… „Weil es toll ist!“

Es wird Zeit für ein kleines Urlaubs-Posting, findet ihr nicht? Wer hier schon länger mitliest, ahnt möglicherweise, was Änn und ich uns zum wiederholten Male „angetan“ haben.

Nach Sardinien 2016 düsten wir im April nach Portugal, um uns in einem weiteren Beachvolleyball-Camp zu verausgaben. Wieder mit den Beach me-Jungs, weil es letztes Mal einfach grandios mit denen war. Gucken wir erst mal, wie es an diesem wundervollen Fleckchen Erde namens „Praia da Rocha/Strand der Felsen“ so aussah:

Wie beim letzten Mal hinterfragten wir die Wahl unserer Urlaubsart ab Eintreten des ersten deftigen Muskelkaters, der Ent- und Ankleiden und eigentlich auch alle weiteren Tätigkeiten beschwerlich machte.

Die Antwort ist einfach. Auch wenn man sich fast den ganzen Tag körperlich ertüchtigt und anstrengt, bringt so eine Art von Urlaub am Ende mehr Entspannung im Gehirn als ein normaler Strandurlaub. Warum? Weil man durch das Training schon mal einige Stunden am Tag dazu gezwungen ist, sich auf etwas ganz anderes zu konzentrieren als im Alltag und weil man dabei auch nicht die Möglichkeit hat, am Handy zu hängen – sei es zum Fotografieren, Nachrichtenschreiben oder Unsinn wie Instagram anschauen. Ich bleibe dabei: Erzwungene Handy-Abstinenz = bester Weg, um den Kopf frei zu kriegen.

Leider spielte das Wetter nicht ganz so sauber mit wie auf Sardinien, aber wir sind Meister darin, sowas positiv zu sehen.

– „Mei, dann ist das Training nicht so anstrengend, wenn wir keine Bullenhitze haben.“
– „Mei, wenn es nicht ganz so heiß ist, wollen wir sicher auch nicht ständig ein Eis.“
– „Mei, dann kriegen wir wenigstens keinen Sonnenbrand, wenn wenig Sonne scheint.“
– „Mei, dann hängen wir abends schon mal nicht saufend am Strand ab, wenn es frisch wird.“

–> Trotzdem hatten wir Glück und fast durchgehend 20 erträgliche Grad und kaum Regen.
Aber merket euch: Regen ist nicht der einzige flüssige Grund, warum man nicht spielen kann. Wenn das Meer Gas gibt, wird aus …

… ganz schnell das, und man kann nicht mehr spielen.

Alles nicht tragisch, wir trainierten einfach an einem anderen, intakten Strand. Die Beach mes sind nämlich nicht nur auf dem Feld auf Zack, sondern auch organisatorisch.

Hach ja, was soll ich noch groß erzählen? Wir hatten einfach eine wunderbare Woche mit viel Sport, Auszeit-Feeling, Gelächter und Geselligkeit. Und leicht wahnsinnig, wie wir sind, wissen wir schon jetzt, dass dass das sicher nicht das letzte Beach me-Camp für uns war.

Um diesen Teil des Postings abzurunden, kommt hier noch mein Lieblingsbild namens „Warte, ich gehe ganz nah ran, die bleiben schon sitzen, die sind an Touris gewöhnt“:

Nach dem Camp ging der Urlaub aber noch weiter! Wir hängten drei Tage Lissabon dran. Von Portimão kann man in circa vier Stunden in die portugiesische Hauptstadt düsen und die Strecke ist so eine, bei der man gedankenverloren aus dem Zugfenster starrt und zulässt, dass einem Dinge durch den Kopf gehen.

In Lissabon bezogen wir unser airbnb im quirligsten Stadtteil Bairro Alto, der in der Oberstadt liegt, und von wo aus man eine prima Aussicht hat.

Dann machten wir uns auf die Jagd. Unsere Vermieterin gab uns den Tipp mit dem Café Buenos Aires und nach zweimaligem Besuch gebe ich ihn hiermit an euch weiter. Das Restaurant liegt an einer Ecke, von wo aus man einen wunderbaren Blick auf die Stadt hat. Es teilt sich das kleine Plätzchen mit zwei weiteren Lokalen, lockt seine Gäste aber im Gegensatz zu diesen nicht mit laminierten Speisekarten an, die einem aufdringliche Kellner unter die Nase halten.
Seht selbst … mein irrer Blick drückt ziemlich gut aus, wie lecker alles war.

Für Applecrumble und Schokokuchen sprachen außerdem zwei Totschlagargumente:

1. „Wir haben in den letzten Tagen so viele Kalorien verbraucht, dieses Defizit muss erst mal aufgeholt werden.“
2. „Wenn sich etwas zum Heimrollen eignet, dann diese engen Gässchen hier.“

Am nächsten Tag vertrauten wir unsere geschundenen Körper Luis an, der uns mit seiner individuellen, lockeren Stadttour einen super Gesamteindruck von Lissabon vermittelte.

Spaß. Wir schlenderten durch die schönsten Viertel, wurden mit Ginjinha (portugiesischer Kirschlikör) verköstigt und bekamen am Ende nochmal einen einzigartigen Aus/Überblick.

Must eat sind in Lissabon übrigens die dort erfundenen Pastéis de Nata, die puddinggefüllten Blätterteigtörtchen. Ich mag ja keinen Pudding, wenn er zu fest ist, aber dieses Exemplar war äußerst genießbar:

Das war’s auch schon fast mit dem zweiten Teil des Reiseberichts aus Portugal.
Lissabon wirkte dort auf mich wie eine unterhaltsame, spannende, leckere Mixtur aus Regensburg, Barcelona und San Francisco. Rückblickend glaube ich aber, zumindest vom Gefühl her etwas Einzigartiges zu spüren, was sich mir während unseres Kurztrips noch nicht eröffnet hatte. Fahrt auf jeden Fall hin, nehmt euch aber mehr als 3 (angekratzte) Tage!

Zum Schluss noch zwei Zitate, die ich in Lissabon entdeckte, die es mir angetan haben. Ihr wisst, für sowas bin ich empfänglich.

Das hier ist von dem russischen Dichter Wladimir Wladimirowitsch Majakowski und heißt übersetzt circa: „Mich interessiert nichts, was Freude ausschließt.“ Klingt etwas sehr hedonistisch und weltfremd, aber irgendwie auch gut. Es hing an einer Restauranttür und hängt mir jetzt nach.

Das hier ist von dem portugiesischen Autoren und Nobelpreisträger José Saramago und heißt übersetzt circa: „Aber er stieg nicht zu den Sternen empor, weil er auf die Erde gehörte.“ Es steht auf dem Boden vor der José Saramago-Stiftung und lässt sich auf viele Lebensbereiche anwenden.

So, ihr Quatschbirnen, jetzt aber ab in den Sommer mit uns. Wir lesen uns vermutlich nur selten hier, aber dafür bitte umso öfter offline.