Balcony Scenes Tag Archive

  • I Like The Way This Is Going …

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    … I like the color of your hair,
    I think we make a handsome pair.
    I can only see my love growing
    I like the way this is going

    (Eels: „I Like The Way This Is Going“ auf „Tomorrow Morning“)

    Ach du lieber Himmel, bin ich eine schlechte Bloggerin! Am 25. Dezember 2017 ging das letzte Posting live. Das ist nicht tragbar. Aber June Gloom wäre nicht June Gloom, wenn da nicht noch was käme.
    Also machen wir jetzt, im zweiten Quartal des Jahres, einen schönen Mashup der letzten Monate.
    Ich sag’s euch, 2018 ist wild gestartet und hat mir so viele schöne Momente beschert.
    Kommense mit, geneigte Leserschaft, Update, jetzt!

    Wir beginnen mit einem kleinen, lange ersehnten Wellness-Urlaub, den Brezi und ich in Kitzbühel verbracht haben. In diesem Jahr sollte es mal nicht im Februar in die Ferne gehen, sondern in die Nähe. Natürlich missbrauche ich auch im nahen Süden andere Lebewesen für bildstarke Erinnerungen.

    Im nächsten Jahr möchte ich aber wieder gen Sonne aufbrechen. Sri Lanka, Thailand und die Karibik bringen einen dann doch mehr raus aus dem Alltag.

    Als nächstes hätten wir das hier, eine andere kurze und kurzweilige Alltagsflucht. „Fack ju Göhte – das Musical“ feierte in München Premiere und haute mich um. So um, dass ich vor Kurzem nochmal drin war. Ich hatte Klamauk und schlechte Witze erwartet, stattdessen haben die Damen und Herren ein wirklich unterhaltsames, herziges und sehenswertes Stück auf die Beine gestellt. Heult leise und geht rein!

    Machen wir gleich musikalisch weiter. Ich besuchte zwei Konzerte von zwei Herren, die ich beide schon unzählige (!) Male gesehen habe und deren Repertoires ich auswendig mitsingen kann. Ich beehre beide jedes Mal wieder gerne, wenn sie in München gastieren, weil an diesen Abenden sicher gestellt ist, dass sie gut werden.

    Die Rede ist zum einen von Brian Fallon, auf den ich vor gefühlt zehn Jahren mal im Musikexpress stieß. Zu Studienzeiten kaufte ich allmonatlich dieses Magazin und hörte in alles rein, was ich nicht kannte, was aber interessant klang. So entdeckte ich nicht nur meine Lieblingsband Rilo Kiley, sondern auch Ingrid Michaelson, Tegan and Sara – und The Gaslight Anthem. Die pausieren zwar gerade, aber Brian macht solo weiter und die neue Platte „Sleepwalkers“ ist wieder verlässlich.
    Nichts Bahnbrechendes, aber ihr wisst ja, dass ich es bei Musik mit „more of the same good“ halte und mich nicht auf Experimente einlasse.
    Das Konzert in der neuen Theaterfabrik (natürlich suchten wir erst am Ostbahnhof nach der alten Theaterfabrik und schafften es dann gerade noch pünktlich nach Johanneskirchen zur neuen) war solide, mitreißend und herzwärmend. Ich liebe einfach jeden einzelnen Song und habe großen Respekt vor der Leidenschaft, mit der Brian seinen Job macht. In meinem zweiten Leben ziehe ich das mit der Musik auch durch. Ich glaube, wenn es halbwegs läuft, kann es sehr erfüllend sein.

    Gentleman Nummer 2 war natürlich Olli Schulz:

    Ich mag seine pathetische Ader und seine kleinen Späße. Bester Witz während dieses Konzerts:
    Zwei Freunde, einer hat grad tapeziert, der andere holt sich Tipps.
    Freund 1:“Wie viele Rollen hast du gekauft? Du hast doch auch so 30 qm, gell?“
    Freund 2: „Ja, 12 Rollen“
    Freund 1 kauft 12 Rollen, tapeziert, aber ihm bleiben komischerweise 4 Rollen übrig.
    Freund 1: „So, habe tapeziert, aber bei mir sind 4 Rollen übrig geblieben“
    Freund 2: „Ja, war bei mir auch so“

    Machen wir mal mit Ostern weiter. Ich verbrachte das lange WE bei meiner Familie und einem Häschen.

    Ähnlich putzig finde ich dieses alte Foto von meiner Schwester und mir. Böse Zungen machen sich über die Haube lustig und bezeichnen den Spitzenkragen als „Tischdecke“. Sie sahen als Kinder sicher grässlich aus.

    Natürlich wurde auch noch ein bisschen gereist. Einmal beruflich nach Los Angeles (das clevere Leserlein kombiniert und schaltet am 19. April um 20:15 Uhr einen bekannten Privatsender ein) …

    Und einmal nach London:

    Jetzt folgt noch ein Kessel Buntes, weil’s gar so schön ist, hier wieder zu schreiben. Zudem gibt es zu jedem Foto eine Feststellung.

    Das „Erwachsenen-Tabu“, das ich für einen Abend mit Freunden angeschafft habe, ist gar nicht so erwachsen.

    Ich hatte immer beteuert, kein Blumenmädchen zu sein.
    SCHENKT MIR MEHR BLUMEN, ICH STEH JETZT DOCH DRAUF!

    ENDLICH kann ich wieder morgens laufen gehen, weil es mir ob der angenehmen Temperaturen nicht mehr die Lungen zerfetzt. Mittlerweile laufe ich sogar extra zum Englischen Garten, um dieselbe Runde zu laufen, die ich immer lief, als ich noch in Schwabing wohnte. Nach wie vor einer meiner Lieblings-Spots: Die Brücke unten, von der man auf die Surferbrücke gucken kann. Morgens um 7 sind da wenig Touristen und sie hat eine besondere Magie.

    Manche Firmen machen wirklich gewitzte PR.
    Die Story hinter diesem eigens für mich personalisierten Kissen:

    Ich (1,78 groß) zu Kostja Ullmann (1,70 groß) in einer lauten Menschenmenge: „Lass mal noch ein Foto machen, meine beste Freundin ist ein Riesenfan“
    Kostja: „Foto? Klar, gern.“
    Ich: „Ich geh ein bisschen in die Knie, dann sehen wir gleich groß aus.“
    Kostja: „Wir gehen auf die Knie? Ok.“
    Die Folge: Wir knieten beide für ein Foto zwischen 1.000 Menschen und ich war wieder größer.

    Die hier ist tatsächlich sehr talentiert. Ich durfte einem unplugged-Konzert während der Berlinale lauschen und muss zugeben, dass ich sie mittlerweile sehr schätze. Zu „Satellite“-Zeiten sah ich sie als unangenehme Göre, mittlerweile als stilsichere Frau, die wirklich was kann (sie lässt auch mittlerweile diesen britischen Akzent weg ;)).

    So, und nachdem ihr jetzt Bescheid wisst, was bei der Gerät so abgeht (wer es immer noch nicht checkt, klickt hier), entschwinde ich Richtung Portugal. Änn und ich tun uns nochmal ein Beachvolleyball-Camp an. Ihr wisst schon, viele Bälle, viel Sand, viel Sonne, viel Meer, viel Spaß, wenig Handy, wenig Klamotten, wenig Make-up. Ich kann’s kaum erwarten. Wer nachlesen will, wie es vor 1,5 Jahren auf Sardinien zuging, klicke hier.

    Ihr nehmt euch bitte währenddessen das hier zu Herzen. Das ist immens wichtig, finde ich.
    Und meine Verhaltensratgeber habt ihr ja wohl ob guten Gelingens noch immer befolgt.

  • There were moments of gold …

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    … And there were flashes of light.
    There were things I’d never do again
    But then they’d always seemed right
    There were nights of endless pleasure
    It was more than any laws allow, Baby Baby …

    (Céline Dion: „It’s All Coming Back To Me Now“)

    Früher war das Erste, was ich gemacht habe, das Posting für den Blog zu schreiben, nachdem ich meinen Reisekoffer ausgepackt hatte. Selbst wenn ich mit 18 Stunden Rückreise auf dem Buckel und viereckigen Augen bis 4 Uhr morgens auf dem Sofa hockte – ich wollte das Erlebte sofort festhalten, um ja nichts zu vergessen.

    Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass ich diese vorbildlichen Verhaltensweisen heute nicht mehr an den Tag lege. Schaffe ich einfach nicht mehr. Werde alt. Aber das hat auch Vorteile.

    Deshalb gibt es jetzt – drei Wochen nach unserer Rückkehr aus Kenia – endlich den Reisebericht. Ich hoffe, er erfreut euch auch mit Verzögerung und ich freue mich jetzt sehr darauf, die Erinnerungen noch mal wachzurütteln und mich an ihnen zu wärmen.

    Erklären wir erst mal, warum keine Geringere als Céline Dion diesen Beitrag einleiten durfte. Nun ja, die hören da gerne Céline Dion in Kenia. Auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel kamen wir in den Genuss eines ihrer zahlreichen Best Of-Alben und auch sonst verging kein Tag, an dem nicht irgendwo die Stimme dieser zugegeben unschlagbar guten Kanadierin ertönte. Außerdem übrigens viel Mariah, Whitney und Shania … aber Brezi und ich finden, dass Céline eindeutig die Königin ist. Und wir kamen ins Grübeln, ob die heutige Zeit überhaupt noch solche Diven hervorbringt. Größen sicher, aber Diven? Man darf gespannt sein, wie sich die Karrieren von Lady Gaga (die ich seit Genuss der Doku auf Netflix übrigens noch mehr verehre), Katy Perry, Taylor Swift, Rihanna entwickeln … wir brauchen auf jeden Fall mehr Bijonzis und Ädäls!

    Grandios abgeschweift, verzeiht :).
    „Warum Kenia?“, fragten viele. Im Grunde sind wir nach dem Ausschlussprinzip vorgegangen. In den USA waren wir erst, Karibik wegen Sturm lieber nicht, Asien keine Lust, naheliegende Inseln sind nicht mehr warm genug, wir brauchen was mit Strand und was zum Angucken – also ab nach Kenia. So einfach geht das. Zudem ist eine Reise dahin erschwinglich und erträglich.

    Bei mir kam noch ein Grund dazu, den es seit 16 Jahren gibt. Ich habe als Teenie „Die weiße Massai“ verschlungen. So richtig verschlungen. Das Buch hat mich damals schlaflose Nächte gekostet und in mir ein massives Verlangen wachsen lassen, dieses Land, das Corinne Hofmann so unglaublich schön beschreibt (die etwas naive Liebesgeschichte lassen wir mal weg) irgendwann zu besuchen.

    Ich wurde nicht enttäuscht. Kenia, bzw. das, was wir in 12 Tagen davon gesehen haben, ist atemberaubend schön, und die Menschen sind nicht nur sehr herzlich sondern auch sehr offen und lustig. Sie bringen einem zum Beispiel sofort bei, dass man immer „Jambo“ sagt, wenn man sich über den Weg läuft. Wenn man besonders gut gelaunt ist, sagt man „Jambo Jambo“.

    Machen wir mal ein paar Bilder …

    Gleich am ersten Morgen kamen diese beiden Kollegen am Strand vorbei. Tourifallen, ich weiß schon. Bin ja selber schon mal in eine reingeraten. Trotzdem majestätisch und irgendwie entzückend anzusehen.

    Tägliches Ritual war natürlich der Genuss einer Kokosnuss. Der erste Schluck aus einer frisch geköpften Kokosnuss schmeckt einfach so sehr nach Urlaub …

    Ich sag’s euch, wir haben einfach die pure Freiheit genossen. Alle gewohnten Zwänge niedergelegt, genau nur das getan, worauf wir Lust hatten.

    Wer „Der König der Löwen“ kennt, der kennt auch HAKUNA MATATA, Timon, Pumbas und später auch Simbas Lebensphilosophie. Irgendwer sagte immer Hakuna Matata. Irgendwann fühlten wir es auch und überlegten, ob wir mal nach einem Tätowierer gucken sollten (nein Mama, haben wir nicht gemacht, alles beim Alten).
    Ein bisschen Hakuna Matata verinnerlichen schadet aber nicht, lasst’s euch gesagt sein.

    Dazu passt ganz gut diese Stelle aus einer meiner Strandlektüren:
    „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky.

    Das Meer polterte am Morgen an den Strand, zog sich für den Tag etwas zurück, um Kräfte zu sammeln und stürmte am Abend unter tosendem Beifall wieder an Land. Wir waren dabei, haben zig Bücher verschlungen, die Wellen genossen, die Spielereien des Lichts (egal, wann man vom Balkon schaute, es sah immer toll aus) beobachtet und so oft vor Begeisterung geseufzt. Und dann dieser tiefe, alles wegfegende Schlaf nach einem Tag des Nichtstuns – erholsam, sehr erholsam.

    Nach Woche eins waren wir soweit aufgetankt, dass wir auf Entdeckungstour gehen wollten. Mombasa, die zweitgrößte Stadt Kenias, stand auf dem Plan. Um nach Mombasa zu kommen, muss man mit der Likoni-Fähre fahren. Das ist die Fähre, auf der die weiße Massai ihren Massai Lketinga kennengelernt hat. Man wartet lange, es ist beschwerlich und hier fängt man an, das echte Kenia kennenzulernen. Nicht das „bewachtes Hotel am Strand“-Kenia, wo es die Touris sehr schön und sicher haben, sondern das Kenia, über das man sich Gedanken machen sollte.

    Das sind die Tusks, die Wahrzeichen Mombasas auf der Moi Avenue. Sie wurden übrigens 1956 zu Ehren eines Besuchs von Prinzessin Margaret errichtet, der verstorbenen Schwester der Queen.

    Das sind Fisch-Gebisse, die in einer Fischhalle hängen. Einfach so mal.

    Alleine diese Stadt erkunden, ist mit Sicherheit nicht ohne. Deshalb buchten wir einen Guide, der uns alles zeigte. Ein sehr netter und lustiger Kenianer um die 50, der auf der Fahrt schon mit den Scherzen anfing.

    Wir: „Wie heißt du?“
    Er: „Bacari. Aber ihr könnt einfach Bacardi sagen.“
    Wir: „Ah, ok, wir heißen Rum und Gin.“
    Der Fahrer: „Und ich?“
    Wir: „Du heißt Baileys.“
    Hach, war das ein Vergnügen. Baileys kämpfte sich übrigens mit einem Navi herum, das auf Chinesisch eingestellt war. Leider schafften Bacardi, Rum und Gin es auch gemeinsam nicht, das Ding auf Englisch umzustellen. Aber Hakuna Matata, nech? Alles Gewöhnung.

    Zusammenfassung: Mombasa ist das totale Kontrastprogramm zum Friede-Freude-Eierkuchen-Strandurlaub, bei dem das Hotelpersonal alles tut, um die Sorgen des Landes von den Gästen fernzuhalten.
    Mombasa ist schmutzig, laut und arm. Und es war wichtig, dass wir unsere Traumurlaubsblase verlassen haben, um es uns anzuschauen.

    Das hier ist übrigens auch wichtig (gefunden in einem Hindutempel in der Stadt):

    Und dann kam die Safari. Auf die hatten wir uns so unbandig gefreut. Um 6 Uhr ging’s los Richtung Tsavo-East-Nationalpark. In einem alten Jeep, der mindestens so unbequem wie cool war :).

    Das sind Brezi, Sarai (unser Fahrer) und ich:

    Nicht im Bild sind leider Helga und Henry, der Rest unserer illustren Safari-Truppe. Nach ein paar Stunden Fahrt kamen wir auch schon an und begaben uns auf unsere erste Pirsch, wie man das nennt.
    Ziel: die Big 5 sehen. Also Nashörner, Büffel, Leoparden, Elefanten und natürlich Löwen.

    Das Glück war uns hold, wir entdeckten alles außer Nashörner.
    Ich glaube, ich hab diese Safari noch immer nicht ganz begriffen. Man guckt die ganze Zeit aus dem Fenster, während man versucht, halbwegs unbeschadet zu sitzen (es holpert wirklich sehr). Man sieht, nimmt permanent auf und plötzlich ruft einer „Elefanten!“. Dann springen alle auf, krallen sich ihre Handys oder Kameras und machen aus dem Dach raus Fotos. Irgendwann checkt man, dass man diese ganzen tollen Tiere nur wirklich erleben kann, wenn man das Fotografieren sein lässt. Luft zwischen Netzhaut und Tier ist wichtig. Kein Display rein schieben. Das verändert die Wahrnehmung.

    Irgendwann kamen wir ziemlich erschlagen und äußerst dreckig („Alter, bin ich braun geworden!“ – „Oh, ok, es ist nur Dreck“) in unserer Lodge an, gönnten uns noch ein Glas Wein und ein bisschen Austausch über das Erlebte und dann eine Runde komatösen Schlafs.

    Der Ausblick war unglaublich:

    Das Highlight folgte aber am nächsten Morgen. Wer mich und meinen Bezug zu Tieren kennt, weiß, dass mich „nix unter Löwengröße“ begeistert.
    Wir waren früh dran und beobachteten gerade eine Elefantenfamilie beim Wassertrinken, als Sarai unerwartet aufs Gas drückte. Zuerst protestierten wir, doch als er uns den Grund für den plötzlichen Aufbruch verriet, waren wir schnell wieder brav. Ein paar Meter weiter sonnte sich eine Löwenfamilie.

    Da kapierte auch ich, dass so ein Moment nicht fotografisch einzufangen ist. Weil zu einem erinnerungswürdigen Moment mehr gehört als das Visuelle: die Wärme der Morgensonne, die sanften Geräusche, die neugierigen Blicke der Löwenbabys, die Gänsehaut, das Glücksgefühl in meinem Bauch. Das alles werde ich nie vergessen und ich will unbedingt noch eine Safari machen!

    Genug schwadroniert, auf der Heimfahrt zum Hotel erlebten wir noch eine kleine Nahtoderfahrung in Shimba Hills, die ich euch natürlich auch noch erzähle.

    Folgendes Szenario:
    Ich befinde mich bereits in der Toilettenkabine (ich musste am dringendsten, viel Trinken ist wichtig), Brezi und Helga warten davor.
    Plötzlich entdeckt Helga eine Schlange, die oben über dem Türrahmen baumelt.
    Wir finden: „Die is ja voll klein, die ist sicher nicht gefährlich.“
    Leider kann ich aber die Toilettentür nicht schließen, sonst hätte ich sie zerquetscht.
    Also holen Helga und Brezi Sarai und teilen ihm den Fund mit. Die versierten Schlangenexpertinnen sagen aber gleich dazu, dass das eine sehr kleine Schlange ist und sie deswegen bestimmt nichts tut.
    Sarai kommt.
    Sarai sieht die Schlange.
    Sarai sagt: „Das ist nicht gut.“

    Wir sollen alle ruhig bleiben (total easy, wenn man wie ich in der Falle sitzt). Schließlich kommt ein Parkranger und befördert das Ding mit einem Stock auf den Boden, wo es sich verzieht.
    Er sagt, dass es sich um eine Viper handelt, dass ihr Gift tödlich sein kann und dass sie kein Gegenmittel haben. Ich habe das nicht nachrecherchiert, aber Hakuna Matata, sage ich mal.

    So, damit wären wir am Ende unserer Kenia-Reise angekommen. Fest steht: Ich muss da nochmal hin. Ich will – trotz aller Warnungen – Nairobi besuchen. Ich will Safari in der Masai Mara machen. Ich will noch so viel sehen.

    Fest steht auch: Wenn man eine Freundin wie Brezi hat, braucht man im Urlaub sonst nichts. Gott, was haben wir gelacht. Brezi, ich danke dir so sehr, dass du dich auf Kenia eingelassen hast. Das war der endgültige Beweis dafür, dass wir gleich ticken, dass wir „Sisters from another Mister“ sind.

    Jetzt noch ein herzliches Asante Sana an dieses wunderbare Land, in dem ich den Sommer um beinahe zwei Wochen verlängern und grandiose Erinnerungen sammeln durfte.

    PS: Wer ähnlich gut Swahili sprechen möchte wie ich, kann hiermit üben (ich bin ja im letzten Jahr der Sammelei von Kühlschrankmagneten verfallen):

  • Es ist Herbst, Baby!

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    Ihr ahnt es, das hier wird ein Sammelsurium-Posting :). Der Herbst ist da, es war viel los und deshalb zischen wir jetzt einfach gemeinsam mit ein paar Erinnerungen rein in die güldene Jahreszeit.

    Dass der Herbst kommt, merke ich immer, wenn die Sonne langsam nachlässt. Nicht stark, nur so wie bei einem Gasluftballon, der gaaanz langsam Luft verliert. Wenn sie nicht mehr brennt, sondern nur noch wärmt. Und wenn sie nicht mehr so lange bleibt und schneller sinkt.
    Der Herbst ist wie ein Seefahrer, der nur einmal im Jahr an Land kommt, um sein Gold zu bringen. Ich als Sommerkind konnte lange nix mit dem Kumpanen anfangen. Mittlerweile lasse ich mich aber gerne mit Gold beschenken. Ich genieße die Jahreszeitenwechsel und bin froh, dass wir in Deutschland alle vier in ihrer vollen Ausprägung haben dürfen.

    Erst mal aber raus aus Deutschland, rein in die USA. Ich war kürzlich mal wieder in New York, um eine gute Freundin zu treffen.

    Natürlich ist Heidi Klum nicht meine gute Freundin, aber es war toll, sie wiederzusehen und ein bisschen zu quatschen. Wer mich kennt, weiß, dass ich auf die Frage „Und, wer ist dein Lieblingspromi?“ immer wie aus der Pistole geschossen „Heidi Klum“ antworte. Is so. Keine Diskussion.

    New York war eh sehr toll. Wir haben in fünf Tagen unglaublich viel gearbeitet und gesehen. An dieser Stelle mal nur zwei Fotos von beeindruckenden Aussichten/Einsichten.

    Die Stadt, die niemals schläft, vom Rockefeller Center aus gesehen:

    Der Oculus-Bahnhof am Ground Zero, der bei meinem letzten Besuch noch nicht da war. Ich erinnere mich noch genau an die tragische Stille, die bei meinem allerersten Besuch herrschte (hier nachlesen). Von der „Lautlosigkeit und Beklemmung“, die ich damals empfand, ist nichts mehr übrig. Erschreckend, dass sogar so ein Platz des Unheils bis zum Äußersten kommerzialisiert und finanziell ausgeweidet werden muss.

    An einem der Abende traf ich die schönste Frau der Welt (nach Heidi, ähem):

    Das ist Ashley Graham, ein bekanntes Übergrößenmodel – aber vor allem eine Gallionsfigur in unserer Anti-Body-Shaming-Zeit. Sie ist wunderschön, blitzgescheit und äußerst schlagfertig. Von ihr kann man sich mehrere Scheiben abschneiden, und das meine ich nicht, weil sie etwas mehr auf den Rippen hat!

    Zurück in München standen auch schon die Stones parat und erfüllten mir einen seit Jahren gehegten Wunsch. Einmal diese alten Knacker live sehen. Es war der Hammer!

    Weiter ging es mit einer alten Dame. Da ich mich im letzten Jahr mit ihr angefreundet habe, stattete ich ihr auch in diesem Jahr wieder ein paar Besuche ab.
    Aber irgendwie lässt der Wiesn-Hype langsam nach, oder irre ich mich? Die Zelte sind nicht mehr SO voll, die Wege nicht mehr SO undurchdringlich und die Wiesngrippe-Ausfälle nicht mehr SO häufig.
    Natürlich klatschen rosé-glitzer-fancy gekleidete Influencer ihre Instagram-Accounts immer noch mit Fotos voll, unter die sie schreiben, dass sie „sich schon auf den Besuch auf den Wiesn und die erste Mass“ freuen … aber es lässt langsam nach ;).
    Ich finde ein gesundes Mittelmaß ok, ein bisschen aufhübschen, ein bisschen Haare flechten, das Wort „Wiesn“ nicht als Plural benutzen und Maß vernünftig schreiben, aussprechen und konsumieren – dann bassd die Brezn, wie der Bayer sagt.

    Letzte Runde #girlsgirlsgirls 🍻

    Ein Beitrag geteilt von JULIA BAUER (@thejunegloomproject) am

    Jetzt bin ich dann aber froh, wenn der ganze Trubel vorbei ist, und der Herbst und ich uns eine schöne, ruhige Zeit machen können. Ich will den güldenen Zinober genießen. Manche fabelhaften Beschäftigungen hat sich das Jahr nämlich für den Herbst aufgespart, die würden im Sommer keinen Spaß machen. Man stelle sich dieses Szenario nur mal an einem lauen Sommerabend bei 30 Grad vor: in der langen Jogginghose und im extradicken Sweater auf der Couch lümmeln, eingewickelt in eine Kuscheldecke, ein gut aufgewärmtes Kirschkernkissen im Rücken, Kürbissuppe im Bauch … Herbst-Zeug!

    Ich stelle aktuell übrigens Rekorde im Kürbiskonsum auf:

    … tue ein bisschen was Gutes (das ist die Etepetete-Box, die kann man hier bestellen. Man kriegt dann jede oder jede zweite Woche eine Box voll mit Bio-Gemüse, das nicht schön genug für den normalen Verkauf im Laden war):

    … und dekoriere wirklich jeden Raum mit irgendwelchem tropischen Klimbim:

    Und jetzt wünsche ich euch eine ganz famose Herbstzeit.
    Auf dass wir uns oft sehen!

    PS I: Ja, Wahl war auch. Aber dazu haben all meine Facebook-Freunde schon genug gepostet. Anti-AfD, jawoll. Das muss ich ja nun nicht auch nochmal schreiben. Stattdessen lege ich euch ans Herz, immer mal wieder die Toleranzgrenzen des eigenen Herzens überprüfen.

    PS II: Macht’s einfach:

  • Good times never seemed so good …

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    … I’ve been inclined
    To believe they never would
    But now I …

    (Neil Diamond: „Sweet Caroline“)

    Ich warne gleich vor diesem Posting, denn es ist das allsommerliche Sammelsurium-Posting. Die geneigte Leserschaft möge sich also nicht über einen Zusammenschmiss von Fotos wundern, die einfach nur schöne Tage der letzten Wochen dokumentieren.
    Ich hätte das Ding auch „Der doppelte Robbie“ nennen können, denn wie durch ein Wunder kam ich im Juli zwei Mal in den Genuss, den einzig wahren Entertainer live zu sehen. Einmal in Reihe zwei inmitten einer beschaulichen Menschentraube von 1.500 Menschen beim Geburtstagsfest von Marc O’Polo (er ist da Testimonial). Und dann nochmal bei seiner Stadiontournee im Olympiastadion.

    Happy Girls vor der Bühne:

    Happy Robbie auf der Bühne:

    Ich finde ja, hier guckt er uns an :):

    Und hier noch mit seinem Daddy. Den nimmt er bei der aktuellen Tour nämlich immer mit und dann trällern sie gemeinsam „Sweet Caroline“ und freuen sich, dass sie Vater und Sohn sind.
    Hintergrund: Robbie wurde angeblich von der Muse Musik geküsst, als er als Kind seinen Papa auftreten sah. Da wusste er, dass er das auch machen will.

    Hier noch im Video:

    ❤️❤️❤️

    Ein Beitrag geteilt von JULIA BAUER (@thejunegloomproject) am

    Ich muss zugeben, dass es wirklich toll war. Ich gehöre nicht zu den Groupies der ersten Stunde, ich war nur von „Sing When You’re Winning“ bis „Escapology“ hart am Start. Trotzdem konnte ich irgendwie alles mitträllern und war von seiner Show very very begeistert. Wann kommt man Robbie schon so nah, dass man ihn fast anfassen kann und seine Tiger-Bux aus nächster Nähe bewundern darf? Eben.

    Im Stadion war das alles dann ne Nummer größer und Robbie nur ein schlumpfgroßes Männlein in weiter Ferne. Trotzdem hat er es geschafft, uns voll mitzureißen. Bei 25 Grad barfuß im Olympiastadion zu „Come Undone“ das Feuerzeug schwenken – ein wahr gewordener Traum.

    So, wat hamwa noch abseits von Robbie?

    Toni hat für amazed ein sehr inspirierendes Interview mit mir geführt. Wie einen die richtigen Fragen doch zum Nachdenken anregen …

    Ebenfalls sehr inspirierend finde ich die Yoga-Stunden am Mittwoch. Maren macht das wirklich auf ihre eigene Art und Weise sehr toll und ich düse immer gerne hin, um die müden Glieder zu strecken, bewusst zu atmen und einfach ein bisschen runterzukommen.

    Wenn man runterkommt, muss man aber auch wieder raufkommen, so wie Brezi und ich. Wir düsten nämlich nach Lenggries und tobten uns ein bisschen auf dem Brauneck aus. Bisher bin ich kein Wander-Fan. Ich könnte aber Gefallen daran finden. Eigentlich hatten wir nämlich gar nicht vor zu wandern, aber dann war das Wetter so schön und die Zeit so reichlich vorhanden und schwupps wanderten wir da oben ein bisschen herum und dann den ganzen Weg nach unten. Könnte ich öfter machen, taugt irgendwie.

    So, jetzt wisst ihr Bescheid über die tagefüllenden Freizeitaktivitäten von June Gloom.
    Was sportlich so abgeht, machen wir demnächst in einem weiteren Beitrag.
    Bleibt sauber, ihr Banausen. Bis balduin!

  • „Samuuu!“

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    Ich habe nachgesehen. Der Entschluss nach Helsinki zu reisen fiel exakt am 7. Dezember 2016 um 10:19 Uhr. Kurz nach London (leset hier nach) machten Char und ich das Ding dingfest, der Trip an meinem Geburtstag wurde sofort gebucht.
    „Wie kamt ihr denn auf Helsinki?“, fragten viele.
    „Ach, wegen Samu“, antwortete ich grinsend.

    Es gibt ja wohl schließlich keinen besseren Grund, um nach Helsinki zu reisen, als Samu Haber.
    Helsinki stand schon lange auf meiner Liste, Finnland soll im Sommer ja sehr schön sein. Warum also nicht mal was anderes besichtigen als Barcelona, Paris oder Rom? Mit Finnair kann man ständig günstig hochfliegen, der Transfer vom Flughafen in die Stadt ist supereasy und airbnb hat auch einiges zu bieten. Wir wohnten in einer hübschen Wohnung (natürlich wieder airbnb) im Trendviertel Kallio (war gar nicht so trendy) und konnten von dort alles erlaufen. Wer nicht gern per pedes unterwegs ist, kann in Helsinki aber auch Ubahn, Bus oder Tram fahren. Alles an jeder Ecke verfügbar.

    Nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten (danke Timo für das ganze Zeug im Kühlschrank, ich vermisse den undefinierbaren Sauerkirschbatz, den ich immer als Salatdressing benutzte), machten wir uns also auf Erkundungstour. Praktisch: Im Sommer ist es in Helsinki auch um Mitternacht noch taghell. „Ey, warum bin ich so fertig?“ – „Weil wir schon 23 Uhr haben!“. Man merkt einfach gar nicht, dass man voll über seiner gewohnten Zeit ist.

    Erster Stopp: das Restaurant Juuri, eine Empfehlung meiner guten Freundin Muse (you remember, Kos und Barcelona …). Schließlich mussten wir meinen 31. gebührend feiern. Sowas von lecker und jeden Cent wert!

    Am nächsten Tag erkundeten wir alles, was man in der finnischen Kapitale so erkunden kann. Da die Stadt sehr jung ist, gibt es keine altertümlichen Gebäude oder Gässchen.

    Trotzdem hat mich Helsi (wir kürzen alles ab, live with it) irgendwie gekriegt.
    Seht selbst. Das ist der durchaus beeindruckende Senatsplatz mit dem Dom und dem Alexander-II.-Denkmal. In der Innenstadt gibt’s ungefähr jeden Laden, von dem man nur träumen kann und im Kaufhaus Stockmann haben sie eine riesige Abteilung nur mit skandinavischen Labels (zum Glück waren wir nur mit Handgepäck unterwegs).

    Hier haben wir die Uspenski-Kathedrale (ihr seht schon, alles leicht russisch angehaucht):

    Hier eine Gasse, die aus „Harry Potter“ stammen könnte:

    Am Hafen muss man sich einfach einen großen Teller frischen, gegrillten Lachs gönnen. So lecker! Aber Achtung, wenn sie fragen, ob ihr ein bisschen Knoblauchsoße drauf wollt. Dann heißt das im Grunde, dass ihr 24 Stunden nur Knoblauch schmeckt, riecht und Menschen in einem Radius von fünf Metern auch damit beglückt.
    Hier die nackte Lady Havis Amanda mit Möwe:

    Und hier ich im Toilettenspiegel des Rathauses:

    Wenn’s ein bisschen ruhiger sein darf, spaziert man einfach zu einer der Halbinseln. Dort geht man dann über baufällige Stege und genießt die Sonne.

    Wenn man einen Tag übrig hat, sollte man unbedingt mit der Fähre nach Tallinn/Estland rüberschippern. Da kommt man sonst ja auch eher selten hin. In 1,5 Stunden ist man da und kriegt die alten Gässchen und Kirchlein, die man in Helsinki vermisst. Leider hatten wir Sauwetter vom Feinsten, weshalb wir unsere Nerven erst mal in einem süßen Café stählten.

    Ansonsten habe ich in Tallinn exakt ein Foto gemacht. Das ist Schloss Katherinental, ungünstigerweise geschlossen. Ausgerechnet, wenn wir ob Regens gerne etwas von innen besichtigen würden.

    Aaaber sie haben prima Schönheitssalons da und die lassen einen rein.

    C: „Was machen wir jetzt mit den restlichen zwei Stunden?
    J: „Wir könnten Beauty machen, mir ist eh ein Nagel abgebrochen.“

    –> C und J liefen in ihren fliederfarbenen, ausladenden und klatschnassen Regenponchos in einem Beauty-Salon ein und das Personal war nicht gerade entzückt, als es uns da triefend stehen sah. Nur auf Nachfrage wurden wir behandelt. Aber gut, die sollen ja generell nicht besonders aufgeschlossen sein, die Esten.

    Auf jeden Fall haben sie uns schön gemacht für den letzten Tag, an dem wir noch ein wenig am Hafen herumspazierten.

    Das war’s auch schon mit dem Reisebericht Helsinki. Auch hier spreche ich eine klare Empfehlung aus. Für einen dreitägigen Trip gen Norden (2 Tage Helsi, 1 Tag Tallinn) und für airbnb.

    PSI: Kleiner Lacher am Ende:

    PSII: Bei unserem Glück haben wir natürlich auch Samu gesehen. Im Fernseher. Nicht weniger schön, vor allem mit diesem Sombrero!