und Menschen) und dann war’s das mit 2016. Ich bleibe dabei: Es war ein gutes Jahr (wer jetzt die Stirn runzelt, lese das PS ganz unten)! Cheers!

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    So, und zum Schluss hätten wir da noch die traditionellen Fragen. Seit über fünf Jahren beantworte ich stets dieselben und bin immer wieder überrascht, wie schwer das ist.

    Zugenommen oder abgenommen?
    Beides – und am Ende wieder alles beim wunderbar Alten.

    Mehr ausgegeben oder weniger?
    Mehr, Umzug und so.

    Der hirnrissigste Plan?
    10 Jahre Phantasie in die Realität zu heben. Da hebt man sich am Ende nur einen Bruch und es gibt Verletzte.

    Die gefährlichste Unternehmung?
    Das Southside. Zum Glück ging alles gut.

    Die teuerste Anschaffung?
    Die neue Wohnung bzw. die ganzen Anschaffungen dafür.

    Das leckerste Essen?
    Kürbissuppe.

    Das beeindruckendste Buch?
    Puh, das ist in diesem Jahr schwer, da ich kaum was gelesen habe.
    Aber J.K. Rowlings „Harry Potter und das verwunschene Kind“ habe ich sehr geliebt.

    Der beste Film?
    „Das Dschungelbuch“ in 3D. Shiiirrr Khan!

    Das beste Album?
    Das ist einfach. „Signs Of Light“ von The Head and the Heart.

    Das schönste Konzert?
    Brian Fallon in der Muffathalle.

    Das tollste/schlimmste Ereignis?
    Toll: Jobwechsel, Madeira, mein 30., der Sommer, die BAMBI-Moderation, die Winterlichter, das kleine Weihnachtskonzert.
    … kontrastiert leider stark mit …
    Schlimm: Was mit der Welt passiert. Keine weiteren Ausführungen nötig.
    Manchmal glaube ich, wir leben in einem Paralleluniversum.

    Die meiste Zeit verbracht mit …?
    Arbeit und Schlaf. Dicht gefolgt von Musik und Freunden. (Das kann ich vermutlich einfach für immer so stehen lassen.)

    Die schönste Zeit verbracht …?
    … mit Freunden und Arbeit. Ich bin so dankbar, dass mein Job meine Leidenschaft ist.

    Vorherrschendes Gefühl 2016?
    It’s a fucking good life you’re living.

    2016 zum ersten Mal getan?
    Ganz alleine in den Urlaub geflogen – war sooo schön!

    2016 nach langer Zeit wieder getan?
    In einer anderen Stadt reingefeiert (NYC) und umgezogen.

    Die wichtigste Sache, von der dich jemanden überzeugen wollte?
    Du machst das eh.

    Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
    Alle Lieben sind gesund. Reicher kann man nicht sein.
    Ansonsten haben mir meine Schwestern zum 30. eine Jahresration Briefe und für jeden Monat ein Päckchen geschenkt. Ich liebe es.

    2016 war mit einem Wort?
    Happy.

    So, und jetzt stellen wir den Schampus kalt und krachen mit Vollgas ins neue Jahr!

    PS: Wem in diesem Posting jetzt zu viel heile Welt und zu wenig Terror war, der überlege bitte, ob es andersrum sinnvoller gewesen wäre. Bezweifle ich. Danijela Pilic hat das Ganze hier schon treffend formuliert.

  • But if you’ve lost your faith in love and music, the end wont be long …

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    … Because if it’s gone for you then I too may lose it and that would be wrong.

    (The Libertines: „The Good Old Days“ auf „Up the Bracket“)

    So ist es und so wird es immer sein.
    Es gibt wirklich nur wenige, sehr wenige Tätigkeiten, die besser sind, als vor einer Bühne zu stehen, auf der eine meiner Lieblingsbands Vollgas gibt.
    (Weil ihr jetzt wieder neugierig seid und wissen wollt, welche Tätigkeiten besser sind:
    1. Selbst auf der Bühne stehen
    2. Mit jemandem, den man gern hat, bei Song XY vor der Bühne knutschen).

    Ich hatte mich ja auf alles eingestellt, auch darauf, dass die Libertines aufgrund von kurzfristig eintretender physischer Gebrechen eines Herrn P.D. nicht auftreten können.
    Falsch eingestellt, Frightened Rabbit fielen aus. Schade, hätte ich gerne mal wieder gesehen. Schließlich haben sie Zeilen wie „No you won’t find love in a hole“ und „Swim until you can’t see land. Are you a man? Are you a bag of sand?“ gedichtet.

    Kurzum: Die Libertines spielten. Und wie sie spielten.

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    Ich möchte fast behaupten, dieses Konzert war noch besser als das im Februar in München. Peter trug ein famoses Outfit (jaha, du schnaubst wahrscheinlich gerade, weil natürlich auch Carl ein solches trug) und ich beneide ihn um seine gazellenartigen Beine in dieser Jeansröhre. Alles aufwärts des Hosenbundes hat vermutlich lange keine Wellnessbehandlung erfahren. Aber das ist ja wurscht, so lange er immer rechtzeitig zu seinen Einsätzen zum Mikro stolpert und angenehm verständlich singt.
    Hier noch zwei Fotos (eins, zwei) von einem Fotografen, der offensichtlich mit mehr als einem iPhone näher dran war.

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    Ihr merkt schon, ich fand’s wildsexytoll. Zauselige Sänger sind halt einfach … naja, mein Ding, da hat sich nix getan. Auch wenn Bad Religion durchaus sehenswert waren, auch wenn Muse eine perfekt durchchoreografierte Show mit superduper Lichteffekten auf die Bühne gestellt haben (bei der es natürlich leicht ist, sie gut zu finden): Ich bleibe bei den schrammeligen Typen und Gitarren. Da geht mein Herz auf. Vielleicht werde ich doch noch Roadie. Mal Thees fragen, wie man das wird.

    An dieser Stelle muss ich übrigens mal ein großes Kompliment an die Organisatoren von Rock am See aussprechen.
    Besser kann’s nicht laufen! Entspannter Einlass, gesicherter Untergrund (Wir hatten mal wieder Sauwetter, aber meine Schuhe sahen danach sauberer aus als vorher. Vermutlich ließen diese tollen Planen nur Wasser, aber keinen Dreck durch), eine hübsche Essensauswahl, genügend (saubere) Toiletten, nette Securities … da könnte sich das Southside noch ein paar Kleinigkeiten abschauen.

    So, wat hamwa noch? Meine Begleiterinnen. Toll war’s mit denen. Sie waren so aufmerksam bei der Sache:

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    Nein, nein, es war wirklich toll mit denen. 1A Schwestern-Quartett!

    Zum Schluss noch ein Fähren-Selfie (ich sag’s euch, Fähren-Selfies sind das nächste große Ding!):

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    Falls sich jemand findet, der mit mir an den Bodensee ziehen und eine Rockkneipe eröffnen will – nobadwords (at) web.de.
    Ansonsten fange ich jetzt schon mal an, meinen Bade-Doughnut aufzublasen, denn am WE soll es wieder heiß werden und ich möchte Project Tanning Richtung Endstadium treiben! Joiners join!

  • “But I’ve reason to believe we all will be received in Graceland.“

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    (Paul Simon: „Graceland“)

    Selten hat mich ein Song so so so sehr gekriegt wie der hier.

    Ist das nicht famos? Ich kann nicht aufhören, das zu hören. Ganz groß, Kina (, die ich übrigens seit 2010 mehr oder weniger genau verfolge und schätze)!

    So, weg vom Gedudel, hin zum Gesudel :).
    Was war los bei Gloom?
    Zuallererst musste Ersatz für das ins Wasser gefallene Southside her. So ganz ohne Festival läuft das nicht. Ich BRAUCHE das. Ohne fehlt was. Hier erreichte mich übrigens noch ein Foto aus der Nacht im Camp FM-Bunker. Eventuell sieht man mit geübtem Auge, dass wir alle bereits etwas gaga waren.

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    Also Plan: In wenigen Wochen düsen vier junge Damen nach Konstanz und verbringen ein WE am See, unter anderem bei „Rock am See“. Wer hier schon länger dabei ist, weiß ja, dass ich das schon mal gemacht hab – vor sage und schreibe sieben Jahren. Damals wollten Muse und ich unbedingt Oasis sehen, die sich dann in der Nacht vor dem Auftritt so in die Haare gekriegt haben, dass sie sich trennten. Nun ja. Hier und hier könnt ihr das Debakel nochmal nachlesen. Eieiei, damals hat man sich auch für nix geschämt …
    Wenn sich die Libertines in naher Zukunft bitte zusammenreißen und ganz normal auftreten könnten, wäre ich ihnen sehr verbunden, danke.

    So, wir brauchen wieder ein Foto. Machen wir’s chronologisch, nehmen wir das hier. Das entstand beim diesjährigen „Movie Meets Media“-Event und zeigt, dass Char und ich einen wunderbaren Abend hatten.

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    Ich kriege bis heute den Tabakgeruch nicht aus der Nase, der sich an mich heftete, als ich kurz neben dieser Person posierte:

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    Right, das ist er, der Diego. Fragt nicht, wo seine Hand Gottes im Moment des Fotos war.

    Wat haben wa noch? Ach ja, den elterlichen Garten. Da war ich kürzlich und werde ich bäldig wieder weilen. Er ist ziemlich gut gelungen. Vor allem, seit so Altlasten wie Kindergartenhütte und Schaukelbalken und Sandkasten grünem Rasen gewichen sind. Nur den Grill will mein Papa partout nicht von diesem unerklärlichen Platz rücken.

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    Zwischenrein kloppe ich mal einen Schnappschuss von der EM. Das war vor der Elfmeterballerei gegen Italien.

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    Nicht ganz Italien und nicht ganz Ballerei war das hier:

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    Das sind Juliver auf dem Balkon eines Bauernhofs am AdW. Ich muss schon sagen, Oli, dein Geburtstagsgeschenk war das entspannendste von allen. Wir sind einfach aufs Land gefahren und haben von 220 auf gemächliche 8 km/h abgebremst. Tat das gut! Ohne Scheiß, macht das mal. Packt einen guten Gesprächspartner ein und eine Zahnbürste und eine Unterhose und dann raus und einfach runterkommen.

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    Damit die Anordnung hier auch wirklich gar keinen Sinn macht, schiebe ich jetzt noch dieses Gruppenfoto rein. Leider hat uns eine sehr liebe Kollegin verlassen 🙁

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    (Merke für Gruppenfotos, wenn man am Rand steht: Einfach den halben Körper hinter die Person neben einem stellen. Dann wirkt man gleich halb so viel.)

    Und zum Schluss noch eine kleine Überraschung:

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    June Gloom-Fans wissen ja, dass ich mit Kleingetier nichts anfangen kann. Mit Charlie schon. Charlie und ich sind jetzt Freunde. Also pst.

    So, nun wünsche ich euch einen ballonreichen August mit viel Fetzngaudi und wenig Angst (meine Worte von vor nicht mal einem Jahr klingen mir glühendheiß im Ohr). Passt auf euch auf, meine Lieben.

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  • 36 Stunden Southside 2016 …

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    … statt planmäßigen 96. Das hättet ihr jetzt nicht gedacht, dass wir uns so schnell wieder lesen, wa :)?
    Eigentlich sollte ich gerade bei lauen Temperaturen Camping-Equipment zusammenpacken und zum Auto tragen. Müde und glücklich, vollgedröhnt mit den guten Momenten aus vier Tagen Festival.

    Tatsächlich sitze ich mit einer Decke und einem heißen Kaffee auf dem Sofa, habe statt Zeltzeug mein Laptop auf dem Schoß und checke nicht so ganz, was passiert ist (abgesehen vom zerschossenen und jetzt spontan neu aufgesetzten Blog-Layout dank eines Updates).

    Ob das eine Art Vorahnung sein sollte, dass ich in den letzten Tagen vor dem Southside ständig Bruce Springsteens „Atlantic City“ im Ohr hatte?

    Aber fangen wir mal vorne an, dass hier keiner durcheinander kommt. Manche von euch wissen wahrscheinlich gar nicht, warum mein Jubiläums-Festival so knackig kurz ausgefallen ist.

    So ging’s los – beste Laune auf der Hinfahrt:

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    So ging’s weiter – beste Laune am sonnigen ersten Tag:

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    … Must Eat: Handbrot:

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    Manch einer mag sich noch an unsere Schwärmerei für Carsten und Hirsch erinnern (hier nachlesen). Mittlerweile kennt man sich und tut tolle Dinge füreinander. Zum Beispiel Zeltplätze besetzen oder bei Camp FM ein- und ausgehen. Somit war die erste Nacht eine durchtanzte, durchlachte und durchmachte.

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    Der Freitag startete mit einer Bullenhitze, ob der etwaige Schmelzwaren noch schnell verspeist werden mussten.

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    Und nur wenige Stunden später wendete sich das Blatt!
    Erste Gewitterwarnungen für die Abendstunden. „Aber es hat doch schon oft gewittert?!“, fragten viele. Sie sollten gewaltig überrascht werden.
    Wurden wir auch, während eine erste Ladung Wasser als warmer Sommerregen vom Himmel krachte. Alle tanzten, erfrischten sich, dankten dem noch güldenen Firmament …

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    Obwohl die Wolken auch da schon ein bisschen komisch aussahen. Anders als sonst.

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    Irgendwann wurde das Wasser zu viel, und wir retteten uns zu einem der Stände. „Viva con Agua“, wie passend.
    Passend auch das kleine Schild am Ende meines Videos:

    Dann ging alles sehr schnell. „Alle Stände werden geschlossen, verlasst sofort das Festivalgelände. Wir kriegen einen heftigen Sturm!“

    Gesagt, getan. Himmelsfarbe immer noch unschuldig bis rosig.

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    Auf dem Weg zum Zeltplatz die nächste schrille Anweisung: „Alle in die Autos, keiner bleibt im Zelt!“
    Ok, verstanden, irgendwas lief hier gewaltig schief. Zum Glück konnten wir bei den Camp FM-Jungs im Container bleiben und mussten nicht im Sturm zum Auto laufen. Kaum saßen wir da drin, schob sich eine schwarze Wand zwischen Himmel und Erde. Rabenschwarz, wo eigentlich noch helles Abendrot kleben sollte. Amtliche Unwetterwarnung in lila (schlimmste Stufe), die heftigste in 25 Jahren Southside.

    Plötzlich war es stockdunkel. Nur die ersten dicken Blitze erhellten den Himmel. Wir saßen zu zwanzigst auf Bierbänken im Container und waren einfach nur dankbar, dass wir darin Unterschlupf gefunden hatten.

    Und dann ging’s richtig los (nicht mein Video, hat ein anderer Festivalgänger gemacht):

    Jetzt seht ihr, warum das kein normales Gewitter war. Im Container krachte es gewaltig, weil ständig irgendwelche Zeltteile draufgeschleudert wurden. Zum Glück konnte Camp FM noch senden und so die Meute in den Autos unterhalten und informieren.

    … für wenige Minuten, denn dann war der Strom weg und es wurde richtig romantisch. Die Landebahn war mittlerweile ein reißender Fluss. Alles, was man draußen sah, war ein ungeheuerlicher Orkan, der das komplette Festivalgelände durchpflügte und alles auseinanderriss, was er finden konnte. Ein paar Verrückte badeten in den Wassermengen oder surften auf irgendwelchen zerstörten Gegenständen darauf. Es war wahrlich endzeitlich.

    Wir hatten wenigstens genug kühles Bier und die Gewissheit, dass wir diese Southside-Nacht garantiert niemals vergessen würden. Die Sturmwarnung wurde Stunde um Stunde verlängert. Erst um 3 Uhr Morgens legte sich das Unwetter zur Ruhe (wohlwissend, dass es am nächsten Tag zur zweiten Runde ansetzen und das Festival endgültig plattmachen würde) und wir konnten die Überbleibsel unseres Camps begutachten.

    Inventurergebnis: Equipment zerstört, Inhalt nass, aber heil (da war meine Strokes-Jacke drin!).

    Hier ein zusammenfassendes Video:

    Wir entschieden uns, unsere Zelte an dieser Stelle abzubrechen. Ach nee, waren ja schon abgebrochen. Alle sieben Sachen nass, das Gelände unbegehbar, das machte keinen Spaß mehr. Die Veranstalter fassten den folgenschweren Entschluss dann am nächsten Morgen.

    Sowas ist ein Desaster für alle. Für Festivalgänger, Bands und Veranstalter. Zum Glück wurden die knapp 100 Versehrten nur leicht verletzt. Hoffen wir, dass nichts mehr nachkommt und alle gut versichert sind. Ich bin so froh, dass wir alle heil rausgekommen sind.

    So sieht es übrigens jetzt dort aus:

    Ich hab sowas wirklich noch nie erlebt – und ich will sowas auch nie wieder erleben. In zehn Jahren Southside war’s noch nie so hart wie in diesem Jubiläumsjahr. Einziger Wermutstropfen: Diesmal war keine einzige Band da, die ich unbedingt sehen musste, weil ich alle schon gesehen hatte. Stellt euch nur vor, die Strokes hätten gespielt und wären ausgefallen … man mag es sich gar nicht ausdenken. Selbstverständlich hätte ich Julian aber auch mit in den Container geholt. Der Gute hätte ja sonst hier der Dinge harren müssen :).

    So, ich pflege jetzt meinen Schock. Jawohl, ich fühle mich wirklich noch etwas traumatisiert, habe ständig diese Bilder im Kopf, höre das Gepeitsche und Gepolter. Die neuen Folgen „Keeping up with the Kardashians“ und „Fest und Flauschig“ (Olli Schulz, don’t mess with me! Wer es aufmerksam angehört hat, weiß, was ich meine) werden helfen.

    Berieselung statt Beschüttung.

    PS: Wer kommt mit zu Rock am See am 20. August? Adäquater und risikofreier Ersatz muss her!

  • Hättest Du nicht Lust, mit mir den Abend zu verbringen …

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    … Gegen den Frust, wir könnten Nachtbaden gehen
    Hättest Du nicht Lust mit mir den Abend zu verbringen
    Gegen den Frust ins kalte Wasser springen.

    (Madsen: „Nachtbaden“ auf „Frieden im Krieg“)

    Ich hätte schwören können, dass ich diesen Song schon längst mal als Einstieg gebracht habe. Stimmt nicht. Nur die zwei hier: oans, zwoa. Sagen wir so, Madsen sind momentan wieder schwer angesagt bei mir. Ich merke mit steigendem Alter nämlich, dass ich mich gerne an Altbewährtes halte. An die, die mich seit Jahren, teils Dekaden, begleiten. Madsen zum Beispiel. Weil so wenig Verlässliches nachkommt.
    Madsen beliefern mich seit elf Jahren in regelmäßigen Abständen mit Alben, von denen ich schon vor dem ersten Hören garantiert sagen kann, dass sie mir taugen.
    Gloom, wat soll das pathetische Gelaber, denkt ihr jetzt. Meine Güte, dann starten wir halt mit harten Fakten :-)!

    Können solche Momente bitte nie enden?

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    Wir sitzen im Abendlicht vor Bühnen, schauen Bands beim Schwitzen zu, während wir selbst ab und an die Stirn abtupfen. Wir machen das nicht mehr so hardcore-mäßig wie früher, wo wir immer in der ersten Reihe stehen mussten – komplett durchgeschwitzt und mit Edding vollgeschmiert (ich meine mich zu erinnern, dass teilweise sogar unsere Handynummern auf unseren gepushten Dekolletés prangten).
    Wir widmen uns einfach genau diesem Moment, in dem die Lieblingssongs mal wieder direkt vor unserer Nase laufen. Wenn man sie nicht nur auf Platte hört, sondern fast anfassen kann. Dieses Gefühl ist ein ganz besonderes.

    Der Sommer 2015 ist so festival-lastig wie noch nie. Hier fing alles an, dann kam der Klassiker und mit dem Posting, das ihr gerade lest, schließen wir das Ganze mit Taubertal und Highfield ab.

    Zwei Festivals an zwei aufeinanderfolgenden Wochenende – das ist schon sportlich und nicht sehr low-carb. Aber solange die Knochen das mitmachen, mache ich auch mit.
    Anlass für mein erstes Taubertal: Ps Junggesellinnenabschied („Ey, ich hab keinen Bock auf so Zeug-verkaufen-Scheiße. Aber wenn ihr alle mit aufs Taubertal fahren tätet, wär das subbi!“). Da ich nun wirklich nicht zu der Sorte Freundin gehöre, die ihrer Freundin einen Bauchladen mit Minilikören und Kondomen umhängen würden, fand ich die Idee großartig. Also, Taubertal!

    Das Motto war: „Wo ist das nächste Wasser? WO IST DAS NÄCHSTE WASSER? ICH MUSS DA SOFORT HIN!“
    40 Grad und kein Wölkchen am Himmel sind fast genauso scheiße wie 12 Grad und Dauerregen.

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    Aber halt nur fast. Wir haben uns ganz gut arrangiert. Gepriesen sei die „Shit & Shower“-Flatrate. Habe ich sofort gekauft. 7 Euro und dafür unbegrenzt duschen und ordentliche Örtlichkeiten aufsuchen. Ein Traum für Festival-Hygienebetreiber wie mich ;).
    Unser Tagesablauf war also wie folgt: Um spätestens 7 Uhr robbten wir aus den Zelten, weil sich da drin eine Bullenhitze aufgebaut hatte. Dann schleiften wir die Matratzen in den nächsten Zeltschatten und dösten dort komatös für ein paar Stunden weiter. Irgendwann hielten wir es aber auch da nicht mehr aus und begaben uns in die Vertikale, um Essen zu fassen. In der Vertikalen ist es nebenbei deutlich „kühler“, nehmt das mal als Tipp mit.

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    Gegen Abend machten wir uns dann auf ins Tal. Wenn man auf dem „Campingplatz Berg“ gastiert, muss man nämlich runterlaufen zum Konzertgelände (knackige 30 Minuten bei gefühlt 45 Grad Celsius und Steigung – runter ok, hoch ein wenig ermattend). Bevor wir uns vor den Bühnen breitmachten, steuerten wir aber bereits erwähnte Wasserstellen an. Riesenventilatoren, Gartenschläuche, die Tauber …

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    Nächstes Mal nehme ich ein Bobby Car mit, übrigens. Damit kommt man zügiger ins Tal.

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    Bandtechnisch hatte ich alles schon gesehen und wusste daher, wo sichere Banken auf der Bühne stehen. Ich halte mich weiter an Farin Urlaub, den sexy Gott mit dem weißblonden Haupthaar, Madsen, die sexy Brüder mit den unschlagbaren Ohrwürmern, und Olli Schulz, den sexy old dirty man mit den unsinnigen Fillern.

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    Und ans Handbrot natürlich. Petra zeigt uns hier netterweise, wie man das fachgerecht verspeist:

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    Petra zeigt uns außerdem noch ihr Hochzeits-Accessoire #1! Diesen Beutel wollte sie unbedingt haben, bekam ihn aber nicht. Man musste ein diffiziles Spiel dafür gewinnen. Nun, wir konnten den Spielleiter anderweitig davon überzeugen, dass die Braut das Teil dringend braucht. Ich führe das Prozedere jetzt nicht aus, der Fall musste aber schwarz auf weiß dokumentiert werden, damit sie dann nicht um dieses Versprechen herumkommt: „Bitteee, ich muss den haben! Ich zieh ihn auch bei der Hochzeit an!“

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    (Ignoriert den Arsch, der sich links ins Bild geschoben hat.)

    Zum Taubertal-Abschluss noch ein bisschen Sonnenuntergang, der ganz gut für die Hitze entschädigte. Zaubertal halt.

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    Und weiter geht’s mit dem Highfield. Wie konnte es nur dazu kommen, dass sich fünf Wahnsinnige in ein Auto quetschten und 1.000 Kilometer/10 Stunden an einem Tag runterrissen? Verschiedenste Menschen hatten mich vorgewarnt und für geisteskrank erklärt. Selbst während des Festivals erreichten mich Nachrichten wie: „Gloom, das ist komplett hirnrissig!“. Ich gebe zu, dass ich das auch teilweise auf der Fahrt dachte.

    … Aber dann rollte das umgedrehte, rote Herz-Banner runter. Und sie spielten „Casanova, Baby!“. Aufmerksame Verfolger meiner Kunst wissen, dass ich diesen Song gecovert und fast bist zur Unkenntlichkeit reduziert habe. Hier könnt ihr den nochmal hören, das wollt ihr jetzt ja sicher. Ich war auf circa zehn Gaslight-Konzerten. NIE NIE NIE haben sie diesen Song gespielt. Jetzt schon. Ich glaube, das war Brians persönliches Abschiedsgeschenk an einen seiner größten Fans (= ich). DANKE BRIAN!

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    Dann haben wir da noch ein paar Fotos von tagsüber.
    Lieblingsausblick:

    6

    Lieblingsessen:

    5

    Lieblingseis:

    3

    Lieblingswasserpistole (nicht gekauft, verschont mich):

    4

    Lieblingstattoo gesichtet:

    2

    Lieblingsabendlicht:

    1

    Lieblingskombo:

    10

    Lieblingsunsinn:

    9

    Und jetzt kommt eine wichtige Frage: Wer ist nächstes Jahr dabei? Das Highfield ist mir sehr sympathisch (liegt sogar an einem Badesee!), ich würde das mal gerne komplett testen, nicht nur für einen Tag.

    So, nun aber Schluss mit Festivals. Ein paar Konzertchen stehen in diesem Jahr noch an, aber die großen Kracher sind vorbei. Wirken nach. Nähren mich. Ich sage einfach danke.