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  • Es ist Herbst, Baby!

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    Ihr ahnt es, das hier wird ein Sammelsurium-Posting :). Der Herbst ist da, es war viel los und deshalb zischen wir jetzt einfach gemeinsam mit ein paar Erinnerungen rein in die güldene Jahreszeit.

    Dass der Herbst kommt, merke ich immer, wenn die Sonne langsam nachlässt. Nicht stark, nur so wie bei einem Gasluftballon, der gaaanz langsam Luft verliert. Wenn sie nicht mehr brennt, sondern nur noch wärmt. Und wenn sie nicht mehr so lange bleibt und schneller sinkt.
    Der Herbst ist wie ein Seefahrer, der nur einmal im Jahr an Land kommt, um sein Gold zu bringen. Ich als Sommerkind konnte lange nix mit dem Kumpanen anfangen. Mittlerweile lasse ich mich aber gerne mit Gold beschenken. Ich genieße die Jahreszeitenwechsel und bin froh, dass wir in Deutschland alle vier in ihrer vollen Ausprägung haben dürfen.

    Erst mal aber raus aus Deutschland, rein in die USA. Ich war kürzlich mal wieder in New York, um eine gute Freundin zu treffen.

    Natürlich ist Heidi Klum nicht meine gute Freundin, aber es war toll, sie wiederzusehen und ein bisschen zu quatschen. Wer mich kennt, weiß, dass ich auf die Frage „Und, wer ist dein Lieblingspromi?“ immer wie aus der Pistole geschossen „Heidi Klum“ antworte. Is so. Keine Diskussion.

    New York war eh sehr toll. Wir haben in fünf Tagen unglaublich viel gearbeitet und gesehen. An dieser Stelle mal nur zwei Fotos von beeindruckenden Aussichten/Einsichten.

    Die Stadt, die niemals schläft, vom Rockefeller Center aus gesehen:

    Der Oculus-Bahnhof am Ground Zero, der bei meinem letzten Besuch noch nicht da war. Ich erinnere mich noch genau an die tragische Stille, die bei meinem allerersten Besuch herrschte (hier nachlesen). Von der „Lautlosigkeit und Beklemmung“, die ich damals empfand, ist nichts mehr übrig. Erschreckend, dass sogar so ein Platz des Unheils bis zum Äußersten kommerzialisiert und finanziell ausgeweidet werden muss.

    An einem der Abende traf ich die schönste Frau der Welt (nach Heidi, ähem):

    Das ist Ashley Graham, ein bekanntes Übergrößenmodel – aber vor allem eine Gallionsfigur in unserer Anti-Body-Shaming-Zeit. Sie ist wunderschön, blitzgescheit und äußerst schlagfertig. Von ihr kann man sich mehrere Scheiben abschneiden, und das meine ich nicht, weil sie etwas mehr auf den Rippen hat!

    Zurück in München standen auch schon die Stones parat und erfüllten mir einen seit Jahren gehegten Wunsch. Einmal diese alten Knacker live sehen. Es war der Hammer!

    Weiter ging es mit einer alten Dame. Da ich mich im letzten Jahr mit ihr angefreundet habe, stattete ich ihr auch in diesem Jahr wieder ein paar Besuche ab.
    Aber irgendwie lässt der Wiesn-Hype langsam nach, oder irre ich mich? Die Zelte sind nicht mehr SO voll, die Wege nicht mehr SO undurchdringlich und die Wiesngrippe-Ausfälle nicht mehr SO häufig.
    Natürlich klatschen rosé-glitzer-fancy gekleidete Influencer ihre Instagram-Accounts immer noch mit Fotos voll, unter die sie schreiben, dass sie „sich schon auf den Besuch auf den Wiesn und die erste Mass“ freuen … aber es lässt langsam nach ;).
    Ich finde ein gesundes Mittelmaß ok, ein bisschen aufhübschen, ein bisschen Haare flechten, das Wort „Wiesn“ nicht als Plural benutzen und Maß vernünftig schreiben, aussprechen und konsumieren – dann bassd die Brezn, wie der Bayer sagt.

    Letzte Runde #girlsgirlsgirls 🍻

    Ein Beitrag geteilt von JULIA BAUER (@thejunegloomproject) am

    Jetzt bin ich dann aber froh, wenn der ganze Trubel vorbei ist, und der Herbst und ich uns eine schöne, ruhige Zeit machen können. Ich will den güldenen Zinober genießen. Manche fabelhaften Beschäftigungen hat sich das Jahr nämlich für den Herbst aufgespart, die würden im Sommer keinen Spaß machen. Man stelle sich dieses Szenario nur mal an einem lauen Sommerabend bei 30 Grad vor: in der langen Jogginghose und im extradicken Sweater auf der Couch lümmeln, eingewickelt in eine Kuscheldecke, ein gut aufgewärmtes Kirschkernkissen im Rücken, Kürbissuppe im Bauch … Herbst-Zeug!

    Ich stelle aktuell übrigens Rekorde im Kürbiskonsum auf:

    … tue ein bisschen was Gutes (das ist die Etepetete-Box, die kann man hier bestellen. Man kriegt dann jede oder jede zweite Woche eine Box voll mit Bio-Gemüse, das nicht schön genug für den normalen Verkauf im Laden war):

    … und dekoriere wirklich jeden Raum mit irgendwelchem tropischen Klimbim:

    Und jetzt wünsche ich euch eine ganz famose Herbstzeit.
    Auf dass wir uns oft sehen!

    PS I: Ja, Wahl war auch. Aber dazu haben all meine Facebook-Freunde schon genug gepostet. Anti-AfD, jawoll. Das muss ich ja nun nicht auch nochmal schreiben. Stattdessen lege ich euch ans Herz, immer mal wieder die Toleranzgrenzen des eigenen Herzens überprüfen.

    PS II: Macht’s einfach:

  • Good times never seemed so good …

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    … I’ve been inclined
    To believe they never would
    But now I …

    (Neil Diamond: „Sweet Caroline“)

    Ich warne gleich vor diesem Posting, denn es ist das allsommerliche Sammelsurium-Posting. Die geneigte Leserschaft möge sich also nicht über einen Zusammenschmiss von Fotos wundern, die einfach nur schöne Tage der letzten Wochen dokumentieren.
    Ich hätte das Ding auch „Der doppelte Robbie“ nennen können, denn wie durch ein Wunder kam ich im Juli zwei Mal in den Genuss, den einzig wahren Entertainer live zu sehen. Einmal in Reihe zwei inmitten einer beschaulichen Menschentraube von 1.500 Menschen beim Geburtstagsfest von Marc O’Polo (er ist da Testimonial). Und dann nochmal bei seiner Stadiontournee im Olympiastadion.

    Happy Girls vor der Bühne:

    Happy Robbie auf der Bühne:

    Ich finde ja, hier guckt er uns an :):

    Und hier noch mit seinem Daddy. Den nimmt er bei der aktuellen Tour nämlich immer mit und dann trällern sie gemeinsam „Sweet Caroline“ und freuen sich, dass sie Vater und Sohn sind.
    Hintergrund: Robbie wurde angeblich von der Muse Musik geküsst, als er als Kind seinen Papa auftreten sah. Da wusste er, dass er das auch machen will.

    Hier noch im Video:

    ❤️❤️❤️

    Ein Beitrag geteilt von JULIA BAUER (@thejunegloomproject) am

    Ich muss zugeben, dass es wirklich toll war. Ich gehöre nicht zu den Groupies der ersten Stunde, ich war nur von „Sing When You’re Winning“ bis „Escapology“ hart am Start. Trotzdem konnte ich irgendwie alles mitträllern und war von seiner Show very very begeistert. Wann kommt man Robbie schon so nah, dass man ihn fast anfassen kann und seine Tiger-Bux aus nächster Nähe bewundern darf? Eben.

    Im Stadion war das alles dann ne Nummer größer und Robbie nur ein schlumpfgroßes Männlein in weiter Ferne. Trotzdem hat er es geschafft, uns voll mitzureißen. Bei 25 Grad barfuß im Olympiastadion zu „Come Undone“ das Feuerzeug schwenken – ein wahr gewordener Traum.

    So, wat hamwa noch abseits von Robbie?

    Toni hat für amazed ein sehr inspirierendes Interview mit mir geführt. Wie einen die richtigen Fragen doch zum Nachdenken anregen …

    Ebenfalls sehr inspirierend finde ich die Yoga-Stunden am Mittwoch. Maren macht das wirklich auf ihre eigene Art und Weise sehr toll und ich düse immer gerne hin, um die müden Glieder zu strecken, bewusst zu atmen und einfach ein bisschen runterzukommen.

    Wenn man runterkommt, muss man aber auch wieder raufkommen, so wie Brezi und ich. Wir düsten nämlich nach Lenggries und tobten uns ein bisschen auf dem Brauneck aus. Bisher bin ich kein Wander-Fan. Ich könnte aber Gefallen daran finden. Eigentlich hatten wir nämlich gar nicht vor zu wandern, aber dann war das Wetter so schön und die Zeit so reichlich vorhanden und schwupps wanderten wir da oben ein bisschen herum und dann den ganzen Weg nach unten. Könnte ich öfter machen, taugt irgendwie.

    So, jetzt wisst ihr Bescheid über die tagefüllenden Freizeitaktivitäten von June Gloom.
    Was sportlich so abgeht, machen wir demnächst in einem weiteren Beitrag.
    Bleibt sauber, ihr Banausen. Bis balduin!

  • „Samuuu!“

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    Ich habe nachgesehen. Der Entschluss nach Helsinki zu reisen fiel exakt am 7. Dezember 2016 um 10:19 Uhr. Kurz nach London (leset hier nach) machten Char und ich das Ding dingfest, der Trip an meinem Geburtstag wurde sofort gebucht.
    „Wie kamt ihr denn auf Helsinki?“, fragten viele.
    „Ach, wegen Samu“, antwortete ich grinsend.

    Es gibt ja wohl schließlich keinen besseren Grund, um nach Helsinki zu reisen, als Samu Haber.
    Helsinki stand schon lange auf meiner Liste, Finnland soll im Sommer ja sehr schön sein. Warum also nicht mal was anderes besichtigen als Barcelona, Paris oder Rom? Mit Finnair kann man ständig günstig hochfliegen, der Transfer vom Flughafen in die Stadt ist supereasy und airbnb hat auch einiges zu bieten. Wir wohnten in einer hübschen Wohnung (natürlich wieder airbnb) im Trendviertel Kallio (war gar nicht so trendy) und konnten von dort alles erlaufen. Wer nicht gern per pedes unterwegs ist, kann in Helsinki aber auch Ubahn, Bus oder Tram fahren. Alles an jeder Ecke verfügbar.

    Nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten (danke Timo für das ganze Zeug im Kühlschrank, ich vermisse den undefinierbaren Sauerkirschbatz, den ich immer als Salatdressing benutzte), machten wir uns also auf Erkundungstour. Praktisch: Im Sommer ist es in Helsinki auch um Mitternacht noch taghell. „Ey, warum bin ich so fertig?“ – „Weil wir schon 23 Uhr haben!“. Man merkt einfach gar nicht, dass man voll über seiner gewohnten Zeit ist.

    Erster Stopp: das Restaurant Juuri, eine Empfehlung meiner guten Freundin Muse (you remember, Kos und Barcelona …). Schließlich mussten wir meinen 31. gebührend feiern. Sowas von lecker und jeden Cent wert!

    Am nächsten Tag erkundeten wir alles, was man in der finnischen Kapitale so erkunden kann. Da die Stadt sehr jung ist, gibt es keine altertümlichen Gebäude oder Gässchen.

    Trotzdem hat mich Helsi (wir kürzen alles ab, live with it) irgendwie gekriegt.
    Seht selbst. Das ist der durchaus beeindruckende Senatsplatz mit dem Dom und dem Alexander-II.-Denkmal. In der Innenstadt gibt’s ungefähr jeden Laden, von dem man nur träumen kann und im Kaufhaus Stockmann haben sie eine riesige Abteilung nur mit skandinavischen Labels (zum Glück waren wir nur mit Handgepäck unterwegs).

    Hier haben wir die Uspenski-Kathedrale (ihr seht schon, alles leicht russisch angehaucht):

    Hier eine Gasse, die aus „Harry Potter“ stammen könnte:

    Am Hafen muss man sich einfach einen großen Teller frischen, gegrillten Lachs gönnen. So lecker! Aber Achtung, wenn sie fragen, ob ihr ein bisschen Knoblauchsoße drauf wollt. Dann heißt das im Grunde, dass ihr 24 Stunden nur Knoblauch schmeckt, riecht und Menschen in einem Radius von fünf Metern auch damit beglückt.
    Hier die nackte Lady Havis Amanda mit Möwe:

    Und hier ich im Toilettenspiegel des Rathauses:

    Wenn’s ein bisschen ruhiger sein darf, spaziert man einfach zu einer der Halbinseln. Dort geht man dann über baufällige Stege und genießt die Sonne.

    Wenn man einen Tag übrig hat, sollte man unbedingt mit der Fähre nach Tallinn/Estland rüberschippern. Da kommt man sonst ja auch eher selten hin. In 1,5 Stunden ist man da und kriegt die alten Gässchen und Kirchlein, die man in Helsinki vermisst. Leider hatten wir Sauwetter vom Feinsten, weshalb wir unsere Nerven erst mal in einem süßen Café stählten.

    Ansonsten habe ich in Tallinn exakt ein Foto gemacht. Das ist Schloss Katherinental, ungünstigerweise geschlossen. Ausgerechnet, wenn wir ob Regens gerne etwas von innen besichtigen würden.

    Aaaber sie haben prima Schönheitssalons da und die lassen einen rein.

    C: „Was machen wir jetzt mit den restlichen zwei Stunden?
    J: „Wir könnten Beauty machen, mir ist eh ein Nagel abgebrochen.“

    –> C und J liefen in ihren fliederfarbenen, ausladenden und klatschnassen Regenponchos in einem Beauty-Salon ein und das Personal war nicht gerade entzückt, als es uns da triefend stehen sah. Nur auf Nachfrage wurden wir behandelt. Aber gut, die sollen ja generell nicht besonders aufgeschlossen sein, die Esten.

    Auf jeden Fall haben sie uns schön gemacht für den letzten Tag, an dem wir noch ein wenig am Hafen herumspazierten.

    Das war’s auch schon mit dem Reisebericht Helsinki. Auch hier spreche ich eine klare Empfehlung aus. Für einen dreitägigen Trip gen Norden (2 Tage Helsi, 1 Tag Tallinn) und für airbnb.

    PSI: Kleiner Lacher am Ende:

    PSII: Bei unserem Glück haben wir natürlich auch Samu gesehen. Im Fernseher. Nicht weniger schön, vor allem mit diesem Sombrero!

  • But I can see you – Your brown skin shinin‘ in the sun …

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    … You got your hair combed back and your sunglasses on, baby.

    (The Ataris: „The Boys of Summer“ auf „So Long, Astoria“)

    Unglaublich, dass dieser Song ganze 13 Jahre gebraucht hat, um bei mir auf Heavy Rotation zu laufen.
    Ich weiß gar nicht, woher er jetzt plötzlich kommt, aber vermutlich aus dem „Netzer & Overath“.

    Gott hab sie selig, diese gute alte Baracke, in der man immer (wirklich immer) Unterschlupf und gute Musik fand.
    Die man sorglos in Klamotten betreten konnte, in denen einen Mama auf keinen Fall aus dem Haus gelassen hätte („Hast für diesen Fetzen etwa was bezahlt?“, „Mit sowas gehst aber nicht zur Arbeit!“).
    Weil es keinen interessierte, was wer anhatte, sondern nur, ob er was mit Musik am Hut hatte … und weil es eh zu dunkel war, um Löcher in Hosen zu erkennen.
    In der man unzählige Male mit den unmöglichsten Kerlen knutschte, in der man reihenweise Herzen eroberte, aber nie welche brach. (Auch sonst hab ich da nicht(s) gebrochen, dass das mal klar ist.)

    Kurz: Das Netzer war ein Ort, an dem man einfach garantiert einen sinnvollen Abend verbringen konnte.
    Es schließt im September und damit fehlt ab dann ein wundervoller Ort der Freiheit. Ersatzlos.
    Falls wer doch was kennt, was mithalten kann, außer jetzt mein Wohnzimmer, der sage das bitte pronto.
    Und jeder, der das liest, muss am 17. September da sein, wenn das Netzer ein letztes Mal Geschichte schreibt.
    Betrachtet das als Anweisung.

    Ungewohnt emotional startet sie hier in den neuesten Post, die Gloom. Verzeiht die Gefühlsduselei, aber das geht mir echt ein bisschen an die Nieren.
    Deswegen gleich mal ein Foto, das meine sonstige Stimmung transportiert:

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    Jawoll, nachdem der Sommer ja jetzt kurz da war, konnte ich endlich meinen liebsten Hobbys an heißen, freien Tagen nachgehen: tagsüber draußen rumliegen, abends draußen rumsitzen und essen. Isar, See, Park – keine Grünfläche am Wasser war vor mir, weiteren guten Menschen, meinen Flamingolatschen und guter Lektüre (wirklich gut!) sicher.

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    Eine Bitte hätte ich aber, damit das Prozedere beim nächsten Mal (lasst uns optimistisch sein) perfekt wird: Es möge sich bitte ein/e Freiweillige/r finden, der mir dieses Ding hier aufbläst. An den künftigen Helden: Du kannst einfach herkommen, dir das Teil schnappen und loslegen. Musst gar nix sagen. Als Belohnung winkt eine Wasserfahrt mit mir im Ring.

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    Was war sonst noch los? Ha, ihr wisst es! Richtig, Burgfest. Auch davon gibt es natürlich ein paar idiotische Schnappschüsse, die ich euch extra nicht vorenthalte.
    Das Motto:

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    Shorty und ich beim Trödelmarkt-Spiegelselfie-Machen:

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    Lektüre mit fragwürdigem Titel:

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    Nächtliches:

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    Die sinnloseste Anordnung der Welt:

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    Und schließlich mein Lieblingsfoto mit Lieblings-Pam. Falls jemand das Bedürfnis verspürt, einen verstörenden aber bei nötiger Entspanntheit durchaus extrem witzigen Abend zu verbringen, so nehme er im nächsten Jahr am Freitag an unserer Runde teil.

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    So, nun düse ich zu Rock am See und vergnüge mit mich im Schwestern-Quartett mit Peter Doherty und solchen Leuten.
    Passt derweil auf euch auf, liebe Gemeinde.

  • Zurück zur Natürlichkeit!

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    Obwohl dieser „Super-GAU“ nun schon ein paar Wochen her ist, ploppt das Foto von Anna Hofbauer immer noch regelmäßig in meinen News-Feeds auf:

    Quelle: t-online.de, imago
    Natürlich hat sich das ganze Netz das Maul über diesen Look zerrissen („Aber Gloom, du arbeitest doch selbst in dieser Branche!“ –> Ja, aber ich teile nicht jede kritische Ansicht!): Da seien Speckrollen, die Ex-Bachelorette habe gewaltig zugelegt, diese Rückansicht sei hässlich, wo sei nur ihre tolle Figur hin, pfundiger Auftritt, sonst so sportlich etc. …

    So, und seitdem frage ich mich, warum diese Rückansicht so viel Aufmerksamkeit bekommt.
    Man sieht einen makellosen Rücken: keine Pickel, nicht mal ein Muttermal (was für manche vielleicht zu „Makel“ zählen würde, für mich übrigens nicht), die Haut ist ebenmäßig und schön wie ein Babyarsch.
    Ja, da sind links und rechts zwei Speckrollen. Aber wer hat erfunden, dass die hässlich sind?
    Wer hat eingeführt, dass da keine sein dürfen? Wer kann beurteilen, dass Anna nur „sonst so sportlich“ ist und mit den Speckröllchen nicht?
    Die beschissene Industrie war’s mit ihren immer absurder werdenden Idealen. Und wir Idioten lassen uns von ihr infiltrieren. Lassen zu, dass Absurditäten schleichend die Realität überlagern.

    Halten wir fest: Diese junge Frau ist nicht Model sondern Musical-Darstellerin. Die muss nicht klapperdürr sein. Das ist nicht ihr Job. Und auch wenn Modeln ihr Job wäre, hätte sie das gute Recht, ihren Speck nach Lust und Laune gedeihen zu lassen und der ganzen Welt damit vor den Augen rumzuwedeln.

    Ihr seht, heute geht es um sensible, faszinierende, diskussionswürdige, Viele betreffende Themenbereiche: Ernährung/Sport/Aussehen.

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    „Gloom, du hast doch aber auch schon alles gemacht, oder?“- eine ziemlich berechtigte Frage, wenn es um Ernährungs- und/oder Sportprogramme geht. „Alles“ ist vielleicht etwas übertrieben, aber „einiges“ treffend:

    – Detlef D! Soosts „10 Weeks Body Change“
    – Kayla Itsines „Bikini Body Guide“
    – Detox mit „The Frank Juice“
    – Charlotte Würdigs „Upgrade U“
    – Paleo und Low Carb mit der „fit for fun“
    – Das „6 Wochen FatBurner Programm“ von „newmoove.com“
    – Keine Süßigkeiten in der Fastenzeit nach „June Gloom“ (ok, machen wir es kurz: Es nervt mich, es macht keinen Sinn, ich habe ein paar Mal danebengelangt. Im Großen und Ganzen haut es aber hin und die letzten knappen zwei Wochen schaffe ich jetzt auch noch.)

    Da kommt über die Jahre ganz schön was zusammen.
    Über die Jahre, in denen man sich dieses Schönheitsideal vor die Augen hat tackern lassen, das einem außerhalb der Blubberblasenwelt keiner bestätigen kann. Das sich mit anderen Schönheitsidealen beißt, weil „dicke Titten“ und „wenig Bauch“ und „großer Arsch“ und „dünne Beine“ einfach nicht vereinbar sind, wenn man nicht noch „ein paar OPs“ dazupackt.

    Um es kurz zu machen: Diese ganze Programme bringen auf Dauer nix.
    Wow, heute ist June Gloom-Erkenntnis-Tag 😉
    Kurzfristig bringen sie viel, nach zehn harten Wochen sieht man halt aus wie nach zehn harten Wochen.
    Die Schlüsselwörter lauten „nach“ und „halt“ … denn nachhaltig ist es nicht.
    Klar, diese durchgetakteten Pläne sind verführerisch, weil sie einem das Denken und Fühlen abnehmen und so die eigene Vernunft rauben. Man macht, was da steht, fühlt sich so, wie sie es beschreiben, und am Ende kommt was Ansehnliches raus.

    Aber kein vernünftig tickender Mensch kann dieses Gedrille ein Leben lang durchziehen, ohne dafür nicht auf einen Teil Lebensqualität zu verzichten. Die meisten behalten den Lifestyle danach nicht bei, verfallen einem Fresswahn, erleben den wundervoll wirksamen Jojo-Effekt, stehen dann da wie vorher, nur noch unzufriedener – inklusive mir, hatte ich auch alles.

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    Deshalb beschloss ich vor geraumer Zeit, dass jegliche Ernährungsform, die irgendetwas ausschließt, nicht die richtige für mich sein kann (Vegetarismus und Veganismus sind nochmal zwei andere paar Schuhe, darum geht es hier nicht).
    Ich erinnerte mich an früher. Da aß ich, worauf ich Lust hatte. Da gab es mal dies, mal das, mal Pommes im Freibad, mal mitgebrachte Weintrauben, mal ein Eis, mal keins. Aber es gab nie Gedanken wie „Nein, das schmeckt zwar jetzt gut, sieht aber übermorgen scheiße aus“ oder „Ich hatte jetzt zwei Schokoriegel, jetzt kann ich gleich noch die restlichen zehn aus der Packung essen. Ach, und danach die Packung Gummibärchen und dann will ich Salzstangen und Schokolade.“ Früher gab es natürliche Gelüste, die dadurch ganz automatisch maßvoll waren. Früher …

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    … wusste ich auch noch nicht, dass ich leider keine Karte erhalten hatte, als es hieß: „Hier haben wir die ‚Ich kann fressen was ich will und werde niemals dick‘-Karten.“ Wenn man realisiert, dass man nicht zu dieser äußerst raren Spezies gehört, lässt man sich leider leicht dazu verleiten, sich plötzlich auf Unsinn einzulassen.

    Ich rede nicht von einer Magersucht oder Bulimie, dazu esse ich zum Glück viel zu gerne. Aber vermutlich muss man das als Essstörung bezeichnen.
    All diese Diäten, Programme, Kuren und Aufs und Abs haben das oben beschriebene automatische Maß/diesen maßvollen Automatismus und den gesunden Stoffwechsel nach und nach lahmgelegt und schließlich abgeschaltet. Natürlichen Appetit gibt’s fast nicht mehr, man denkt bei jedem Essen daran, was es so mit sich bringt. Beurteilt es. Beraubt es dadurch eines ganzen Stücks Genuss. Streicht die Freude am Essen mit einem dicken „Das hat so und so viele Kalorien“-Stift durch.

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    Ich habe gerade mal grob meinen Freundes- und Bekanntenkreis durchüberlegt, und dabei fielen mir vielleicht drei Menschen ein, die sich absolut keine Gedanken über Kaloriengehälter ihrer Speisen machen. Die sich genau diese kindlich-natürliche Umgangsweise mit Essen bis ins Erwachsenenalter bewahrt haben. Als hätten sie einfach nie mit dem Rauchen angefangen.

    Erschreckend. Völlig paradox, dass wir uns in unserer Wohlstandsgesellschaft den Luxus „gönnen“, so mit dem Thema Essen umzuspringen.

    Ich bin ja schon froh, dass sich der Magertrend mittlerweile zu einem Fitness-Trend gewandelt hat (obwohl es da natürlich auch schon wieder ungesunde Extreme gibt). „Ernährungsprogramme“ sind „Fitness-Programmen mit Ernährungs-Guides“ gewichen. Trotzdem alles Bullshit-Geiselnehmer, wenn ihr mich fragt.

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    Und warum hast du den ganzen Mist dann überhaupt gemacht, Gloom?
    Tja, weil ich es nicht besser wusste und weil ich Spaß daran hatte, das Zeug durchzuziehen. Ich bin ein wahnsinnig strikter Mensch und stelle mich gerne Herausforderungen. Waren halt die falschen … nachher ist auch Gloom klüger 🙂

    Kommen wir zur Kernaussage dieses Beitrags: Was ist das Ziel? Was machen wir jetzt mit dieser verkorksten Einstellung zum Essen?

    Am wichtigsten ist die Erkenntnis, dass diese Programme und überhaupt alle Diäten Schmarrn sind. Dann folgt der Wunsch, zu einer natürlichen, normalen Ernährung und Bewegung zurückzufinden.

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    Ich lege euch jetzt „einfach“ mal diese Tipps ans Herz, die mir sehr geholfen haben, falls ihr euch im obigen Text irgendwo wiedererkannt habt.

    1. Essen

    Zwingt euch keine gesunden Sachen rein, die euch sonst eigentlich zum Kotzen animieren, nur weil sie in irgendeinem Ratgeber stehen!
    Wer keinen Blumenkohl mag, der muss auch keinen scheiß Blumenkohl essen. Aber keiner kann mir erzählen, dass ihm gar nix Gesundes schmeckt. Und hier liegt der Hund begraben. Versucht, möglichst viel von den guten Sachen, die ihr wirklich gerne esst, in eure Ernährung einzubauen. Dadurch verschwinden diese Zwangsgedanken irgendwann von selbst.

    Zum Thema Obst und Gemüse:
    Ich mag saugerne Spinat (egal wie), Sellerie (als gebackene Sticks), Blumenkohl (angebraten), Brokkoli (im Gratin), Auberginen und Paprika (als Ofengemüse), Spargel, Feldsalat, Ananas, Beeren, Kiwis, Bananen, Pflaumen, Erdbeeren, Melonen, Trauben.

    Ich mag nicht sonderlich gerne Tomaten (die großen), Zwiebeln, Lauch, Eisbergsalat, Zucchini, Äpfel und Pilze (Würgreiz).

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    Logische Folgerung: Die ersten Gemüse- und Obstsorten kommen ständig auf den Teller, die anderen nie.
    Gefühl dabei: Ich esse ja eh das, was mir schmeckt – und habe somit automatisch keine Gelüste auf Verbotenes.

    Zum Thema Kohlenhydrate:
    Hier ist es genauso. Wenn ihr mordsmäßig auf Brot und Nudeln steht (so wie ich), aber nicht so sehr auf Kartoffeln und Reis, dann ist das doch supernatürlich und leicht umsetzbar.

    Zum Thema Proteine:
    Lasst die Pülverchen sein. Wer keine ganz speziellen, hochgesteckten Muskelaufbauziele verfolgt, der kann seine gesunde Menge Eiweiß locker über die normale Nahrung aufnehmen.

    Zum Thema Süßigkeiten und Chipszeug:
    Das ist ja mein pochender, blutender, wunder Punkt. Aber auch da gibt’s Sachen, die ich mehr mag als andere. Für Schokolade und Gummibärchen würde ich töten, für Chips hebe ich nicht mal die Knarre. Klar, sich jeden Tag ne Tafel Triolade und ne Tüte Haribo Kirschen reinzuknallen, ist nicht besonders figurfreundlich – aber Moment, darum soll es ja auch gar nicht gehen!
    Ne Tafel Triolade und ne Tüte Haribo Kirschen pro Tag sind nämlich nicht nur nicht besonders figurfreundlich, sondern auch nicht besonders natürlich. Das braucht’s nicht. Und darauf hat man auch nicht jeden Tag Lust, wenn sich alles einpendelt, glaubt mir.

    Zusammenfassend:
    Sucht euch die gesunden Sachen aus, die euch richtig schmecken, und baut die eher ungesunden vernünftig drum rum, auf die ihr nicht verzichten könnt. Und macht euch vor allem klar, dass ihr nicht jeden Tag Unmengen von Triolade und Haribo Kirschen braucht.
    Mal dies und mal das ist total prima, aber nicht täglich dies UND das.

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    2. Trinken

    Ich saufe wie ein Loch. Also Wasser. Hat meine Mama schon früher immer gesagt, wenn ich vom Studieren heimkam. „Tschulli, wenn du da bist, brauchen wir fünf Mal so viele Getränke.“
    Genug Wasser (also 2-3 Liter Wasser, an Sporttagen noch mehr) trinken fällt mir nicht schwer. Und wieso? Weil ich es mir angewöhnt habe. Es ist nämlich nicht schwer, stets eine große Wasserflasche bei sich oder am Platz oder sonst wo in der Nähe zu haben und dann regelmäßig draus zu trinken. Zur Not lädt man sich für den Anfang halt eine App runter, die einen dran erinnert. Ihr gewöhnt euch schnell dran, garantiert.
    Wer Kohlensäure in größeren Mengen nicht so leicht schlucken kann, nimmt stilles Wasser. Keiner kann mir erzählen, dass er sich schwer tut, ein paar Gläser Wasser am Tag zu kippen.

    Ich kriege mittlerweile einen trockenen Hals, wenn ich zwei Stunden nix getrunken habe. Und dann Kopfweh. Und das kommt quasi nie vor, weil ich automatisch immer genug trinke, um das zu verhindern.

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    3. Sport

    Hier ist es wie beim Essen. Sucht euch das, was euch taugt. Das plant ihr ein paar Mal die Woche fest ein und gut is.
    Sport war bei mir zum Glück noch nie ein Problem, beziehungsweise nie so eine große Hürde, dass es mir schwer gefallen wäre, ihn in meinen Alltag zu integrieren. Meistens mache ich das gleich nach dem Aufstehen, dann ist es nämlich schon gemacht und man flutscht irgendwie mit mehr Karacho in den Tag rein.

    Beispiel Gloom:
    Taugt: HIT, Beachvolleyball, Radeln, Schwimmen, Laufen.
    Taugt nicht: Freeletics, Fitnessstudio, Yoga, Pilates, Dance-Zeug.

    Ganz wichtig sind bei mir diese drei Dinge:

    – Ich brauche Abwechslung, sonst wird mir schnell verdammt langweilig und ich verliere die Lust.
    Also gehe ich am Wochenende an der Isar laufen, mache Montags ein knackiges HIT-Training bei YouTube (hier zum Beispiel, die Gute ist super), gehe dienstags zum Volley, stretche mich mittwochs ausgiebig, verausgabe mich donnerstags wieder beim HIT usw..

    – Ich brauche sonst niemanden (außer beim Volley), denn ich trainiere immer alleine. Mein Handy ist dann im Flugmodus und ich nutze die Sport-Zeit zum Runterkommen. Da ich überhaupt kein Meditations-Typ bin, tut mir diese Stunde alleine sehr gut.

    – Ich brauche die richtige Unterhaltung dabei. Bei den HITs also einen guten Trainer wie Anne, beim freien Training horizonterweiternde dusselige YouTube-Videos (ähem, ähem), beim Laufen Hörspiele (ähem, ähem) und generell Outfits, die nicht aussehen, als hätte man sie fürs nächste Weißeln aufgehoben.

    … so komme ich auf 5 bis 6 Mal Sport pro Woche und zwar ohne Langeweile und ohne besonders aufmüpfigen Schweinehund. Danach geht es mir immer gut und egal, welche negative Emotion mich vorher erfüllt hat, sie ist danach gemindert.

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    4. Relax!

    … das ist verdammt wichtig. Lasst die Zwänge. Ihr müsst gar nix. Es soll ums Wollen gehen, nicht ums Müssen.
    Wenn ich als Kind etwas musste (Laub zusammenrechen oder Abstauben zum Beispiel), fand ich es schon direkt scheiße. Wenn ich etwas wollte (beispielsweise stundenlang ein neues Lager bauen), ging’s von selbst.
    Klar, das, was man muss, und das, was man will, ist oft nicht dasselbe. Aber wir gehen jetzt mal davon aus, dass wir eine natürliche Ernährung wollen, denn müssen tun wir ja nicht.
    Zurück zum Thema Entspannung: Wer was geleistet hat, darf sich auch was leisten. Rumhängen, shoppen, pennen … die Akkus laden sich nicht von selbst wieder auf. Man muss sie schon bewusst in die Ladestation stecken.

    So, jetzt wisst ihr Bescheid. Und ich danke Anna Hofbauer für diesen Auftritt und hoffe, dass sie sich danach gleich zwei Becher Ben & Jerry’s reingeknallt hat.

    Cheers, Gudn, shake it!