Everyday Life Archive

  • Der TJGP-Jahresrückblick 2017

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    Herrschaften, was wäre das Jahresende ohne den TJGP-Jahresrückblick? Diese Frage darf nun jeder für sich beantworten und ich wette, die meisten denken „Äh ja, auch nicht anders“. Aber das ist mir wurscht, ich mach’s trotzdem. Ich brauch das, ich mag das.
    Ich checke dann immer erst, wie verdammt viel man in 365 kleinen Tagen unterbringen kann und dass das auch für sieben Leben langen würde. Aber weniger geht irgendwie auch nicht.

    Zur Untermalung des Leseflusses kommt hier die TJGP Christmas Collection 2017 – mit allen Songs, die mich so durch das Jahr gebracht haben. Da hatten wir viiiiel Joe Purdy (unglaublicher Kerl, geht einfach immer!), endlich Neues von Yvonne, Michelle, Amy und P!NK und natürlich den herausragenden Soundtrack zu „La La Land“. Viel Spaß damit!
    (Aktuell höre ich allerdings nur das Weihnachtsalbum von Michael Bublé, ich werde alt, ich liebe es!).

    Aber jetzt kommen wir mal zum eigentlichen Rückblick.

    Januar

    Los ging es mit meinem dritten Konzert im Hofgarten. Danke nochmal, dass ihr alle da wart. So ein toller Abend! Ich hatte den Spaß meines Lebens und ich glaube, es war auch mein bestes Konzert bisher. Endlich komme ich halbwegs mit der Nervosität klar.

    Februar

    Ihr wisst ja mittlerweile, dass ich mich in der kalten Jahreshälfte gerne verzische und an warmen Orten aufhalte. So geschah es also im Februar: Alex, Oli und ich verbrachten handylose und damit äußerst entspannte Tage in der Karibik. Kleiner Trick, damit man sich 600 Euro spart: Der Flieger sollte 3 Stunden Verspätung haben. Dann zahlt die Airline nämlich einen Batzen Geld zurück.

    März, April

    Ja, ja, ich weiß ja, ich war nachlässig. Ich hab all die Erlebnisse nicht hier, sondern mehr auf Instagram geteilt.
    Deshalb halt ein paar Fotos von dort ;).

    Mein persönlicher Brüller: Ich war in der letzten Staffel GNTM dabei, um den Mädels ein bisschen was über den Umgang mit der Presse beizubringen. Wer sich das Spektakel nochmal ansehen will, hier lang. Dabei traf ich auch zum ersten Mal meine Lieblingsprominente (isso!) Heidi:

    #lifegoal #undzwarwirklich @heidiklum @germanysnexttopmodel

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    Mindestens genau so sehr wie auf Heidi habe ich mich auf meine Freundin Anna gefreut, mit der ich einen der lustigsten Abende in Hamburg verbrachte.

    ❤@_afn

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    Und dann war da noch die Hochzeit meiner besten Freundin Pam. Hach! Gänsehaut!

    Here comes the bride. Sooo schön war's! @jopa_thewedding @pamcakechen

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    Natürlich muss man zwischen all diesen Ereignissen auch arbeiten. Zum Beispiel beim new faces award Film in Berlin mit dem besten Team der Welt:

    Alle bissl ausrasten, bitte #buntenewfacesaward #newfaces #bestesteam #redcarpet

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    Mai

    Im Mai erlebte ich auf jeden Fall den unwirklichsten Moment meines Jahres 2017.
    Meine treue Begleiterin Sally verließ mich im Flammenmeer :(. Wenn ich an sie zurückdenke, an all die Trips, die wir zusammen erlebt haben, an all die Songs, die ich mir beim Fahren beigebracht habe, an all die Jahre, in denen ich mich immer auf sie verlassen konnte – wird sie noch unersetzlicher.

    Juni

    Davon erholte ich mich dann auf Korfu, wo ich spontan eine Woche Alleine-Urlaub machte. Traumhaft, gerne nochmal! Korfu ist eine wunderbare Insel!

    Direkt im Anschluss düsten Char und ich über meinen Geburtstag zu Samu Haber nach Helsinki. Auch ein unvergesslicher Trip!

    Und dann wurde es richtig ernst: Pams kirchliche Hochzeit stand an und Rüllipp und ich performten in der Kirche. Hier könnt ihr’s sehen. Ich hab immer noch zittrige Knie!

    Es sollte aber nicht bei einer Hochzeit bleiben. Auch meine liebe Leonie Löwenherz hat ernst gemacht!

    Fairytale #leonieundelias

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    Juli und August

    Bei mir selbst wurde es dann auch ernst 🙂 Robbie Williams aus nächster Nähe!

    Und der hier <3

    #lalalove

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    Und ich entdeckte meine Wanderlust. Leider haben wir es exakt einmal auf den Berg geschafft, aber Brezi und ich geloben im nächsten Jahr Besserung!

    September

    Das Jahr konnte noch kein Ende finden, ohne meine Freundin Heidi nochmal zu sehen. Deshalb ging’s im September ab nach NYC. Zwar beruflich, aber es war trotzdem ein äußerst vergnüglicher Trip.

    Oktober, der große Reisemonat

    Zeit für eine kleine Auszeit für meine liebste Brezi und mich, ab nach Kenia. Was für ein wunderschönes Land.

    Kaum wieder da, ging es zum Geburtstagfeiern nach Prag. Schöne Stadt, aber ein WE reicht ;).

    When in Prague …

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    #teynkirche

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    Und weil zwei Trips im Oktober auf keinen Fall genug waren, guckten wir uns dann über die Feiertag noch ein bisschen im Norden Italiens um. Ein Roadtrip quasi. Auf der To Do List standen Parma, Bologna, Piacenza und Verona. Kann ich nur empfehlen. Arkadien, wie unser Freund JW Goethe es genannt hätte, ist einfach wunderbar im Herbst. Natürlich vor allem wegen der wunderbaren Begleitung :-P. In wenigen Tagen kann man in Norditalien viel schaffen, wenn man sich entweder in der Mitte einmietet oder eben von Unterkunft zu Unterkunft tingelt. Wir haben ersteres gemacht, was ich entspannt fand.

    Party in Parma 👅

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    Primo piatto.

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    Zebra church.

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    Lasse gerade meinen Balkon renovieren 🌹

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    November

    Der November ist ja immer der klassische Event-Monat. Vermutlich erratet ihr, welche Tierchen uns in Atem hielten …

    Ach, und am allerwichtigsten war natürlich unser neuer Mitarbeiter ;):

    Dezember

    Der obligatorische London-Trip läutete danach die Vorweihnachtszeit ein. Hach, war das wieder schön, „heim“ zu kommen.

    #stpauls #favouritecathedral

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    Und jetzt ist plötzlich kurz vor knapp. Ich fühle mich wie ein Tischtennisball, der zwischen beiden Seiten hin und her ploppt. Auf der einen Seite ist alles voller Michael Blublé Weihnachtsmusik und haufenweise Plätzchen, auf der anderen Seite muss zum Jahresende immer sooo viel Zeug erledigt und fertig gemacht werden, dass die Musi manchmal schweigen muss. Aber Bublé überwiegt mittlerweile und ich bin sicher, über die Feiertage bleibe ich auf seiner Seite.

    2017 – du warst fulminant. Man denkt immer, es könne nicht mehr mehr passieren, man könne nicht noch mehr reisen, nicht noch mehr machen, nicht noch mehr fühlen. Und jedes Mal lacht weit weg jemand und denkt sich „Ja, ja, Mädchen. Lass mich mal machen …“ und legt noch eine Schippe drauf. Ich bin dieses Jahr so viel herumgekommen wie noch nie: LA, Dom Rep, Hamburg, Korfu, Helsinki, Berlin, New York, Kenia, Prag, Italien, London … viiiele Kühlschrankmagneten haben sich zu den alten gesellt und wie wir sehen, besteht dieser Rückblick auch fast ausschließlich aus Reiseerlebnissen. Im nächsten Jahr darf’s ein bisschen weniger sein, aber ich will trotzdem wieder neue Erdenfleckchen entdecken. Mal sehen, wo es mich hin verschlägt. Hat jemand Tipps?

    DAS WAR’S! DAS WAR 2017! Ich wünsche euch entspannte und freudige Festtage und freu mich, wenn wir uns hier im neuen Jahr wiedersehen. Lassma’s krachen, tät ich sagen :).

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    So, und zum Schluss hätten wir da noch die traditionellen Fragen. Seit über fünf Jahren beantworte ich stets dieselben und bin immer wieder überrascht, wie schwer das ist.

    Zugenommen oder abgenommen?
    Ab, dank Veluvia.

    Mehr ausgegeben oder weniger?
    Keine Ahnung, um ehrlich zu sein.

    Der hirnrissigste Plan?
    Ein Date bei einer Hochzeit (natürlich in Absprache mit der Braut!) … nun, was daraus wurde, wissen die meiste von euch eh ;).

    Die gefährlichste Unternehmung?
    Ich habe mich nie wirklich in Gefahr gefühlt. Die Begegnung mit der Schlange in Kenia war aber wohl relativ gefährlich.

    Die teuerste Anschaffung?
    Nix Teures gekauft in 2017.

    Das leckerste Essen?
    Steak. So viele Steaks wie in 2017 hatte ich noch nie!

    Das beeindruckendste Buch?
    Ich habe diese hier sehr genossen, auch wenn es nun nicht gerade beeindruckend ist:
    „Die sanfte Entführung des Potsdamer Strumpfträgers“ von Christian Ritter
    Es ist einfach sehr skurril-lustig. Danke an meine Schwester für den Tipp.

    Der beste Film?
    Naja, „La La Land“ natürlich.

    Das beste Album?
    Joe Purdy – „Only Four Seasons“

    Das schönste Konzert?
    Robbie Williams bei einem Event vor nur sehr wenigen Leuten

    Das tollste/schlimmste Ereignis?
    Toll: Die Trips waren allesamt spitze!
    Schlimm: Sally 🙁

    Die meiste Zeit verbracht mit …?
    Arbeit und Schlaf – wie immer. Aber auch mit <3 :).

    Die schönste Zeit verbracht …?
    … mit <3, Freunden und Arbeit.

    Vorherrschendes Gefühl 2017?
    Come back down, come back down.

    2017 zum ersten Mal getan?
    Auf einer Hochzeit gesungen.

    2017 nach langer Zeit wieder getan?
    Ein Konzert gegeben. Da lagen ganze zwei Jahre dazwischen.

    Die wichtigste Sache, von der dich jemanden überzeugen wollte?
    Du machst eh, was du willst. Iwooo …

    Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
    Alle Lieben sind gesund. Reicher kann man nicht sein.

    2017 war mit einem Wort?
    Feelings!

  • There were moments of gold …

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    … And there were flashes of light.
    There were things I’d never do again
    But then they’d always seemed right
    There were nights of endless pleasure
    It was more than any laws allow, Baby Baby …

    (Céline Dion: „It’s All Coming Back To Me Now“)

    Früher war das Erste, was ich gemacht habe, das Posting für den Blog zu schreiben, nachdem ich meinen Reisekoffer ausgepackt hatte. Selbst wenn ich mit 18 Stunden Rückreise auf dem Buckel und viereckigen Augen bis 4 Uhr morgens auf dem Sofa hockte – ich wollte das Erlebte sofort festhalten, um ja nichts zu vergessen.

    Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass ich diese vorbildlichen Verhaltensweisen heute nicht mehr an den Tag lege. Schaffe ich einfach nicht mehr. Werde alt. Aber das hat auch Vorteile.

    Deshalb gibt es jetzt – drei Wochen nach unserer Rückkehr aus Kenia – endlich den Reisebericht. Ich hoffe, er erfreut euch auch mit Verzögerung und ich freue mich jetzt sehr darauf, die Erinnerungen noch mal wachzurütteln und mich an ihnen zu wärmen.

    Erklären wir erst mal, warum keine Geringere als Céline Dion diesen Beitrag einleiten durfte. Nun ja, die hören da gerne Céline Dion in Kenia. Auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel kamen wir in den Genuss eines ihrer zahlreichen Best Of-Alben und auch sonst verging kein Tag, an dem nicht irgendwo die Stimme dieser zugegeben unschlagbar guten Kanadierin ertönte. Außerdem übrigens viel Mariah, Whitney und Shania … aber Brezi und ich finden, dass Céline eindeutig die Königin ist. Und wir kamen ins Grübeln, ob die heutige Zeit überhaupt noch solche Diven hervorbringt. Größen sicher, aber Diven? Man darf gespannt sein, wie sich die Karrieren von Lady Gaga (die ich seit Genuss der Doku auf Netflix übrigens noch mehr verehre), Katy Perry, Taylor Swift, Rihanna entwickeln … wir brauchen auf jeden Fall mehr Bijonzis und Ädäls!

    Grandios abgeschweift, verzeiht :).
    „Warum Kenia?“, fragten viele. Im Grunde sind wir nach dem Ausschlussprinzip vorgegangen. In den USA waren wir erst, Karibik wegen Sturm lieber nicht, Asien keine Lust, naheliegende Inseln sind nicht mehr warm genug, wir brauchen was mit Strand und was zum Angucken – also ab nach Kenia. So einfach geht das. Zudem ist eine Reise dahin erschwinglich und erträglich.

    Bei mir kam noch ein Grund dazu, den es seit 16 Jahren gibt. Ich habe als Teenie „Die weiße Massai“ verschlungen. So richtig verschlungen. Das Buch hat mich damals schlaflose Nächte gekostet und in mir ein massives Verlangen wachsen lassen, dieses Land, das Corinne Hofmann so unglaublich schön beschreibt (die etwas naive Liebesgeschichte lassen wir mal weg) irgendwann zu besuchen.

    Ich wurde nicht enttäuscht. Kenia, bzw. das, was wir in 12 Tagen davon gesehen haben, ist atemberaubend schön, und die Menschen sind nicht nur sehr herzlich sondern auch sehr offen und lustig. Sie bringen einem zum Beispiel sofort bei, dass man immer „Jambo“ sagt, wenn man sich über den Weg läuft. Wenn man besonders gut gelaunt ist, sagt man „Jambo Jambo“.

    Machen wir mal ein paar Bilder …

    Gleich am ersten Morgen kamen diese beiden Kollegen am Strand vorbei. Tourifallen, ich weiß schon. Bin ja selber schon mal in eine reingeraten. Trotzdem majestätisch und irgendwie entzückend anzusehen.

    Tägliches Ritual war natürlich der Genuss einer Kokosnuss. Der erste Schluck aus einer frisch geköpften Kokosnuss schmeckt einfach so sehr nach Urlaub …

    Ich sag’s euch, wir haben einfach die pure Freiheit genossen. Alle gewohnten Zwänge niedergelegt, genau nur das getan, worauf wir Lust hatten.

    Wer „Der König der Löwen“ kennt, der kennt auch HAKUNA MATATA, Timon, Pumbas und später auch Simbas Lebensphilosophie. Irgendwer sagte immer Hakuna Matata. Irgendwann fühlten wir es auch und überlegten, ob wir mal nach einem Tätowierer gucken sollten (nein Mama, haben wir nicht gemacht, alles beim Alten).
    Ein bisschen Hakuna Matata verinnerlichen schadet aber nicht, lasst’s euch gesagt sein.

    Dazu passt ganz gut diese Stelle aus einer meiner Strandlektüren:
    „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky.

    Das Meer polterte am Morgen an den Strand, zog sich für den Tag etwas zurück, um Kräfte zu sammeln und stürmte am Abend unter tosendem Beifall wieder an Land. Wir waren dabei, haben zig Bücher verschlungen, die Wellen genossen, die Spielereien des Lichts (egal, wann man vom Balkon schaute, es sah immer toll aus) beobachtet und so oft vor Begeisterung geseufzt. Und dann dieser tiefe, alles wegfegende Schlaf nach einem Tag des Nichtstuns – erholsam, sehr erholsam.

    Nach Woche eins waren wir soweit aufgetankt, dass wir auf Entdeckungstour gehen wollten. Mombasa, die zweitgrößte Stadt Kenias, stand auf dem Plan. Um nach Mombasa zu kommen, muss man mit der Likoni-Fähre fahren. Das ist die Fähre, auf der die weiße Massai ihren Massai Lketinga kennengelernt hat. Man wartet lange, es ist beschwerlich und hier fängt man an, das echte Kenia kennenzulernen. Nicht das „bewachtes Hotel am Strand“-Kenia, wo es die Touris sehr schön und sicher haben, sondern das Kenia, über das man sich Gedanken machen sollte.

    Das sind die Tusks, die Wahrzeichen Mombasas auf der Moi Avenue. Sie wurden übrigens 1956 zu Ehren eines Besuchs von Prinzessin Margaret errichtet, der verstorbenen Schwester der Queen.

    Das sind Fisch-Gebisse, die in einer Fischhalle hängen. Einfach so mal.

    Alleine diese Stadt erkunden, ist mit Sicherheit nicht ohne. Deshalb buchten wir einen Guide, der uns alles zeigte. Ein sehr netter und lustiger Kenianer um die 50, der auf der Fahrt schon mit den Scherzen anfing.

    Wir: „Wie heißt du?“
    Er: „Bacari. Aber ihr könnt einfach Bacardi sagen.“
    Wir: „Ah, ok, wir heißen Rum und Gin.“
    Der Fahrer: „Und ich?“
    Wir: „Du heißt Baileys.“
    Hach, war das ein Vergnügen. Baileys kämpfte sich übrigens mit einem Navi herum, das auf Chinesisch eingestellt war. Leider schafften Bacardi, Rum und Gin es auch gemeinsam nicht, das Ding auf Englisch umzustellen. Aber Hakuna Matata, nech? Alles Gewöhnung.

    Zusammenfassung: Mombasa ist das totale Kontrastprogramm zum Friede-Freude-Eierkuchen-Strandurlaub, bei dem das Hotelpersonal alles tut, um die Sorgen des Landes von den Gästen fernzuhalten.
    Mombasa ist schmutzig, laut und arm. Und es war wichtig, dass wir unsere Traumurlaubsblase verlassen haben, um es uns anzuschauen.

    Das hier ist übrigens auch wichtig (gefunden in einem Hindutempel in der Stadt):

    Und dann kam die Safari. Auf die hatten wir uns so unbandig gefreut. Um 6 Uhr ging’s los Richtung Tsavo-East-Nationalpark. In einem alten Jeep, der mindestens so unbequem wie cool war :).

    Das sind Brezi, Sarai (unser Fahrer) und ich:

    Nicht im Bild sind leider Helga und Henry, der Rest unserer illustren Safari-Truppe. Nach ein paar Stunden Fahrt kamen wir auch schon an und begaben uns auf unsere erste Pirsch, wie man das nennt.
    Ziel: die Big 5 sehen. Also Nashörner, Büffel, Leoparden, Elefanten und natürlich Löwen.

    Das Glück war uns hold, wir entdeckten alles außer Nashörner.
    Ich glaube, ich hab diese Safari noch immer nicht ganz begriffen. Man guckt die ganze Zeit aus dem Fenster, während man versucht, halbwegs unbeschadet zu sitzen (es holpert wirklich sehr). Man sieht, nimmt permanent auf und plötzlich ruft einer „Elefanten!“. Dann springen alle auf, krallen sich ihre Handys oder Kameras und machen aus dem Dach raus Fotos. Irgendwann checkt man, dass man diese ganzen tollen Tiere nur wirklich erleben kann, wenn man das Fotografieren sein lässt. Luft zwischen Netzhaut und Tier ist wichtig. Kein Display rein schieben. Das verändert die Wahrnehmung.

    Irgendwann kamen wir ziemlich erschlagen und äußerst dreckig („Alter, bin ich braun geworden!“ – „Oh, ok, es ist nur Dreck“) in unserer Lodge an, gönnten uns noch ein Glas Wein und ein bisschen Austausch über das Erlebte und dann eine Runde komatösen Schlafs.

    Der Ausblick war unglaublich:

    Das Highlight folgte aber am nächsten Morgen. Wer mich und meinen Bezug zu Tieren kennt, weiß, dass mich „nix unter Löwengröße“ begeistert.
    Wir waren früh dran und beobachteten gerade eine Elefantenfamilie beim Wassertrinken, als Sarai unerwartet aufs Gas drückte. Zuerst protestierten wir, doch als er uns den Grund für den plötzlichen Aufbruch verriet, waren wir schnell wieder brav. Ein paar Meter weiter sonnte sich eine Löwenfamilie.

    Da kapierte auch ich, dass so ein Moment nicht fotografisch einzufangen ist. Weil zu einem erinnerungswürdigen Moment mehr gehört als das Visuelle: die Wärme der Morgensonne, die sanften Geräusche, die neugierigen Blicke der Löwenbabys, die Gänsehaut, das Glücksgefühl in meinem Bauch. Das alles werde ich nie vergessen und ich will unbedingt noch eine Safari machen!

    Genug schwadroniert, auf der Heimfahrt zum Hotel erlebten wir noch eine kleine Nahtoderfahrung in Shimba Hills, die ich euch natürlich auch noch erzähle.

    Folgendes Szenario:
    Ich befinde mich bereits in der Toilettenkabine (ich musste am dringendsten, viel Trinken ist wichtig), Brezi und Helga warten davor.
    Plötzlich entdeckt Helga eine Schlange, die oben über dem Türrahmen baumelt.
    Wir finden: „Die is ja voll klein, die ist sicher nicht gefährlich.“
    Leider kann ich aber die Toilettentür nicht schließen, sonst hätte ich sie zerquetscht.
    Also holen Helga und Brezi Sarai und teilen ihm den Fund mit. Die versierten Schlangenexpertinnen sagen aber gleich dazu, dass das eine sehr kleine Schlange ist und sie deswegen bestimmt nichts tut.
    Sarai kommt.
    Sarai sieht die Schlange.
    Sarai sagt: „Das ist nicht gut.“

    Wir sollen alle ruhig bleiben (total easy, wenn man wie ich in der Falle sitzt). Schließlich kommt ein Parkranger und befördert das Ding mit einem Stock auf den Boden, wo es sich verzieht.
    Er sagt, dass es sich um eine Viper handelt, dass ihr Gift tödlich sein kann und dass sie kein Gegenmittel haben. Ich habe das nicht nachrecherchiert, aber Hakuna Matata, sage ich mal.

    So, damit wären wir am Ende unserer Kenia-Reise angekommen. Fest steht: Ich muss da nochmal hin. Ich will – trotz aller Warnungen – Nairobi besuchen. Ich will Safari in der Masai Mara machen. Ich will noch so viel sehen.

    Fest steht auch: Wenn man eine Freundin wie Brezi hat, braucht man im Urlaub sonst nichts. Gott, was haben wir gelacht. Brezi, ich danke dir so sehr, dass du dich auf Kenia eingelassen hast. Das war der endgültige Beweis dafür, dass wir gleich ticken, dass wir „Sisters from another Mister“ sind.

    Jetzt noch ein herzliches Asante Sana an dieses wunderbare Land, in dem ich den Sommer um beinahe zwei Wochen verlängern und grandiose Erinnerungen sammeln durfte.

    PS: Wer ähnlich gut Swahili sprechen möchte wie ich, kann hiermit üben (ich bin ja im letzten Jahr der Sammelei von Kühlschrankmagneten verfallen):