Montag, Dezember 5th, 2011...16:43

BISS zur Menschlichkeit.

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Seit ich in München lebe, habe ich noch nie eine Ausgabe von BISS (Bürger in sozialen Schwierigkeiten) gekauft. Ich habe mich nicht mal damit beschäftigt, wer dieses Heft herausbringt und was drinsteht. Mir fielen die Verkäufer, die überall in München stehen oder sitzen zwar auf, weil sie völlig unaufdringlich dieses Heft in der Hand halten, ich habe ihnen aber nie viel Beachtung geschenkt. Kürzlich kursierte dieses Video auf Facebook:

Es hat mich sofort berührt. Ich habe mich direkt informiert und festgestellt, dass BISS eine echt tolle Sache ist. Weil ich eh schon lange auf der Suche nach einer ordentlichen und sinnvollen Organisation bin, an die ich Geld spenden kann, ohne dass dieses missbraucht wird, kam dieses wachrüttelnde Video sehr gelegen. Man muss nicht bis nach Afrika spenden (natürlich auch dahin), denn direkt hier in der Heimat gibt es genug Leid und Armut.

So kaufte ich vor ein paar Tagen mein erstes BISS Magazin und ich bin sehr angetan von den toll geschriebenen, interessanten Artikeln. Im ersten erzählt Heinz Overbeck von seinem Schicksal: Er ist auf einem Auge fast blind, kann dadurch seinen Beruf nicht mehr ausüben und rutschte so in die Armut ab. Barbara Makni hat im letzten Winter 29 Euro verdient – insgesamt – mit derm Verkauf von Tannenbäumen. Viele Schicksalsgeschichten. Alle sehr traurig, aber man merkt den Menschen an, dass sie kämpfen.

Natürlich brachte mich diese Zeitschrift auch zum Nachdenken über mich selbst. Kann es sein, dass ich mich in diesem Jahr beschwert habe, weil ich eine Master-Arbeit schreiben, oder Prüfungen ablegen musste? Kann es tatsächlich sein, dass ich enttäuscht war, weil mein Arbeitsvertrag nicht so schnell ankam, wie erhofft? Habe ich wirklich gemotzt, wenn das Essen in der Kantine mal wieder nicht besonders gut war?

Ja, habe ich. Und ich habe in diesen Momenten kein einziges mal an das hier gedacht. Ziemlich beschämend, wenn man dann einen Artikel über eine fünffache Mutter liest, die sich wie ein Honigkuchenpferd freut, weil sie nach über einem Jahrzehnt mal wieder ins Theater gehen darf.

Leute, wir müssen öfter aufhören zu motzen! Jammern auf hohem Niveau ist eine Frechheit! (Ich finde ja, man kann es damit vergleichen, kein Organspender zu sein und seine unversehrten Innereien mit unter die Erde oder ins Krematorium zu nehmen!).

Ab jetzt werde ich jede Ausgabe kaufen, dem Verkäufer wie beim ersten Mal immer 10 statt 2,20 Euro in die Hand drücken und mich jedes Mal auf das dankbare Lächeln freuen.

Man kann auch direkt an den Verein spenden: Spendenkonto: Kto.Nr. 22 18 666, LIGA Bank München, BLZ 750 903 00.

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