• You can’t always get what you want …

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    … But if you try sometimes
    You might find
    You get what you need.

    (The Rolling Stones: „You Can’t Always Get What You Want“ auf „Let It Bleed“)

    Die Rolling Stones haben meinen Korfu-Urlaub untermalt. Durch Zufall stieß ich auf meine alte Lieblingsplaylist, streckte sie mit ein paar neuerdings lieb gewonnenen Songs („Tumbling Dice“!) noch ein wenig und hörte dann sieben Tage lang nix anderes.

    Moment, Gloom war in Korfu? Ja, warse, und dieser Urlaub ist auch schon wieder ewig weit weg, obwohl er erst ein paar Wochen her ist. Diverse Arbeits-Events, Hochzeiten und ein zweiter Kurzurlaub haben bewirkt, dass meine tolle Woche auf Korfu fast schon wieder aus meinem Hirn verschwunden ist. Aaaaber wozu gibt es diesen Blog – jetzt wird nachgeholt!

    Madeira war letztes Jahr so erholsam, dass ich unbedingt wieder eine Insel erkunden wollte. Ich verbrachte also eine Woche im Südwesten dieses grünsten griechischen Fleckchens Erde und ließ mich einfach treiben. Im Pool, im Meer, in meinen Gedanken. Kommense mit, auf nach Korfu!

    Der Song, mit dem wir diesen Blogbeitrag einleiten, passte schon am Anfang perfekt zu dieser Reise. Führerschein vergessen, Leihwagen nicht abholen können, prima. Aaaber „You get what you need“ traf zu, denn in diesem Fall war es wohl besser, kein Auto zu haben. Die Story hatte ich euch ja erzählt …

    Wenn man da landet, denkt man, man stürzt 1A ins Meer ab. Der Flughafen ist direkt am bzw. im Meer und die Landebahn von Wasser umgeben. Kurzzeitig zuckte die coole Alleinreisende (ich) also am Fensterplatz im Flieger zusammen und erschreckte damit ihren Nebensitzer, aber das war’s auch an Adrenalin.

    Im Hotel angekommen erkundete ich gleich mal die Gegend. Schöne Gegend! Still, mit kleinem eigenen Strand, mit perfekten Laufstrecken direkt am Meer, mit Tavernen samt Aussicht und mit einer kleinen Kirche.

    Hier verbrachte ich die meisten Nachmittag mit den Stones und einem Buch:

    Mit dieser Aussicht speiste ich zu Abend:



    Hinter dieser Kirche machte ich morgens Yoga mit Meeresrauschen:

    Da man aber nicht sieben Tage am Stück nur Yoga machen, rumliegen, lesen und spachteln kann, machte ich mich eines Tages auf in den Norden, bzw. in die Hauptstadt von Korfu/Korfu Stadt/Kerkyra. Da kann man bequem mit dem Bus hinfahren, die Fahrt geht am Meer entlang und kostet drei Euro. Geschichtliches lest ihr hier.

    June Glooms Sicht gibt’s hier:
    In Kerkyra kann man jede Menge machen. Rumlatschen, antike Sachen anschauen, alte Gassen entdecken, schlemmen, shoppen, schwimmen … Ich hab alles gemacht außer schwimmen. Zuerst ging’s in/auf die alte Festung, was im Sommer zwar mehr als schweißtreibend ist, der Ausblick entschädigt aber auf jeden Fall für die Strapazen des Aufstiegs. Ich bin ja kein großer Fan davon, penibel genau alle Stationen des Reiseführers abzuschreiten. Ich mag viel lieber den Effekt „Ah, stimmt, da bin ich auch dran vorbeigekommen“, wenn man den Reiseführer erst nach der Erkundung auf eigene Faust anguckt und sich vorher selbst ein Bild macht. Meines sah so aus:

    Und so sah ich dabei aus:

    Kleiner Tipp: Zieht halbwegs vernünftiges Schuhwerk an, wenn ihr die alte Festung besteigt. Die Steine sind von den vielen Sohlen, die da schon drüberliefen, so abgeschmirgelt, dass der Weg nach oben nicht nur steinig, sondern auch glatt ist.

    Die Gässlein der Altstadt sehen dann circa so aus:


    Highstreet-Ketten gibt es nicht, dafür unzählige kleine Läden wie zum Beispiel diesen hier, der mir ein handgenähtes Leinenleiberl bescherte:

    Außerdem gibt es an jeder Ecke und auch an jeder Nicht-Ecke leckeres Essen wie zum Beispiel diese herrlichen Loukoumades. Das sind megagesunde frittierte Teigbällchen mit leichten Füllungen wie Käse und Schicken oder Schoko und Kokosmasse. Mir war nach dem Verzehr von acht Stück etwas blümerant in der Hitze, aber ich konnte nicht anders. Ich musste die süße und die herzhafte Variante probieren.

    Weil Gloom immer ein bisschen Abenteuer braucht, wenn sie auf Tour ist (wir erinnern uns daran), gönnte ich mir am letzten Tag ein Fahrrad, um den Inselsüden zu erkunden. Um 10 stieg ich auf den Sattel, um 17 Uhr kam ich nach fast 40 Kilometern zurück. Was für ein Trip! Google Maps zeigt einem ja nun nicht gaaanz so genau an, WIE steil die Landschaft ist. Also musste ich bereits um 10 nach 10 absteigen und schieben, weil die Steigung einfach zu krass war. Ich erkundete kleine Bergdörfer, Olivenhaine, verlassene Strände an der Ostküste. Ich pausierte in unerwartet hippen Cafés, kaufte meinen neuen Lieblingssnack Feigenkuchen in den kleinsten „Supermärkten“ der Insel und hörte das komplette Hörbuch zu Susanne Fröhlichs „Feuerprobe“ durch (ich liebe diese Frau!).

    Am schönsten waren die Abfahren, wenn es von einem Bergdorf wieder ins nächste ging. Ich brauste kilometerlange Hänge hinunter und fühlte mich wie Maggie in „Stadt der Engel“ (nur ohne Tod am Ende). Ich sage euch, dieser Tag war die komplette Freiheit. Zwischenzeitlich fiel mir zwar ein, dass es schon ganz schön leichtsinnig ist, das alleine zu machen (vor allem, als ich mich mal verfuhr und auf einem steilen, verwilderten Kiesweg landete, den meine Google Maps-Offline-Karte nicht kannte und auf dem ich keinen Empfang hatte), aber genau das macht es dann ja auch irgendwie aus.

    Wer sich immer noch fragt, warum zur Hölle man alleine verreisen sollte, dem nenne ich jetzt 6 gute Gründe.

    1. Man muss keine Kompromisse machen und kann tun und lassen, was man will. Aufstehen, wenn man wach wird, Essen gehen, wenn man selbst Hunger hat, schlafen gehen, wenn man müde ist, Laufen gehen, wenn einem danach ist.

    2. Man kann den ganzen Tag die Stones (oder Gaslight natürlich) rauf und runter hören, ohne dass jemand sagt „Alte, kannst du mal bitte was anderes machen? Das nervt jetzt!“

    3. Man hat Zeit, sich selbst wieder auszupegeln. Ich habe in dieser Woche kaum gesprochen, kaum gelacht und wenig gesungen. Was sich traurig anhört, war aber sehr reinigend. Als ich heim kam, hatte ich wieder richtig Lust, meinen Mund aufzumachen.

    4. Man kommt auf Gedanken. Wenn der Austausch mit anderen wegfällt, tauscht man sich nämlich mit sich selbst aus und bringt sich auf neue Ideen.

    5. Man nimmt alles viel intensiver wahr. Wenn man von niemandem abgelenkt wird und sich auf niemand anderen verlassen kann.

    6. Man überwindet permanent kleine Ängste. Ohne Begleitung essen gehen, alleine ein Sonnenbett für zwei beziehen, ohne Hilfe Touren machen … geht alles und stärkt das Selbstbewusstsein mehr als jedes Kompliment von einem anderen Menschen.

    Als ich plötzlich feststellte, dass ich schon wieder fast daheim war, war ich beinahe wehmütig. Das Abenteuer Radtour ging nahtlos in das Ende des Abenteuers Korfu über.
    Ein letztes Dinner am Strand bot die passende Abschiedsszenerie.

    Wow, es tat sehr gut, dieses Posting zusammenzubauen. In meinen Ohren rauscht das Meer und ich fühle mich plötzlich ganz leicht und ein bisschen in die Urlaubsstimmung zurück versetzt.

    Als Abschluss kommt jetzt natürlich noch mein Resümee: Korfu ist toll! Ich war schon auf Rhodos und Kos und finde Korfu von allen dreien am besten. Die Landschaft ist so einzigartig schön (erinnert hier und da an die kalifornische Küste, dann wieder an die Ostsee), man kann einiges unternehmen, oder einfach nur entspannt rumhängen. Die Leute da sind extrem entspannt und freundlich, Hektik gibt es nicht.
    Wer also mal rauskommen, eine Schönwettergarantie, traumhafte Strände und die Möglichkeit für Action will, ist auf Korfu genau richtig.

    Ich wünsche euch ein sonniges WE mit viel Eis und Eiswürfeln im Getränk.
    Wir lesen uns schon sehr bald wieder, denn jetzt schreibe ich Helsinki :).

  • Stell dir vor, dein Auto brennt!

    Eigentlich wollte ich zu diesem Thema gar nix schreiben, weil es einfach so unglaublich bescheuert ist.
    Aber da mir der Vorfall nicht aus dem Kopf geht und ich irgendwie das Gefühl habe, meiner Sally ein paar Abschiedsworte schuldig zu sein, kommt jetzt doch ein Posting.

    Sally war mein Auto. Ein verlässlicher Kleinwagen der Marke Ford, den mir meine großzügigen Eltern vor 14 Jahren schenkten. Da fahrbare Untersätze von mir immer Namen bekommen (an dieser Stelle herzliche Grüße an Beate I, II und III, meine Fahrräder), weil man ja doch viel Zeit zusammen verbringt, taufte ich mein Auto Sally. Das passte irgendwie. Sally war mein ganzer Stolz, mein bequemes Fortbewegungsmittel, mein CD-Player (ich kaufte mir tatsächlich CDs, um sie im Auto zu hören), mein Lagerraum (ich besitze einen extrem sperrigen Gitarrenkoffer und hatte eine Zeit lang keinen Keller), ein sicherer Ort für viele gute Gespräche, eine treue Reisebegleiterin. Mein Gefährt und meine Gefährtin.
    Kurz: Sally war immer da, wir konnten uns aufeinander verlassen und sie hat keine Mätzchen gemacht.

    Sally und ich haben so viele Trips zusammen erlebt. Nach dem Kennenlernen ging’s erst mal zur Schule, an den See, ins entfernte München zu Konzerten. Dann zum Studium nach Regensburg. Dann zu Praktika nach München und schließlich zogen wir beide dauerhaft da hin. Wir waren in ganz Deutschland unterwegs, sind nach Frankreich, Italien, Österreich, in die Schweiz gefahren. Sally hat mich und die Meute (und tonnenweise Gepäck) sicher zum Southside gebracht, mir und meinem damaligen Freund meinen ersten Hauptstadtbesuch ermöglicht, während unseres Volo-Lehrgangs in Offenburg einen Ausflug nach Straßburg mit uns gemacht und so oft dafür gesorgt, dass wir spontan in die Fluten eines Sees oder Meeres springen konnten. Immer dabei waren mein Korb voll CDs und ein paar Grashalme vom Festival. Sally verlangte nur genau zwei Mal in den ganzen 14 Jahren nach ein paar Streicheleinheiten, nämlich als nach zehn Jahren ihre erste Batterie den Geist aufgab und als die Bremsen mal ein bisschen aufgerüstet werden mussten.

    Jetzt ist Sally tot. Denn als ich kürzlich auf der Autobahn nach Regensburg war, hat plötzlich irgendwas nicht mehr funktioniert, so dass der Motor sich überhitzte und in Flammen aufging. Von jetzt auf gleich, ohne Vorwarnung. Vermutlich hatte ein Lämpchen im Display versagt. Ich will die Situation gar nicht nochmal genau beschreiben, weil es schrecklich war und ich die Bilder eh nie mehr aus dem Kopf kriege.
    Zusammengefasst: Sally brannte, 100 Meter weiter weg stand zitternd ich mit meinem Handy am Ohr, um Feuerwehr, ADAC und Co. zu verständigen. Mir ist nichts passiert, ich hatte riesiges Glück, dass ich rechtzeitig und unbeschadet aus dem Auto gekraxelt bin, ohne in ein vorbeibrausendes zu rennen und ohne eine schöne Rauchvergiftung abzukriegen.

    Das alles fühlte sich an wie ein Actionfilm, der an mir vorbeirauschte. Oder „Cobra 11“ oder sowas. Aber es war kein Film.

    Sally ich danke dir für 14 freundschaftliche Jahre, du treue Seele.
    Dass es jetzt unerwartet zu einer Einäscherung kam, wollte ich nicht.
    Ich vermisse dich, ich denke jeden Tag an dich. Mach’s gut, mein Schatz!

  • What a difference a day made, twenty-four little hours …

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    … brought the sun and the flowers
    Where there used to be rain.

    (Dinah Washington : „What a Diff’Rence a Day Makes“)

    „Wieso kommt denn auf dem Blog nix mehr?“, fragte meine Tante mich kürzlich.
    „Weil ich mein Berufsleben da nicht ausbreiten will“, antwortete ich.

    Als ich später nochmal darüber nachdachte, erinnerte ich mich an früher.
    Früher postete ich ständig hier. Kleinigkeiten aus dem Alltag, wichtige und unwichtige Geschichten, einfach Fotos von spektakulären oder belanglosen Erlebnissen mit Texten dazu.
    Das ist alles weniger geworden. Weil June Gloom in zehn Jahren, die es junegloom.de schon gibt, erwachsener geworden ist, vielleicht ein bisschen weniger mitteilungsbedürftig, und weil das hier immer ein Ort für eher nicht so arbeitslastige Themen war. Job war Job, junegloom.de war Spielwiese.

    Mittlerweile verschwimmt das oft. Der Job ist zeitintensiv und ausfüllend und dabei sehr er-füllend und somit gibt es immer weniger alltägliche Lebensgeschichten, die ich hier erzähle. Zeitweise habe ich sogar daran gedacht, junegloom.de dicht zu machen, weil ich nur noch höchstens einmal im Monat etwas schreibe. Doch diese Seite gehört zu mir, ist ein Platz in meinem Leben und für mein Leben, den ich nicht hergeben will. Wenn ich zum Beispiel an mein Madeira-Tagebuch vom letzten Jahr denke, dann wird mir warm ums Herz. Ich bin dankbar dafür, dass ich solche Reisen hier festhalten und bei Bedarf nochmal nachfühlen kann.

    Trotzdem soll junegloom.de nicht nur noch als Reisetagebuch dienen, denn zwischen Reisen und Arbeit muss ja auch noch was sein, das es wert ist, aufgeschrieben zu werden. Deshalb teile ich heute mal ein paar Gedanken zu diesem wunderbaren Tag mit euch.

    Heute war nämlich einer der allerschönsten Tage der letzten Wochen. Ich kam gestern Abend sehr spät von einer vollgepackten Dienstreisewoche heim und fiel völlig erschöpft ins Bett. Erst eine zweitägige Konferenz, dann direkt das GNTM-Finale und danach nochmal eine zweitägige Dienstreise hatten mich die Woche über sehr in Beschlag genommen. All diese Trips quer durch Deutschland waren ereignisreich, spannend, erfolgreich – und anstrengend. Denn man beamt sich ja nicht aus dem eigenen Bett auf einen Stuhl irgendwo, und dann geht’s los, sondern man reist, checkt Tickets, (Internet-)Zugänge, packt Koffer ein und wieder aus, richtet sich jeweils für eine Nacht in fremden Hotelzimmern ein, trifft tausend Leute … es mag sich anhören wie Jammern auf hohem Niveau, aber es zapft auf Dauer doch an der Kraftreserve.

    Genug davon, ich fiel also gestern wie eine spreißelige Holzplanke ins Bett und ich weiß nicht, was über Nacht passiert ist, aber ich wachte heute so erholt und lebenslustig auf, als hätte jemand das Holz abgeschliffen und eingeölt.

    Erster Gedanke nach dem Aufwachen: Wann geht nochmal der Zug?
    Zweiter Gedanke nach dem ersten: Die Reisewoche ist vorbei!
    Ich fühlte mich plötzlich wie gereinigt und völlig frei.
    Endlich nicht aufstehen, um zu packen und in einen Flieger oder Zug zu steigen, sondern um zum ersten Mal in diesem Jahr nur im Top (und natürlich mit Hose, haha) eine Runde im Park laufen zu gehen.
    Endlich ohne Zeitdruck oder Calltime ausgiebig frühstücken, und zwar schön zerrupft im ollen Oasis-Schlaf-Shirt auf dem Sofa mit YouTube-Videos, nicht neben fremden Menschen alleine im Frühstückssaal eines Hotels. Es gab Toast mit Erdnussbutter, Marmelade und Bananen, lecker!
    Endlich ein bisschen gemütlich im Internet surfen, und zwar nicht auf bahn.de, sondern auf meinen Lieblingsblogs, die ich ewig nicht gelesen habe.
    Endlich meine liebste zerfetzte Jeansshorts anziehen, und zwar aus meinem eigenen Schrank, nicht aus dem Koffer.
    Endlich die Stones (12. September Olympiastadion, hell yes!) so richtig nervig laut machen und blöd dazu durch die Bude wackeln, und zwar ungestresst.

    … es tat so gut. Es fühlte sich so richtig und verdient an.

    Dann radelte ich auf Beate III. mit meiner Lieblingsdecke, die mich seit mindestens fünf Sommern treu begleitet, reichlich Wasser und Sonnencreme (und Sekt, der sich dann als alkoholfrei herausstellte, was die Ladys zu „Waaas? Ohne Alkohol? Na zum Glück haben wir noch einen dabei“ verleitete), der Sonnenbrille auf der Nase und ungemachten Haaren in den Englischen Garten zu unserem Stammplatz am Schwabinger Bach.
    Dort traf ich die Girls und wir kaperten ein schönes Plätzchen am Wasser im Schatten und machten uns breit. Für fünf Stunden. Wir und Wiesen und Bäume und der blaue Himmel und die Sonne und dusselige Gespräche über Manuel Neuer und ein paar Schlucke Sekt und Butterkekse und ehrliche Lacher und Speckröllchen und Pieselpausen und blöde Hunde und süße Babys und Nudisten und Eisverkäufer und Pfandsammler und tausend andere Leute, die in Frieden diesen wonnigen Tag genossen und das Leben.

    Das war der schönste, entspannteste, sorgenfreiste Tag seit Langem. Und er ging so einfach.
    Es fühlt sich gerade so an, als ob meine Seele in einer Hängematte liegt und immer wieder kommt jemand und steckt ihr eine süße Erdbeere in den Mund.
    Vermutlich wird sie da nicht ewig liegen, oder es kommt bald wer mit einem Löffel Essig.
    Aber dann nehme ich mir ganz fest vor, ihn auszuspucken und nicht lang im Abgang zu schmecken.

    Auf einen herrlichen Sommer, Herrschaften.

  • „Kennt doch jeder, Elton Johns bekannteste Wassergymnastik-Hits“

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    … Sätze mit ungefähr diesem Quatschgehalt bestimmten unsere Konversationen, während wir stundenlang am Strand lagen und uns die Bäuche braun braten ließen (während ein paar Meter weiter emsig im Pool geturnt wurde).
    Manchmal musste ich beim Dinner so sehr lachen, dass ich erst mal nicht weiteressen konnte. Und dann diese Busfahrten durch die Walachei …

    … aber da jetzt schon keiner mehr checkt, wovon ich rede, fangen wir lieber vorne an!

    Wer bisher nicht brav dem Hashtag #alexundjuliainderkaribik gefolgt ist, darf sich nun auf einen kurzweiligen Lesespaß mit vielen Fotos hier auf dem Blog einstellen. Das hier ist der „Club Tropicana“. Oli (Alex‘ best buddy), meine Wenigkeit und meine gute Freundin Alex (und der Quak Quak-Fahrer).

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    Wie kam es zum „Club Tropicana“?
    Im Januar schrieb mir Alex, ob ich nicht Lust auf einen gemeinsamen Urlaub hätte.
    „Klar, zwei Wochen in die Sonne, also dahin, wo’s richtig warm ist, und zwar am besten jetzt sofort“, antwortete ich ironisch, weil mir gerade erst eine Freundin für den lange geplanten Urlaub abgesprungen war und ich nicht damit gerechnet hatte, so kurzfristig noch Ersatz zu finden.
    „Cool, was hältste von Dom Rep? Oli wär auch dabei“, antwortete sie.

    Den Rest könnt ihr euch denken. Nach un-entspannten sieben Stunden Aufenthalt am Düsseldorfer Airport (vier davon waren der Verspätung des Fliegers geschuldet) düsten wir gen Westen, der Sonne entgegen.
    Im Gepäck: zwei Flaschen Sonnencreme, vier Bücher, ein Paar Flipflops, ein bisschen Sportzeug, kaum Make-up und äußerst leichte Klamotten.
    Jetzt ratet mal, wovon ich zu wenig dabei hatte. Genau, von den Büchern. Es ist nämlich erstaunlich, welche Mengen ich plötzlich weglese, wenn ich kein Internet habe!
    Jawoll, ich hatte mich gegen das schweineteure überall-WLan entschieden und das war der beste Einfall überhaupt.
    Effekt: Man gewöhnt sich sehr schnell ab, ständig aufs Handy zu gucken, wenn eh nichts auf dem Display stehen kann, und lernt wieder konzentriert bei einer Sache zu bleiben. In meinem Fall also Lesen und Beachvolleyball.

    Ach ja, Bilder wollte ich zeigen. Na denn, legen wa los. Hier hätten wir den besagten Strand.

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    An dem verbrachten wir tatsächlich fast die komplette erste Woche, weil wir eine große Portion „Rumliegen und bitte einfach nur nichts tun“ dringend nötig hatten. Anders kann man leere Batterien nicht aufladen. Wenn man selbst im Urlaub immer nur nach Input dürstet, bleibt der Kanal für genialen Output verstopft.
    Inspirierende Tätigkeiten wie im Meer planschen, Rücken eincremen, kühle Getränke trinken und Lesen waren natürlich ok.

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    Wenn die Akkus dann voll sind, fliegen die Wepsen im Hintern auch wieder und treiben einen aus der Liege … in ein unbequemes Sammeltaxi, das in der Dom. Rep. „Quak Quak“ heißt. Perfekt für den ersten Ausflug in einem unbekannten Land.

    Die Fahrt geht so vonstatten:
    Man postiert sich da, wo man auf die Frage nach der Haltestelle ungefähr hingeschickt wird.
    Man wartet.
    Man winkt, wenn das Quak Quak um die Ecke gescheppert kommt. Die Tür geht auf und man sieht, dass alle sieben Fahrgast-Plätze im Fahrzeug bereits besetzt sind.
    Man wird vom „Fahrtorganisator“ (ein Mensch, der zusätzlich zum Fahrer im Quak Quak befindet, um die Leute zu verladen) freundlich hereingewunken und auf „Plätze“ verwiesen, die im Handumdrehen von neben/unter/über/vor/hinter den bereits besetzten Sitzen herausgeklappt werden.
    Man quetscht sich neben die bereits Sitzenden, schnallt sich natürlich nicht an, alle finden es voll normal, los geht die Fahrt.
    Es geht noch weiter, denn nein, das Quak Quak ist nicht voll. Denn so läuft das an jeder Station, bis wirklich jeder an Bord ist, der mitfahren möchte.
    Schließlich hupt das Gefährt mit 22 Fahrgästen beladen durch die Gegend, der Fahrer ist bester Dinge und am Ende kommt man an.

    Wo wollten wir hin? Zu einem geheimen Strand namens „Bahia Esmeralda“. Den Grund für die Wahl dieses Ausflugsziels dürfte allen klar sein. Wenn ein Strand nach Ryan Goslings Tochter benannt ist (es war garantiert so), muss man da halt hin.

    Unser verlässlicher Quak Quak-Fahrer ließ uns hier raus:

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    Todesmutig bahnten wir uns den 20-minütigen Weg vorbei an …

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    … und kamen schließlich hier an. Leider war der Himmel etwas verhangen, das tat der „Wir haben einen geheimen Strand gefunden und spielen jetzt die guten Szenen von The Beach nach“-Stimmung keinen Abbruch.

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    Hinter Wiesen und Wäldern liegt eine kleine, unbekannte Bucht. An ihrem Strand lernte ich eine der beeindruckendsten Frauen überhaupt kennen: Gisela. Gisela ist vor Jahrzehnten aus München in die Dom. Rep. ausgewandert und führt seitdem ein kleines bayerisches Lokal direkt am Strand. Kaum jemand kennt „La Taverna Bavaria“, doch sie spricht sich als Geheimtipp oft genug herum, dass Gisela davon leben kann. Für uns gab es als Belohnung für den aufregenden Fußmarsch also Schnitzel mit Kartoffelsalat an Meerblick und eine packende Lebensgeschichte.

    Am Abend versuchte unser Hotel mit Giselas kulinarischen Künsten mitzuhalten, hatte aber auch mit diesen Schmeicheleien keinerlei Chance :).

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    Der nächste Abenteuertrip im Quak Quak führte uns zur „Laguna Gri Gri“. Man fährt da durch die Mangrovenwälder ins Meer rein. Auch toll!

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    Noch toller war aber der Mond, der uns den letzten Abend erhellte.

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    Denn plötzlich waren die 13 Tage aufgebraucht, die am Anfang unser Urlaubskonto gefüllt hatten. Kennt man ja, zu Beginn hat man massig Zeit und plötzlich kommt die Wehmut, weil’s vorbei ist.
    Hach, tat dieser Urlaub gut. Ganz viele hatten mich schon gefragt, ob ich die Dom. Rep. denn nun weiterempfehlen würde, weil man höre ja dies und das …
    Ja, würde ich. Wir haben ein schönes, freundliches Land kennen gelernt und keine einzige vergraulende Erfahrung gemacht. Ich glaube, der Ruf dieses Landes ist längst überholt.

    Ich muss das wieder einführen, im Winter in die Wärme zu fliegen.
    Jetzt planen wir aber lieber erst mal die kürzeren Trips, die dieses Jahr noch anstehen. Mir dünket, es ginge nach Hamburg, Portugal, Helsinki und Griechenland :).

    Auf einen wunderbaren Frühling!

  • People say that nothing worth having comes easy …

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    … and people say the good comes to those who – wait.

    (June Gloom: „Cells“)

    Der zweite Blogeintrag 2017 könnte nun wirklich kein besseres Thema haben als dieses:
    The June Gloom Project haben wieder ein Konzert gegeben. Zwei Jahre und 31 Tage sind nach dem legendären Weihnachtskonzert ins Land gezogen und am 22. Januar 2017 luden wir zu „The June Gloom Project in New Year’s Concert“.

    Kleiner Auszug aus der vorangegangenen Konversation zwischen June Gloom und The Project:
    JG: „Meinst, zwei Proben langen?“
    TP: „Naja, vielleicht sollten wir bei einer komplett neuen Setlist schon drei Mal machen“.
    —> Funktioniert.

    Machen wir mal schnell ein Foto, damit ihr (die ihr bestimmt nicht alle da wart) wisst, wovon wir reden.

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    Jetzt fragt ihr euch, wer so tolle Fotos gemacht hat. Das war Simon (Website, Facebook), der an diesem Abend zufällig sein neues Objektiv ausprobieren wollte. Hat er erfolgreich getan. Simon, vielen Dank für die Fotos! Du hast den Abend wirklich toll festgehalten! Ich liebe jedes einzelne! Naja gut, fast jedes. Was tat ich da? Vermutlich nach Singer/Songwriter-Träumen greifen.

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    Hier kommen jetzt einfach noch ganz viele dieser wunderbaren Bilder. Man sieht mir, glaube ich, an, wie glücklich mich das Musizieren macht. Und ich danke euch allen sehr fürs Kommen, Applaudieren und die tollen Komplimente. Dieser Abend war so erfüllend, dass wir beschlossen haben, jetzt endlich ins Studio zu gehen und die Songs aufzunehmen.

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