• 36 Stunden Southside 2016 …

    Post Image

    … statt planmäßigen 96. Das hättet ihr jetzt nicht gedacht, dass wir uns so schnell wieder lesen, wa :)?
    Eigentlich sollte ich gerade bei lauen Temperaturen Camping-Equipment zusammenpacken und zum Auto tragen. Müde und glücklich, vollgedröhnt mit den guten Momenten aus vier Tagen Festival.

    Tatsächlich sitze ich mit einer Decke und einem heißen Kaffee auf dem Sofa, habe statt Zeltzeug mein Laptop auf dem Schoß und checke nicht so ganz, was passiert ist (abgesehen vom zerschossenen und jetzt spontan neu aufgesetzten Blog-Layout dank eines Updates).

    Ob das eine Art Vorahnung sein sollte, dass ich in den letzten Tagen vor dem Southside ständig Bruce Springsteens „Atlantic City“ im Ohr hatte?

    Aber fangen wir mal vorne an, dass hier keiner durcheinander kommt. Manche von euch wissen wahrscheinlich gar nicht, warum mein Jubiläums-Festival so knackig kurz ausgefallen ist.

    So ging’s los – beste Laune auf der Hinfahrt:

    1

    So ging’s weiter – beste Laune am sonnigen ersten Tag:

    2

    … Must Eat: Handbrot:

    9

    Manch einer mag sich noch an unsere Schwärmerei für Carsten und Hirsch erinnern (hier nachlesen). Mittlerweile kennt man sich und tut tolle Dinge füreinander. Zum Beispiel Zeltplätze besetzen oder bei Camp FM ein- und ausgehen. Somit war die erste Nacht eine durchtanzte, durchlachte und durchmachte.

    3

    4

    Der Freitag startete mit einer Bullenhitze, ob der etwaige Schmelzwaren noch schnell verspeist werden mussten.

    6

    Und nur wenige Stunden später wendete sich das Blatt!
    Erste Gewitterwarnungen für die Abendstunden. „Aber es hat doch schon oft gewittert?!“, fragten viele. Sie sollten gewaltig überrascht werden.
    Wurden wir auch, während eine erste Ladung Wasser als warmer Sommerregen vom Himmel krachte. Alle tanzten, erfrischten sich, dankten dem noch güldenen Firmament …

    10

    8

    Obwohl die Wolken auch da schon ein bisschen komisch aussahen. Anders als sonst.

    5

    Irgendwann wurde das Wasser zu viel, und wir retteten uns zu einem der Stände. „Viva con Agua“, wie passend.
    Passend auch das kleine Schild am Ende meines Videos:

    Dann ging alles sehr schnell. „Alle Stände werden geschlossen, verlasst sofort das Festivalgelände. Wir kriegen einen heftigen Sturm!“

    Gesagt, getan. Himmelsfarbe immer noch unschuldig bis rosig.

    7

    Auf dem Weg zum Zeltplatz die nächste schrille Anweisung: „Alle in die Autos, keiner bleibt im Zelt!“
    Ok, verstanden, irgendwas lief hier gewaltig schief. Zum Glück konnten wir bei den Camp FM-Jungs im Container bleiben und mussten nicht im Sturm zum Auto laufen. Kaum saßen wir da drin, schob sich eine schwarze Wand zwischen Himmel und Erde. Rabenschwarz, wo eigentlich noch helles Abendrot kleben sollte. Amtliche Unwetterwarnung in lila (schlimmste Stufe), die heftigste in 25 Jahren Southside.

    Plötzlich war es stockdunkel. Nur die ersten dicken Blitze erhellten den Himmel. Wir saßen zu zwanzigst auf Bierbänken im Container und waren einfach nur dankbar, dass wir darin Unterschlupf gefunden hatten.

    Und dann ging’s richtig los (nicht mein Video, hat ein anderer Festivalgänger gemacht):

    Jetzt seht ihr, warum das kein normales Gewitter war. Im Container krachte es gewaltig, weil ständig irgendwelche Zeltteile draufgeschleudert wurden. Zum Glück konnte Camp FM noch senden und so die Meute in den Autos unterhalten und informieren.

    … für wenige Minuten, denn dann war der Strom weg und es wurde richtig romantisch. Die Landebahn war mittlerweile ein reißender Fluss. Alles, was man draußen sah, war ein ungeheuerlicher Orkan, der das komplette Festivalgelände durchpflügte und alles auseinanderriss, was er finden konnte. Ein paar Verrückte badeten in den Wassermengen oder surften auf irgendwelchen zerstörten Gegenständen darauf. Es war wahrlich endzeitlich.

    Wir hatten wenigstens genug kühles Bier und die Gewissheit, dass wir diese Southside-Nacht garantiert niemals vergessen würden. Die Sturmwarnung wurde Stunde um Stunde verlängert. Erst um 3 Uhr Morgens legte sich das Unwetter zur Ruhe (wohlwissend, dass es am nächsten Tag zur zweiten Runde ansetzen und das Festival endgültig plattmachen würde) und wir konnten die Überbleibsel unseres Camps begutachten.

    Inventurergebnis: Equipment zerstört, Inhalt nass, aber heil (da war meine Strokes-Jacke drin!).

    Hier ein zusammenfassendes Video:

    Wir entschieden uns, unsere Zelte an dieser Stelle abzubrechen. Ach nee, waren ja schon abgebrochen. Alle sieben Sachen nass, das Gelände unbegehbar, das machte keinen Spaß mehr. Die Veranstalter fassten den folgenschweren Entschluss dann am nächsten Morgen.

    Sowas ist ein Desaster für alle. Für Festivalgänger, Bands und Veranstalter. Zum Glück wurden die knapp 100 Versehrten nur leicht verletzt. Hoffen wir, dass nichts mehr nachkommt und alle gut versichert sind. Ich bin so froh, dass wir alle heil rausgekommen sind.

    So sieht es übrigens jetzt dort aus:

    Ich hab sowas wirklich noch nie erlebt – und ich will sowas auch nie wieder erleben. In zehn Jahren Southside war’s noch nie so hart wie in diesem Jubiläumsjahr. Einziger Wermutstropfen: Diesmal war keine einzige Band da, die ich unbedingt sehen musste, weil ich alle schon gesehen hatte. Stellt euch nur vor, die Strokes hätten gespielt und wären ausgefallen … man mag es sich gar nicht ausdenken. Selbstverständlich hätte ich Julian aber auch mit in den Container geholt. Der Gute hätte ja sonst hier der Dinge harren müssen :).

    So, ich pflege jetzt meinen Schock. Jawohl, ich fühle mich wirklich noch etwas traumatisiert, habe ständig diese Bilder im Kopf, höre das Gepeitsche und Gepolter. Die neuen Folgen „Keeping up with the Kardashians“ und „Fest und Flauschig“ (Olli Schulz, don’t mess with me! Wer es aufmerksam angehört hat, weiß, was ich meine) werden helfen.

    Berieselung statt Beschüttung.

    PS: Wer kommt mit zu Rock am See am 20. August? Adäquater und risikofreier Ersatz muss her!

  • Fest & flauschig …

    Post Image

    … gehört seit Start zu meinen wöchentlichen Lieblingsritualen. In meinem Alter braucht man so was. Rituale, Regeln, Routinen. Und ein bisschen Schwärmerei für Olli Schulz natürlich, damit das hier nicht zu erwachsen wird.

    Rituale, Regeln, Routinen, die ich zumindest in Sachen Bloggerei nicht einhalte :). Schuld ist der Nicht-Sommer, der sich dauerhaft breitgemacht hat. Mei, da vergeht’s einem doch.
    Damit ist jetzt aber Schluss! Mit 30 wartet man nicht mehr auf Sommer, sondern arrangiert sich mit den Begebenheiten.

    30, richtig. Und es hat gscheit gescheppert! Deshalb behandeln wir dieses Ereignis mal zuerst und gehen dann rückwärts, bis wir kurz nach Madeira ankommen. Ready? Go!

    Der herzigste Geburtstagsgruß war wohl dieser hier von Wells kleiner Pauli, die ich sehr arg liebe.

    1

    Direkt gefolgt von diesem hier: Mein Team hat sich an meinem Arbeitsplatz ordentlich ausgetobt und mir einen wunderschönen Empfang bereitet.

    2

    Wer sich jetzt wundert, warum dieser Arbeitsplatz verdächtig stark nach meinem alten aussieht, der ist ziemlich fit im Oberstüberl.
    Denn ich bin tatsächlich wieder zurück. März und Madeira waren die Zäsur, danach bin ich heimgekehrt und mache jetzt in etwas anderer Position wieder People – und liebe es so so so sehr. Es sei aber noch mal gesagt, dass das halbe Jahr vorher ebenfalls herausragend war. Dann kam halt nur schon wieder eine dieser Chancen, die man im Leben nicht ungenutzt lassen darf. Zum Glück haben wir in der kurzen Zeit einige tolle Freundschaften entwickelt, die sechs Monate easy überdauern.

    Apropos (Ober)Stüberl: Abends ging die Action im Valentinstüberl weiter. Family und Friends schwangen ihre festen Hintern ins flauschige zweite Zuhause und ab ging die Luzi.

    5

    Ich bin ja leider schlecht darin, solche Events knipsend zu verbringen, sondern vertraue darauf, dass meine Crew immer mal wieder abdrückt. Taten sie. Hier haben wir Pam und mich bei ihrer Rede. So much love. (Wenn sich wer den Gerät ausleihen will, sagt Bescheid, gehört jetzt mir.)

    4

    Hier endete übrigens die 3, als wir gegen 3 auf die großartige Idee kamen, uns alle was zu wünschen und die Dinger gen Himmel zu entlassen.

    3

    Es/ihr war(t) einfach wunderbar. Bisher macht sich keine Midlife Crisis bemerkbar, sondern eher sehr viel Dankbarkeit für das, was ich habe und ein wenig Stolz auf das, was ich mit 30 erreicht habe. Ich wünsche mir eigentlich nur, dass es genau so weitergeht. Dass dieser Lebenshunger in mir nie erlischt.

    So, was war vor der 30 noch los? Das hier. Brian Fallon in Concert. Ich werde jetzt nicht groß rumschwärmen, geht einfach hin wenn ihr die Gelegenheit habt. Der Mann ist das, was ich unter einem Vollblutmusiker verstehe. Fast schade, dass er so klein ist 🙂

    14

    Außerdem war noch das hier los. Das erste Event zurück im People-Kosmos mit meinem überragenden Team. Ich denke, man sieht, wie glücklich mich das macht.

    10

    11

    Hier gerne die komische Fingerhaltung ignorieren …

    12

    So, jetzt habt ihr alles aufgeholt und ich konnte mein schlechtes Gewissen etwas erleichtern.

    Zum Schluss noch ein sonniger Schnappschuss von Pam und mir, der unsere momentane Laune ausdrückt. Ich finde ja, man sollte öfter in die Sonne schauen und die Augen zusammenkneifen. Dann sieht man viel jünger aus als 30.

    8

    Ungefähr so wird das Wetter auch morgen, wenn die eingeschworene Gang sich wieder Richtung Festival aufmacht. Da von euch Flitzpiepen eh keiner draufkommst, welches das denn nun sein könnte:
    10 JAHRE SOUTHSIDE – DAS JUBILÄUM DES JAHRES, BÄM!
    Ich muss fast die Freudentränen verdrücken, während ich das gerade schreibe. Vier Tage Akkus aufladen (zumindest die geistigen) ist doch einfach das Beste.

    Macht’s gut, meine treuen Seelen. Wir lesen uns nächste Woche, das verspreche ich euch!