Feeling like a dolphin Tag Archive

  • There were moments of gold …

    Post Image

    … And there were flashes of light.
    There were things I’d never do again
    But then they’d always seemed right
    There were nights of endless pleasure
    It was more than any laws allow, Baby Baby …

    (Céline Dion: „It’s All Coming Back To Me Now“)

    Früher war das Erste, was ich gemacht habe, das Posting für den Blog zu schreiben, nachdem ich meinen Reisekoffer ausgepackt hatte. Selbst wenn ich mit 18 Stunden Rückreise auf dem Buckel und viereckigen Augen bis 4 Uhr morgens auf dem Sofa hockte – ich wollte das Erlebte sofort festhalten, um ja nichts zu vergessen.

    Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass ich diese vorbildlichen Verhaltensweisen heute nicht mehr an den Tag lege. Schaffe ich einfach nicht mehr. Werde alt. Aber das hat auch Vorteile.

    Deshalb gibt es jetzt – drei Wochen nach unserer Rückkehr aus Kenia – endlich den Reisebericht. Ich hoffe, er erfreut euch auch mit Verzögerung und ich freue mich jetzt sehr darauf, die Erinnerungen noch mal wachzurütteln und mich an ihnen zu wärmen.

    Erklären wir erst mal, warum keine Geringere als Céline Dion diesen Beitrag einleiten durfte. Nun ja, die hören da gerne Céline Dion in Kenia. Auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel kamen wir in den Genuss eines ihrer zahlreichen Best Of-Alben und auch sonst verging kein Tag, an dem nicht irgendwo die Stimme dieser zugegeben unschlagbar guten Kanadierin ertönte. Außerdem übrigens viel Mariah, Whitney und Shania … aber Brezi und ich finden, dass Céline eindeutig die Königin ist. Und wir kamen ins Grübeln, ob die heutige Zeit überhaupt noch solche Diven hervorbringt. Größen sicher, aber Diven? Man darf gespannt sein, wie sich die Karrieren von Lady Gaga (die ich seit Genuss der Doku auf Netflix übrigens noch mehr verehre), Katy Perry, Taylor Swift, Rihanna entwickeln … wir brauchen auf jeden Fall mehr Bijonzis und Ädäls!

    Grandios abgeschweift, verzeiht :).
    „Warum Kenia?“, fragten viele. Im Grunde sind wir nach dem Ausschlussprinzip vorgegangen. In den USA waren wir erst, Karibik wegen Sturm lieber nicht, Asien keine Lust, naheliegende Inseln sind nicht mehr warm genug, wir brauchen was mit Strand und was zum Angucken – also ab nach Kenia. So einfach geht das. Zudem ist eine Reise dahin erschwinglich und erträglich.

    Bei mir kam noch ein Grund dazu, den es seit 16 Jahren gibt. Ich habe als Teenie „Die weiße Massai“ verschlungen. So richtig verschlungen. Das Buch hat mich damals schlaflose Nächte gekostet und in mir ein massives Verlangen wachsen lassen, dieses Land, das Corinne Hofmann so unglaublich schön beschreibt (die etwas naive Liebesgeschichte lassen wir mal weg) irgendwann zu besuchen.

    Ich wurde nicht enttäuscht. Kenia, bzw. das, was wir in 12 Tagen davon gesehen haben, ist atemberaubend schön, und die Menschen sind nicht nur sehr herzlich sondern auch sehr offen und lustig. Sie bringen einem zum Beispiel sofort bei, dass man immer „Jambo“ sagt, wenn man sich über den Weg läuft. Wenn man besonders gut gelaunt ist, sagt man „Jambo Jambo“.

    Machen wir mal ein paar Bilder …

    Gleich am ersten Morgen kamen diese beiden Kollegen am Strand vorbei. Tourifallen, ich weiß schon. Bin ja selber schon mal in eine reingeraten. Trotzdem majestätisch und irgendwie entzückend anzusehen.

    Tägliches Ritual war natürlich der Genuss einer Kokosnuss. Der erste Schluck aus einer frisch geköpften Kokosnuss schmeckt einfach so sehr nach Urlaub …

    Ich sag’s euch, wir haben einfach die pure Freiheit genossen. Alle gewohnten Zwänge niedergelegt, genau nur das getan, worauf wir Lust hatten.

    Wer „Der König der Löwen“ kennt, der kennt auch HAKUNA MATATA, Timon, Pumbas und später auch Simbas Lebensphilosophie. Irgendwer sagte immer Hakuna Matata. Irgendwann fühlten wir es auch und überlegten, ob wir mal nach einem Tätowierer gucken sollten (nein Mama, haben wir nicht gemacht, alles beim Alten).
    Ein bisschen Hakuna Matata verinnerlichen schadet aber nicht, lasst’s euch gesagt sein.

    Dazu passt ganz gut diese Stelle aus einer meiner Strandlektüren:
    „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky.

    Das Meer polterte am Morgen an den Strand, zog sich für den Tag etwas zurück, um Kräfte zu sammeln und stürmte am Abend unter tosendem Beifall wieder an Land. Wir waren dabei, haben zig Bücher verschlungen, die Wellen genossen, die Spielereien des Lichts (egal, wann man vom Balkon schaute, es sah immer toll aus) beobachtet und so oft vor Begeisterung geseufzt. Und dann dieser tiefe, alles wegfegende Schlaf nach einem Tag des Nichtstuns – erholsam, sehr erholsam.

    Nach Woche eins waren wir soweit aufgetankt, dass wir auf Entdeckungstour gehen wollten. Mombasa, die zweitgrößte Stadt Kenias, stand auf dem Plan. Um nach Mombasa zu kommen, muss man mit der Likoni-Fähre fahren. Das ist die Fähre, auf der die weiße Massai ihren Massai Lketinga kennengelernt hat. Man wartet lange, es ist beschwerlich und hier fängt man an, das echte Kenia kennenzulernen. Nicht das „bewachtes Hotel am Strand“-Kenia, wo es die Touris sehr schön und sicher haben, sondern das Kenia, über das man sich Gedanken machen sollte.

    Das sind die Tusks, die Wahrzeichen Mombasas auf der Moi Avenue. Sie wurden übrigens 1956 zu Ehren eines Besuchs von Prinzessin Margaret errichtet, der verstorbenen Schwester der Queen.

    Das sind Fisch-Gebisse, die in einer Fischhalle hängen. Einfach so mal.

    Alleine diese Stadt erkunden, ist mit Sicherheit nicht ohne. Deshalb buchten wir einen Guide, der uns alles zeigte. Ein sehr netter und lustiger Kenianer um die 50, der auf der Fahrt schon mit den Scherzen anfing.

    Wir: „Wie heißt du?“
    Er: „Bacari. Aber ihr könnt einfach Bacardi sagen.“
    Wir: „Ah, ok, wir heißen Rum und Gin.“
    Der Fahrer: „Und ich?“
    Wir: „Du heißt Baileys.“
    Hach, war das ein Vergnügen. Baileys kämpfte sich übrigens mit einem Navi herum, das auf Chinesisch eingestellt war. Leider schafften Bacardi, Rum und Gin es auch gemeinsam nicht, das Ding auf Englisch umzustellen. Aber Hakuna Matata, nech? Alles Gewöhnung.

    Zusammenfassung: Mombasa ist das totale Kontrastprogramm zum Friede-Freude-Eierkuchen-Strandurlaub, bei dem das Hotelpersonal alles tut, um die Sorgen des Landes von den Gästen fernzuhalten.
    Mombasa ist schmutzig, laut und arm. Und es war wichtig, dass wir unsere Traumurlaubsblase verlassen haben, um es uns anzuschauen.

    Das hier ist übrigens auch wichtig (gefunden in einem Hindutempel in der Stadt):

    Und dann kam die Safari. Auf die hatten wir uns so unbandig gefreut. Um 6 Uhr ging’s los Richtung Tsavo-East-Nationalpark. In einem alten Jeep, der mindestens so unbequem wie cool war :).

    Das sind Brezi, Sarai (unser Fahrer) und ich:

    Nicht im Bild sind leider Helga und Henry, der Rest unserer illustren Safari-Truppe. Nach ein paar Stunden Fahrt kamen wir auch schon an und begaben uns auf unsere erste Pirsch, wie man das nennt.
    Ziel: die Big 5 sehen. Also Nashörner, Büffel, Leoparden, Elefanten und natürlich Löwen.

    Das Glück war uns hold, wir entdeckten alles außer Nashörner.
    Ich glaube, ich hab diese Safari noch immer nicht ganz begriffen. Man guckt die ganze Zeit aus dem Fenster, während man versucht, halbwegs unbeschadet zu sitzen (es holpert wirklich sehr). Man sieht, nimmt permanent auf und plötzlich ruft einer „Elefanten!“. Dann springen alle auf, krallen sich ihre Handys oder Kameras und machen aus dem Dach raus Fotos. Irgendwann checkt man, dass man diese ganzen tollen Tiere nur wirklich erleben kann, wenn man das Fotografieren sein lässt. Luft zwischen Netzhaut und Tier ist wichtig. Kein Display rein schieben. Das verändert die Wahrnehmung.

    Irgendwann kamen wir ziemlich erschlagen und äußerst dreckig („Alter, bin ich braun geworden!“ – „Oh, ok, es ist nur Dreck“) in unserer Lodge an, gönnten uns noch ein Glas Wein und ein bisschen Austausch über das Erlebte und dann eine Runde komatösen Schlafs.

    Der Ausblick war unglaublich:

    Das Highlight folgte aber am nächsten Morgen. Wer mich und meinen Bezug zu Tieren kennt, weiß, dass mich „nix unter Löwengröße“ begeistert.
    Wir waren früh dran und beobachteten gerade eine Elefantenfamilie beim Wassertrinken, als Sarai unerwartet aufs Gas drückte. Zuerst protestierten wir, doch als er uns den Grund für den plötzlichen Aufbruch verriet, waren wir schnell wieder brav. Ein paar Meter weiter sonnte sich eine Löwenfamilie.

    Da kapierte auch ich, dass so ein Moment nicht fotografisch einzufangen ist. Weil zu einem erinnerungswürdigen Moment mehr gehört als das Visuelle: die Wärme der Morgensonne, die sanften Geräusche, die neugierigen Blicke der Löwenbabys, die Gänsehaut, das Glücksgefühl in meinem Bauch. Das alles werde ich nie vergessen und ich will unbedingt noch eine Safari machen!

    Genug schwadroniert, auf der Heimfahrt zum Hotel erlebten wir noch eine kleine Nahtoderfahrung in Shimba Hills, die ich euch natürlich auch noch erzähle.

    Folgendes Szenario:
    Ich befinde mich bereits in der Toilettenkabine (ich musste am dringendsten, viel Trinken ist wichtig), Brezi und Helga warten davor.
    Plötzlich entdeckt Helga eine Schlange, die oben über dem Türrahmen baumelt.
    Wir finden: „Die is ja voll klein, die ist sicher nicht gefährlich.“
    Leider kann ich aber die Toilettentür nicht schließen, sonst hätte ich sie zerquetscht.
    Also holen Helga und Brezi Sarai und teilen ihm den Fund mit. Die versierten Schlangenexpertinnen sagen aber gleich dazu, dass das eine sehr kleine Schlange ist und sie deswegen bestimmt nichts tut.
    Sarai kommt.
    Sarai sieht die Schlange.
    Sarai sagt: „Das ist nicht gut.“

    Wir sollen alle ruhig bleiben (total easy, wenn man wie ich in der Falle sitzt). Schließlich kommt ein Parkranger und befördert das Ding mit einem Stock auf den Boden, wo es sich verzieht.
    Er sagt, dass es sich um eine Viper handelt, dass ihr Gift tödlich sein kann und dass sie kein Gegenmittel haben. Ich habe das nicht nachrecherchiert, aber Hakuna Matata, sage ich mal.

    So, damit wären wir am Ende unserer Kenia-Reise angekommen. Fest steht: Ich muss da nochmal hin. Ich will – trotz aller Warnungen – Nairobi besuchen. Ich will Safari in der Masai Mara machen. Ich will noch so viel sehen.

    Fest steht auch: Wenn man eine Freundin wie Brezi hat, braucht man im Urlaub sonst nichts. Gott, was haben wir gelacht. Brezi, ich danke dir so sehr, dass du dich auf Kenia eingelassen hast. Das war der endgültige Beweis dafür, dass wir gleich ticken, dass wir „Sisters from another Mister“ sind.

    Jetzt noch ein herzliches Asante Sana an dieses wunderbare Land, in dem ich den Sommer um beinahe zwei Wochen verlängern und grandiose Erinnerungen sammeln durfte.

    PS: Wer ähnlich gut Swahili sprechen möchte wie ich, kann hiermit üben (ich bin ja im letzten Jahr der Sammelei von Kühlschrankmagneten verfallen):

  • You can’t always get what you want …

    Post Image

    … But if you try sometimes
    You might find
    You get what you need.

    (The Rolling Stones: „You Can’t Always Get What You Want“ auf „Let It Bleed“)

    Die Rolling Stones haben meinen Korfu-Urlaub untermalt. Durch Zufall stieß ich auf meine alte Lieblingsplaylist, streckte sie mit ein paar neuerdings lieb gewonnenen Songs („Tumbling Dice“!) noch ein wenig und hörte dann sieben Tage lang nix anderes.

    Moment, Gloom war in Korfu? Ja, warse, und dieser Urlaub ist auch schon wieder ewig weit weg, obwohl er erst ein paar Wochen her ist. Diverse Arbeits-Events, Hochzeiten und ein zweiter Kurzurlaub haben bewirkt, dass meine tolle Woche auf Korfu fast schon wieder aus meinem Hirn verschwunden ist. Aaaaber wozu gibt es diesen Blog – jetzt wird nachgeholt!

    Madeira war letztes Jahr so erholsam, dass ich unbedingt wieder eine Insel erkunden wollte. Ich verbrachte also eine Woche im Südwesten dieses grünsten griechischen Fleckchens Erde und ließ mich einfach treiben. Im Pool, im Meer, in meinen Gedanken. Kommense mit, auf nach Korfu!

    Der Song, mit dem wir diesen Blogbeitrag einleiten, passte schon am Anfang perfekt zu dieser Reise. Führerschein vergessen, Leihwagen nicht abholen können, prima. Aaaber „You get what you need“ traf zu, denn in diesem Fall war es wohl besser, kein Auto zu haben. Die Story hatte ich euch ja erzählt …

    Wenn man da landet, denkt man, man stürzt 1A ins Meer ab. Der Flughafen ist direkt am bzw. im Meer und die Landebahn von Wasser umgeben. Kurzzeitig zuckte die coole Alleinreisende (ich) also am Fensterplatz im Flieger zusammen und erschreckte damit ihren Nebensitzer, aber das war’s auch an Adrenalin.

    Im Hotel angekommen erkundete ich gleich mal die Gegend. Schöne Gegend! Still, mit kleinem eigenen Strand, mit perfekten Laufstrecken direkt am Meer, mit Tavernen samt Aussicht und mit einer kleinen Kirche.

    Hier verbrachte ich die meisten Nachmittag mit den Stones und einem Buch:

    Mit dieser Aussicht speiste ich zu Abend:



    Hinter dieser Kirche machte ich morgens Yoga mit Meeresrauschen:

    Da man aber nicht sieben Tage am Stück nur Yoga machen, rumliegen, lesen und spachteln kann, machte ich mich eines Tages auf in den Norden, bzw. in die Hauptstadt von Korfu/Korfu Stadt/Kerkyra. Da kann man bequem mit dem Bus hinfahren, die Fahrt geht am Meer entlang und kostet drei Euro. Geschichtliches lest ihr hier.

    June Glooms Sicht gibt’s hier:
    In Kerkyra kann man jede Menge machen. Rumlatschen, antike Sachen anschauen, alte Gassen entdecken, schlemmen, shoppen, schwimmen … Ich hab alles gemacht außer schwimmen. Zuerst ging’s in/auf die alte Festung, was im Sommer zwar mehr als schweißtreibend ist, der Ausblick entschädigt aber auf jeden Fall für die Strapazen des Aufstiegs. Ich bin ja kein großer Fan davon, penibel genau alle Stationen des Reiseführers abzuschreiten. Ich mag viel lieber den Effekt „Ah, stimmt, da bin ich auch dran vorbeigekommen“, wenn man den Reiseführer erst nach der Erkundung auf eigene Faust anguckt und sich vorher selbst ein Bild macht. Meines sah so aus:

    Und so sah ich dabei aus:

    Kleiner Tipp: Zieht halbwegs vernünftiges Schuhwerk an, wenn ihr die alte Festung besteigt. Die Steine sind von den vielen Sohlen, die da schon drüberliefen, so abgeschmirgelt, dass der Weg nach oben nicht nur steinig, sondern auch glatt ist.

    Die Gässlein der Altstadt sehen dann circa so aus:


    Highstreet-Ketten gibt es nicht, dafür unzählige kleine Läden wie zum Beispiel diesen hier, der mir ein handgenähtes Leinenleiberl bescherte:

    Außerdem gibt es an jeder Ecke und auch an jeder Nicht-Ecke leckeres Essen wie zum Beispiel diese herrlichen Loukoumades. Das sind megagesunde frittierte Teigbällchen mit leichten Füllungen wie Käse und Schicken oder Schoko und Kokosmasse. Mir war nach dem Verzehr von acht Stück etwas blümerant in der Hitze, aber ich konnte nicht anders. Ich musste die süße und die herzhafte Variante probieren.

    Weil Gloom immer ein bisschen Abenteuer braucht, wenn sie auf Tour ist (wir erinnern uns daran), gönnte ich mir am letzten Tag ein Fahrrad, um den Inselsüden zu erkunden. Um 10 stieg ich auf den Sattel, um 17 Uhr kam ich nach fast 40 Kilometern zurück. Was für ein Trip! Google Maps zeigt einem ja nun nicht gaaanz so genau an, WIE steil die Landschaft ist. Also musste ich bereits um 10 nach 10 absteigen und schieben, weil die Steigung einfach zu krass war. Ich erkundete kleine Bergdörfer, Olivenhaine, verlassene Strände an der Ostküste. Ich pausierte in unerwartet hippen Cafés, kaufte meinen neuen Lieblingssnack Feigenkuchen in den kleinsten „Supermärkten“ der Insel und hörte das komplette Hörbuch zu Susanne Fröhlichs „Feuerprobe“ durch (ich liebe diese Frau!).

    Am schönsten waren die Abfahren, wenn es von einem Bergdorf wieder ins nächste ging. Ich brauste kilometerlange Hänge hinunter und fühlte mich wie Maggie in „Stadt der Engel“ (nur ohne Tod am Ende). Ich sage euch, dieser Tag war die komplette Freiheit. Zwischenzeitlich fiel mir zwar ein, dass es schon ganz schön leichtsinnig ist, das alleine zu machen (vor allem, als ich mich mal verfuhr und auf einem steilen, verwilderten Kiesweg landete, den meine Google Maps-Offline-Karte nicht kannte und auf dem ich keinen Empfang hatte), aber genau das macht es dann ja auch irgendwie aus.

    Wer sich immer noch fragt, warum zur Hölle man alleine verreisen sollte, dem nenne ich jetzt 6 gute Gründe.

    1. Man muss keine Kompromisse machen und kann tun und lassen, was man will. Aufstehen, wenn man wach wird, Essen gehen, wenn man selbst Hunger hat, schlafen gehen, wenn man müde ist, Laufen gehen, wenn einem danach ist.

    2. Man kann den ganzen Tag die Stones (oder Gaslight natürlich) rauf und runter hören, ohne dass jemand sagt „Alte, kannst du mal bitte was anderes machen? Das nervt jetzt!“

    3. Man hat Zeit, sich selbst wieder auszupegeln. Ich habe in dieser Woche kaum gesprochen, kaum gelacht und wenig gesungen. Was sich traurig anhört, war aber sehr reinigend. Als ich heim kam, hatte ich wieder richtig Lust, meinen Mund aufzumachen.

    4. Man kommt auf Gedanken. Wenn der Austausch mit anderen wegfällt, tauscht man sich nämlich mit sich selbst aus und bringt sich auf neue Ideen.

    5. Man nimmt alles viel intensiver wahr. Wenn man von niemandem abgelenkt wird und sich auf niemand anderen verlassen kann.

    6. Man überwindet permanent kleine Ängste. Ohne Begleitung essen gehen, alleine ein Sonnenbett für zwei beziehen, ohne Hilfe Touren machen … geht alles und stärkt das Selbstbewusstsein mehr als jedes Kompliment von einem anderen Menschen.

    Als ich plötzlich feststellte, dass ich schon wieder fast daheim war, war ich beinahe wehmütig. Das Abenteuer Radtour ging nahtlos in das Ende des Abenteuers Korfu über.
    Ein letztes Dinner am Strand bot die passende Abschiedsszenerie.

    Wow, es tat sehr gut, dieses Posting zusammenzubauen. In meinen Ohren rauscht das Meer und ich fühle mich plötzlich ganz leicht und ein bisschen in die Urlaubsstimmung zurück versetzt.

    Als Abschluss kommt jetzt natürlich noch mein Resümee: Korfu ist toll! Ich war schon auf Rhodos und Kos und finde Korfu von allen dreien am besten. Die Landschaft ist so einzigartig schön (erinnert hier und da an die kalifornische Küste, dann wieder an die Ostsee), man kann einiges unternehmen, oder einfach nur entspannt rumhängen. Die Leute da sind extrem entspannt und freundlich, Hektik gibt es nicht.
    Wer also mal rauskommen, eine Schönwettergarantie, traumhafte Strände und die Möglichkeit für Action will, ist auf Korfu genau richtig.

    Ich wünsche euch ein sonniges WE mit viel Eis und Eiswürfeln im Getränk.
    Wir lesen uns schon sehr bald wieder, denn jetzt schreibe ich Helsinki :).

  • What a difference a day made, twenty-four little hours …

    Post Image

    … brought the sun and the flowers
    Where there used to be rain.

    (Dinah Washington : „What a Diff’Rence a Day Makes“)

    „Wieso kommt denn auf dem Blog nix mehr?“, fragte meine Tante mich kürzlich.
    „Weil ich mein Berufsleben da nicht ausbreiten will“, antwortete ich.

    Als ich später nochmal darüber nachdachte, erinnerte ich mich an früher.
    Früher postete ich ständig hier. Kleinigkeiten aus dem Alltag, wichtige und unwichtige Geschichten, einfach Fotos von spektakulären oder belanglosen Erlebnissen mit Texten dazu.
    Das ist alles weniger geworden. Weil June Gloom in zehn Jahren, die es junegloom.de schon gibt, erwachsener geworden ist, vielleicht ein bisschen weniger mitteilungsbedürftig, und weil das hier immer ein Ort für eher nicht so arbeitslastige Themen war. Job war Job, junegloom.de war Spielwiese.

    Mittlerweile verschwimmt das oft. Der Job ist zeitintensiv und ausfüllend und dabei sehr er-füllend und somit gibt es immer weniger alltägliche Lebensgeschichten, die ich hier erzähle. Zeitweise habe ich sogar daran gedacht, junegloom.de dicht zu machen, weil ich nur noch höchstens einmal im Monat etwas schreibe. Doch diese Seite gehört zu mir, ist ein Platz in meinem Leben und für mein Leben, den ich nicht hergeben will. Wenn ich zum Beispiel an mein Madeira-Tagebuch vom letzten Jahr denke, dann wird mir warm ums Herz. Ich bin dankbar dafür, dass ich solche Reisen hier festhalten und bei Bedarf nochmal nachfühlen kann.

    Trotzdem soll junegloom.de nicht nur noch als Reisetagebuch dienen, denn zwischen Reisen und Arbeit muss ja auch noch was sein, das es wert ist, aufgeschrieben zu werden. Deshalb teile ich heute mal ein paar Gedanken zu diesem wunderbaren Tag mit euch.

    Heute war nämlich einer der allerschönsten Tage der letzten Wochen. Ich kam gestern Abend sehr spät von einer vollgepackten Dienstreisewoche heim und fiel völlig erschöpft ins Bett. Erst eine zweitägige Konferenz, dann direkt das GNTM-Finale und danach nochmal eine zweitägige Dienstreise hatten mich die Woche über sehr in Beschlag genommen. All diese Trips quer durch Deutschland waren ereignisreich, spannend, erfolgreich – und anstrengend. Denn man beamt sich ja nicht aus dem eigenen Bett auf einen Stuhl irgendwo, und dann geht’s los, sondern man reist, checkt Tickets, (Internet-)Zugänge, packt Koffer ein und wieder aus, richtet sich jeweils für eine Nacht in fremden Hotelzimmern ein, trifft tausend Leute … es mag sich anhören wie Jammern auf hohem Niveau, aber es zapft auf Dauer doch an der Kraftreserve.

    Genug davon, ich fiel also gestern wie eine spreißelige Holzplanke ins Bett und ich weiß nicht, was über Nacht passiert ist, aber ich wachte heute so erholt und lebenslustig auf, als hätte jemand das Holz abgeschliffen und eingeölt.

    Erster Gedanke nach dem Aufwachen: Wann geht nochmal der Zug?
    Zweiter Gedanke nach dem ersten: Die Reisewoche ist vorbei!
    Ich fühlte mich plötzlich wie gereinigt und völlig frei.
    Endlich nicht aufstehen, um zu packen und in einen Flieger oder Zug zu steigen, sondern um zum ersten Mal in diesem Jahr nur im Top (und natürlich mit Hose, haha) eine Runde im Park laufen zu gehen.
    Endlich ohne Zeitdruck oder Calltime ausgiebig frühstücken, und zwar schön zerrupft im ollen Oasis-Schlaf-Shirt auf dem Sofa mit YouTube-Videos, nicht neben fremden Menschen alleine im Frühstückssaal eines Hotels. Es gab Toast mit Erdnussbutter, Marmelade und Bananen, lecker!
    Endlich ein bisschen gemütlich im Internet surfen, und zwar nicht auf bahn.de, sondern auf meinen Lieblingsblogs, die ich ewig nicht gelesen habe.
    Endlich meine liebste zerfetzte Jeansshorts anziehen, und zwar aus meinem eigenen Schrank, nicht aus dem Koffer.
    Endlich die Stones (12. September Olympiastadion, hell yes!) so richtig nervig laut machen und blöd dazu durch die Bude wackeln, und zwar ungestresst.

    … es tat so gut. Es fühlte sich so richtig und verdient an.

    Dann radelte ich auf Beate III. mit meiner Lieblingsdecke, die mich seit mindestens fünf Sommern treu begleitet, reichlich Wasser und Sonnencreme (und Sekt, der sich dann als alkoholfrei herausstellte, was die Ladys zu „Waaas? Ohne Alkohol? Na zum Glück haben wir noch einen dabei“ verleitete), der Sonnenbrille auf der Nase und ungemachten Haaren in den Englischen Garten zu unserem Stammplatz am Schwabinger Bach.
    Dort traf ich die Girls und wir kaperten ein schönes Plätzchen am Wasser im Schatten und machten uns breit. Für fünf Stunden. Wir und Wiesen und Bäume und der blaue Himmel und die Sonne und dusselige Gespräche über Manuel Neuer und ein paar Schlucke Sekt und Butterkekse und ehrliche Lacher und Speckröllchen und Pieselpausen und blöde Hunde und süße Babys und Nudisten und Eisverkäufer und Pfandsammler und tausend andere Leute, die in Frieden diesen wonnigen Tag genossen und das Leben.

    Das war der schönste, entspannteste, sorgenfreiste Tag seit Langem. Und er ging so einfach.
    Es fühlt sich gerade so an, als ob meine Seele in einer Hängematte liegt und immer wieder kommt jemand und steckt ihr eine süße Erdbeere in den Mund.
    Vermutlich wird sie da nicht ewig liegen, oder es kommt bald wer mit einem Löffel Essig.
    Aber dann nehme ich mir ganz fest vor, ihn auszuspucken und nicht lang im Abgang zu schmecken.

    Auf einen herrlichen Sommer, Herrschaften.

  • „Kennt doch jeder, Elton Johns bekannteste Wassergymnastik-Hits“

    Post Image

    … Sätze mit ungefähr diesem Quatschgehalt bestimmten unsere Konversationen, während wir stundenlang am Strand lagen und uns die Bäuche braun braten ließen (während ein paar Meter weiter emsig im Pool geturnt wurde).
    Manchmal musste ich beim Dinner so sehr lachen, dass ich erst mal nicht weiteressen konnte. Und dann diese Busfahrten durch die Walachei …

    … aber da jetzt schon keiner mehr checkt, wovon ich rede, fangen wir lieber vorne an!

    Wer bisher nicht brav dem Hashtag #alexundjuliainderkaribik gefolgt ist, darf sich nun auf einen kurzweiligen Lesespaß mit vielen Fotos hier auf dem Blog einstellen. Das hier ist der „Club Tropicana“. Oli (Alex‘ best buddy), meine Wenigkeit und meine gute Freundin Alex (und der Quak Quak-Fahrer).

    10

    Wie kam es zum „Club Tropicana“?
    Im Januar schrieb mir Alex, ob ich nicht Lust auf einen gemeinsamen Urlaub hätte.
    „Klar, zwei Wochen in die Sonne, also dahin, wo’s richtig warm ist, und zwar am besten jetzt sofort“, antwortete ich ironisch, weil mir gerade erst eine Freundin für den lange geplanten Urlaub abgesprungen war und ich nicht damit gerechnet hatte, so kurzfristig noch Ersatz zu finden.
    „Cool, was hältste von Dom Rep? Oli wär auch dabei“, antwortete sie.

    Den Rest könnt ihr euch denken. Nach un-entspannten sieben Stunden Aufenthalt am Düsseldorfer Airport (vier davon waren der Verspätung des Fliegers geschuldet) düsten wir gen Westen, der Sonne entgegen.
    Im Gepäck: zwei Flaschen Sonnencreme, vier Bücher, ein Paar Flipflops, ein bisschen Sportzeug, kaum Make-up und äußerst leichte Klamotten.
    Jetzt ratet mal, wovon ich zu wenig dabei hatte. Genau, von den Büchern. Es ist nämlich erstaunlich, welche Mengen ich plötzlich weglese, wenn ich kein Internet habe!
    Jawoll, ich hatte mich gegen das schweineteure überall-WLan entschieden und das war der beste Einfall überhaupt.
    Effekt: Man gewöhnt sich sehr schnell ab, ständig aufs Handy zu gucken, wenn eh nichts auf dem Display stehen kann, und lernt wieder konzentriert bei einer Sache zu bleiben. In meinem Fall also Lesen und Beachvolleyball.

    Ach ja, Bilder wollte ich zeigen. Na denn, legen wa los. Hier hätten wir den besagten Strand.

    14

    1

    4

    5

    An dem verbrachten wir tatsächlich fast die komplette erste Woche, weil wir eine große Portion „Rumliegen und bitte einfach nur nichts tun“ dringend nötig hatten. Anders kann man leere Batterien nicht aufladen. Wenn man selbst im Urlaub immer nur nach Input dürstet, bleibt der Kanal für genialen Output verstopft.
    Inspirierende Tätigkeiten wie im Meer planschen, Rücken eincremen, kühle Getränke trinken und Lesen waren natürlich ok.

    7

    11

    12

    Wenn die Akkus dann voll sind, fliegen die Wepsen im Hintern auch wieder und treiben einen aus der Liege … in ein unbequemes Sammeltaxi, das in der Dom. Rep. „Quak Quak“ heißt. Perfekt für den ersten Ausflug in einem unbekannten Land.

    Die Fahrt geht so vonstatten:
    Man postiert sich da, wo man auf die Frage nach der Haltestelle ungefähr hingeschickt wird.
    Man wartet.
    Man winkt, wenn das Quak Quak um die Ecke gescheppert kommt. Die Tür geht auf und man sieht, dass alle sieben Fahrgast-Plätze im Fahrzeug bereits besetzt sind.
    Man wird vom „Fahrtorganisator“ (ein Mensch, der zusätzlich zum Fahrer im Quak Quak befindet, um die Leute zu verladen) freundlich hereingewunken und auf „Plätze“ verwiesen, die im Handumdrehen von neben/unter/über/vor/hinter den bereits besetzten Sitzen herausgeklappt werden.
    Man quetscht sich neben die bereits Sitzenden, schnallt sich natürlich nicht an, alle finden es voll normal, los geht die Fahrt.
    Es geht noch weiter, denn nein, das Quak Quak ist nicht voll. Denn so läuft das an jeder Station, bis wirklich jeder an Bord ist, der mitfahren möchte.
    Schließlich hupt das Gefährt mit 22 Fahrgästen beladen durch die Gegend, der Fahrer ist bester Dinge und am Ende kommt man an.

    Wo wollten wir hin? Zu einem geheimen Strand namens „Bahia Esmeralda“. Den Grund für die Wahl dieses Ausflugsziels dürfte allen klar sein. Wenn ein Strand nach Ryan Goslings Tochter benannt ist (es war garantiert so), muss man da halt hin.

    Unser verlässlicher Quak Quak-Fahrer ließ uns hier raus:

    20

    Todesmutig bahnten wir uns den 20-minütigen Weg vorbei an …

    19

    … und kamen schließlich hier an. Leider war der Himmel etwas verhangen, das tat der „Wir haben einen geheimen Strand gefunden und spielen jetzt die guten Szenen von The Beach nach“-Stimmung keinen Abbruch.

    8

    18

    9

    Hinter Wiesen und Wäldern liegt eine kleine, unbekannte Bucht. An ihrem Strand lernte ich eine der beeindruckendsten Frauen überhaupt kennen: Gisela. Gisela ist vor Jahrzehnten aus München in die Dom. Rep. ausgewandert und führt seitdem ein kleines bayerisches Lokal direkt am Strand. Kaum jemand kennt „La Taverna Bavaria“, doch sie spricht sich als Geheimtipp oft genug herum, dass Gisela davon leben kann. Für uns gab es als Belohnung für den aufregenden Fußmarsch also Schnitzel mit Kartoffelsalat an Meerblick und eine packende Lebensgeschichte.

    Am Abend versuchte unser Hotel mit Giselas kulinarischen Künsten mitzuhalten, hatte aber auch mit diesen Schmeicheleien keinerlei Chance :).

    17

    Der nächste Abenteuertrip im Quak Quak führte uns zur „Laguna Gri Gri“. Man fährt da durch die Mangrovenwälder ins Meer rein. Auch toll!

    16

    Noch toller war aber der Mond, der uns den letzten Abend erhellte.

    15

    Denn plötzlich waren die 13 Tage aufgebraucht, die am Anfang unser Urlaubskonto gefüllt hatten. Kennt man ja, zu Beginn hat man massig Zeit und plötzlich kommt die Wehmut, weil’s vorbei ist.
    Hach, tat dieser Urlaub gut. Ganz viele hatten mich schon gefragt, ob ich die Dom. Rep. denn nun weiterempfehlen würde, weil man höre ja dies und das …
    Ja, würde ich. Wir haben ein schönes, freundliches Land kennen gelernt und keine einzige vergraulende Erfahrung gemacht. Ich glaube, der Ruf dieses Landes ist längst überholt.

    Ich muss das wieder einführen, im Winter in die Wärme zu fliegen.
    Jetzt planen wir aber lieber erst mal die kürzeren Trips, die dieses Jahr noch anstehen. Mir dünket, es ginge nach Hamburg, Portugal, Helsinki und Griechenland :).

    Auf einen wunderbaren Frühling!

  • „Änn, kannst du mir bitte aus dem Top helfen?“

    Post Image

    „Geht nicht, kann meine Arme nicht heben.“
    „Ok, ich dusche mit Top und stell mich dann nochmal zum Trocknen in die Sonne, dann muss ich es morgen auch gar nicht erst neu anziehen.“

    — Bevor ich weiterschreibe, möchte ich euch kurz warnen. Haltet euch warm, esst gesund, trinkt viel Wasser und desinfiziert euch in hoher Frequenz die Hände. Dann … kann es euch trotzdem noch so ergehen wie mir. Zwischen die Urlaubswoche und jetzt hat sich nämlich ein fieser Infekt geschoben. Ich darf erst nach dem Go meiner Ärztin wieder das Haus verlassen. Wehe, jemand jubelt jetzt oder besticht sie gar! Eine Bazillenschleuder hängt also jetzt auf dem Sofa, guckt in Endlosschleife „Grey’s Anatomy“ und tippt Pillen schluckend nebenbei diese Zeilen. Was für eine reizende Vorstellung. Wenigstens lenkt es ab. —

    So, dann machen wir mal da weiter, wo wir oben angefangen haben.
    Ungefähr so liefen Änns und meine Gespräche bereits nach wenigen Tagen auf Sardinien ab. Wir waren im Beachvolleyball-Camp und hatten etwas unterschätzt, was täglich fünf Stunden Sport mit Muskeln machen. Sie sollten über Gehhilfen und Katheter nachdenken in diesen Camps …

    So einen ganzheitlichen Muskelkater hatte ich selten. So eine ganzheitlich grandiose Woche allerdings auch nicht :).

    5

    Hier haben Hardcore-Fans ja bereits ganz viele tolle Fotos gesehen. Für die gesetzteren Exemplare unter euch mache ich das aber natürlich nochmal mit mehr Textbegleitung hier auf dem Blog.
    Es war grandios von der ersten bis zur letzten Minute. DANKE, liebe Beach me-Jungs (hihi, wir wurden von Deutschen Meistern und beinahe Olympia-Siegern trainiert)!

    16

    Ankommen und sich sofort daheim fühlen. Schon eine ganz leise Wehmut ahnen, und wissen, dass man am Ende wie ein kleines Kind nach dem Ferienlager nicht heim wollen werde.

    11

    Von einer besonderen Kraft um 7 Uhr aus dem Bett geschubst werden, um sich ans Meer zu setzen. Auf den roséfarbenen Horizont gucken, auf sie warten und nicht enttäuscht werden. Sich einbläuen, dass diese Sonne wirklich jeden Tag wieder aufgeht und diese Gewissheit zur Metapher für ein entspannteres Leben machen.

    4

    10

    Ein warmes Marmeladencroissant verspeisen, am Kaffee nippen und der Sonne dabei zusehen, wie sie eine immer größer werdende Fläche des Meeresspiegels zum Glitzern bringt.

    14

    7

    Eine Ladung Sonnencreme verreiben und sich vernünftig fühlen. Den nächsten kindischen Witz reißen und sich wie ein Schulkind auf Klassenfahrt vorkommen.
    Wieder in die ausgeblichene Shorts steigen und pünktlich auf dem Feld stehen.
    Aufs Meer blicken, den Sand zwischen den Zehen spüren, den Ball fest drücken und spielen, spielen, spielen.

    3

    Feststellen, dass Volleyballer-Männermuskeln die schönsten von allen sind. Dass Beachvolleyballer noch cooler sind als Surferboys. Die eigenen Muskeln bis in die letzten Fasern beanspruchen und feststellen, dass die Beine kurzzeitig so auftrainiert sind, dass sie nicht mehr so gut in die Jeans passen.

    15

    Bemerken, wie das angespannte Gefühl im Bauch und der nervöse Magen sich verabschiedet haben. Nach einem halben Tag entscheiden, dass Schmuck, Make-up und 70 Prozent des Kofferinhalts in den nächsten sieben Tagen nicht benutzt werden. Den Sprungaufschlag zum ersten Mal halbwegs gut hinbekommen und ein bisschen stolz sein. Aufhören, Sand von Körperteilen zu klopfen. Nach jeder Trainingseinheit und überhaupt ständig ins glasklare, reine Meer springen. Danach auf dem Handtuch die mittlerweile gut gebräunte Haut trocknen und die sanfte Briese genießen.

    13

    Aufmerksam und aufgeregt wie damals den neuen „Harry Potter“ lesen und ständig seufzen.
    Abend für Abend Bikinis und Sportsachen auswaschen und zum Trocknen aufhängen. Mit metallicrosé-farbenen Klapperrädern zum Supermarkt eiern und Gewürze kaufen.

    12

    Gegrillten Lachs, Kürbisrisotto, Caprese, Foccacia und Guacamole essen und dabei in den Sternenhimmel blicken. Nach ein, zwei Gläsern Wein, guten Gesprächen und völlig wahnsinnigen Versionen von Mau Mau wie ein Stein ins Bett fallen und wie ein Baby schlafen.
    Und dann von vorne.

    2